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Richard Wagner und Johann Wolfgang v. Goethe

Title: Richard Wagner  und Johann Wolfgang v. Goethe

Essay , 2006 , 22 Pages

Autor:in: Prof. Dr. Peter P. Pachl (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Goethes Werke und Brief¬wechsel gehörten zeitlebens zu Wag¬ners Lektüre, wodurch ebenfalls Anregungen in sein eigenes Schaffen einflossen. Darüber hinaus suchte Wagner Erfahrungen und Erlebnisse Goethes nachzuemp¬finden. Wagner übernahm Goethesche Ge¬danken in seine Lebensphilosophie und erkannte in Goethe bereits Schopenhauersches Ideengut vorgeprägt. In seinen Träumen unterhielt er sich mit Goethe.

Der „Faust'-Rezeption Wagners gilt ein Schwerpunkt der Arbeit.
Für die Aufführung von Beethovens 9. Symphonie zog Wagner Zitate aus Goethes „Faust" heran, und in seinem theoretischen Hauptwerk „Oper und Drama" setzt er Goethes künstlerische Gestaltung des griechischen Lebens ebenfalls mit der Komposition von Beethovens „wichtig¬sten symphonischen Sätzen" gleich.
Goethes Oeuvre fand aber auch Niederschlag in Wagners Kompositionen, von den frühen„Sieben Kompositionen zu Goethes Faust“ über die geplante „Faust-Symphonie" zur „Faust-Ouvertüre" über das Motto zum späten Festmarsch für Nordamerika.
Immerhin dachte sich Wagner für den „Faust" eine dem Totaltheater ver¬wandte Bühne aus und diskutierte Fragen zur Kostümierung mit seiner Frau Cosima.

Weiter zieht die Arbeit Parallelen in der Arbeit beider Theaterdirektoren, wobei Eckermanns Gespräche auf der einen, Cosima Wagners Tagebücher auf der anderen Seite wichtige Quellen darstellen. Dabei kommt der Autor zu dem Ergebnis einer deutlichen Divergenz hinsichtlich der theatralischen Realisierung der Pläne beider Theaterdirektoren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Wagner und Goethe

Wagners Faust-Ouvertüre

Wagner im Zeichen Goethes

Wagners „Faust“-Rezeption

Die Theaterdirektoren

Goethe als Vorbild

Exkurs: Max Reinhardt zur Frage der Musik in „Faust“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefgreifende und ambivalente Auseinandersetzung Richard Wagners mit dem Werk und der Persönlichkeit Johann Wolfgang von Goethes, insbesondere im Hinblick auf dessen „Faust“. Dabei wird analysiert, wie Wagner Goethes Konzepte in seine eigene Kunsttheorie integrierte, sie kritisch hinterfragte und als Maßstab für die Entwicklung seines eigenen Musikdramas nutzte.

  • Analyse der Rezeption von Goethes „Faust“ durch Richard Wagner im Kontext seiner künstlerischen Entwicklung.
  • Untersuchung der theoretischen und praktischen Analogien zwischen Wagner als Festspielleiter und Goethe als Theaterdirektor.
  • Betrachtung von Wagners Umgang mit Goethes dramatischen Stoffen und der Kritik an zeitgenössischen Inszenierungen.
  • Synthese der ästhetischen Parallelen in Bezug auf das „Gesamtkunstwerk“ und die Vorstellung einer theatralischen Illusion.
  • Reflexion über Max Reinhardts musikalische Ansätze zur „Faust“-Inszenierung als ergänzender Exkurs.

Auszug aus dem Buch

Wagner und Goethe

Goethe, der von 1791-1817 als Theaterleiter in Weimar selbst auch als „Operndirektor" fungierte, hatte ein gespaltenes Verhältnis zur Musik. Er schätzte Cherubini und Mozart als Opernkomponisten, verkannte aber Schubert und Beethoven, die seine Gedichte vertont hatten. Müßig zu fragen, was Goethe über Wagner gesagt hätte, aber mit Sicherheit kann man ihn nicht zu den Propheten Wagners zählen. Eine Oper war für Goethe dann gut, wenn sich das Libretto auch ohne Musik geben ließ und ihm dann als Stück gefiel.

Wagners „Ring" bestand immerhin diese Probe, als erstmals im Jahre 1971 die (gekürzte) „Ring"-Dichtung in den Münchner Kammerspielen als politisches Drama ohne Musik gegeben wurde: anfangs belustigt, ließen sich Publikum und Darsteller zusehends vom Text tragen und fühlten sich offensichtlich wohl dabei.

Zusammenfassung der Kapitel

Wagner und Goethe: Dieses Kapitel beleuchtet das grundlegend gespaltene Verhältnis Goethes zur Musik und vergleicht es mit Wagners eigenen Erfahrungen und seiner lebenslangen, intensiven Lektüre von Goethes Werken.

Wagners Faust-Ouvertüre: Hier wird die Genese der Faust-Ouvertüre beschrieben, von den ersten Entwürfen in Paris über den Briefwechsel mit Liszt bis hin zur finalen Überarbeitung und Uraufführung in Zürich.

Wagner im Zeichen Goethes: Dieser Abschnitt zeigt auf, wie Wagner Goethes Erlebnisse und Sentenzen in sein Leben und Schaffen integrierte und wie er Goethe als Idealist anstatt als Vertreter des Realismus interpretierte.

Wagners „Faust“-Rezeption: Der Text analysiert Wagners kritische Haltung gegenüber opernhaften Bearbeitungen des „Faust“ und verortet das Werk als Scheidepunkt zwischen mittelalterlichem Roman und dem dramatischen Stoff der Zukunft.

Die Theaterdirektoren: Das Kapitel vergleicht die Ansätze Wagners und Goethes als Theatermacher, insbesondere im Hinblick auf Inszenierungspraxis und die Rolle des Musiktheaters.

Goethe als Vorbild: Hier wird untersucht, inwieweit Goethe für Wagner als Vorbild in der Festspieltheorie fungierte und wie theoretische Konzepte zur optischen und akustischen Illusion bereits bei Goethe angelegt waren.

Exkurs: Max Reinhardt zur Frage der Musik in „Faust“: Ein Exkurs über Max Reinhardts Bemühungen, für seine „Faust“-Inszenierung eine musikalische Untermalung zu finden, die den Geist des Werkes trifft, unter anderem unter Verwendung der Musik von Berlioz.

Schlüsselwörter

Richard Wagner, Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Musikdrama, Gesamtkunstwerk, Festspielhaus, Theaterdirektor, Musikästhetik, Franz Liszt, Max Reinhardt, Hector Berlioz, Regietheater, Theatergeschichte, Literaturrezeption, Dramentheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die komplexe intellektuelle und künstlerische Beziehung Richard Wagners zu Johann Wolfgang von Goethe, wobei der Schwerpunkt auf der Rezeption des „Faust“ und der Entwicklung des Musikdramas liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die gegenseitige Beeinflussung von Dichtung und Musik, die Entwicklung der Festspielidee, die Problematik der theatralischen Illusion sowie die Kritik an zeitgenössischen Opernbearbeitungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Wagners Goethe-Rezeption nicht nur als literarische Vorliebe, sondern als produktive Auseinandersetzung darzustellen, die Wagners eigene ästhetische Theorie maßgeblich mitgeformt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die primär auf der Auswertung von Briefen, Schriften, Tagebüchern und theoretischen Aufsätzen Wagners und Goethes basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte der Faust-Ouvertüre, die theoretischen Parallelen zwischen den Theaterkonzepten von Goethe und Wagner sowie Wagners scharfe Kritik an Gounods Faust-Vertonung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Wagner, Goethe, Faust, Gesamtkunstwerk und Musikdrama beschreiben.

Wie bewertete Wagner Goethes „Faust“ in seinen späten Lebensjahren?

Wagner betrachtete den „Faust“ zeitlebens als das „schönste Buch“ in deutscher Sprache, setzte sich aber gleichzeitig kritisch mit der Figur Fausts auseinander, den er als „phantastischen Gelehrten“ und Philistervorbild sah.

Inwiefern beeinflusste Goethe Wagners Idee des „unsichtbaren Theaters“?

Wagner sah in Goethes theoretischen Forderungen, etwa dass der Musikus nicht sichtbar sein sollte, eine Vorwegnahme seines eigenen Wunsches nach einem unsichtbaren Orchester und Theaterraum.

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Details

Title
Richard Wagner und Johann Wolfgang v. Goethe
College
Ruhr-University of Bochum  (Musikalisches Zentrum)
Course
Vortrag beim Faust-Symposion
Author
Prof. Dr. Peter P. Pachl (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V57072
ISBN (eBook)
9783638516105
ISBN (Book)
9783638665087
Language
German
Tags
Richard Wagner Johann Wolfgang Goethe Vortrag Faust-Symposion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Prof. Dr. Peter P. Pachl (Author), 2006, Richard Wagner und Johann Wolfgang v. Goethe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57072
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