Diese Grafik, welche hier als Fotografie zu sehen ist, entstand innerhalb der Lehrveranstaltung "Von der Vorlage zur Druckgrafik", während des Sommersemesters 1998 in den Kunstpädagogischen Druckwerkstätten der Universität Bremen.
Es handelt sich hierbei um einen manuellen Siebdruck...
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Das Prinzip des Siebdrucks
1.2 Die Entwicklung der Siebdrucktechnik bis heute
1.3 Die Serigrafie - Der künstlerische Siebdruck
1.4 Wie ich auf den Siebdruck aufmerksam wurde
2. Die Entstehungsgeschichte meiner Serigrafie
2.1 Erste Entscheidungen: Motivsuche und Wahl des Druckträgers
2.2 Mein Motiv und seine Bedeutung
2.3 Vom Motiv zur Kopiervorlage
2.4 Herstellung einer direkten Fotoschablone
2.5 Vorbereitung und Durchführung des Druckvorgangs
2.6 Veranschaulichung der einzelnen Druckgänge
3. Das Ergebnis
3.1 Reale und virtuelle Erfahrungen
4. Siebdruck als eine Möglichkeit für die pädagogische Praxis?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert die praktische Auseinandersetzung mit der Siebdrucktechnik im Rahmen einer kunstpädagogischen Lehrveranstaltung. Dabei steht die Gegenüberstellung von traditionellen, manuellen Druckverfahren und digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten im Fokus, um deren Bedeutung für den künstlerischen Prozess und die medienpädagogische Vermittlung zu reflektieren.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Siebdrucktechnik
- Prozesshafte Dokumentation der künstlerischen Werkherstellung
- Verknüpfung von Fotografie, digitaler Bildbearbeitung und manuellem Druck
- Reflexion über das Konzept des "Virealen" in der Kunst
- Didaktische Potenziale des Siebdrucks im Kunstunterricht
Auszug aus dem Buch
2.3 Vom Motiv zur Kopiervorlage
Für den folgenden Druck des Motivs brauchte ich in jedem Fall eine Schablone, mit der ich die Stellen des Gewebes, die nicht drucken sollten, abdecken konnte. Eine solche Schablone kann z.B. eine einfache, von Hand geschnittene (Papier-) Maske sein. Es ist aber auch möglich, direkt auf dem Gewebe bestimmte Partien mit Hilfe von festtrocknender Flüssigkeit (z.B. Leim, Wachs, Lack o.ä.) abzudecken. Sollen jedoch feinere Darstellungen oder gar - wie in diesem Fall - Fotografien als Druckmotiv verwendet werden, ist eine andere Art von Schabloniertechnik notwendig: Die direkte Fotoschablone.
Bei dieser Schablonenart wird eine lichtempfindliche, flüssige Kopierschicht auf das Gewebe aufgetragen, getrocknet und im Kontakt mit der Kopiervorlage mit UV-Licht belichtet. Die Kopierschicht erfährt durch die Lichteinwirkung eine chemische Veränderung. Sie wird von einem löslichen in einen unlöslichen Zustand verändert. Sind während der Belichtung die Bereiche, die später drucken sollen, abgedeckt, so wird die Kopierschicht an diesen abgedeckten Stellen nicht belichtet, folglich nicht gehärtet. Diese ungehärteten Schichtbereiche lassen sich nach dem Belichtungsvorgang mit Wasser ausspülen. So entstehen die offenen, also druckenden Stellen der Schablone.
Die während der Belichtung nicht abgedeckten Stellen wurden gehärtet und haben das Gewebe verschlossen. Es sind die nicht druckenden Bereiche der Schablone.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Vermittelt das grundlegende Prinzip des Siebdrucks, dessen historische Entwicklung sowie die persönliche Motivation des Autors zur Beschäftigung mit dieser Technik.
2. Die Entstehungsgeschichte meiner Serigrafie: Beschreibt detailliert die praktische Werkgenese, von der Motivwahl über die digitale Aufbereitung der Kopiervorlagen bis hin zur Schablonenherstellung und dem mehrfarbigen Druckvorgang.
3. Das Ergebnis: Reflektiert die Erfahrungen zwischen dem manuellen Arbeitsprozess und der digitalen Simulation, unter Einbeziehung des Begriffs der "virealen" Kunst.
4. Siebdruck als eine Möglichkeit für die pädagogische Praxis?: Analysiert die didaktischen Einsatzmöglichkeiten des Siebdrucks in Schulen und dessen Beitrag zur Förderung eines emanzipatorischen Mediengebrauchs.
Schlüsselwörter
Siebdruck, Serigrafie, Kunstpädagogik, Fotoschablone, Digitale Bildbearbeitung, Tontrennung, Manuelle Drucktechnik, Vireal, Kunstdidaktik, Druckgrafik, Mediengebrauch, Schablonentechnik, Kunstunterricht, Prozessreflexion, Bildgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der praktischen Umsetzung einer künstlerischen Siebdruckgrafik und der theoretischen Reflexion dieses Prozesses unter Einbezug digitaler Medien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Technik des manuellen Siebdrucks, die digitale Bildvorbereitung sowie die didaktische Bedeutung von Druckverfahren in der schulischen Kunsterziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Dokumentation eines eigenen künstlerischen Druckprojektes sowie die kritische Gegenüberstellung von haptischer Materialerfahrung und digitaler Simulation.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine erfahrungsbasierte Prozessdokumentation, die durch fachdidaktische Reflexionen und die Einordnung in den Kontext der Medienerziehung ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technische Einführung, die detaillierte Darstellung der Schablonenherstellung und des Druckvorgangs sowie die Analyse der künstlerischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Siebdruck, Serigrafie, Kunstpädagogik, Fotoschablone und der vom Autor diskutierte Begriff des "Virealen".
Was versteht der Autor unter dem Begriff "vireal"?
Der Begriff "vireal" beschreibt eine Verbindung aus virtuellen und realen Erfahrungen, die den Gegensatz zwischen der digitalen Simulation am Computer und dem physischen Ausgangsbild aufheben soll.
Warum hält der Autor den manuellen Siebdruck für pädagogisch sinnvoll?
Der Autor argumentiert, dass der Siebdruck durch den technischen Ablauf kooperatives Handeln erfordert und Schülern ein aktives, haptisches Gegenmodell zur passiven Konsumhaltung gegenüber digitalen Medien bietet.
- Quote paper
- Ulrich Kellner (Author), 1999, Realisation einer Serigrafie - Reale, virtuelle und vireale Aspekte einer Druckgrafik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5670