Online-Sportjournalisten in Deutschland. Ein exemplarischer Forschungsbericht einer Fallstudie


Forschungsarbeit, 2005

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung – Thematik

2 Theoretische Vorüberlegungen

3 Überlegungen zum Untersuchungsdesign und dem Untersuchungsablauf
3.1 Befragungstechniken
3.2 Auswahlverfahren
3.3 Methode
3.4 Validität (Gültigkeit) und Reliabilität (Wiederholbarkeit) S
3.5 SWOT-Analyse
3.6 Pretest

4 Fragestellungen

5 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse

6 Fazit

7 Abbildungsverzeichnis

8 Literaturverzeichnis

Forschungsbericht zur aktuellen Fallstudie im Wintersemester 2004/05

1 Einleitung

„Seitdem im Jahre 2003 die die 50-Prozentmarke an Internet-Usern überschritten wurde, ist das Internet auch in Deutschland unbestritten ein Massenmedium.“[1] Aus diesem Grund hat die Sportberichterstattung im Internet stark an Bedeutung gewonnen. Im Januar des Jahres 2004 verzeichneten die bei der IVW registrierten Sport-Online-Anbieter rund 762 Millionen Visits und über 6 Milliarden Page Impressions (vgl. Scholz, 2004, S. 29).

Betrachtet man die verschiedenen Online-Sportanbieter ist ein deutlicher Markentransfer der klassischen Medien von der Offline- in die Online-Welt festzustellen. Die Marktführer sind Bild.de, Sport1.de (Onlineanbieter des DSF), Sport.de (RTL), Kicker-online, eurosport.de, ard.de, zdf.de usw. „Die Online-Sportberichterstattung ist damit überwiegend an dem Leitmedium Fernsehen und der Berichterstattung in den klassischen Medien orientiert“ (Scholz, 2004, S. 33).

Die zukünftige Entwicklung des Sportangebots im Internet ist nicht eindeutig abzusehen, allerdings bietet das Internet eine Kommunikationsplattform für den Sport (Vereine, Verbände, Einzelsportler usw.), die Informationen für alle Interessensbereiche bereitstellen kann und sich im besonderen Maße durch Innovationen und Aktualität auszeichnet. Die Frage, wie die Kommunikatoren mit den bisherigen Entwicklungen und den zukünftigen Anforderungen umgehen werden, ist weitgehend unerforscht geblieben.

2 Theoretische Vorüberlegungen

Die Kommunikatorforschung beschäftigt sich mit den Aussageproduzenten der Kommunikation, „[…] jene[n] Personen oder Gruppen von Personen, die an der Produktion von öffentlichen, für die Verbreitung durch ein Massenmedium bestimmten Aussagen beteiligt sind, sei es schöpferisch gestaltend oder selektiv oder kontrollierend.“ (Pürer, 1998, S. 32) In Anlehnung an die „Laswell-Formel“, dem wohl prominentesten deskriptiven Modell des Massenkommunikationsprozesses, ist der Kommunikator eine der fünf Kategorien dieses Prozesses, die Kommunikatorforschung ein kommunikationswissenschaftlicher Forschungsbereich (vgl. Maletzke, 1978, S. 34ff). Nach Görner (1995, S. 28) lässt sich die Kommunikatorforschung in die journalistische Berufsforschung in Deutschland und die Gatekeeperforschung in Amerika einteilen. In dieser Befragung befinden wir uns im Feld der journalistischen Berufsforschung.

In diesem Feld hat bereits Görner (1995) eine Befragung unter den deutschen Sportjournalisten durchgeführt, sowie die Forschergruppe Löffelholz et al. (2003) unter der Gruppe der Onlinejournalisten. Beide Studien gelten als repräsentativ.

3 Überlegungen zum Untersuchungsdesign und dem Untersuchungsablauf

Aus bisherigen Journalistenbefragungen oder noch spezieller aus Online-Sportjournalisten-Befragungen wurden Ergebnisse herausgefiltert, um diese bei der Befragung mit einfließen zu lassen und gegebenenfalls zu vertiefen. Als gutes Beispiel dient hierbei „Vom Außenseiter zum Aufsteiger“ von Felix Görner. „Nunmehr liegen – endlich – verlässliche Daten zur Demographie, zu Meinungen und Einschätzungen sowie Prognosen dieser Berufgruppe (Sportjournalisten) vor“[2]. Die Evaluierung des Forschungsstands erleichterte das Finden von Themenblöcken ungemein, so dass die folgenden Themenblöcke für mögliche Fragestellungen aufgestellt wurden.

- Demographie
- Aus- und Weiterbildung
- Berufszufriedenheit
- Regeln, Ziele, Normen und die Qualifikationen im Onlinejournalismus
- Entwicklung des Berufsbildes/ Zukunft im Onlinejournalismus
- Hierarchie, Konkurrenzsituation
- Organisation, Arbeitsstruktur
- Recherchemethoden
- Vergleich mit traditionellen Medien
- Technische Möglichkeiten und Know-how
- Werdegang und Absichten
- Journalistische Freiheiten und Darstellungsformen
- Vernetzung und Verlinkung
- Kooperation mit anderen Medien
- Kenntnisse über Leserschaft und Rezipienten/Marktforschung
- Rollenselbstverständnis

Danach folgte die Überlegung wie diese Befragung durchgeführt werden sollte. Nachfolgend sind alle Befragungstechniken bzw. –Möglichkeiten aufgelistet und die jeweiligen pro und contra Argumente genannt.

3.1 Befragungstechniken

- Pdf-Dokument verschicken (per Mail/auf CD per Post)

à zurück per Fax/per Post

- Kosten (55 Cent/Briefumschlag)

- keine Kontrolle wer den Fragebogen ausfüllt

- Rücklaufquote??? (Aufwand)

+ leicht zu erstellen

+ geringer Zeitaufwand

- Word-Dokument per E-Mail

àzurück per Mail

- Dokument unveränderbar gestalten ist technisch kompliziert

- veränderbares Dokument ist nicht professionell

- keine Kontrolle wer den Fragebogen ausfüllt

- Rücklaufquote??? (Aufwand)

+ geringer Zeitaufwand

+ Kosten gering

- Postalisch Fragebögen verschicken

àper Post zurück

- teuer

- keine Kontrolle wer den Fragebogen ausfüllt

+ Rückumschlag gleich dabei

- Fragebögen per Fax verschicken

à und per Fax zurück

- Druckqualität leidet

- Rücklauf??? (viele Faxe täglich)

- keine Kontrolle wer den Fragebogen ausfüllt

- Homepage erstellen

à über Mail oder Telefon informieren

- technisch kompliziert

- keine Kontrolle wer den Fragebogen ausfüllt

+ Internet-Journalisten: Affinität zum Medium; Motivation höher

+ geringer Zeitaufwand

+ geringe Kosten

- Telefon-Interview

+ direkter Kontakt

+ Kosten gering

- höherer Zeitaufwand

- Problem: Interviewpartner nicht da

- Persönliches Interview

- sehr teuer

- Organisation aufwendig

- höherer Zeitaufwand

+ direkter Kontakt

- Einladung an die ZHS

- hoher Organisationsaufwand

- hohe Kosten

+ direkter Kontakt

Aufgrund dieser Möglichkeiten hat man sich auf das Befragungsmittel Homepage geeinigt.

Das Hauptproblem der schriftlichen Befragung stellt in den meisten Fällen die Rücklaufquote dar. Um diese möglichst positiv zu beeinflussen, wurden 11 Preise unter den Befragungsteilnehmern (mit Hilfe einer Zufallszahlentabelle wurden die Preise so verlost, dass alle Teilnehmer die gleichen Gewinnchance besaßen) verlost und es wurde versucht alle Versuchspersonen persönlich anzuschreiben und durch ein folgendes Erinnerungs-Telefonat zur Teilnahme zu bewegen (vgl. Schaffrath, 1996, S. 209).

Bei der Fragestellung nach der Population gab es größere Schwierigkeiten, so dass die anderen Gruppen verstärkt mit eingebunden wurden, um zu entscheiden wer überhaupt befragt wird. Also wurden einige Online-Sportportale untersucht, um deren Bedeutung auf diesem Markt zu beurteilen. Die Kriterien dazu lauteten: die Besucherzahlen und die Anzahl der dort arbeitenden Online-Sportjournalisten. Ausgehend von diesen Ergebnissen wurde entschieden, dass die Redakteure der TV-Portale mit einer eigenen Sportredaktion, die Redakteure der (nach Besucherzahlen) zehn größten Print-Online-Sportportale und die Redakteure der drei größten reinen Online-Sportportale in die Befragung eingehen sollen.

3.2 Auswahlverfahren

„Bei der bewussten Auswahl werden Merkmalsträger danach ausgewählt, wie „brauchbar“ bzw. wie zentral ihre Untersuchung für die Beantwortung der der gewählten Fragestellung ist.“ (Brosius, Koschel, 2001, S. 91)

Ausgehend von den Rechercheergebnissen nach den Online-Sportportalen wurde entschieden, dass Online-Sportportale in drei Gruppen eingeteilt werden. Die TV-Portale mit einer eigenen Sportredaktion, die (nach Besucherzahlen) zehn größten Print-Online-Sportportale und die drei größten reinen Online-Sportportale in die Befragung eingehen sollen. Es handelt sich daher um ein bewusstes Auswahlverfahren. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass dies Auswirkungen auf die Repräsentativität der Stichprobe haben kann, denn die Auswahl erfolgte nach sachlogischen Erwägungen und nicht nach dem Wahrscheinlichkeitsprinzip (vgl. Brosius, Koschel, 2001, S. 91).

Bei dem bewussten Auswahlverfahren kann man wiederum vier Unterverfahren auswählen (Auswahl typischer Fälle, Auswahl nach dem Konzentrationsprinzip, die Auswahl von Extremgruppen und das Quotenverfahren). Unser Auswahlverfahren kann man zu der „Auswahl nach dem Konzentrationsprinzip“ zählen, da wir uns den überwiegenden Teil der Grundgesamtheit der Online-Sportjournalisten unter den bereits genannten Online-Sportportalen vermuten (vgl. Brosius, Koschel, 2001, S. 93).

Da man nur bei einer Zufallsstichprobe davon ausgehen kann, dass nach Brosius, Koschel (2001, S. 80) die „Teilmenge ein verkleinertes, strukturgleiches Abbild der Gesamtmenge“ ist, handelt es sich bei dieser Befragung nicht um eine repräsentative Befragung, sondern um eine explorative Studie. Des Weiteren müsste man bei einer repräsentativen Befragung die entsprechenden Merkmale der Grundgesamtheit (zum Beispiel die Verteilung des Merkmals Geschlecht) kennen (vgl. Brosius, Koschel, 2001, S. 81). Auch das ist in dieser Befragung nicht gegeben.

[...]


[1] Scholz, 2004, S. 29

[2] Hackforth, 1995, S. 1

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Online-Sportjournalisten in Deutschland. Ein exemplarischer Forschungsbericht einer Fallstudie
Hochschule
Technische Universität München
Veranstaltung
Aktuelle Fallstudie
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V56621
ISBN (eBook)
9783638512596
ISBN (Buch)
9783656564089
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die vorliegende Arbeit stellt einen exemplarischen Forschungsbericht über eine in Gruppenarbeit durchgeführte Fallstudie dar. In dem Bericht wird ein Teil der gewonnenen Ergebnisse dargestellt. Alle Kriterien einer wissenschaftlichen Arbeit wurden dabei berücksichtigt.
Schlagworte
Online-Sportjournalisten, Deutschland, Forschungsbericht, Fallstudie, Aktuelle, Fallstudie
Arbeit zitieren
Tobias Krug (Autor), 2005, Online-Sportjournalisten in Deutschland. Ein exemplarischer Forschungsbericht einer Fallstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56621

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