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Kognitiver und kultureller Relativismus im Controlling

Title: Kognitiver und kultureller Relativismus im Controlling

Seminar Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Markus Theiling (Author)

Business economics - Controlling
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Seit in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts die erste Studie von Argyris über die Konsequenzen im menschlichen Verhalten durch den Einsatz von Budgets durchgeführt wurde, befasste sich eine Vielzahl einzelner empirischer Studien in der Disziplin des Rechnungswesens mit Teilbereichen der Psychologie, speziell auch auf dem kognitiven und kulturübergreifenden Gebiet. Somit stellt sich zunächst die Frage nach dem Sinn einer verhaltenswissenschaftlichen Vorgehensweise in einem Fach, das definitionsgemäß mit quantitativen Größen operiert. Nach der koordinationsorientierten Controlling-Konzeption, die im wesentlichen auf Horváth zurückgeht, ist es Aufgabe des Controlling, Planung, Kontrolle und Informationsver-sorgung der Unternehmensführung zu koordinieren (Sekundärkoordination), um somit die „Koordinations-, Reaktions- und Adaptionsfähigkeit der Führung“ zu gewährleisten. Da diese Koordinationsaufgabe durch Dysfunktionalitäten gefährdet werden kann, die aus menschlichen Verhaltensweisen resultieren, ist die Verhaltensorientierung als Baustein einer theoretischen Fundierung des Controlling zu sehen. Dabei kann nachKüpperdurch die Überprüfung empirischer verhaltenswissenschaftlicher Hypothesen der Frage nachgegangen werden, inwieweit der Einsatz von Führungsinstrumenten die erhofften Resultate mit sich bringt. Durch die systembildende und systemkoppelnde Koordination trägt das Controlling zur Unterstützung der Führung bei, denn „ … es ermöglicht ihr, … die Koordinationsaufgaben hinsichtlich des operativen Systems wahrzunehmen.“7Diese primäre Koordination erfordert Entscheidungen vom Management. Um der geforderten Aufgabe nach Entscheidungsunterstützung gerecht werden zu können, sollten dem Controller zwei Größen bekannt sein:
Der Beitrag, den seine eigene Wahl an zur Verfügung gestellten Informationen auf den Beurteilungsprozess des Managements hat und die Qualität seiner eigenen Entscheidungen. Somit scheint die Frage gerechtfertigt, wie Entscheidungen in der alltäglichen Geschäftswelt getroffen werden und ob individuelle oder auch soziale Einflüsse auf die Wahl von Alternativen bestehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Relevanz und Ursprung

1.2 Definitionen

2 Grundlagen der kulturellen Forschung und Controlling

2.1 Die Dimensionen der Kulturen

2.2 Kultur und Institutionen

2.2.1 Organisationsstruktur und Kultur

2.2.2 Die Gestaltung von Controllinginstrumenten im kulturellen Kontext

2.2.2.1 Budgets

2.2.2.2 Instrumente der Informationsversorgung

2.2.3 Organisationskultur

3 Kognitive Forschung und Kultur

3.1 Normative und deskriptive Entscheidungstheorie

3.2 Der kognitive Prozess der Beurteilung und Entscheidung

3.2.1 Kulturelle Unterschiede in kognitiven Charakteristiken

3.2.2 Widerstand gegen Erneuerungen

3.3 Entscheidungsunterstützung durch Kontextinformationen

4 Schlussfolgerungen

Anhang

A Graphische Darstellungen zur Kultur

B Graphische Darstellungen zur Wissensstruktur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen kulturellen Einflüssen, kognitiven Prozessen und dem Controlling. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche kulturelle Hintergründe die Entscheidungsfindung beeinflussen und welche Anforderungen dies an die Gestaltung von Controllinginstrumenten und Informationssystemen stellt, um die Effektivität der Unternehmensführung zu gewährleisten.

  • Kulturelle Dimensionen und deren Einfluss auf Organisationsstrukturen
  • Gestaltung von Budgets und Informationssystemen im interkulturellen Kontext
  • Kognitive Aspekte der Entscheidungsfindung und Wahrnehmung
  • Einfluss von Wissensstrukturen und Schemata auf Managemententscheidungen
  • Umgang mit Widerständen gegen organisatorische Erneuerungen

Auszug aus dem Buch

2.2.2.1 Budgets

Budgets sind das wertmäßige Resultat der Koordination einzelner Unternehmensbereiche durch die Unternehmensplanung und erfordern die Kontrolle ihrer Einhaltung. Pläne sind Instrumente, um Unsicherheiten in Bezug auf die Zukunft zu reduzieren, während Kontrolle die Ausübung von Macht bedeutet. Es existieren Hinweise, dass dieses die Arbeitszufriedenheit bei der Verwendung mehr oder weniger strenger Budgets vor verschiedenen kulturellen Hintergründen beeinflusst.

Dabei ist auch das Maß an Individualismus von Bedeutung, welches dem Entscheidungsträger mehr oder weniger Freiheiten einräumt. Bei starker Machtdistanz und Kollektivismus steigert ein strenger Stil die Arbeitszufriedenheit und senkt Stress. Im umgekehrten Fall steigert der strenge Stil den Stress, senkt aber die Arbeitszufriedenheit. Spielraum im Budget und kurzfristige Budgetierung wird hier bevorzugt. Bei der Erstellung wertmäßiger Pläne in internationalen Unternehmen ist daher der Kultur Rechnung zu tragen um nicht Demotivation oder Misstrauen in ausländischen Divisionen hervorzurufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die verhaltensorientierte Controlling-Konzeption ein und verdeutlicht die Notwendigkeit, psychologische und kulturelle Faktoren für eine effektive Koordinationsaufgabe zu berücksichtigen.

2 Grundlagen der kulturellen Forschung und Controlling: Hier werden die Dimensionen der Kulturen nach Hofstede erläutert und deren Auswirkungen auf Organisationsstrukturen, Anreizsysteme und Controllinginstrumente wie Budgets analysiert.

3 Kognitive Forschung und Kultur: Dieses Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen kulturellen Prägungen, kognitiven Wissensstrukturen (Schemata) und der menschlichen Entscheidungsfindung, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Feedback und Erneuerungen.

4 Schlussfolgerungen: Die Schlussfolgerung betont, dass kulturelle Einflüsse bei der Gestaltung von Informations- und Kontrollsystemen integraler Bestandteil einer effektiven Controlling-Konzeption sein müssen.

Schlüsselwörter

Controlling, Kultur, Relativismus, Entscheidungsfindung, Wissensstruktur, Schemata, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus, Organisationskultur, Budgets, kognitive Dissonanz, Verhaltensorientierung, Koordination, Informationssysteme

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie kulturelle Unterschiede und kognitive Prozesse das menschliche Verhalten im betriebswirtschaftlichen Kontext beeinflussen und welche Konsequenzen dies für die Arbeit des Controllings hat.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die interkulturelle Forschung nach Hofstede, die kognitive Entscheidungstheorie sowie die Gestaltung von Controllinginstrumenten unter Berücksichtigung von Werten, Schemata und kulturellen Verhaltensmustern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die kulturellen und kognitiven Einflussfaktoren auf die Entscheidungsfindung im Management zu schaffen, um damit eine zielgerichtete Gestaltung von Planungs- und Kontrollsystemen zu ermöglichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit existierenden empirischen Studien aus den Bereichen Psychologie, Organisationslehre und experimenteller Ökonomie, um Hypothesen für das Controlling abzuleiten.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Dimensionen der Kultur, die Auswirkungen dieser auf Organisationsstrukturen sowie die Analyse kognitiver Prozesse, wie etwa die Bildung von Wissensschemata und den Umgang mit Kontextinformationen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kognitiver Relativismus, Organisationskultur, Entscheidungsunterstützung, kulturelle Dimensionen und verhaltensorientiertes Controlling charakterisiert.

Warum ist das Verständnis von "Schemata" für das Controlling wichtig?

Schemata sind prototypische Wissensstrukturen, die beeinflussen, wie Informationen verarbeitet und Entscheidungen getroffen werden. Da sie oft resistent gegen Veränderungen sind, müssen Controller verstehen, wie diese Strukturen die Aufnahme neuer Informationen behindern oder lenken können.

Welche Rolle spielt die "Machtdistanz" bei der Budgetierung?

In Kulturen mit hoher Machtdistanz wird ein strenger Budgetstil oft akzeptiert und zur Stressreduktion wahrgenommen, während in Kulturen mit niedriger Machtdistanz mehr Flexibilität und Entscheidungsspielraum bevorzugt werden.

Was bedeutet der "Hervorhebungseffekt" im Kontext der Entscheidungsunterstützung?

Der Hervorhebungseffekt beschreibt die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit des Managements gezielt auf relevante Informationen zu lenken, um Fehlgewichtungen bei Entscheidungen entgegenzuwirken.

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Details

Title
Kognitiver und kultureller Relativismus im Controlling
College
University of Osnabrück  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
Course
Controlling Seminar Kognitiver und kultureller Relativismus im Controlling
Grade
1,7
Author
Markus Theiling (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V56780
ISBN (eBook)
9783638513784
ISBN (Book)
9783656809876
Language
German
Tags
Kognitiver Relativismus Controlling Seminar Kognitiver Relativismus Controlling
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Theiling (Author), 2004, Kognitiver und kultureller Relativismus im Controlling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56780
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