Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Stadtwappen der Städte Rostock, Hamburg und Bremen. Wappen sind im allgemeinen unveränderliche Sinnbilder, die sich auf eine natürliche Person oder juristische Personen beziehen. Entstanden sind sie wahrscheinlich im 12. Jahrhundert als Erkennungszeichen im ritterlichen Militärwesen und entwickelten sich ab dem 13. Jahrhundert immer mehr zum Teil des adligen Hof- und Turnierlebens.
Für die Städte bestand anfangs keine Veranlassung ihre Zeichen in einem Schild zu führen, da in ihren bewaffneten Aufgeboten in der Regel keine ritterlichen Reiter standen und Fahnen zur Kenntlichmachung der Truppen ausreichten. Als Zeichen der eigenen Rechtspersönlichkeit entstanden in den Städten Siegel, mit denen sie ihre Rechtsakte wie Verträge oder Ratsbeschlüsse beglaubigten.
Doch der Wappengebrauch ging im 13. und 14. Jahrhundert auch auf nichtadlige Personen und später auf Städte oder Klöster über. Die Wappen der Städte entstanden häufig aus den Siegelbildern heraus und wurden ebenfalls zu Kennzeichen ihrer hoheitlichen Rechte und kommunalen Eigenständigkeit. Ihre Entstehung und Entwicklung war und ist immer eng mit der Geschichte und der rechtlichen Stellung der Städte verbunden.
In der Arbeit wird gezeigt werden, wie sich dies in den Städten Rostock, Hamburg und Bremen im Einzelnen ausdrückt.
Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es dabei zwischen diesen Städten? Wie ist die Bedeutung der Wappen heute?
Die Wahl fiel zum einen auf diese drei Städte als Untersuchungsgegenstand auf Grund ihrer ähnlichen topografischen Lage als deutsche Küstenstädte. Zum anderen verband sie über einige Jahrhunderte die gemeinsame Mitgliedschaft im Städtebund der Hanse und eine vergleichbare städtische Entwicklung in dieser Zeit.
Literatur zur Heraldik im Allgemeinen ist in gutem und umfangreichem Maße vorhanden. Zur kommunalen Heraldik ist die Literaturlage jedoch weniger gut und beschränkt sich zum Teil auf Überblicksdarstellungen oder auf einzelne Kapitel in der in dieser veerwendeten allgemeinen Literatur zur Wappenkunde. Zur Wappenentwicklung der drei untersuchten Hansestädte finden sich in erster Linie aus dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts einige dieser Thematik umfassend gewidmete Aufsätze. Durch die Hinzuziehung von Wappenbüchern und Münzkatalogen ist eine fundierte Untersuchung Wappenentwicklung aber gut möglich gewesen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Rostocker Stadtwappen
3. Das Hamburger Stadtwappen
4. Das Bremer Stadtwappen
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit untersucht die historische Entstehung und die Entwicklung der Stadtwappen von Rostock, Hamburg und Bremen als Spiegelbilder ihrer rechtlichen Autonomie und städtischen Identität. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wappenentwicklung sowie die heutige Bedeutung dieser Symbole.
- Heraldik als Zeichensystem städtischer Autonomie
- Entwicklung von Stadtsiegeln zu hoheitlichen Wappen
- Einfluss landesherrlicher Machtstrukturen auf städtische Wappenbilder
- Die Rolle der Hansezeit für die Wappenmotivik
- Auswirkung politischer Umbrüche (z.B. napoleonische Zeit) auf die Wappengestaltung
Auszug aus dem Buch
3. Das Hamburger Stadtwappen
Das Hamburger Stadtwappen ist in der Gegenwart auch das Staatswappen des Bundeslandes Hamburg. Das Land Hamburg besitzt keine weiteren hoheitlichen Wappen, da Stadt und Staat zusammenfallen und keine selbstständigen Gemeinden, wie in anderen Ländern der Bundesrepublik, existieren. So steht das Hamburger Staatswappen in der Tradition der deutschen Städtewappen.
Wie bei vielen anderen Städten auch, sind städtische Siegel und Münzen die ältesten und umfangreichsten Quellen, um den Ursprung und die Entwicklung des Hamburger Wappens zu belegen. Die ältesten Abbildungen lassen sich bereits auf Hohlpfennigen aus dem Ende des 12. Jahrhunderts finden. Sie zeigen ein Bauwerk mit drei Türmen. Aber diese Münzen waren nicht städtisch, sondern solche des Erzbischofs von Bremen und der Grafen von Holstein.
Nach dem Verzicht des Erzbischofs auf seine Rechte an der Altstadt 1228 blieben die Grafen von Holstein die alleinigen Stadtherren. Dies drückte sich im Hamburger Wappen durch die Einbeziehung des holsteinischen Nesselblattes aus. Münzbilder aus dem 13. Jahrhundert zeigen das Nesselblatt im Torbogen und in einigen Siegeln wurde das Nesselblatt über den mittleren Turm des Wappenbildes gesetzt. Er ließ der Stadt jedoch relativ viele Freiheiten und förderte die Entwicklung Hamburgs.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Wappenkunde von Rostock, Hamburg und Bremen ein und erläutert die Entstehung von Stadtwappen aus Siegeln sowie deren Verbindung zur rechtlichen Stellung der Städte.
2. Das Rostocker Stadtwappen: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung des Rostocker Wappens von den ersten Stierkopf-Siegeln bis zum heutigen Greifen-Wappen und beleuchtet die Rolle als kommunales Hoheitszeichen.
3. Das Hamburger Stadtwappen: Die Untersuchung des Hamburger Stadtwappens verdeutlicht dessen Wandel von einem burgartigen Symbol mit holsteinischem Einfluss zum heutigen Staatswappen des Stadtstaates.
4. Das Bremer Stadtwappen: Hier wird die Geschichte des Bremer Schlüssels als städtisches Symbol beschrieben, wobei besonders die Bedeutung der Loslösung vom erzbischöflichen Stadtherren hervorgehoben wird.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie die Entwicklung der Stadtwappen den Grad der kommunalen Autonomie und die verfassungsrechtliche Stellung der untersuchten Hansestädte widerspiegelt.
Schlüsselwörter
Heraldik, Stadtwappen, Rostock, Hamburg, Bremen, Hansestadt, Stadtsiegel, Wappenentwicklung, Autonomie, Kommunalverwaltung, Mittelalter, Hoheitszeichen, Stadtgeschichte, Münzkunde, Siegelbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und der Entwicklung der Stadtwappen von Rostock, Hamburg und Bremen unter Berücksichtigung der städtischen Geschichte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Heraldik, die Entwicklung städtischer Autonomie und die symbolische Darstellung hoheitlicher Rechte im Zeitverlauf.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Wappenentwicklung in den drei Hansestädten aufzuzeigen und deren heutige Bedeutung zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse von Siegeln, Münzbildern und Wappenbeschreibungen sowie eine Auswertung der relevanten Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert für jede der drei Städte individuell die Genese der jeweiligen Wappen, angefangen bei den ersten Siegeln bis hin zu modernen Anpassungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Heraldik, Stadtwappen, Autonomie, Hansestadt, Siegelwesen und historische Stadtentwicklung.
Wie beeinflusste der Einfluss der Landesherren die Rostocker Wappenwahl?
Rostock orientierte sich bei den ersten Siegelbildern an den Stierköpfen der mecklenburgischen Landesherren, bevor ein eigenständiger Greif als Stadtsymbol etabliert wurde.
Was bedeutet die Hinzufügung der napoleonischen Bienen in Hamburger und Bremer Wappen?
Die Bienen symbolisieren die Eingliederung der Städte in das napoleonische Kaiserreich und den damit verbundenen vorübergehenden Verlust ihrer bisherigen Rechte.
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- Martin Hewner (Author), 2006, Die Entstehung und Entwicklung der Wappen der Städte Rostock, Hamburg und Bremen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56635