Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Erregungsübertragung an Synapsen, genauer gesagt mit nur einer Variante, nämlich der chemischen Erregungsübertragung. Die elektrische Form des Prozesses wird, der Vollständigkeit halber, zwar erwähnt, jedoch nicht näher ausgeführt.
Im Zentrum der Darstellung liegen dabei die Abläufe selbst, unterteilt in die drei verschiedenen Typen schnelle synaptische Erregung, schnelle synaptische Hemmung und second messenger Systeme.
In einem letzten Betrachtungspunkt soll allerdings auch die Verbindung zwischen chemischer Erregungsübertragung und dem Verhalten in Form konkreter Beispiele herausgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Die Bestandteile der synaptischen Erregungsübertragung
II. Typen der synaptischen Übertragung
1. Allgemeiner Überblick
2. Die schnelle synaptische Erregung
3. Die schnelle synaptische Hemmung
4. Die second messenger-Systeme
5. Zusammenfassung
III. Die Verbindung zwischen synaptischer Erregungsübertragung und Verhalten
Nachwort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die komplexen Mechanismen der synaptischen Erregungsübertragung im menschlichen Gehirn verständlich darzulegen und deren direkte Verknüpfung mit menschlichen Verhaltensmustern sowie der Beeinflussbarkeit durch Psychopharmaka aufzuzeigen.
- Grundlagen der synaptischen Erregungsübertragung und ihre Komponenten
- Unterscheidung zwischen schneller Erregung, Hemmung und second messenger-Systemen
- Die neuronale Basis von Verhalten und psychischen Prozessen
- Einfluss von Psychopharmaka auf synaptische Abläufe
- Zusammenhang zwischen synaptischer Aktivität und Lernprozessen
Auszug aus dem Buch
2. Die schnelle synaptische Erregung
Ein über das Axon fortgeleitetes Aktionspotential erreicht die präsynaptische Endigung und verändert dort bei seiner Ankunft die Spannung der Membran. Dadurch werden die normalerweise geschlossenen und spannungsgesteuerten Ca2+ -Kanäle kurzfristig geöffnet. Die Calciumionen strömen daraufhin in die Zelle ein, da ihre intrazelluläre Konzentration geringer ist als ihre extrazelluläre.
Sie bewirken nun im Kontaktbereich der Neuronen die Verschmelzung der Vesikel mit der präsynaptischen Membran. Zwar halten nicht alle Neurobiologen den Exocytose genannten Vorgang für die einzige Variante, doch ist dieser am besten belegt. Allerdings konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden, welcher Prozeß genau sich zwischen Ioneneinstrom und Ligandfreisetzung abspielt.
Ausgehend von der Fusionierung als Methode wird die Endigung dann an einigen Stellen durchlässig und die Transmittermoleküle gelangen in den synaptischen Spalt. „Die Vesikelmembran bildet vermutlich anschließend ein neues Vesikel; würde sie in der Axonmembran verbleiben, müßte sich der Umfang der Endigung nach und nach vergrößern, was aber nicht passiert.“
Der Botenstoff diffundiert im folgenden aufgrund des Konzentrationsgefälles zur Zielzelle und bindet dort an den Rezeptor an, der sich zu ihm verhält wie ein Schloß zum Schlüssel. Auch die präsynaptische Membran verfügt über derartige Organe, diese sogenannten Autorezeptoren regulieren jedoch lediglich die Aktivität der Endigung und haben keinerlei Einfluß auf Ionenkanäle, wie diejenigen der Zielzelle. Die letzteren öffnen nach der Anbindung des Transmitters die chemisch gesteuerten Na+ (und K+) -Kanäle, woraufhin positiv geladene Natriumionen einfließen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Die Bestandteile der synaptischen Erregungsübertragung: In diesem Kapitel werden die notwendigen Voraussetzungen für die chemische Kommunikation zwischen Neuronen, wie Ionenkanäle, Neurotransmitter und Rezeptoren, definiert.
II. Typen der synaptischen Übertragung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Funktionsweisen von Synapsen, insbesondere die Unterschiede zwischen schneller Erregung, Hemmung und den komplexeren second messenger-Systemen.
III. Die Verbindung zwischen synaptischer Erregungsübertragung und Verhalten: Hier wird der Transfer von den synaptischen Vorgängen hin zu konkreten Auswirkungen auf das menschliche Verhalten, Lernen und die Beeinflussbarkeit durch Medikamente dargestellt.
Schlüsselwörter
Synapsen, Neuronen, Aktionspotential, Neurotransmitter, Ionenkanäle, Vesikel, Rezeptoren, Erregungsübertragung, Hemmung, Second-Messenger-Systeme, Psychopharmaka, EPSP, IPSP, Verhalten, Langzeitpotenzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den physikalischen und chemischen Vorgängen der synaptischen Kommunikation im Gehirn und deren Bedeutung für das menschliche Verhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Bestandteile der Signalübertragung, die Unterscheidung verschiedener synaptischer Wirkungstypen und den Einfluss chemischer Substanzen auf diese Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Brückenschlag zwischen molekularen synaptischen Prozessen und der Ausprägung beobachtbarer Verhaltensweisen zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Neurobiologie und Psychologie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der synaptischen Komponenten, die Klassifizierung der Übertragungstypen und die Analyse der Verknüpfung zum Verhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Synapsen, Neurotransmitter, second messenger, Erregung, Hemmung, Psychopharmaka und Verhaltenssteuerung.
Warum sind Autorezeptoren für die synaptische Hemmung wichtig?
Autorezeptoren dienen der präsynaptischen Regulation der Aktivität und beeinflussen indirekt, wie viel Neurotransmitter freigesetzt wird, was den Prozess der Signalübertragung feinjustiert.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von Agonisten und Antagonisten?
Agonisten ahmen die Wirkung natürlicher Neurotransmitter nach und aktivieren so bestimmte Körperfunktionen, während Antagonisten die Rezeptoren blockieren und damit die Wirkung körpereigener Botenstoffe unterbinden.
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- Magistra Artium Daniela Herbst (Author), 2003, Erregungsübertragung an Synapsen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56639