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Wettbewerbsschaffung und -sicherung auf den europäischen Erdgasmärkten

Title: Wettbewerbsschaffung und -sicherung auf den europäischen Erdgasmärkten

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Florian Feick (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

Die Bedeutung von Gas als Energieträger hat in den letzten Jahren exorbitant zugenommen. Der Gasmarkt ist ein Markt, der seit jeher eine wettbewerbsfeindliche Struktur aufweist, welche durch Ausnahmebereiche im Kartellrecht legalisiert wurde. Die wettbewerbsfeindliche Struktur fand ihre Ausprägung in nationalen oder regionalen Gebietsmonopolen und einer großen Anzahl von öffentlichen Unternehmen. Dies war im Zuge des dynamischen europäischen Integrationsprozesses und dem formulierten Ziel eines europäischen Binnenmarktes zunehmend untragbar. Es wurden also in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, auf den europäischen Gasmärkten Wettbewerb zu schaffen und den sogenannten Gasbinnenmarkt zu errichten.
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, den Prozess der Wettbewerbsschaffung auf den europäischen Erdgasmärkten zu beschreiben und hierbei insbesondere die konkrete Umsetzung der wettbewerblichen Öffnung zu untersuchen. Darüber hinaus sollen wettbewerbsrelevante Problemfelder erörtert und analysiert werden. Nicht zuletzt soll ein Ausblick in die Zukunft der Wettbewerbsschaffung im Erdgasmarkt gegeben werden.
Entsprechend ist die vorliegende Arbeit wie folgt aufgebaut. Nach der Einleitung werden im zweiten Kapitel die Grundlagen der Erdgaswirtschaft in Europa dargelegt. Welche Besonderheiten weist der Energieträger Erdgas auf und wie ist die Wertschöpfungskette in der Erdgaswirtschaft? Das dritte Kapitel beschreibt den Prozess der Wettbewerbsschaffung auf den europäischen Erdgasmärkten und stellt grundsätzliche Überlegungen zum Regulierungsbedarf der Erdgaswirtschaft an. Von einer Situation ausgehend, die geprägt war von Monopolen und Wettbewerbsverhinderung, wurden sukzessive die rechtlichen Grundlagen für die wettbewerbliche Öffnung auf den europäischen Erdgasmärkten erarbeitet. Treibender Faktor in diesem Prozess war die Europäische Kommission. Das vierte Kapitel schildert den Stand der Umsetzung der Erdgasbinnenmarktrichtlinie exemplarisch am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland. Das Problem der langfristigen Gaslieferverträge wird in diesem Kapitel noch einmal besonders thematisiert.
Das fünfte Kapitel fasst zusammen und versucht den weiteren wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf für eine fortschreitende Wettbewerbsschaffung auf deutscher und europäischer Ebene zu umreißen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Erdgaswirtschaft in Europa

2.1 Charakteristika und Besonderheiten des Energieträgers Erdgas

2.2 Die Wertschöpfungskette der Gaswirtschaft

2.3 Anteil von Erdgas am Energieverbrauch Europas

3. Schaffung von Wettbewerb auf den europäischen Erdgasmärkten

3.1 Ausgangssituation: Monopole und Verhinderung von Wettbewerb

3.2 Regulierungsbedarf für die Erdgaswirtschaft?

3.3 „Vollendung des Binnenmarkts“ (1988)- Entstehung der Idee eines Energiebinnenmarktes

3.4 Erdgastransitrichtlinie aus dem Jahr 1991

3.5 Erdgasbinnenmarktrichtlinie 98/30/EG aus dem Jahr 1998

3.5.1 Marktöffnung

3.5.2 Organisation des Netzzugangs

3.5.3 Unbundling

3.6 Bestandsaufnahme der Wettbewerbsintensität im europäischen Erdgasmarkt

4. Stand der Umsetzung der europäischen Erdgasbinnenmarktrichtlinien am Beispiel Deutschland

4.1 Erstes Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts (EnWG)

4.2 Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts

4.3 Zweites Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts aus dem Jahr 2005- Vom verhandelten zum regulierten Netzzugang

4.4 Problem der langfristigen Gaslieferverträge

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit beschreibt den Prozess der Wettbewerbsschaffung auf den europäischen Erdgasmärkten, analysiert die konkrete Umsetzung der wettbewerblichen Öffnung sowie wettbewerbsrelevante Problemfelder und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.

  • Grundlagen und Besonderheiten der europäischen Erdgaswirtschaft
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und europäische Richtlinien
  • Vergleich der Modelle des Netzzugangs (verhandelt vs. reguliert)
  • Umsetzung der Liberalisierung am Beispiel Deutschland
  • Herausforderungen durch langfristige Gaslieferverträge

Auszug aus dem Buch

3.5.2 Organisation des Netzzugangs

Die Organisation des Netzzugangs ist der essentielle Punkt der Reform, denn der Netzzugang ist entscheidend für die freie Lieferantenwahl und eine der wichtigsten Voraussetzungen für effektiven Wettbewerb auf den Erdgasmärkten. Die Richtlinie bestimmt, dass der Netzinhaber sein Netz für Gaslieferungen gegen ein Entgelt zur Verfügung stellen muss. Die Variationsmöglichkeiten der konkreten Ausgestaltung für den Netzzugang sind jedoch relativ groß. Wirksamer Wettbewerb in der leitungsgebundenen Industrie erfordert die Öffnung der bestehenden Übertragungs- und Verteilernetze für alle Strom- und Gasversorger. Dafür ist ein effektives, kostengerechtes Netzzugangsregime unumgänglich. Hinzu kommt, dass die Netze in vielen Mitgliedstaaten vertikal integrierter Bestandteil von Versorgungsunternehmen sind. Neben der Sicherstellung eines kostengerechten Netzzugangs ist daher zusätzlich der diskriminierungsfreie Netzzugang zu gewährleisten. (vgl. Schaub, 2003, S.10).

Damit Konkurrenten ohne eigene Netzinfrastruktur der Zugang zu wesentlichen Einrichtungen (Essential Facilities) ermöglicht wird, und somit Wettbewerb geschaffen werden kann, haben sich verschiedene Netzzugangsmodelle mit unterschiedlichen Verfahren zur Bestimmung der Netznutzungsbedingungen herausgebildet. Eine dieser Möglichkeiten ist der verhandelte Netzzugang (Negotiated TPA), welcher auf US-amerikanischem Antitrust-Recht basiert (vgl. Schulze, 2004, S.14). Wie wir in den folgenden Ausführungen der vorliegenden Arbeit sehen werden, ist der verhandelte Netzzugang die Ausnahme, die innerhalb Europas einzig von Deutschland lange Zeit praktiziert wurde (vgl. Schaub, 2003, S.12). Beim verhandelten Netzzugang einigen sich Netzbetreiber und Netznutzer grundsätzlich privat über die jeweiligen Zugangskonditionen zu den „Essential Facilities“. Kommt es zu einem Disput zwischen Netzbetreiber und Netznutzer, kann die Kartellbehörde zur Entscheidung angerufen werden (Ex-Post Regulierung). In Deutschland war es jahrelang so geregelt, dass die kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht über marktbeherrschende Unternehmen weder zeitnah noch mit unmittelbarem Vollzug, sondern nur ex-post und bei Einlegung von Rechtsmitteln mit aufschiebender Wirkung einschreiten durfte. Daher kann mit dem Instrument des „Verhandelten Netzzugang“ kein gleichermaßen symmetrischer Zugang von internen und externen Nutzern zu Netzen und anderen wesentlichen Einrichtungen verwirklicht werden (vgl. Schulze, 2004, S.15).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Erdgas ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Prozess der Wettbewerbsschaffung sowie die Umsetzung der Marktöffnung zu analysieren.

2. Grundlagen der Erdgaswirtschaft in Europa: Hier werden die ökonomischen Spezifika des Energieträgers sowie die Wertschöpfungskette und die Entwicklung des Gasanteils am europäischen Energiemix erläutert.

3. Schaffung von Wettbewerb auf den europäischen Erdgasmärkten: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung von Monopolen hin zur Liberalisierung durch verschiedene EU-Richtlinien und diskutiert den Regulierungsbedarf.

4. Stand der Umsetzung der europäischen Erdgasbinnenmarktrichtlinien am Beispiel Deutschland: Die Analyse der nationalen Umsetzung erfolgt anhand der EnWG-Gesetzgebungen und thematisiert kritisch den Übergang vom verhandelten zum regulierten Netzzugang sowie das Problem der Langfristverträge.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den weiteren Handlungsbedarf für eine funktionierende Wettbewerbsstruktur, insbesondere durch die Implementierung von Entry-Exit-Systemen.

Schlüsselwörter

Erdgas, Wettbewerbsschaffung, Erdgasbinnenmarkt, Netzzugang, Regulierung, Energiepolitik, Essential Facility, Unbundling, Liberalisierung, EnWG, Gaslieferverträge, Bundesnetzagentur, Monopol, Marktöffnung, Energiewirtschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Prozess der Liberalisierung und der Schaffung von Wettbewerb auf den europäischen Erdgasmärkten unter besonderer Berücksichtigung der Umsetzung dieser Vorgaben in Deutschland.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ökonomischen Besonderheiten der Gasinfrastruktur, die rechtlichen Vorgaben der EU-Richtlinien, Modelle des Netzzugangs, die Entflechtung vertikal integrierter Unternehmen und die Problematik langfristiger Lieferverträge.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklung der Wettbewerbsschaffung zu beschreiben, die konkrete Umsetzung in der Bundesrepublik Deutschland zu untersuchen und wettbewerbsrelevante Problemfelder sowie zukünftigen Handlungsbedarf zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analysierende Methode, die auf der Auswertung aktueller wirtschaftswissenschaftlicher Literatur, gesetzlicher Regelungen und Monitoring-Berichten der zuständigen Behörden basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Gaswirtschaft dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Darstellung des europäischen Liberalisierungsprozesses. Abschließend wird die Umsetzung dieser Prozesse exemplarisch am Beispiel der deutschen Gesetzgebung (EnWG) beleuchtet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Erdgasmarkt, Netzzugang, Regulierung, Essential Facility, Unbundling und Wettbewerbsschaffung.

Warum war der "verhandelte Netzzugang" in Deutschland problematisch?

Das System des verhandelten Netzzugangs erwies sich als ineffizient, da die kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht nur ex-post eingreifen konnte, was keine symmetrischen Bedingungen für interne und externe Netznutzer schuf und zu marktbeherrschendem Verhalten führte.

Welche Rolle spielt die Bundesnetzagentur nach 2005?

Die Bundesnetzagentur fungiert als Regulierungsbehörde, die für die Genehmigung von Netzentgelten, die Überwachung der Entflechtung und die Sicherstellung eines diskriminierungsfreien Wettbewerbs in der Gaswirtschaft verantwortlich ist.

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Details

Title
Wettbewerbsschaffung und -sicherung auf den europäischen Erdgasmärkten
College
University of Tubingen
Course
Europäische Wettbewerbs- und Regulierungspolitik
Grade
1,3
Author
Florian Feick (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V57074
ISBN (eBook)
9783638516129
ISBN (Book)
9783656810285
Language
German
Tags
Wettbewerbsschaffung Erdgasmärkten Europäische Wettbewerbs- Regulierungspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Feick (Author), 2006, Wettbewerbsschaffung und -sicherung auf den europäischen Erdgasmärkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57074
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