1. Vita
2. Sein Werk im Überblick
2. 1. Die „Expositio Legis“
2. 2. Die „Questitiones et Solutiones“
2. 3. Der „Allegorische Kommentar“
3. Das Verhältnis zwischen religiösem Glauben und philosophischer Vernunft
4. Philons Lehre am Beispiel der Gottesauffassung
5. „Allegorische Hermeneutik“ als methodischer Zugang zum Alten Testament
6. Zusammenfassung
7. Anhang
Inhaltsverzeichnis
1. Vita
2. Sein Werk im Überblick
2. 1. Die „Expositio Legis“
2. 2. Die „Questitiones et Solutiones“
2. 3. Der „Allegorische Kommentar“
3. Das Verhältnis zwischen religiösem Glauben und philosophischer Vernunft
4. Philons Lehre am Beispiel der Gottesauffassung
5. „Allegorische Hermeneutik“ als methodischer Zugang zum Alten Testament
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, Philon von Alexandrien als bedeutenden jüdischen Religionsphilosophen zu positionieren und seine methodische Synthese von griechischer Philosophie und jüdischer Offenbarungsreligion zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Philon durch allegorische Exegese philosophische Konzepte in die Tora integriert und auf welche Weise er das Verhältnis von religiösem Glauben und philosophischer Vernunft bestimmt.
- Lebensweg und historischer Kontext Philons von Alexandrien
- Systematische Analyse seiner exegetischen Hauptwerke
- Versöhnung von jüdischem Glauben und griechischer Spekulation
- Die Gottesauffassung als Schnittstelle zwischen Ontologie und Theologie
- Allegorische Hermeneutik als methodisches Instrumentarium
Auszug aus dem Buch
4.Philons Lehren am Beispiel der Gottesauffassung
Im folgenden sei das Verhältnis von religiöser Offenbarung und philosophischer Vernunft am Beispiel von Philons Gottesbegriff vertieft. Auch hier stellt sich schnell eine Verschmelzung der jüdischen und hellenistischen Lehren heraus.
So übernimmt Philon die platonische Auffassung eines Dualismus zwischen Gott, als „wirkende Ursache“ und der Materie, dem „leidenden Stoff“ und ordnet den Menschen in dieses Prinzip ein. Der menschliche Geist ist unsterblicher göttlicher „Hauch“, auch als unvergängliche „Ausstrahlung“ Gottes bezeichnet, während der Körper der Materie und damit sterblichen irdischen Stoffen zugeordnet wird. Konträr zu den griechischen Lehren steht für Philon über allem allerdings ein unanfechtbarer Monotheismus im biblischen Sinne.
An dieser Stelle kommt die Logos-Lehre, die Philon im Sinne der Stoiker anwendet und mit platonischen Ideen verbindet zum Tragen. Gott ist transzendent, er führt ein außerweltliches Dasein, d. h. die Ideen und geistigen Kräfte liegen ohne jeden Zweifel auch außerweltlich, aber eben nicht außerhalb Gottes, da sie nur von ihm ausgehen können und das Weltall, von ihm ausgehend, durchdringen. All diese göttlichen Kräfte finden ihren Mittelpunkt in der göttlichen Vernunft, im Logos, Gott ist also stets ein einheitliches Wesen, ein Monotheismus damit gerechtfertigt. Durch Vermittlung jenen Logos verkehrt Gott mit der Welt und wirkt auf sie, d. h. in der göttlichen Vernunft erfolgt eine Vermittlung zwischen Gott und der Welt, sowie zwischen Gott und dem Menschen. Der Logos erklärt sich als Werkzeug mit dem die Welt geschaffen wurde. Die Welt wird ebenfalls als Einheit erkannt, sie ist geordnet und aufeinander abgestimmt, alles arbeitet auf einen höheren Sinn hin.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vita: Das Kapitel skizziert die Biografie Philons, seine Verankerung in der alexandrinischen Diaspora und seine exzellente hellenistische Bildung, die sein späteres Denken maßgeblich prägte.
2. Sein Werk im Überblick: Hier werden die drei Hauptschriftreihen Philons – die „Expositio Legis“, die „Questitiones et Solutiones“ und der „Allegorische Kommentar“ – hinsichtlich ihrer Struktur und Zielsetzung kurz charakterisiert.
2. 1. Die „Expositio Legis“: Diese Schrift wird als missionstheologisches Werk vorgestellt, das die Tora systematisch präsentiert und dabei literale Erklärungen mit didaktischer Allegorese verbindet.
2. 2. Die „Questitiones et Solutiones“: Das Kapitel beschreibt den Aufbau dieser Schrift als Frage-Antwort-Schema, das sich an stoischen und platonischen Vorbildern orientiert und einen eher sachlichen, werkstattartigen Charakter aufweist.
2. 3. Der „Allegorische Kommentar“: Der Autor erläutert hier die komplexe und eigenständige Natur dieses Werkes, das sich durch rhetorische Überleitungen auszeichnet und ein allegorisch vorgebildetes Fachpublikum anspricht.
3. Das Verhältnis zwischen religiösem Glauben und philosophischer Vernunft: Es wird untersucht, wie Philon als Theologe Philosophie pragmatisch einsetzt, um die Offenbarungsreligion zu erhellen und eine Synthese mit griechischer Vernunftphilosophie zu erreichen.
4. Philons Lehre am Beispiel der Gottesauffassung: Das Kapitel vertieft die Versöhnung von Judentum und Hellenismus anhand des Gottesbegriffs, insbesondere durch die Integration der platonischen Dualismus-Lehre und der stoischen Logos-Lehre.
5. „Allegorische Hermeneutik“ als methodischer Zugang zum Alten Testament: Hier werden die verschiedenen Formen der Allegorese (kosmologische Interpretation, Seelenallegorese, etymologische Seelenallegorese) dargelegt, die Philon zur Entschlüsselung des Toratextes nutzt.
6. Zusammenfassung: Abschließend wird Philons Wirken als Pionier der jüdischen Religionsphilosophie gewürdigt, dessen methodische Ansätze trotz inhaltlicher Inkonsistenzen den Weg für spätere Strömungen wie das Christentum und den Neuplatonismus ebneten.
Schlüsselwörter
Philon von Alexandrien, Jüdische Religionsphilosophie, Allegorese, Tora, Septuaginta, Logos-Lehre, Hellenismus, Hermeneutik, Monotheismus, negative Theologie, Exegese, Platonismus, Stoa, Offenbarung, Vernunft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Denken Philons von Alexandrien, einem jüdischen Denker, der versuchte, den jüdischen Glauben mit der griechischen Philosophie zu versöhnen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die methodische Exegese des Alten Testaments, die Verknüpfung von platonischen und stoischen Lehren mit jüdischen Inhalten sowie die Entwicklung einer eigenen Religionsphilosophie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Philon durch die Allegorese die Tora philosophisch interpretierte und als Brücke zwischen der jüdischen Offenbarung und der griechischen Vernunft fungierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematische Text- und Literaturanalyse, um Philons exegetisches Vorgehen in seinen Hauptwerken zu dekonstruieren und in den Kontext der zeitgenössischen Philosophie einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Philons Hauptwerken, eine Analyse seines Verständnisses von Glaube und Vernunft, seine spezielle Gottesauffassung und die methodischen Grundlagen seiner allegorischen Hermeneutik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Philon von Alexandrien, Allegorese, jüdische Religionsphilosophie, Logos-Lehre, Tora-Exegese und die Synthese aus Offenbarung und griechischer Spekulation.
Inwiefern unterscheidet sich die "Expositio Legis" von den anderen Werken?
Die "Expositio Legis" ist laut der Arbeit ein missionstheologisches Werk, das didaktisch aufgebaut ist und sich an ein öffentliches Publikum richtet, im Gegensatz zu anderen, spezialisierteren Schriften.
Was versteht Philon unter der Methode der „negativen Theologie“?
Philon nutzt diese Methode, um Gott durch Ausschluss von Eigenschaften zu definieren, da das menschliche Wesen aufgrund seiner Endlichkeit das unendliche Wesen Gottes nicht positiv erfassen kann.
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- Sina Schmidt (Author), 2006, Philon von Alexandrien als jüdischer Religionsphilosoph, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56745