Der Klappentext des Wörterbuches „How to survive the Chilean Jungle“ lässt bereits erahnen, dass es sich bei diesem Wörterbuch nicht um ein klassisches Schulwörterbuch handelt. Dieser Umstand macht das 2003 von John Brennan geschriebene Buch im lexikographischen Sinne sehr interessant. Nach Klärung der Frage, was genau Lexikographie ist und einem Exkurs zu Wörterbüchern soll auf das chilenische Spanisch eingegangen werden. Es verwundert, dass es bis dato noch kein aktuelles Wörterbuch gibt, das sich eingehend dem chilenischen Spanisch widmet, obwohl dieses eine stark ausgeprägte Mundart entwickelt hat und die Chilenen gerne mit ihrem Dialekt spielen. In diesem Zusammenhang soll auch kurz die Entstehung und Bedeutung des „english lexicon of chilean slang &spanish sayings“ (BRENNAN 2003, Einbanddeckel) erläutert werden, bevor ich mich der Analyse der Wörterbuchtypologie sowie der Beschreibung der Mikro- und Makrostruktur widme. An Beispielen einzelner Lemmata sollen Besonderheiten und Strukturen aus „How to survive the Chilean Jungle“ aufgezeigt werden. Der Leser sollte nach Lektüre der Arbeit einen fundierten Eindruck sowohl über den Aufbau des Wörterbuches, als auch über die Strukturierung der einzelnen Einträge bekommen haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Lexikographie?
3. Das chilenische Spanisch
4. Bedeutung und Entstehung des „Lexikon für Chilenischen Slang und Spanische Sprichwörter“
4.1. Entstehung
4.2. Bedeutung
5. Wörterbuchtypologie
6. Makrostruktur
7. Mikrostruktur
8. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wörterbuch „How to survive the Chilean Jungle“ von John Brennan im Hinblick auf seine lexikographischen Besonderheiten, seine Entstehung sowie die kulturelle Einbettung in das chilenische Spanisch.
- Lexikographische Einordnung des Werkes
- Analyse des chilenischen Spanisch als Dialekt
- Untersuchung der Makro- und Mikrostruktur des Wörterbuchs
- Betrachtung von Entstehungskontext und Zielgruppenorientierung
- Evaluierung von Stilmitteln (Zeichnungen, informeller Ton)
Auszug aus dem Buch
3. Das chilenische Spanisch
„Chilean Spanish is not typical Spanish” (BRENNAN 2003, 10). Diese von Brennan in seinem englischen Prolog zur ersten Ausgabe des Wörterbuches “ How to survive…” getroffene Aussage war der Anlass für den Autor, sich überhaupt an das Schreiben seines Werkes zu machen. Das chilenische Spanisch ist eine sehr idiomatische Sprache, die ihre Ursprünge zwei widersprüchlichen Eigenschaften zu verdanken hat. Einerseits haben die chilenische Einwanderungsgeschichte und die stark verstrickten Immigrantengemeinden zur Folge, dass die Häufigkeit von Wörtern und Ausdrücken aus anderen Sprachen (vor allem Italienisch, Deutsch, Serbokratisch und Englisch) sehr groß ist. Dazu kommt ein bemerkbarer Anstieg des Gebrauchs von Spanglish, da es in Chile viele Colegiós Ingléses gibt und Filme, Musik und Technologien vermehrt aus den Vereinigten Staaten kommen und den chilenischen Markt erobern.
Anderseits führt Chiles inselartiger Charakter, bedingt durch die Anden und den Pazifik, zu einer Abschottung der Sprache und einer annähernd inzestuösen linguistischen Sprachentwicklung, die sich auf eine sehr spielvolle Art und Weise vollzieht (vgl. BRENNAN 2003, 10). Diese Faktoren bewirken, dass in Chile vor allem umgangssprachlich ein Spanisch gesprochen wird, das sich teilweise stark vom Schulbuchspanisch abhebt und deshalb ein Wörterbuch sinnvoll macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Wörterbuches „How to survive the Chilean Jungle“ und Erläuterung der Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung.
2. Was ist Lexikographie?: Definition der Lexikographie als wissenschaftlich fundierter Vorgang und Abgrenzung zum Begriff der Metalexikographie.
3. Das chilenische Spanisch: Analyse der linguistischen Besonderheiten des chilenischen Spanisch, geprägt durch Einwanderungsgeschichte und geografische Isolation.
4. Bedeutung und Entstehung des „Lexikon für Chilenischen Slang und Spanische Sprichwörter“: Darstellung des Entstehungsprozesses durch den Autor John Brennan und Erläuterung der Bedeutung für Ausländer in Chile.
5. Wörterbuchtypologie: Einordnung des Werkes als Mundartenwörterbuch für eine junge, englischsprachige Zielgruppe von Reisenden.
6. Makrostruktur: Beschreibung des formalen Aufbaus des Wörterbuches, inklusive Prologen, Benutzerhinweisen und alphabetischer Sortierung.
7. Mikrostruktur: Analyse der Struktur von Wörterbuchartikeln, unter Verwendung von Beispielen, Definitionen und comicartigen Illustrationen.
8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung des Werkes als nützliches, jedoch lexikographisch informelles Hilfsmittel für den Aufenthalt in Chile.
Schlüsselwörter
Lexikographie, Metalexikographie, Chilenisches Spanisch, John Brennan, How to survive the Chilean Jungle, Slang, Mundartenwörterbuch, Makrostruktur, Mikrostruktur, Sprachwissenschaft, Chilenismos, Dialekt, Wörterbuchanalyse, Lemmata.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer lexikographischen Analyse des Slangwörterbuchs „How to survive the Chilean Jungle“ von John Brennan.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Definition der Lexikographie, die Besonderheiten des chilenischen Spanisch, die Entstehung des Wörterbuchs sowie dessen strukturellen Aufbau.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Aufbau des Wörterbuches und die Strukturierung der einzelnen Einträge fundiert darzustellen und zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Analyse auf Basis lexikographischer Fachliteratur durchgeführt, um die Makro- und Mikrostruktur des untersuchten Werkes zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Typologie des Wörterbuchs, seine formale Gliederung (Makrostruktur) sowie die Gestaltung der einzelnen Wörterbuchartikel (Mikrostruktur).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lexikographie, chilenisches Spanisch, Chilenismos, Wörterbuchanalyse sowie die spezifische Untersuchung von Makro- und Mikrostrukturen.
Warum wird das Wörterbuch von Brennan als „nicht klassisch“ bezeichnet?
Das Werk verzichtet auf strengen lexikographischen Anspruch, wie z.B. die Behandlung unregelmäßiger Formen oder einheitliche Homographenlisten, zugunsten einer informellen und zielgruppengerechten Ansprache.
Welche Rolle spielen die Zeichnungen im Wörterbuch?
Die comicartigen Zeichnungen dienen der Veranschaulichung, lockern das strenge Format auf und sollen den Leser zum Schmunzeln anregen.
Wie geht das Wörterbuch mit sprachlichen Varianten um?
Brennan gibt orthographische Varianten in Klammern hinter den geläufigen Begriffen an und verwendet Marker für Wortarten oder Herkunft.
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- Neele Onnen (Author), 2005, Lexikografische Betrachtung des Wörterbuchs: How to survive the chilean jungle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56909