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Die Differenzierung der Lebensphase Jugend - dargestellt am Beispiel der Technobewegung

Title: Die Differenzierung der Lebensphase Jugend - dargestellt am Beispiel der Technobewegung

Diploma Thesis , 2001 , 119 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michaela Hein (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Mein persönliches Interesse an der Technobewegung habe ich bereits vor sieben Jahren entdeckt. Damals noch als Grunge-Fan absolute Gegnerin von der "Bum bum"-Musik meines jüngeren Bruders wurde ich von einem Freund auf meinen ersten Rave mitgenommen. Die bombastische Licht- und Lasershow, die Freundlichkeit und Offenheit, mit der mir die Menschen dort begegneten, die Musik, die mich dazu trieb mit nach oben gerissenen, offenen Armen laut mein Glücksgefühl rauszuschreien, die ganze Atmosphäre dort, hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich glaubte gefunden zu haben, wonach ich mein Leben lang gesucht hatte. Eine Gemeinschaft, in der ich als einzigartiges Individuum akzeptiert und respektiert wurde. Ein Ort, eine Parallelwelt, wo ich den Alltag vergessen, mich fallen lassen, Urlaub für ein Wochenende von der mich sonst so oft frustrierenden Welt machen konnte.
Leider musste ich auch die Erfahrung machen, dass mit der Massenhaftigkeit, mit der wir die Menschen durch den friedfertigen Umgang untereinander anzogen, auch viel vom alten "Spirit" auf den Partys verloren ging. Dennoch bin ich der Techno-Szene bis heute treu geblieben, weil sie richtig verstanden für mich "die" Friedensbewegung unserer Zeit darstellt.

Ursprünglich wollte ich über die transformativen Elemente in der Technobewegung schreiben, weil diese für mich das Ausschlaggebende daran sind. Das es ist, was ich erlebt habe und was mich und viele andere geprägt hat. Das Thema dieser Diplomarbeit lautet jedoch: "Die Differenzierung der Lebensphase Jugend - dargestellt am Beispiel der Technobewegung". Ich hatte einige Schwierigkeiten damit, mich mit diesem Titel anzufreunden und selbst jetzt, wo die Diplomarbeit abgeschlossen ist, bin ich der Überzeugung, dass ein anderer nicht richtiger, aber treffender gewesen wäre.

Die erste Frage, die sich mir aufdrängte war: Kann man in der heutigen Zeit Jugend überhaupt noch als Lebensphase definieren? Klammert sich die Moderne nicht an Definitionen, Verständniskonstrukte und Gültigkeiten, die sie selbst im Lauf der Zeit erfunden und schon überholt hat?
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das gesellschaftliche Umfeld und sein Einfluss auf das Individuum

2.1 Von der Moderne zur reflexiven Modernisierung

2.1.1 Das Industriezeitalter und die Fortschrittsreligion

2.1.2 Die große Verheißung erfüllte sich nicht

2.1.3 Die reflexive Modernisierung

2.2 Auswirkungen der reflexiven Modernisierung auf das Individuum bzw. die Individualisierung im Strukturwandel der Moderne

2.2.1 Der Arbeitsmarkt als antreibende Kraft der Individualisierung

2.2.1.1 Bildung

2.2.1.2 Mobilität

2.2.1.3 Konkurrenz

2.2.2 Begriffliche Definition der Individualisierung

2.2.2.1 Die Bastelexistenz

2.2.2.2 Die Vergesellschaftung

2.2.3 Das Herausfallen einiger Menschen aus der materiellen Kultur

2.2.3.1 Die Armutsfalle

2.2.3.2 Risiko-, Gefahrenbiografien und Exklusionsexistenzen

2.3 Konsequenzen der Individualisierung auf die Familie

2.3.1 Das Binnenverhältnis individualisierter Familienmitglieder

2.3.2 Wahlverwandtschaften

2.4 Zusammenfassung

3. Die Lebensphase Jugend

3.1 Zur Differenzierung des Lebensabschnitts Jugend

3.2 Assoziationen zur Lebensphase Jugend

3.3 Historischer Rückblick

3.4 Körperliche Veränderungen im Jugendalter

3.4.1 Größenwachstum und Entwicklung der Geschlechtsreife

3.4.2 Psychische Folgen der Pubertät

3.5 Kognitive Entwicklung im Jugendalter

3.5.1 Das formallogische Denken

3.5.2 Auswirkungen der kognitiven Entwicklung

3.6 Individuation im Jugendalter

3.7 Sozialisation im Jugendalter

3.7.1 Die Familie als ambivalente Bezugsgruppe

3.7.2 Die Peer-group und ihre Funktion

3.7.3 Die Schule als instrumentalisierter Lebensbereich

3.7.4 Berufliche Ausbildung und Beruf

3.8 Jugend zwischen dem 20. und 21. Jahrhundert

3.8.1 Der Strukturwandel der Jugendphase

3.8.1 Die Pluralität der Jugend

3.8.3 Die Entstandardisierung der Jugendphase und die Pluralisierung der Jugend(sub)kulturen

3.9 Zusammenfassung

4. Die Technobewegung als Lebensgefühl und Jugendkultur der 90er Jahre

4.1 Techno als Musikphänomen

4.1.1 Die Wegebner der elektronischen Musik

4.1.2 Die Entwicklung des Musikstils Techno

4.1.3 Beschreibung einer unbeschreiblichen Musik

4.1.4 Die Ausdifferenzierung und Pluralisierung von Techno

4.2 Techno als Partykultur

4.3 Techno als Jugendkultur

4.4 Die Technobewegung als Spaßkultur

4.4.1 Der Narziss tanzt bzw. durch Techno zur Eigenliebe

4.4.2 Techno als Reflektion einer „konsumgeilen“ Gesellschaft

4.4.3 Die wortlose Demokratie der Technobewegung

4.5 Der Lebensstil Techno als Form einer posttraditionalen Vergemeinschaftung

4.5.1 „Love, Peace & Unity“ als Familienbildungsslogan

4.5.2 Everybody is different

4.5.3 “We are a different unity”

4.6 Techno als Drogenphänomen

5. Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Lebensphase Jugend in der heutigen reflexiven Modernisierung noch als homogene, einheitliche Lebensphase definiert werden kann. Dabei wird analysiert, wie gesellschaftliche Individualisierungsprozesse die Struktur von Jugend und Jugendkultur beeinflussen, wobei die Technobewegung als zentrales Fallbeispiel dient, um die Pluralisierung von Lebensstilen und die neue Form der Vergemeinschaftung aufzuzeigen.

  • Gesellschaftlicher Strukturwandel und Individualisierung von der Industrialisierung bis heute.
  • Soziologische Analyse der Lebensphase Jugend und ihrer historischen Entwicklung.
  • Körperliche und kognitive Entwicklungsprozesse sowie Sozialisationsinstanzen im Jugendalter.
  • Die Technobewegung als Ausdrucksform jugendlicher Identitätsfindung und posttraditionaler Vergemeinschaftung.
  • Der Umgang der Techno-Szene mit Konsum, Politik und Drogen als Reaktion auf gesellschaftliche Erwartungsdrücke.

Auszug aus dem Buch

Die Technobewegung als Lebensgefühl und Jugendkultur der 90er Jahre

In den 90er Jahren ist besonders ein jugendkulturelles Phänomen so populär geworden, dass sich heute fast niemand mehr diesem entziehen kann. Die Musik dieser Jugendbewegung, die lange damit zu kämpfen hatte überhaupt als solche anerkannt zu werden, soll uns in der Werbung und in Läden zum Kaufen animieren, gibt Fernseh- und Kinofilmen den „modernen Touch“ und wird nicht selten in Aufzügen zur Beruhigung gespielt. Die Rede ist von Techno, welcher innerhalb weniger Jahre vom Underground-Trend zur Massenbewegung avancierte, sich vom Musik- zum Lebensstil gewandelt hat und damit so viele Jugendliche und Postadoleszenten angesprochen hat, wie kaum eine andere musikkulturelle Bewegung, die es bisher gab. „Die Idee ,Techno‘ mobilisiert (hierzulande und weltweit) Jugendliche nach wie vor derart massenhaft wie kaum eine andere musikzentrierte Bewegung zuvor.“ (Hitzler, 2001, S. 11) Das Münchner Institut für Jugendforschung (IJF) folgert aus einer Repräsentativerhebung, dass alleine in Deutschland ca. eineinhalb bis zwei Millionen Jugendliche regelmäßig an Technoveranstaltungen teilnehmen und weitere zwei Millionen dies zumindest gelegentlich tun. (Vgl. Hitzler, 2001, S. 11, zit. nach: Sautner, 1996a, 1996b) Damit steht Techno heute als Synonym für das Lebensgefühl einer ganzen Generation.

Dieser quantitativen Gewichtigkeit hat Techno und die Generation XTC (Böpple/ Knüfer, 1996) zu verdanken, dass ihr mehr professionelle Aufmerksamkeit gewidmet wurde, jedoch auch, dass durch den Run der sogenannten „Techno-Touristen“ zu dieser Szene viel von den ursprünglichen Inhalten in ihr verloren gegangen ist und nicht wenige Partizipierende eigentlich nicht mehr als Raver sondern als User der Szene zu bezeichnen sind. „Der ,echte‘ Raver arbeitet und lebt für die Bewegung, während die gemeinen ,User‘ eben einen Abend in der Woche Drogen reinpfeifen, abtanzen und das alles wahnsinnig chic finden.“ (Hitzler/ Pfadenhauer, 1997a, S. 54)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Faszination für die Technobewegung und definiert die zentrale Problemstellung hinsichtlich der Definition von Jugend in der reflexiven Moderne.

2. Das gesellschaftliche Umfeld und sein Einfluss auf das Individuum: Dieses Kapitel erläutert den Strukturwandel von der Industrie- zur reflexiven Modernisierung und die daraus resultierende Individualisierung, die das Leben des Einzelnen zunehmend zur „Bastelexistenz“ macht.

3. Die Lebensphase Jugend: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Begriff Jugend, ihrer historischen Genese, den körperlich-kognitiven Entwicklungsaufgaben und der zunehmenden Entstrukturierung dieser Lebensphase.

4. Die Technobewegung als Lebensgefühl und Jugendkultur der 90er Jahre: Das Kapitel untersucht Techno als Musikphänomen, Party- und Jugendkultur, die durch ihren integrativen Charakter eine posttraditionale Form der Vergemeinschaftung bietet.

5. Schlussbetrachtung und Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Technobewegung als authentisches Beispiel für die Formierung neuer politischer und sozialer Akteure in einer individualisierten Gesellschaft zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Technobewegung, Jugendphase, Individualisierung, Reflexive Modernisierung, Jugendkultur, Bastelexistenz, posttraditionale Vergemeinschaftung, Rave, Sozialisation, Identitätsfindung, Ecstasy, Konsumgesellschaft, Subpolitik, Postadoleszenz, Integrativer Charakter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Differenzierung der Lebensphase Jugend und wie sich gesellschaftliche Transformationsprozesse auf diese Phase auswirken, illustriert am Beispiel der 90er-Jahre Technobewegung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der soziologische Strukturwandel der Moderne (Individualisierung), die historische und psychologische Definition von Jugend sowie die Ausdifferenzierung von Technokultur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob Jugend in der heutigen enttraditionalisierten Gesellschaft überhaupt noch als einheitliche, klar abgrenzbare Lebensphase definiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-soziologische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Theorie der reflexiven Modernisierung (u.a. nach Ulrich Beck) und der Auswertung von Studien zur Jugend- und Technokultur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert erst die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, dann die psychologischen und sozialen Aspekte des Jugendalters und schließt mit einer detaillierten soziologischen Untersuchung der Technobewegung als Jugendkultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Individualisierung, Technobewegung, reflexive Modernisierung, Bastelexistenz, Entstrukturierung der Jugend, posttraditionale Vergemeinschaftung.

Inwiefern hat die Technobewegung eine politische Dimension?

Die Autorin argumentiert, dass die Technobewegung durch das friedliche, inklusive Miteinander und die Betonung von Selbstliebe eine Form der „Subpolitik“ darstellt, die traditionelle Ideologien und Herrschaftsstrukturen unterläuft.

Welche Rolle spielt der Drogenkonsum in der Techno-Szene?

Die Arbeit beleuchtet Drogenkonsum (insb. XTC) als integralen, wenn auch risikoreichen Teil der szeneinternen Freizeitkultur, wobei sie auch auf die Entstehung von Selbsthilfeinstitutionen wie „Eve & Rave“ zur Schadensminderung verweist.

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Details

Title
Die Differenzierung der Lebensphase Jugend - dargestellt am Beispiel der Technobewegung
College
University of Applied Sciences Dortmund  (Fachbereich Sozialpädagogik)
Grade
1,0
Author
Michaela Hein (Author)
Publication Year
2001
Pages
119
Catalog Number
V5683
ISBN (eBook)
9783638134927
Language
German
Tags
reflexive Modernisierung Jugend Techno Individualisierung Lebensstil posttraditionale Vergemeinschaftungsform
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michaela Hein (Author), 2001, Die Differenzierung der Lebensphase Jugend - dargestellt am Beispiel der Technobewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5683
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