„Un brave homme“ - „un homme brave“? Wird das Adjektiv voran- oder nachgestellt oder beides? Die Stellung des attributiven Adjektivs im Französischen erlaubt sowohl eine Voran- als auch eine Nachstellung. Die meisten Adjektive stehen nach dem Nomen, eine kleine Anzahl steht davor und einige Adjektive stehen, je nach ihrer Bedeutung, vor oder nach dem Nomen. Die Faktoren, die die Stellung des Adjektivs regeln, sind verschiedener Natur. Deren Kombination ist besonders vielfältig, so dass Sprachwissenschaftler und Grammatiker aus diesem Phänomen ein bevorzugtes wissenschaftliches Thema machen. Zu diesen Wissenschaftlern gehört auch Harald Weinrich, dessen Darstellung zur Adjektivstellung im Französischen ich im zweiten Teil meiner Arbeit vorstellen werde. Dabei beziehe ich mich auf seinen Aufsatz „Die Stellung des Adjektivs im Französischen“ (In: Satz und Wort im heutigen Deutsch) und auf die Beschreibung in seiner „Textgrammatik der französischen Sprache“. Der erste Teil meiner Arbeit wird einleitend einen kurzen allgemeinen Überblick über die Wortart „Adjektiv“ und dessen Funktionen geben. Neben der Darstellung Weinrichs beinhaltet der zweite bzw. der Hauptteil die Voranstellung des Adjektivs und deren Erläuterung in den normativen Grammatiken. Als Grundlage für die Betrachtung und den Vergleich dienen die Grammatiken von Reumuth/Winkelmann, Klein/Kleineidam, Confais und von Haas/Tanc. Abschließend werden im letzten Abschnitt diese normativen Grammatiken und die „Textgrammatik der französischen Sprache“ Weinrichs und „Le bon usage“ von Grevisse gegenübergestellt. Der Vergleich der beiden Grammatiktypen soll grundlegende Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten, ihre Form und Funktion beschreiben und erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Stellung des Adjektivs im Französischen
2.1 Allgemeines zum Adjektiv und seinen Funktionen
2.2 Die Voranstellung des Adjektivs in normativen Grammatiken
2.3 Harald Weinrichs Darstellung zur Adjektivstellung
3. Normative Grammatiken vs. Deskriptive Grammatiken
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der komplexen Stellung des attributiven Adjektivs im Französischen. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren die Voran- oder Nachstellung eines Adjektivs bestimmen und wie unterschiedlich dieser Phänomenbereich in verschiedenen normativen sowie deskriptiven Grammatiken dargestellt und erklärt wird.
- Grundlagen des französischen Adjektivs und seiner syntaktischen Funktionen
- Analyse der Adjektivstellung in führenden normativen Grammatiken
- Vertiefende Betrachtung des strukturalistischen Ansatzes von Harald Weinrich
- Vergleichende Gegenüberstellung von normativen und deskriptiven Grammatikkonzepten
Auszug aus dem Buch
2.3 Harald Weinrichs Darstellung zur Adjektivstellung
Unter der Voraussetzung der Kenntnis über sprachliche Tatsachen der Stellung des Adjektivs im Französischen sucht Weinrich durch neue Denkansätze in der strukturalen Sprachwissenschaft eine angemessene Beschreibung bzw. Erklärung für dieses Phänomen zu finden. Abweichend von der traditionellen Grammatik, die die Adjektivstellung unter dem Thema „Wortstellung“ behandelt, geht er von der Einheit des Monems aus und untersucht das Problem deshalb unter dem Titel „Monemstellung“.
Grundlage und Ausgangspunkt der Problematik ist das attributive Adjektiv, das im Französischen dem Nomen sowohl voran- als auch nachgestellt werden kann, wobei die Nachstellung (laut statistischen Untersuchungen) häufiger als die Voranstellung vorkommt. „Der Durchschnittswert für die Nachstellung beträgt fünfundsechzig Prozent, erreicht aber in bestimmten Bereichen ohne weiteres sogar neunzig Prozent.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der attributiven Adjektivstellung im Französischen ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Auswahl der betrachteten Grammatiken.
2. Die Stellung des Adjektivs im Französischen: Dieses Kapitel behandelt zunächst die theoretischen Grundlagen des Adjektivs, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Voranstellung in normativen Grammatiken sowie einer Untersuchung des strukturalistischen Modells nach Harald Weinrich.
3. Normative Grammatiken vs. Deskriptive Grammatiken: Das Kapitel vergleicht verschiedene Grammatiktypen hinsichtlich ihres Aufbaus, ihrer didaktischen Zielsetzung und ihrer methodischen Herangehensweise an grammatische Phänomene.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Vielfalt der Einflussfaktoren auf die Adjektivstellung zusammen und betont, dass es keine ausnahmslosen Regeln gibt, sondern die kommunikative Absicht des Sprechers eine zentrale Rolle spielt.
Schlüsselwörter
Französisch, Adjektiv, Adjektivstellung, Attribut, Voranstellung, Nachstellung, Morphem, Lexem, Weinrich, normative Grammatik, deskriptive Grammatik, Syntax, Sprachwissenschaft, Struktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den syntaktischen und semantischen Regeln, die bestimmen, ob ein attributives Adjektiv im Französischen vor oder hinter dem Nomen steht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die grammatischen Kategorisierungen der Adjektivstellung, der Vergleich zwischen verschiedenen Grammatikschulen und der strukturalistische Erklärungsansatz von Harald Weinrich.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Kriterien die Adjektivstellung beeinflussen und wie diese Regeln in unterschiedlichen grammatischen Werken vermittelt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die sowohl normative als auch deskriptive Ansätze kontrastiert und strukturalistische Methoden einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Adjektivstellung in normativen Grammatiken und die detaillierte Analyse der Adjektivstellung nach dem Modell von Harald Weinrich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Adjektivstellung, Attribut, Morphem, Lexem, normative und deskriptive Grammatik sowie der französische Sprachgebrauch.
Welche Rolle spielt Harald Weinrich in dieser Untersuchung?
Weinrichs Textgrammatik dient als zentrales Beispiel für einen deskriptiven und strukturalistischen Ansatz, der das Adjektiv als Monem innerhalb eines distributionellen Rahmens analysiert.
Warum gibt es keine absoluten Regeln für die Adjektivstellung?
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Stellung oft von der kommunikativen Absicht des Sprechers, der Betonung und dem Rhythmus abhängt, was eine starre Regelhaftigkeit ausschließt.
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- Magister Katrin Polter (Author), 2002, Die Stellung des Adjektivs im Französischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56687