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Wie die Schlange zum Teufel und die Frau zur Schlange wurden

Title: Wie die Schlange zum Teufel und die Frau zur Schlange wurden

Term Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sandy Penner (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Schon seit Anbeginn der Zeit, des menschlichen Denkens, war auch das Böse allgegenwärtig. In allen Kulturen fanden sich letztlich dämonische Wesen wieder, mit deren Hilfe die Menschen Unerklärliches erklärten, denen Leid, Tod und die endlosen Dramen der menschlichen Schwächen und Probleme zugeordnet und damit plausibel gemacht wurden. Demzufolge projizierten die Menschen alles, was ihnen als bedrohlich und feindlich erschien, seien es Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen, die ihre Wohnstätten und Ernten vernichteten oder kriegerische Völker, auf eingebildete, teuflische Wesen, um ihnen den Schrecken des Unheimlichen, Nichterklärbaren zu nehmen, gegen den sie sich in keinster Weise wehren konnten. Auch die religiösen Schriften der Bibel und des Korans griffen den Glauben an diese Wesen auf und gaben ihnen eine Hülle. Nämlich die des Teufels, Satans oder auch Ilbis genannt, der die Menschen verführt und dem das gesamte Leid der Welt zugeschrieben wird. Eine weitere Verkörperung des Bösen ist die Figur der Lilith, ein weiblicher Dämon aus der jüdischen Mythologie, der wegen seiner lautlichen Nähe seines Namens zum hebräischen Wort „lajil“ als Nachtgespenst charakterisiert wird. Das Ziel dieser Seminararbeit ist es, unter Bezugnahme auf die Paradiesgeschichte und den Lilith - Mythos, zu dokumentieren, wie die Schlange zum Teufel und die Frau zur Schlange wurden. Als Grundlage dafür, soll im ersten Teil dieser Arbeit geklärt werden, wie der Satan vom Engel (Luzifer oder Samael) zum Herrn der Unterwelt wurde und welchen Einfluss er auf das Geschehen im Paradies, also auf Adam und Eva, hatte. Des Weiteren wird in diesem Zusammenhang auch die Figur der Schlage aus dem Sündenfall betrachtet. Ist sie lediglich ein Tier, welches nur listiger ist als die Anderen, oder muss ihr eine tragendere Rolle, nämlich die, des Symbols des Satans zugesprochen werden? Um eine mögliche Erklärung für diese Frage zu finden, soll auf die sich ähnelnden Paradiesgeschichten in Koran und Bibel eingegangen, die Stellung des Satans in Bezug auf Gott näher erläutert, sowie eine kurze Darstellung der Schlangensymbolik in verschiedenen älteren Kulturen gegeben werden, um die Gleichsetzung von Schlange und Teufel zu erklären. Im Anschluss daran wird eine weitere Interpretation der Identität der Schlange aus dem Sündenfall betrachtet und die Frage erörtert, wie die Frau zur Schlange wurde. [...]

Excerpt


Gliederung

1. VORWORT

2. WIE DIE SCHLANGE ZUM TEUFEL WURDE

2.1 ZUR GEBURT UND ENTWICKLUNG DES TEUFELS IN DEN RELIGIÖSEN SCHRIFTEN

2.2 ZUM PROBLEMATISCHEN GEHALT DER BIBLISCHEN PARADIESGESCHICHTE

2.3 EIN KURZER VERGLEICH DER PARADIESGESCHICHTEN IN KORAN UND BIBEL

2.4 GIBT ES EINE VERBINDUNG ZWISCHEN DEM TEUFEL UND DER SCHLANGE AUS DEM PARADIES?

3. WIE DIE FRAU ZUR SCHLANGE WURDE

3.1 ZUM URSPRUNG DER LILITH – FIGUR

3.2 DIE WANDLUNG DER LILITH VON DER ERSTEN FRAU ADAMS ZUR DÄMONIN

3.3 GIBT ES EINE VERBINDUNG ZWISCHEN LILITH UND DER SCHLANGE AUS DEM PARADIES?

4. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische und mythologische Entwicklung der Identität von Teufel und Lilith in Bezug auf die Schlange aus der Paradieserzählung. Dabei wird analysiert, wie diese Figuren als Verkörperungen des Bösen konstruiert wurden und welche Auswirkungen diese Zuschreibungen auf das gesellschaftliche Frauenbild haben.

  • Entwicklung des Teufelsbildes vom Diener Gottes zum Gegenspieler
  • Vergleichende Analyse der Paradiesgeschichten in Bibel und Koran
  • Ursprung und Transformation der Figur Lilith in der jüdischen Mythologie
  • Symbolik der Schlange in antiken Kulturen und deren religiöse Adaption
  • Kritische Reflexion der Geschlechterrollen und der patriarchalen Schuldfrage

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Wandlung der Lilith von der ersten Frau Adams zur Dämonin

Die Geschichte von Adam und seiner ersten Frau Lilith tritt in verschiedenen Texten der hebräischen Mythologie auf. Nicht alle sind völlig gleich, der Grundtenor der Geschichten ist jedoch identisch.

Adam und Lilith wurden von Gott geschaffen und leben zusammen im Paradies. Schon beim Material, aus dem beide geformt sind, treten aber Unregelmäßigkeiten auf. Adam ist ausnahmslos aus reinem Staub, Lilith jedoch ist erst aus Erde, was schon minderwertiger als reiner Staub ist, und letztendlich nur noch aus Schmutz und Sediment geformt. Der Konflikt zwischen beiden ist auch ein anderer, als der des Sündenfalls mit Adam und Eva. Lilith sah sich als gleichberechtigt und wollte sich nicht mehr von ihrem Mann unterdrücken lassen. Sie beschwerte sich mit dem Satz: „Warum muss ich unter dir liegen?“ Adam lies diesen Widerstand der Frau nicht zu und versuchte sie gewaltsam zu unterdrücken. Daraufhin sprach Lilith den geheimen Namen von Gott aus, erhob sich in die Luft und verlies Adam. Dieser beschwerte sich bei Gott und drei Engel (Sanvi, Sansanvi und Semangelaf) wurden ausgesandt um Lilith zurückzubringen. Sie fanden sie in der Nähe der Roten Meeres, umgeben von Dämonen, denen sie täglich hundert lilim (Dämonenkinder) gebar. Ihrer Aufforderung, zu Adam zurück zukehren, folgte Lilith nicht. Als Strafe dafür lies Gott jeden Tag hundert ihrer Dämonenkinder sterben.

An dieser Stelle der Geschichte vollzieht sich eine Wendung der Lilith-Figur von der Frau Adams zurück zur Dämonin, die sie in früheren Mythologien schon war. Ab jetzt gilt die zuvor eigenständige, selbstbewusste Lilith als böse, was hier jedoch nur als Reaktion auf die Verweigerung gegen Gott gesehen werden kann. Ihr nun geltender bösartiger Charakter wird auch unterstrichen durch die Vereinigung mit den Dämonen und dem Gebären der lilim.

Zusammenfassung der Kapitel

1. VORWORT: Diese Einleitung beleuchtet die universelle menschliche Tendenz, das Böse durch dämonische Wesen zu erklären, und führt in das Ziel der Arbeit ein, die Identitätsentwicklung von Teufel und Schlange zu dokumentieren.

2. WIE DIE SCHLANGE ZUM TEUFEL WURDE: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung des Satans vom göttlichen Diener zum personifizierten Bösen nach und untersucht die symbolische Gleichsetzung der Schlange mit dem Teufel in Bibel und Koran.

3. WIE DIE FRAU ZUR SCHLANGE WURDE: Hier wird der Ursprung der Lilith-Figur, ihre Transformation von einer eigenständigen Frau zur Dämonin und die mythologische Verknüpfung mit der Schlange des Sündenfalls analysiert.

4. ZUSAMMENFASSUNG: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, wobei insbesondere die Auswirkungen dieser mythologischen Konstruktionen auf das historische und gesellschaftliche Bild der Frau und die Verschiebung der Schuldfrage kritisch reflektiert werden.

Schlüsselwörter

Teufel, Lilith, Paradiesgeschichte, Schlange, Satan, Sündenfall, Dämonin, hebräische Mythologie, Geschlechterrollen, Dualismus, Schöpfungsgeschichte, Ilbis, Luzifer, Metamorphose, Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der Personifikationen des Bösen, insbesondere wie sich das Bild des Teufels wandelte und warum Lilith und die Schlange in mythologischen Kontexten als Verkörperungen des Bösen dargestellt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Theologie des Bösen, die vergleichende Mythenforschung (Bibel/Koran), die Figur der Lilith und die Auswirkungen dieser Narrative auf das gesellschaftliche Verständnis von Geschlechterrollen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu dokumentieren, durch welche Prozesse die Schlange im Paradies zum Symbol für den Teufel wurde und wie die Figur der Lilith als erste, abtrünnige Frau Adams zur Dämonin umgedeutet wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Seminararbeit, die auf einer Literatur- und Quellenanalyse der religiösen Schriften (Bibel, Koran) sowie auf mythologischen und historischen Sekundärquellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Wandel des Teufels vom Engel zum Gegenspieler Gottes, vergleicht die Paradiesberichte und untersucht detailliert die Legenden um Lilith sowie deren symbolische Gleichsetzung mit der Schlange.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dualismus, Lilith, Satan, Schlange, Paradiesgeschichte, Dämonisierung und patriarchale Geschlechterrollen charakterisiert.

Warum wird Lilith in manchen Schriften als "Schlange" bezeichnet?

Dies beruht auf einer späteren mythologischen Identifizierung, die Lilith aufgrund ihrer Verführungskraft und ihres abtrünnigen Verhaltens im Sündenfall-Kontext sowohl als "Hurenweib" als auch als symbolische oder reale "Schlange" darstellt.

Welchen Einfluss hatte das Bild der Lilith auf das Frauenbild?

Liliths Darstellung als dämonische Gegenfigur zur "keuschen" Eva diente historisch dazu, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Frau als böse oder sündhaft zu diskreditieren und die Unterordnung der Frau gegenüber dem Mann religiös zu legitimieren.

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Details

Title
Wie die Schlange zum Teufel und die Frau zur Schlange wurden
College
University of Erfurt
Course
Das Böse - eine Spurensuche in Literatur und Kulturgeschichte
Grade
1,0
Author
Sandy Penner (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V56623
ISBN (eBook)
9783638512619
ISBN (Book)
9783656800842
Language
German
Tags
Schlange Teufel Frau Schlange Böse Spurensuche Literatur Kulturgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandy Penner (Author), 2005, Wie die Schlange zum Teufel und die Frau zur Schlange wurden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56623
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