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Die technische Gestaltung des Doppelgängermotivs in Krzysztof Kieslowskis Film "Die zwei Leben der Veronika"

Title: Die technische Gestaltung des Doppelgängermotivs in Krzysztof Kieslowskis Film "Die zwei Leben der Veronika"

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Irina Blyumkina (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Der Mythos über Narziss, der sich in sein Abbild im Wasser verliebt hat, gab den Anfang der Epoche des Ästhetizismus und seitdem wird das Thema des menschlichen Spiegelbildes immer wieder aktuell. Die Schriftsteller und Dichter stellten in ihren Werken durch viele Jahre hindurch ihre eigene Interpretation des klassischen Themas dar. Seine Erweiterung fand dieser Aspekt im Doppelgängermotiv, das traditionell auf der vollständigen Gleichheit von zwei Gesichtern, der physischen Ähnlichkeit beruht. In verschiedenen Literaturepochen wurde es zu der für die jeweilige Richtung charakteristischen Variation überarbeitet. So kann man zwei Varianten des Doppelgängeraspekts unterscheiden, die auch das literarische Motiv prägen: die Doppelgänger existieren parallel, nebeneinander - man spricht deswegen von physischen Doppelgängern -oder sie existieren nacheinander - hier tritt die mystische oder religiöse Dimension in Kraft. Die Wirkung, die der Doppelgänger auf seine Umgebung hat sowie das sich damit eröffnende Feld von verschiedenen Schicksalgeflechten und Wechselfällen haben auch die Aufmerksamkeit der Kinematographie auf dieses Motiv in ihren Filmen gelenkt. Der polnische Regisseur Krzysztof Kieślowski, dem der kinematographische Durchbruch durch die Überarbeitung von den zehn biblischen Geboten in seinem „Dekalog“ gelang, repräsentiert sein Verständnis von dem Thema in „ Die zwei Leben der Veronika“ (La double vie de Véronique. Frankreich/ Polen 1991). In diesem Film hat er die Mitte in der Auffassung des Doppelgängeraspekts erreicht: die zwei Hauptheldinnen, die polnische Veronika und die französische Véronique existieren zuerst nebeneinander und nach dem Tod von Veronika hintereinander. ( eine mögliche Interpretation). Da der filmische Text nicht nur vom Inhalt lebt, sondern auch die Kategorie des Bildes und des Tons umfasst, wird das Thema des Doppelgängertums in Kieślowskis Film auch auf der visuellen Ebene vollzogen. Zu der visuellen Ebene gehören die technische Realisation (Kameraeinstellungen) und Ton (Geräusche, Musik). Der Aspekt der visuellen Darstellung des Doppelgängermotivs soll im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen. Die Arbeit versucht die Parallelen zwischen den inhaltlichen Verweisen des Films auf das Motiv und seiner technischen Gestaltung festzustellen. Dabei werden Einflüsse von Kieślowskis Vorgängern und seinen früheren Filmen zu diesem Thema untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Motiv der Doppelgängigkeit in der Literatur und im Film

Intertextualität in „Die zwei Leben der Veronika“

2.2. Die technische Gestaltung des Doppelgängermotivs auf verschiedenen Ebenen :

2.2.1. Kameraeinstellungen

2.2.2. Licht, Farbe

2.2.3. Ton, Montage

2.2.4. Musik

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Doppelgängermotiv in Krzysztof Kieślowskis Film „Die zwei Leben der Veronika“ und analysiert, wie dieses inhaltliche Thema durch filmästhetische und technische Mittel auf der visuellen sowie auditiven Ebene umgesetzt wird.

  • Analyse des Doppelgängermotivs in Literatur und Film
  • Untersuchung der technischen Umsetzung durch Kameraführung
  • Bedeutung von Licht- und Farbgestaltung für die Motivik
  • Rolle von Ton und Montage zur Verknüpfung paralleler Welten
  • Einsatz von Musik als dramatisches Element

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Kameraeinstellungen

„ Ein magischer Augenblick, wie er nur im Kino möglich ist: Auf dem Marktplatz in Krakau sieht ein Mädchen, gerade von einigen demonstrierenden Studenten umgerannt, plötzlich sich selbst (ihr Double?) hinter der Scheibe eines Touristenbusses, das Mädchen im Bus sieht draußen auf dem Platz sich selbst (ihr Double?), fotografiert das (andere) Ich. Eine wirbelnde Bewegung der verschwimmenden Identität“, schreibt einer der Kritiker über die Schlüsselsequenz, den Höhepunkt aller von Kieślowski und seinem talentierten Kameramann realisierten Kameraeinstellungen im Film „Die zwei Leben der Veronika“. Davon, dass Kieślowski mit dieser Sequenz etwas Außergewöhnliches und Rätselhaftes im Bewusstsein des Zuschauers ausgelöst hat, zeugen die Äußerungen zu dieser Szene mit den charakterisierenden Epitheta schwindelerregend und wirbelnd.

Beim Anhänger des Enigmatischen kommt das Doppelgängermotiv im Film nicht nur auf der inhaltlichen Ebene vor, sondern wird auch regelrecht auf der visuellen Ebene betont. Krzysztof Kieślowski gelingt es, das Thema der physischen Identität auch auf die technische Ebene zu übertragen und dort bestimmte Ähnlichkeiten in Kamerapositionen in den Sequenzen mit Veronika und Véronique zu erzielen. Der subjektive Charakter der Bilder, der in den meisten Kameraeinstellungen dominiert, spiegelt die Wahrnehmung der äußeren Welt von Kieślowski selbst wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das klassische Doppelgängermotiv ein und stellt die Forschungsfrage nach dessen technischer und visueller Umsetzung in Kieślowskis Film.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die literarische Tradition des Motivs, die intertextuellen Bezüge des Regisseurs sowie die detaillierte Gestaltung durch Kameraeinstellungen, Licht, Farbe, Ton, Montage und Musik.

3. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont Kieślowskis Fähigkeit, durch ein Mosaik aus filmischen Mitteln eine geheimnisvolle Verbindung zwischen den beiden Hauptfiguren zu schaffen, ohne dabei auf einfache Schwarz-Weiß-Malerei zurückzugreifen.

Schlüsselwörter

Krzysztof Kieślowski, Die zwei Leben der Veronika, Doppelgängermotiv, Filmästhetik, Kameraeinstellung, Lichtgestaltung, Farbsymbolik, Tonspur, Montage, Intertextualität, Metaphysik, Identität, Sławomir Idziak, Zbigniew Preisner, Seelenwanderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit befasst sich mit der filmischen Inszenierung des Doppelgängermotivs in Krzysztof Kieślowskis Werk „Die zwei Leben der Veronika“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Verbindung von inhaltlichen Motiven (Doppelgängertum, Identität, Tod) mit technischer Filmgestaltung (Kamera, Farbe, Ton).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Parallelen zwischen den inhaltlichen Verweisen des Films auf das Motiv und seiner technischen Gestaltung durch den Regisseur festzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die den Text des Films im Kontext seiner technischen Realisation und unter Berücksichtigung von Referenzen auf andere Filme untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die literarische Herleitung des Motivs und die detaillierte Untersuchung visueller und auditiver Gestaltungsmittel wie Kameraführung, Farbdramaturgie und Musik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Doppelgängermotiv, Intertextualität, visuelle Ebene, Metaphysik und die filmspezifischen Gestaltungsmittel des Regisseurs.

Warum spielt die Farbe Rot eine so zentrale Rolle im Film?

Rot wird laut der Arbeit als mehrfach kodiertes Symbol für Tod, Liebe, Gefahr und die physische Doppelgängigkeit der beiden Hauptfiguren eingesetzt.

Welche Bedeutung kommt der Kameraführung zu?

Die Kameraführung dient dazu, den subjektiven Blick des Individuums abzubilden und eine Verbindung zwischen den beiden Protagonistinnen herzustellen, indem identische Kamerapositionen in Schlüsselmomenten genutzt werden.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Musik?

Musik wird als „handelnde Person“ und syntaktisches Verbindungselement zwischen den zwei parallelen Welten des Films analysiert.

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Details

Title
Die technische Gestaltung des Doppelgängermotivs in Krzysztof Kieslowskis Film "Die zwei Leben der Veronika"
College
University of Marburg  (Institut für neuere deutsche Literatur und Medien)
Course
Hauptseminar 'Krzysztof Kieślowski'
Grade
1,7
Author
Irina Blyumkina (Author)
Publication Year
2003
Pages
29
Catalog Number
V57017
ISBN (eBook)
9783638515641
ISBN (Book)
9783656814573
Language
German
Tags
Gestaltung Doppelgängermotivs Krzysztof Kieslowskis Film Leben Veronika Hauptseminar Kie&#347
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Irina Blyumkina (Author), 2003, Die technische Gestaltung des Doppelgängermotivs in Krzysztof Kieslowskis Film "Die zwei Leben der Veronika", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57017
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