Eine Frage, die immer Häufiger in der Fachliteratur oder Diskussionen zum Feld Public Relations oder zu Deutsch Öffentlichkeitsarbeit auftaucht, ist die nach deren Zukunft. Quo vadis Public Relations - In welche Richtung wird sich die Öffentlichkeitsarbeit in den nächsten Jahren entwickeln. Bereiche, die im Zuge einer derartigen Diskussion oftmals behandelt werden, sind vornehmlich der Wandel des Berufsbildes im Hinblick auf eine fortschreitende Professionalisierung der Branche sowie die Ausbildung, die notwendiger Weise, als Voraussetzung für eine berufliche Tätigkeit, ebenfalls verändernden Prozessen unterliegen muss, um Neuerungen im Arbeitsfeld zu schaffen. Der Fokus dieser Arbeit auf die Ausbildung im Berufsfeld der Public Relations liegt zunächst Begründet in der Aktualität der Auseinandersetzung mit der Problemstellung. Einleitend soll in dieser Arbeit zunächst eine kürzere Auseinandersetzung mit der Begriffsdefinition und der Rolle der Public Relations in der heutigen Gesellschaft gegeben werden, um anschließend den Punkt der Ausbildung näher zu beleuchten und chronologisch unter verschiedenen Gesichtspunkten aufzuarbeiten. Die gleichzeitige Betrachtung der Verbandsinitiativen werden sich neben anderen vorrangig auf die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) konzentrieren, da sie als einzige, ihres Alters wegen, Beteiligungen in allen Phasen aufweisen kann. Abschließend soll, der Chronologie entsprechend, mit einem Ausblick die Betrachtung zu einem Ende geführt werden und die gegenwärtige Diskussion mit aufgenommen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Quo vadis Public Relations?
2. Public Relations – Ein Überblick
2.1 Der Begriff PR
2.1.1 Definition der DPRG
2.1.2 Abgrenzungen
2.2. Geschichte und Gesellschaftsauftrag
2.2.1 Geschichte der PR
2.2.2 Funktion der PR
3. Ausbildung im Spiegel der Zeit
3.1 Begabungsberuf im Wandel
3.2 Entwicklung heutiger Ausbildungsstruktur
4. Gegenwärtige Ausbildungsmöglichkeiten
4.1 Hochschulen
4.2 Deutsches Institut für Public Relations
4.3 Akademie für Führung und Kommunikation
4.4 Deutsche Akademie für Public Relations
5. Perspektiven
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und aktuelle Situation der Ausbildung im Berufsfeld Public Relations in Deutschland. Ziel ist es, den Wandel vom sogenannten Begabungsberuf hin zu einer professionalisierten Disziplin mit spezifischen Qualifikationsanforderungen aufzuarbeiten und die Rolle der Verbandsinitiativen dabei kritisch zu hinterfragen.
- Historische Entwicklung des PR-Berufsbildes
- Verhältnis zwischen Begabungsideologie und fachlicher Ausbildung
- Systematisierung des Bildungsmarktes und Ausbildungsstrukturen
- Rolle von Berufsverbänden bei der Qualitätssicherung
- Vergleichende Analyse von Ausbildungsformen (Hochschulen vs. private Institute)
Auszug aus dem Buch
3.1 Begabungsberuf im Wandel
Die Frage nach den Ansprüchen, die von Berufsanwärtern im Bereich Öffentlichkeitsarbeit gefordert werden, stellt sich bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Auffällig ist, dass zu dieser Zeit besonders stark ausgeprägte positive Charaktereigenschaften, wie Integrität, Diskretion und Objektivität neben überdurchschnittlich vielseitigem Wissen im Vordergrund stehen. Begründen lässt sich diese starke Fixierung auf die Person der Berufsanwärter mit dem Wunsch der Etablierung des Berufstandes. Die besonders hohen Qualitätsansprüche an die Praktiker sollten auf diesen sich festigenden Beruf abfärben.
Der Beruf Öffentlichkeitsarbeit etabliert sich trotz alledem langsam. Erst in den 60er Jahren konnten dahingehend Fortschritte gemacht werden: „Dass sich das Berufsfeld jedoch zunehmend konsolidierte, ist international an der hohen Zahl der Berufsverbandsgründungen abzulesen.“ (WIENAND 2003: 114) In Deutschland war die Deutsche Public Relations Gesellschaft der erste Berufsverband für die Öffentlichkeitsarbeit. Zielsetzung der Verbandsinitiativen war es die geforderten Ansprüche an die Praktiker durchzusetzen und so eine gewisse Auslese unter den Berufstätigen zu treffen.
Auch der Verband hebt persönliche Eigenschaften hervor und bestätigt den Beruf somit weiterhin als Begabtenberuf. Darüber hinaus wird so auch eine gesellschaftliche Bedeutung beschrieben und somit die eigene Arbeit legitimiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Quo vadis Public Relations?: Einleitung in die Thematik des Wandels im PR-Berufsbild und dessen Abhängigkeit von gesellschaftlichen Entwicklungen hin zur Mediengesellschaft.
2. Public Relations – Ein Überblick: Klärung des PR-Begriffes anhand verschiedener Definitionen sowie Erläuterung der historischen Wurzeln und der Kernfunktion der PR als Prozess der Öffentlichkeitsherstellung.
3. Ausbildung im Spiegel der Zeit: Analyse der zeitlichen Entwicklung vom impliziten Begabungsberuf hin zu einem differenzierteren Anforderungsprofil unter Einbezug von Berufsverbänden.
4. Gegenwärtige Ausbildungsmöglichkeiten: Überblick über die diversen Bildungsangebote, von universitären Studiengängen bis hin zu spezifischen Institutionen wie DAPR oder DIPR.
5. Perspektiven: Fazit zur notwendigen weiteren Professionalisierung durch Verbandszusammenarbeit und Standardisierung der Ausbildungsqualität.
Schlüsselwörter
Public Relations, Öffentlichkeitsarbeit, Ausbildung, Berufsfeld, Professionalisierung, Begabungsberuf, DPRG, GPRA, Qualifikationsprofil, Qualitätssicherung, Bildungsmarkt, Kommunikationswissenschaft, Verbandsinitiativen, Medienberufe, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die historische und aktuelle Entwicklung der Ausbildung im Bereich Public Relations in Deutschland und beleuchtet dabei, wie sich das Berufsbild von einer persönlichen Begabung zu einer fachlich qualifizierten Disziplin gewandelt hat.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Historie der PR, der Wandel von Anforderungen an PR-Praktiker, die Vielfalt und Intransparenz des aktuellen Bildungsmarktes sowie die regulierende Rolle der Berufsverbände.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, den Status quo der Ausbildungssituation zu beschreiben, die Rolle der Verbände bei der Etablierung von Standards kritisch zu bewerten und die notwendigen Schritte für eine zukünftige Professionalisierung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung chronologischer Entwicklungen sowie der Auswertung von Verbandsinitiativen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zum PR-Begriff, eine chronologische Betrachtung der Ausbildungsgeschichte in Deutschland sowie eine detaillierte Bestandsaufnahme aktueller Ausbildungsinstitutionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Professionalisierung, Begabungsberuf, Ausbildungssysteme, Verbandsinitiativen und Qualitätssicherung.
Welchen Stellenwert nimmt die DPRG in der Untersuchung ein?
Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) nimmt eine zentrale Rolle ein, da sie als ältester Berufsverband in allen Phasen der Berufsentwicklung präsent war und maßgeblich an den bisherigen Bemühungen zur Standardisierung beteiligt war.
Warum wird im Dokument von einem "undurchsichtigen Bildungsmarkt" gesprochen?
Aufgrund des Fehlens einheitlicher Standards hat sich ein massives Überangebot an unterschiedlichsten Ausbildungsträgern entwickelt, bei dem laut Autor nur ein kleiner Bruchteil als qualitativ hochwertig und anerkannt gilt.
- Quote paper
- Christian Laukat (Author), 2006, Ausbildung im Berufsfeld PR - Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft - ein Abriss mit besonderem Blick auf Verbandsinitiativen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57015