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Jenseits der Kunst, Die Nebenfigur Konstanze und ihre Funktion in der Mozartnovelle

Title: Jenseits der Kunst, Die Nebenfigur Konstanze und ihre Funktion in der Mozartnovelle

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Antje Hellmann (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Als Eduard Mörike im Mai 1855 das Manuskript von „Mozart auf der Reise nach Prag“ an seinen Verleger, den Freiherrn von Cotta, einsendet, schreibt er: „Meine Aufgabe bei dieser Erzählung war, ein kleines Charaktergemälde Mozarts (das erste seiner Art, soviel ich weiß) aufzustellen, wobei, mit Zugrundelegung frei erfundener Situationen, vorzüglich die heitere Seite zu lebendiger, konzentrierter Anschauung gebracht werden sollte.“ In diesem Brief bezeichnet er seine Erzählung ganz selbstverständlich als „Novelle“, obgleich sie viele Merkwürdigkeiten aufweist und in manchen Punkten mit der klassischen Novellentheorie als unvereinbar erscheint. Für den Dichter Christoph Martin Wieland (1733-1813) zeichnet sich die Textform Novelle durch die „Simplizität des Plans“ und den „kleinen Umfang der Fabel“ aus. Als ein charakteristisches Merkmale für die Novelle gilt denn auch der Umstand, dass sich die Handlung in wenigen Sätzen zusammenfassen lässt. Das gelingt bei Mörikes Novelle jedoch nur ansatzweise: „Mozart auf der Reise nach Prag“ schildert einen Tag in Mozarts Leben. Der Künstler ist mit seiner Frau auf der Reise nach Prag, um seine Oper „Don Juan“ zur Aufführung zu bringen. Das Ehepaar hält zur Rast in einem Wald und später in einem Dorfgasthof. Mozart geht spazieren, gelangt in den Schlossgarten des im Dorfe ansässigen Grafen von Schinzberg und pflückt dort, in Gedanken versunken, eine Pomeranze vom Baum. Er wird vom Gärtner erwischt und zum Schloss gebracht. Der Graf ist entsetzt, als er erfährt, dass die Früchte am Pomeranzenbaum nicht mehr vollständig sind, denn der Baum sollte am Abend der Nichte des Grafen zur Verlobung übergeben werden und sein Sohn Max hatte passend zu den neun Orangen ein Gedicht vorbereitet. Unterdessen erhält die Gräfin ein Schreiben von Mozart, in dem er sich für seine Tat entschuldigt, und da die Gräfin den berühmten Musiker kennt, und weiß, dass ihre Nichte Eugenie ihn sehr schätzt, wird Mozart mit seiner Frau Konstanze zur Abendgesellschaft eingeladen. Mozart spielt den Gästen einige Stücke aus seiner neuen Oper Don Juan vor. Konstanze erzählt den Frauen einige Anekdoten aus dem Wiener Eheleben und findet für die Braut auch noch ein Verlobungspräsent. Am nächsten Morgen wird das Ehepaar Mozart von der Grafenfamilie verabschiedet und erhält als Geschenk eine Kutsche des Grafen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE BIOGRAFISCHE AUSGANGSSITUATION

3. KONSTANZE UND MOZART – EIN GEGENSÄTZLICHES PAAR

3.1 Das äußere Erscheinungsbild

3.1 Die Flakonszene

3.3 Der biografische Hintergrundbericht des Erzählers

4. DER NOVELLENKONFLIKT

5. KONSTANZE ALS ERZÄHLER- UND REFLEKTIONSFIGUR

5.1 Funktion des Erzählerwechsels

5.2 Die Waldszene – die Sehnsucht nach der Natur

5.3 Konstanzes Reaktionen auf die verlorene Zeit

5.4 Hilfe von außerhalb – Die erträumte Zukunft in Berlin

5.5 Die Stockgeheranekdote

5.6 Der Erzählereinschub

6.6 Einkauf im Seilerladen und das Salzfass

6. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Nebenfigur Konstanze in Eduard Mörikes Novelle "Mozart auf der Reise nach Prag" und analysiert deren spezifische Funktion als Dialogpartnerin, Erzählerin und Reflexionsfigur, um das Charakterbild Mozarts innerhalb der Erzählung zu beleuchten.

  • Analyse der Dynamik zwischen dem Künstler Mozart und seiner Ehefrau Konstanze
  • Untersuchung der erzählerischen Funktion von Einschüben und Perspektivwechseln
  • Darstellung des Spannungsfeldes zwischen künstlerischer Genialität und bürgerlicher Lebensuntauglichkeit
  • Bewertung der Rolle von Konstanzes Humor und ihrer Überlebensstrategien im Ehealltag
  • Einordnung des Werkes in den Kontext der Gattung Novelle unter Berücksichtigung der Forschungsliteratur

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Flakonszene

Noch ist nicht ersichtlich, welche Rolle dieser Gegensatz in der Novelle spielen wird. In der kurz darauf folgenden Flakonszene werden die Unterschiede zwischen Mozart und Konstanze noch offensichtlicher: Der achtlose Mozart hat eine Flasche Parfüm verschüttet. Seine Ehefrau Konstanze klagt darüber, denn sie sparte das Fläschchen „wie Gold“. Mozart dagegen sieht darin kein Unglück, sondern preist die kühlende Wirkung des „Götter-Riechschnapses“ und ist überzeugt, dass dadurch die angeregte Reisestimmung erzeugt wurde. Eine Verschwendung ist für ihn nicht zu beklagen. Aus diesem kleinen „Zank“ lässt sich zwar keine Ehekrise ableiten, aber es wird deutlich, dass hier zwei sehr unterschiedliche Charaktere miteinander leben, eine sparsame Konstanze und ein verschwenderischer Mozart.

Das Verhältnis ist indes doch von Liebe und Fürsorge geprägt. „Arm in Arm“ steigen sie über einen Graben an der Straße, nachdem Mozart beschlossen hatte, eine kurze Reisepause einzulegen und einen Abstecher in den nahegelegenen Tannenwald zu unternehmen. Der Erzähler informiert, dass die plötzliche Frische im Wald „dem sorglosen Mann ohne die Vorsicht der Begleiterin“ hätte gefährlich werden können. „Mit Mühe drang sie ihm das in Bereitschaft gehaltene Kleidungsstück auf.“ Konstanze ist um die Gesundheit ihres Mannes besorgt und kümmert sich um diese auch gegen seinen Widerstand, der aus seiner Sorglosigkeit erwächst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Entstehungsgeschichte von Mörikes Novelle und Diskussion der Problematik der Gattungszuordnung sowie der inhaltlichen Zusammenfassung.

2. DIE BIOGRAFISCHE AUSGANGSSITUATION: Analyse der Verwendung biografischer Materialien und der Frage, wie Mörike Fakt und Fiktion zur Gestaltung seines Charaktergemäldes von Mozart einsetzt.

3. KONSTANZE UND MOZART – EIN GEGENSÄTZLICHES PAAR: Untersuchung der Unterschiede zwischen den Ehepartnern anhand ihres äußeren Erscheinungsbildes, alltäglicher Konflikte und des biografischen Hintergrundberichts.

4. DER NOVELLENKONFLIKT: Erörterung der zentralen Konflikte der Erzählung, die über die bloße Handlung hinausgehen und die Lebensuntauglichkeit des Künstlers Mozart thematisieren.

5. KONSTANZE ALS ERZÄHLER- UND REFLEKTIONSFIGUR: Detaillierte Betrachtung der verschiedenen erzähltechnischen Einschübe, durch die Konstanze das Mozart-Bild durch ihre eigene Perspektive und Anekdoten erweitert.

6. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse über das Spannungsfeld zwischen Kunst und Leben sowie die stabilisierende Rolle von Konstanze für Mozart.

Schlüsselwörter

Eduard Mörike, Mozart auf der Reise nach Prag, Konstanze Mozart, Charaktergemälde, Erzählerwechsel, Novellentheorie, Künstlerproblematik, Biografischer Hintergrund, Alltag, Bürgerlichkeit, Naturerlebnis, Stockgeheranekdote, Zukunftsphantasie, Lebensuntauglichkeit, Ehebeziehung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion der Figur Konstanze in Eduard Mörikes Novelle "Mozart auf der Reise nach Prag" und wie sie dazu beiträgt, das Porträt Mozarts als Künstler und Privatperson zu schärfen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Spannungen zwischen künstlerischer Inspiration und bürgerlichem Alltag, die Rolle der Ehefrau als Reflexionsfigur sowie die erzählerische Gestaltung von Perspektivwechseln.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Konstanze nicht nur eine Nebenfigur ist, sondern eine entscheidende Funktion bei der Vermittlung von Mozarts Charakter und der Lebensbedingungen des Ausnahmekünstlers einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die den Primärtext mit zeitgenössischen Novellentheorien sowie der Forschungsliteratur zum Werk von Mörike in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Paarkonstellation, den Novellenkonflikt sowie eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen erzählerischen Einschübe und Anekdoten, die durch Konstanze vermittelt werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Charaktergemälde, Erzählerwechsel, Künstlernovelle, Alltagsleben, Natürlichkeit, Bürgerlichkeit und die Dynamik der Ehebeziehung bei den Mozarts.

Welche Rolle spielt der sogenannte "Orangenfrevel" für das Verständnis der Novelle?

Der Orangenfrevel gilt als "unerhörte Begebenheit", dient in der Arbeit aber als Ausgangspunkt, um zu zeigen, dass die eigentliche Dimension der Erzählung weit über diesen Vorfall hinausgeht und die Figur Mozart in den Mittelpunkt stellt.

Warum ist die "Stockgeheranekdote" für die Charakterisierung Mozarts wichtig?

Die Anekdote verdeutlicht humorvoll Mozarts Unfähigkeit, bürgerliche Verhaltensweisen dauerhaft anzunehmen, und unterstreicht damit den Gegensatz zwischen seiner Lebensweise und gesellschaftlichen Erwartungen.

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Details

Title
Jenseits der Kunst, Die Nebenfigur Konstanze und ihre Funktion in der Mozartnovelle
College
http://www.uni-jena.de/  (Germanistische Literaturwissenschaft)
Course
Künstlernovellen
Grade
1,3
Author
Antje Hellmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V56891
ISBN (eBook)
9783638514583
ISBN (Book)
9783656774303
Language
German
Tags
Jenseits Kunst Nebenfigur Konstanze Funktion Mozartnovelle Künstlernovellen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Hellmann (Author), 2003, Jenseits der Kunst, Die Nebenfigur Konstanze und ihre Funktion in der Mozartnovelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56891
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