Tätigkeitsmuster hauptamtlich pädagogischer Mitarbeiter in der EB und Entwicklungstendenzen ihrer Bedeutung der Weiterbildung der Weiterbildner


Hausarbeit, 2001

13 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Professionalisierung und Professionalität

3. Hauptberuflich pädagogische Tätige in der Erwachsenen- bildung
3.1 Tätigkeitsmuster und Voraussetzungen
3.2 Hauptberufliche pädagogische Mitarbeiter in der betrieblichen Weiterbildung

4. Weiterbildung der Weiterbildenden

5. Projekte zur Weiterbildung der Weiterbildenden
5.1 Fort- und Weiterbildungsverbund (FWL)
5.2 Arbeitsstelle für die Weiterbildung der Weiterbildenden e. V. (AWW)

6. Resümee

7. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Ausarbeitung geht es um die Darstellung der Tätigkeitsmuster hauptamtlich pädagogischer Mitarbeiter in der Erwachsenenbildung, sowie um die Entwicklungstendenzen ihrer Bedeutung der Weiterbildung der Weiterbildner.

Zuerst wird kurz die Definition und Einordnung der Professionalität in die Weiterbildung (Kap. 2) aufgezeigt. Um dann auf die Tätigkeitsmuster und Voraussetzungen von hauptberuflich pädagogischen Mitarbeitern in der Erwachsenenbildung und in der betrieblichen Weiterbildung näher einzugehen (Kap. 3). Ein wichtiger Punkt in dieser Arbeit stellt Kapitel 5 dar. Die Weiterbildung der Weiterbildenden. Anschließend werden zwei Projekte zur Weiterbildung der Weiterbildenden angeschnitten. Der Fort- und Weierbildungsverbund (Kap. 6.1) und die Arbeitsstelle für die Weiterbildung der Weiterbildenden e. V. (Kap. 6.2).

2 Professionalisierung und Professionalität

Professionalisierung ist die Herausbildung eines bestimmten Berufsbildes durch die Festschreibung von Tätigkeitsmerkmalen und Kompetenzen, Ausbildungszeiten sowie Prüfungsordnungen.

Kriterium für einen professionalisierten Beruf, der nicht von einem Laien ausgeübt werden kann, ist in erster Linie eine Spezialausbildung und ein monopolisiertes Tätigkeitsfeld.

Aufgrund des rapiden Wandlungstempos gesellschaftlicher Entwicklungen, genügt es nicht mehr, sich auf die in der Erstausbildung erworbenen Kenntnisse zu beschränken. Sondern ein zentraler Punkt in der beruflichen Entwicklung ist eine stetige Weiterbildung.

Im Laufe der Zeit entstand eine neue Leitkultur, „in der das Lernen auf selbstgesteuerter und zielorientierter Art basiert“[1]. So müssen von Anfang an neue Kräfte auf die neuen Qualifikationsanforderungen vorbereitet werden. Ebenso müssen sich Fachwissenschaftler über eine stetige Weiterqualifikation erwachsenpädagogische Grundqualifikationen aneignen, um sich auf ihr Wirken in der Weiterbildung vorzubereiten. An einer fortwährenden Weiterbildung kommen selbst die Weiterbildner nicht vorbei. Denn ohne eine umfassende Professionalität des Weiterbildungspersonals ist ein erfolgreiches selbstgesteuertes Lernen nicht möglich.[2]

Ein Defizit in der Weiterbildung ist das Fehlen von „berufsständischen kammerartig organisierten Vertretungen“[3], wie sie zum Beispiel bei Ärzten und Landwirten zu finden sind. Nach Krug wäre eine berufsständische Institutionalisierung ein geeigneter Katalysator für die Entwicklung von Professionalität.

3 Hauptberufliche pädagogische Tätige in der Erwachsenenbildung

3.1 Tätigkeitsmuster und Voraussetzungen

Festangestellte sind zum Teil pädagogisch qualifiziert und weisen in einigen Fällen Diplomabschlüsse auf. - So sind zum Beispiel an der Volkshochschule von Neustadt/Weinstraße insgesamt 25 hauptberufliche Mitarbeiter/innen angestellt, von denen nur ca. die Hälfte Diplompädagogen sind.

Sie sind verantwortlich für Daueraufgaben wie Organisation, Evaluation, konzeptionelle Fragen, und Finanzierung.[4] Ihre Aufgaben liegen demnach eher im Bereich des Managements von Bildungseinrichtungen. Gelegentlich sind hauptamtliche Mitarbeiter auch lehrend tätig. Während nebenberuflich Angestellte nur für die Seminardurchführung verantwortlich sind.

Trotz gelegentlicher Überschneidungen differenzieren sich nach Schwarz die Interessenslagen zwischen hauptamtlich und nebenamtlich Beschäftigten.

Ein ausführliches Anforderungsprofil für hauptamtlich pädagogische Mitarbeiter hat zum Beispiel das Land Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit der „Landesvereinigung für ländliche Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz e. V.“ 1995 aufgestellt:

„ - Planung und Koordination der Bildungsangebote in Absprache mit den zuständigen Trägern der LEB und der LEB-Zentrale
- gemeinsame Festlegung von Schwerpunktthemen, Tagungen und Seminaren
- Erstellung eines Bildungsprogramms und Dokumentation der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit
- [...]
- Einübung neuer Formen der Erwachsenenbildung im Sinne einer fortschreitenden Professionalisierung und Qualitätsverbesserung
- Fort- und Weiterbildung von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in der Region
- [...]
- Organisation, Planung und selbständige Durchführung von Veranstaltungen, Tagungen, Seminaren in der Region
- [...]“[5]

Es wurden hier nur einige der Punkte herausgezogen und aufgezeigt.

In den letzten 30 Jahren ist in der Erwachsenenbildung eine Entwicklung zu verzeichnen, die auch die Tätigkeiten der hauptberuflichen Mitarbeiter präzisiert.

Schon in den 70er Jahren ist von einer Professionalisierung der Erwachsenenbildung die Rede. Jedoch ist der Ausbau der Erwachsenenbildung vorerst theoretisch geplant. In den Volkshochschulen sollen zukünftig hauptamtlich Tätige eingeführt werden. So sollen sie nach Jung nach und nach die Leitung aller Institutionen der Weiterbildung übernehmen. „Hauptaufgabe des Leiters ist dann die Konzipierung und Realisierung des Arbeitsplans in Zusammenarbeit mit seinem nebenberuflichen Mitarbeiterstab.“[6] Zudem sollen zu seiner Unterstützung weitere hauptamtliche pädagogische Mitarbeiter eingestellt werden. Welche die Funktion von Studienleitern wahrnehmen werden. Dabei werden eigener Unterricht, Studien und Bildungsberatung gegenüber den anderen Funktionen stark in den Hintergrund treten. Allerdings findet man trotz allem in den ländlichen Bezirken weiterhin Ein-Mann-Betriebe. Forderungen nach hauptamtlichen Leitungen bleibt größtenteils unerfüllt.[7] So sind auch heute noch in einigen Weiterbildungsinstitutionen wenige bis gar keine hauptamtlichen Mitarbeiter angestellt. Sogar Volkshochschulen in Großstädten wie zum Beispiel Mainz können keine hauptberuflichen pädagogischen Tätige aufweisen.

Um die oben genannten Forderungen zu erfüllen wird ein spezieller Studiengang der Erwachsenenbildung verlangt. Zudem sollen künftig auch Lehramtskandidaten die Chance bekommen, auf den Studiengang Erwachsenenbildung umzusteigen.

Doch wie weit sind die Entwicklungen bis heute vorangeschritten? Haben sich die Forderungen von vor 30 Jahren erfüllt?

Auf diese Fragen kann nicht mit einem ausdrücklichen ja geantwortet werden. Was die Studienbedingungen angeht, hat es eine klare Entwicklung gegeben. An vielen Universitäten wird heute zum Beispiel der Studienschwerpunkt Erwachsenenbildung innerhalb des Studiengang Diplompädagogik angeboten. Auch Lehramtskandidaten haben heutzutage die Möglichkeit nach ihrem ersten Staatsexamen zum Studiengang Diplompädagogik überzuwechseln.

Allerdings ist die Ausbildung zum Weiterbildner, so Weber in seinem Artikel „Die Zukunft der Weiterbildung wird ausgehandelt“[8], in Deutschland nicht standardisiert. Das heißt, es gibt nicht nur den Weg über das Studium zum Beruf des Erwachsenenbildners. Woraus zu schließen ist, dass Fachleute in der Weiterbildung über ein heterogenes berufliches Wissen verfügen.

Auch die Situation der hauptberuflichen Mitarbeiter in Weiterbildungseinrichtungen hat sich noch nicht wesentlich verbessert. Wie weiter oben schon erwähnt sind für sie in einigen Instituten keine Stellen ausgeschrieben. Nach Weber befinden sich Weiterbildungseinrichtungen in einer unsicheren Situation. Mögliche Gründe hierfür können sein[9]:

1) Die schon beschriebene Heterogenität in der Weiterbildung. So fällt auch die Nachfrage nach Weiterbildungsangeboten eher diskontinuierlich aus.
2) Die nicht standardisierte Ausbildung zum Weiterbildner
3) Zugang zu Tätigkeitsfeldern ist nicht reguliert
4) Der Weiterbildungssektor hat sich im Kontext variierender gesellschaftspolitischer Problemlagen und Konjunkturen entwickelt.

3.2 Hauptamtliche Mitarbeiter in der betrieblichen Weiterbildung

Im Gegensatz zu den hauptamtlichen Mitarbeitern in Weiterbildungsinstituten wie zum Beispiel der VHS, haben hauptamtlich pädagogisch Tätige in Betrieben trotz ihres hohen Status im Betrieb nur vergleichsweise geringe Befugnisse. Ein Großteil der hauptamtlichen Weiterbildner ist direkt dem Personalleiter unterstellt. Es bedarf eines großen Koordinationsaufwandes, den die betrieblichen Weiterbildungsverantwortlichen zu leisten haben, um eigene Ideen realisieren zu können.[10]

Doch „mit Koordinations- und Steuerungsproblemen haben die betrieblichen Weiterbildungsvertreter nicht nur nach „nach oben“, sondern auch „nach unten“ hin und „seitlich“ zu kämpfen.“[11] So sind Mitarbeiter, welche zu Fortbildungen eingeladen werden, selten bereit, ihre Freizeit „zu opfern“. Selbst während der Arbeitszeit kommen ihnen Weiterbildungen ungelegen, da sie meist dringende Projekte zu planen und zu verwirklichen haben.

Zudem kommt, dass die Bildungsabteilungen in Betrieben sehr gering ausgestattet sind und ihre Aufgaben äußerst heterogen sind. So haben sich die betrieblichen Weiterbildner nicht nur um Weiterbildung der vom Betrieb angestellten Mitarbeiter zu kümmern, sondern sind meist auch noch für andere Bereiche, wie den ganzen sozialen Bereich (Altersversorgung, Kantine, Werkswohnungen etc.) zuständig.

So befinden sich Mitarbeiter in der Weiterbildung (auch im außerbetrieblichen Bereich) nach Tietgens „in einem Spannungsdreieck von Teilnehmererwartung, Trägeranforderungen und Selbstanspruch, man kann auch sagen, von Adressatenverhalten, Organisationsbedingungen und eigenem Gestaltungswillen.“[12] Der hauptberufliche Mitarbeiter ist von den Reaktionen abhängig, die er hervorruft.

4 Weiterbildung der Weiterbildenden

Für Erwachsenenbildner gibt es nach Schwarz keine vorgegebenen einheitlich akzeptierte Qualifikationsstandards. Sie haben ihre speziellen Fähigkeiten für ihre Tätigkeiten häufig durch Erfahrungen und durch die Anreicherung und Anpassung vorhandener Kenntnisse. Eine fachlich gerechte und pädagogische Qualifikation weisen die wenigsten auf.

Ebenso schreibt Bayer[13], dass die Professionalität des Weiterbildungspersonals größtenteils gering ist, da die meisten über ein Lehramtsstudium oder durch learning-by-doing in der Erwachsenenbildung nach einem fachwissenschaftlichen Studium, zu ihrer Arbeit als Weiterbildner gekommen sind. So ist sie auch der Ansicht, dass „Weiterbildung in der BRD nach wie vor ein Defizitsystem ist, das für viele Menschen lebensbegleitendes Lernen eher zur Ideologie als zur Realität werden läßt“[14]. Der Abbau von Weiterbildungsbarrieren, so Bayer, erfordert eine Umstrukturierung im Sinne einer Modernisierung des Systems. Wobei hier die Regierung wenig Anzeichen für solch eine Modernisierung erkennen lässt. Aus dem Artikel von Bayer ist nicht abzulesen, ob sie noch die alte Regierung (CDU mit Bundeskanzler Kohl) oder schon die neue Regierung (SPD mit Bundeskanzler Schröder) meint. Es ist aber annehmbar, dass der Artikel schon 1997, also zur Zeit der alten Bundesregierung, verfasst wurde. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass Feuchthofen u. a. Gegenteiliges zu den Aussagen von Bayer schreiben. Hier ist die Regierung sehr Wohl an einer Modernisierung interessiert.

[...]


[1] vgl. Krug, P. in Schwarz / Hanft 2000, S. 16

[2] a. a. O. S. 21

[3] a. a. O., S. 21

[4] vgl. Schwarz, B. in Schwarz / Hanft 2000, S. 122

[5] vgl. a. a. O., S. 136

[6] vgl. Jung, U. in Schulenberg, W. u. a. 1972, S. 74

[7] a. a. O., S. 74ff

[8] vgl. Weber, K. in Grundlagen der Weiterbildung 3·1998, S. 107

[9] vgl. a. a. O., S. 107f

[10] vgl. Büchter, K. / Hendrich, H. 1996, S. 99f

[11] a. a. O., S. 101

[12] Tietgens, H. 1991, S. 105

[13] Bayer, M. in Faulstich / Bayer / Krohn 1998, S. 25

[14] a. a. O., S. 27

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Tätigkeitsmuster hauptamtlich pädagogischer Mitarbeiter in der EB und Entwicklungstendenzen ihrer Bedeutung der Weiterbildung der Weiterbildner
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Erwachsenenbildung)
Veranstaltung
Einführung in die Erwachsenenbildung
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V5718
ISBN (eBook)
9783638135160
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weiterbildung, Tätigkeitsmuster, Aufgaben, Erwachsenenbildung, hauptamtlich, Weiterbildner, Entwicklung
Arbeit zitieren
Juliane Müller (Autor), 2001, Tätigkeitsmuster hauptamtlich pädagogischer Mitarbeiter in der EB und Entwicklungstendenzen ihrer Bedeutung der Weiterbildung der Weiterbildner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5718

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