Laut DELLER kommt, den im Ausland tätigen Mitarbeitern in internationalen Unternehmen, eine entscheidende Schlüsselrolle zu.
Daher ist für multinationale Unternehmen die Rekrutierung von qualifizierten Fach- und Führungskräften für die Besetzung einer Position im Ausland eine Aufgabe von strategischer Bedeutung.
In multinationalen Unternehmen stellen sich, innerhalb des Rekrutierungsprozesses, die Fragestellungen hinsichtlich der Beschaffungsmethoden und bezüglich der Auswahlmethoden noch komplexer dar, als bei der Stellenbesetzung auf nationaler Ebene, weil noch mehr Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren berücksichtigt werden müssen. Für Unternehmen besteht die Herausforderung bei der Rekrutierung darin, aus einem Kreis von Bewerbern diejenigen Bewerber zu rekrutieren, welche am besten für den jeweiligen Arbeitsplatz geeignet sind. Demnach gilt es bei der Rekrutierung der Expatriats zum einen genau zu prüfen, ob der Bewerber unter anderem auch über die Fähigkeiten verfügt, sich in der jeweiligen Landeskultur zurechtzufinden, damit es während des Auslandseinsatzes zu keinen Problemen kommt. Einen Expatriat jedoch nur danach auszuwählen, dass während des Auslandseinsatzes keine Probleme auftreten, ist nur eine Seite der Medaille. Probleme die nach dem Auslandseinsatz, also bei der Repatriierung der Expatriats auftreten können und welche beträchtliche Kosten für die Unternehmen verursachen, werden bei der Rekrutierung meist nicht beachtet. Im Rahmen dieser personalökonomischen Arbeit wird anhand der Forschungsfrage, „Sollten multinationale Unternehmen bereits bei der Rekrutierung von Expatriats die Problematik der Repatriierung nach dem Auslandseinsatz berücksichtigen?“, genau dies untersucht.
Im Hauptteil der Arbeit werden die beruflichen und privaten Repatriierungsproblemen der zurückkehrenden Expatriats und daraus resultierende Folgeprobleme der Unternehmen aufgezeigt. Mithilfe der SPENCEschen Signalling-Theorie werden die Herausforderungen, die bei der Rekrutierung von Expatriats mit Hinblick auf die Repatriierungsproblematik bestehen, dargestellt, um dann aufbauend auf dieser Theorie und auf der Basis von Plausibilitätsüberlegungen, potenzielle Signale der Unternehmen und der Expatriats abgeleitet, um die bestehenden Informationsasymmetrien abzubauen.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Abgrenzung und Aufbau der Arbeit
- Repatriierungsprobleme der Expatriats und der Unternehmen
- Repatriierungsprobleme der Expatriats
- Resultierende Probleme für multinationale Unternehmen
- Rekrutierung von Expatriats für den Auslandseinsatz
- Einsatz der Signalling-Theorie
- Überwindung der Informationsasymmetrie zuungunsten der Expatriats durch potenzielle Signale der Unternehmen
- Überwindung der Informationsasymmetrie zuungunsten der Unternehmen durch das zentrale potenzielle Signale der Expatriats: „Auslandserfahrung“
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob multinationale Unternehmen bereits bei der Rekrutierung von Expatriats die Problematik der Repatriierung nach dem Auslandseinsatz berücksichtigen sollten. Sie analysiert die Repatriierungsprobleme von Expatriats und die resultierenden Folgen für Unternehmen und stellt die Herausforderungen bei der Rekrutierung von Expatriats mit Blick auf die Repatriierungsproblematik dar.
- Repatriierungsprobleme von Expatriats
- Folgen der Repatriierungsprobleme für Unternehmen
- Informationsasymmetrien bei der Rekrutierung von Expatriats
- Potenzielle Signale von Unternehmen und Expatriats zur Überwindung von Informationsasymmetrien
- Bedeutung der Auslandserfahrung als Signal für Unternehmen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einführung gibt einen Überblick über die Problemstellung der Arbeit und erläutert die notwendigen Begriffserklärungen. Zudem wird die Abgrenzung zu anderen Themengebieten wie der Entsendung von Expatriats vorgenommen.
Kapitel 3 beleuchtet die beruflichen und privaten Repatriierungsprobleme von Expatriats. Es werden die Folgen dieser Repatriierungsschwierigkeiten für Unternehmen aufgezeigt.
Kapitel 4 behandelt die Herausforderungen bei der Rekrutierung von Expatriats mit Hinblick auf die Repatriierungsproblematik. Es wird die Signalling-Theorie nach Spence vorgestellt und auf Basis dieser Theorie werden potenzielle Signale von Unternehmen und Expatriats zur Überwindung bestehender Informationsasymmetrien abgeleitet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themenbereichen Internationales Personalmanagement, Expatriats, Repatriierung, Rekrutierung, Signalling-Theorie, Informationsasymmetrie, Auslandserfahrung. Die Untersuchung zielt auf die Rekrutierung von Expatriats für den Auslandseinsatz und die Berücksichtigung der Repatriierungsproblematik in diesem Prozess.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptproblem bei der Repatriierung von Expatriats?
Rückkehrende Mitarbeiter leiden oft unter einem „Kulturschock rückwärts“, fühlen sich im Unternehmen nicht mehr wertgeschätzt oder finden keine adäquate Position, was häufig zu Kündigungen führt.
Warum sollten Unternehmen die Repatriierung schon bei der Rekrutierung planen?
Um die hohen Investitionskosten eines Auslandseinsatzes zu sichern. Eine frühzeitige Planung reduziert die Fluktuation nach der Rückkehr und sichert den Wissenstransfer ins Stammhaus.
Was besagt die Signalling-Theorie im internationalen Personalmanagement?
Sie beschreibt, wie Unternehmen und Bewerber Informationsasymmetrien abbauen. Beispielsweise signalisiert „Auslandserfahrung“ dem Unternehmen eine hohe Flexibilität und Belastbarkeit des Bewerbers.
Welche beruflichen Probleme treten nach einem Auslandseinsatz häufig auf?
Viele Rückkehrer erleben einen Autonomieverlust, unklare Karrierewege im Heimatland oder eine mangelnde Berücksichtigung ihrer neu erworbenen internationalen Kompetenzen.
Wie können Unternehmen Informationsasymmetrien bei der Entsendung abbauen?
Durch klare vertragliche Zusagen für die Zeit nach der Rückkehr (Reintegrationsgarantien) und Mentoring-Programme während des gesamten Auslandseinsatzes.
- Quote paper
- Diplom-Kaufmann Patrick Mackert (Author), 2006, Sollten multinationale Unternehmen bereits bei der Rekrutierung von Expatriats die Problematik der Repatriierung nach dem Auslandseinsatz berücksichtigen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56878