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Kritik der Sprachkritik. Die sprachkritischen Ansätze in Victor Klemperers "LTI" und Sternbergers "Wörterbuch des Unmenschen"

Vergleich und Bewertung

Title: Kritik der Sprachkritik. Die sprachkritischen Ansätze in Victor Klemperers "LTI" und Sternbergers "Wörterbuch des Unmenschen"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katrin Bade (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Über die Sprache des Nationalsozialismus ist viel geschrieben worden und berechtigterweise wurde in diesem Zuge sehr viel Kritik an dem die Menschenverachtung und Brutalität des Regimes widerspiegelnden Sprachgebrauch geübt. Die beiden sprachkritischen Werke, die dem Zusammenbruch des 3. Reichs unmittelbar folgten, sind von daher interessant, als sie zeitnah zum kritisierten Objekt verfasst wurden und dass zu diesem Zeitpunkt die Sprachkritik keinen besonders festen Stand innerhalb der Sprachwissenschaften hatte.
Es geht in dieser Arbeit nicht um die Bewertung der Sprache im Nationalsozialismus. Der Fokus liegt vielmehr auf der Betrachtung des den beiden Werken LTI und Aus dem Wörterbuch des Unmenschen zugrundeliegenden Begriffs der Sprachkritik. Der von den Autoren untersuchte und bewertete Bereich weist trotz des gleichen bzw. sehr ähnlichen Themas große Unterschiede auf. Diese sind sowohl daran festzumachen , welche Phänomene überhaupt in den Bereich der Sprachkritik fallen, als auch in der Art der Bewertung.
Zu hinterfragen ist in diesem Zusammenhang, ob das jeweilige Verständnis von Sprachkritik den wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und ob die Art der Kritik angemessen ist. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, zunächst eine eingehendere Betrachtung dessen vorzunehmen, was Sprachkritik kann und soll. Wichtig ist also eine Erörterung der Kriterien, die Sprachkritik nachvollziehbar und fundiert werden lassen.
Abschließend werden die beiden Werke gegenüber gestellt und eine Bewertung des Sprachkritikbegriffs vorgenommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen der Sprachkritik

3. LTI – Notizbuch eines Philologen: die Sprachkritik Victor Klemperers

3.1 Klemperers sprachkritischer Ansatz

3.2 Kritische Bewertung von Klemperers Ansatz

4. Aus dem Wörterbuch des Unmenschen: die Sprachkritik Sternbergers, Storz’ und Süskinds

4.1 Sternbergers, Storz’ und Süskinds sprachkritischer Ansatz

4.2 Kritische Betrachtung von Sternbergers, Storz’ und Süskinds Ansatz

5. LTI – Aus dem Wörterbuch des Unmenschen: eine Gegenüberstellung

6. Schlussbetrachtung

7. Literatur

7.1 Primärliteratur

7.2 Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die sprachkritischen Ansätze in Victor Klemperers "LTI – Notizbuch eines Philologen" sowie in dem von Dolf Sternberger, Gerhard Storz und Wilhelm E. Süskind verfassten "Wörterbuch des Unmenschen". Ziel ist es, die dem jeweiligen Werk zugrunde liegenden Sprachkritik-Konzepte herauszuarbeiten, deren wissenschaftliche Fundierung zu prüfen und zu bewerten, inwieweit die jeweilige Kritik den Ansprüchen an eine nachvollziehbare und angemessene Sprachbewertung genügt.

  • Vergleich zweier zentraler sprachkritischer Werke zur NS-Zeit
  • Analyse der zugrunde liegenden Begriffe von Sprachkritik
  • Überprüfung der wissenschaftlichen Methodik und Begründung der Kritik
  • Untersuchung des Bezugs zur Sprachwirklichkeit und zum Sprachgebrauch
  • Bewertung der Empathie und Zielgruppenorientierung der Autoren

Auszug aus dem Buch

3.2 Kritische Bewertung von Klemperers Ansatz

An der Darstellung Klemperers wurde kritisiert, dass er die Bereiche Sprache, Denken und Wirklichkeit in einer unzulässigen Weise aufeinander beziehe und Verbindungen zwischen ihnen herstelle, die in der Realität in einem solchen Ausmaß nicht existierten.20

Dem ist zum einen entgegenzusetzen, dass Klemperer sich wohl bewusst war, dass der Sprachgebrauch teilweise nur oberflächlich übernommen wurde, wie vor allem in der kritischen Selbstreflexion deutlich wird. Im Grunde genommen war dies genau der Punkt, der ihn an der LTI faszinierte – ihre allumfassende Macht über den Sprachgebrauch der Menschen unabhängig von deren Gesinnung.

Zum anderen lässt sich mit Hilfe eines semiotischen Modells von Ogden und Richards die Beziehung der drei Bereiche zueinander zumindest in der Theorie belegen. Das Modell geht von den drei Komponenten Sprache (Name), Denken (Begriff) und Wirklichkeit (Referent) aus, die miteinander in Beziehung stehen und aufeinander unterschiedlich determinierend wirken. Eine vollständige Bestimmung einer Komponente durch die anderen wird ausgeschlossen, und der Grad der Abhängigkeit ist immer von den gegebenen Umständen der Kommunikationssituation abhängig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Sprachkritik während der Zeit des Nationalsozialismus ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Konzepte hinter den zwei untersuchten Werken kritisch zu hinterfragen.

2. Theoretische Grundlagen der Sprachkritik: Das Kapitel erläutert die wissenschaftlichen Kriterien einer fundierten Sprachkritik, insbesondere die Unterscheidung zwischen Sprachwissenschaft und normativer Sprachkritik.

3. LTI – Notizbuch eines Philologen: die Sprachkritik Victor Klemperers: Es wird die Entstehungsgeschichte von Klemperers Werk beleuchtet und sein Fokus auf die schleichende manipulative Wirkung der LTI im Alltag aufgezeigt.

4. Aus dem Wörterbuch des Unmenschen: die Sprachkritik Sternbergers, Storz’ und Süskinds: Dieses Kapitel analysiert das Vorgehen des Autorenkollektivs, welches durch etymologische Untersuchungen und moralische Wertung Begriffe als "unmenschlich" entlarven möchte.

5. LTI – Aus dem Wörterbuch des Unmenschen: eine Gegenüberstellung: Die beiden Ansätze werden vergleichend gegenübergestellt, wobei Klemperers Kontextualisierung der starren und moralisch aufgeladenen Argumentation des "Wörterbuchs" gegenübergestellt wird.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Klemperers Werk aufgrund seiner Verankerung in der realen Sprachwirklichkeit heute noch Bestand hat, während die Kritik des "Wörterbuchs" als weitgehend theoretisch und kontextlos beurteilt wird.

7. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.

Schlüsselwörter

Sprachkritik, LTI, Wörterbuch des Unmenschen, Nationalsozialismus, Victor Klemperer, Dolf Sternberger, Sprachgebrauch, Sprachmanipulation, Sprachgeschichte, Sprachnormen, Sprachwissenschaft, Moral, Unmenschlichkeit, Sprachwandel, philologische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht zwei bedeutende, nach dem Zweiten Weltkrieg erschienene sprachkritische Werke, um deren theoretische Konzepte und ihre methodische Herangehensweise an die Sprache im Nationalsozialismus zu evaluieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Sprache und Denken, die methodische Fundierung der Sprachkritik sowie die Frage, wie "unmenschliche" Sprache innerhalb einer Gesellschaft entsteht und bewertet werden sollte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob die Sprachkritik von Klemperer sowie von Sternberger et al. wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und ob die Art der Kritik im jeweiligen Kontext nachvollziehbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine komparative Analyse vorgenommen, bei der die Kriterien einer fundierten Sprachkritik (nach Jürgen Schiewe) als Maßstab für die Bewertung der beiden Primärwerke dienen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die Ansätze von Klemperer als auch vom Autorenkollektiv des "Wörterbuchs" detailliert dargestellt, kritisch bewertet und anschließend direkt miteinander verglichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind neben den Werktiteln vor allem Sprachkritik, Sprachmanipulation, Sprachgeschichte, moralische Bewertung und Sprachwirklichkeit.

Warum wird Klemperers Ansatz als erfolgreicher bewertet?

Klemperers Ansatz gilt als fundierter, da er Sprachkritik in den konkreten historischen und sozialen Kontext einbettet und reale Sprechakte berücksichtigt, anstatt sich auf eine abstrakte moralische Verurteilung zu beschränken.

Welche Schwächen werden beim "Wörterbuch des Unmenschen" aufgezeigt?

Das Werk wird für seine unrealistischen Forderungen, die elitäre Haltung und die oft kontextlose, rein moralische Verurteilung von Begriffen kritisiert, was die Kritik für die breite Sprachgemeinschaft schwer nachvollziehbar macht.

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Details

Title
Kritik der Sprachkritik. Die sprachkritischen Ansätze in Victor Klemperers "LTI" und Sternbergers "Wörterbuch des Unmenschen"
Subtitle
Vergleich und Bewertung
College
Technical University of Braunschweig  (Seminar für deutsche Sprache und ihre Didaktik)
Course
Sprachkritik: Sprache in der NS-Zeit
Grade
2,0
Author
Katrin Bade (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V57097
ISBN (eBook)
9783638516297
ISBN (Book)
9783638665124
Language
German
Tags
Kritik Sprachkritik Vergleich Bewertung Ansätze Victor Klemperers Sternbergers Wörterbuch Unmenschen Sprachkritik Sprache NS-Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Bade (Author), 2006, Kritik der Sprachkritik. Die sprachkritischen Ansätze in Victor Klemperers "LTI" und Sternbergers "Wörterbuch des Unmenschen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57097
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