Nach Generationen der Teilung und des Krieges, wird Europa durch die Europäische Union heute auf friedliche Weise geeint. Von den sechs Gründungsstaaten wurde die EU inzwischen auf 25 Mitglieder erweitert und bald werden es 27 sein. In den letzten fünfzehn Jahren hat die Anziehungskraft der EU dazu beigetragen, dass die mittel- und osteuropäischen Länder den Übergang von kommunistischen Systemen zu modernen, gut funktionierenden Demokratien schafften. In jüngster Zeit hat sie groß angelegte Reformen in der Türkei, Kroatien und den übrigen westlichen Balkanländern angeregt. Alle Europäer profitieren von Nachbarländern mit stabilen Demokratien und funktionierenden Marktwirtschaften. Durch einen sorgfältig gelenkten Erweiterungsprozess werden Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand auf ganz Europa ausgedehnt. Wie sich die Europäische Integration bis zu diesem Punkt entwickelt hat, soll diese Arbeit erläutern.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Geschichte der Europäischen Union
1. Anfänge der Europäischen Integration (1713 – 1950)
1.1 Entstehungsgeschichte der Europaidee bis 1945
1.2 Der Beginn des europäischen Einigungsprozesses
1.2.1 Europakonzepte in den ersten Nachkriegsjahren
1.2.2 Die Geburtsstunde der wirtschaftlichen Einigung: Marshallplan und OEEC
1.2.3 Die Geburtsstunde des politischen Einigungsprozesses: Haager Kongress und Europarat
2. Gründungsjahre der europäischen Einheit (1951 - 1960)
2.1 Die Gründung der EGKS
2.2 Der Versuch einer Verteidigungsgemeinschaft
2.3 Die Gründung der EWG und der EAG
3. Krise des europäischen Einigungsprozesses (1961 – 1969)
4. Die EG zwischen Erweiterung und Stillstand (1969 – 1984)
4.1 Europäische Politische Zusammenarbeit
4.2 Die Norderweiterung
4.3 Versuche einer Wirtschafts- und Währungsunion
4.4 Die Süderweiterung
5. Verstärkte Integrationsbemühungen ab 1985
5.1 Die Einheitliche Europäische Akte
5.2 Der Vertrag von Maastricht
5.3 Schengener Abkommen
5.4 Erweiterung um die EFTA-Staaten
5.5 Der Vertrag von Amsterdam
5.6 Die Agenda 2000
5.7 Die EU-Osterweiterung
6. Meilensteine der EU im 21. Jahrhundert
6.1 Verwirklichung der Währungsunion
6.2 Vertrag von Nizza
III. Perspektiven der Europäischen Union
1. Vollendung der Europäischen Verfassung
2. Zukunft der GASP
3. Das Europa der Zukunft – Ein europäischer Binnenmarkt vom Atlantik bis zum Ural?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit erläutert die historische Entwicklung der europäischen Integration vom Beginn der Europaidee bis zur Gegenwart und analysiert die künftigen Perspektiven der Europäischen Union hinsichtlich ihrer institutionellen Ausgestaltung und Erweiterung.
- Historische Meilensteine und Integrationsphasen der EU
- Die Entwicklung von der EWG zur Europäischen Union
- Wichtige Verträge (Maastricht, Nizza, Amsterdam)
- Der Erweiterungsprozess von der EG bis zur EU der 25
- Zukunft der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)
Auszug aus dem Buch
1.1 Entstehungsgeschichte der Europaidee bis 1945
Die Idee eines vereinten Europas ist nicht neu. In seinem Plan „Mémoire pour rendre la paix perpétuelle en Europe“ (zu deutsch „Der Traktat vom ewigen Frieden“) schlug Charles-Irénée Castel de Saint Pierre bereits 1713 die Gründung eines Bündnisses der europäischen Staaten vor. Ziel war die Aufrechterhaltung des Mächtegleichgewichts und somit die Friedenssicherung in Europa. Er forderte die Gründung eines übergeordneten Organs, des „Europäischen Senats“, das die Einhaltung dieses Bündnisses sicherstellen sollte. Diese Grundidee wurde von anderen Philosophen, wie Rousseau und Kant aufgegriffen, diskutiert und weiterentwickelt, wobei Rousseau 1760 in seinem Werk den Erfolg dieses Planes anzweifelte. Er befürchtete das Scheitern dieser Idee mangels der Zustimmung der europäischen Fürsten. Auch Kant sah in einer Föderation der europäischen Staaten, jedoch unter einheitlichem und gemeinsamem Recht, das Mittel zur dauerhaften Friedenssicherung in Europa.
Weder der Plan von de Saint Pierre noch der von Kant wurde realisiert. Im 19. Jahrhundert änderte sich diese verbreitete Einstellung. Die Idee, eine Integration auf europäischer Ebene durch die Einschränkung der Souveränität der jeweiligen Staaten zu bewirken, wurde verworfen. Vielmehr wurde eine Zusammenarbeit der Berufsverbände einzelner Staaten mit dem Ziel der Verbesserung der ökonomischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Europa gefordert. Bekannte Vertreter dieser Theorie waren de Saint-Simon und Thierry mit ihrer Schrift „De la réorganisation de la société européenne“ von 1814.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Erfolg der EU als Friedensprojekt und die Transformation von sechs Gründerstaaten zu einer Gemeinschaft von 25 Mitgliedern.
II. Geschichte der Europäischen Union: Dieses Kapitel behandelt chronologisch den langen Weg von den philosophischen Anfängen der Europaidee über die Gründung der EGKS und EWG bis hin zu den vielfältigen Erweiterungsrunden und Vertragswerken.
III. Perspektiven der Europäischen Union: Der Abschlussteil erörtert die Herausforderungen der Verfassungsdiskussion, die künftige Ausrichtung der GASP sowie die Chancen und Risiken weiterer Erweiterungen.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Integration, Geschichte, Binnenmarkt, Währungsunion, Erweiterung, Vertrag von Maastricht, Vertrag von Nizza, Vertrag von Amsterdam, GASP, Europäische Verfassung, EGKS, EWG, Integrationsprozess, Friedenssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die historische Entwicklung und den Integrationsprozess der Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die historische Genese der EU, wichtige zwischenstaatliche Verträge, wirtschaftliche Integrationsschritte und die zukünftigen Erweiterungsperspektiven.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erläuterung, wie sich die europäische Integration von der frühen Idee bis zum heutigen Stand entwickelt hat und welche Herausforderungen die Union aktuell bewältigen muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-deskriptive Analyse unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur und Dokumente zur europäischen Einigung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Etappen von 1713 bis zum 21. Jahrhundert, einschließlich Krisen, Erweiterungen und der institutionellen Vertiefung durch verschiedene Verträge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Europäische Union, Integration, Binnenmarkt, Erweiterung, Währungsunion und Europäische Verfassung.
Warum ist das Scheitern der EPG im Jahr 1954 von Bedeutung?
Das Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft in der französischen Nationalversammlung entzog dem Vorhaben einer politischen Gemeinschaft (EPG) die notwendige Grundlage.
Welche Rolle spielten die "Kopenhagener Kriterien"?
Sie legten die Bedingungen fest, die ein Anwärterstaat erfüllen muss, um der EU beizutreten, wie etwa eine demokratische Grundordnung und eine funktionsfähige Marktwirtschaft.
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- Natalie Schmid (Author), 2006, Die Europäische Einigung - Geschichte und Perspektiven der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57005