Das klassische Drama Wilhelm Tell wurde 1804 im Hoftheater in Weimar uraufgeführt. Es hat eine lange und bewegte Wirkungsgeschichte hinter sich und ist ohne Zweifel die berühmteste literarische Bearbeitung des Tell-Stoffes, die vielfältige Übersetzungen, so zum Beispiel ins Dänische, Italienische, Französische und Englische hervorgebracht hat.
Dass Schiller kein Schweizer, sondern Deutscher war und die Schweiz (im Gegensatz zum Trend seiner Zeit und zu seinen Kollegen wie etwa Goethe) nie bereist hat, ist bekannt. Dennoch wird Schillers letztes Drama in der Schweiz aufgeführt. Dies geschieht aber nicht mit der Absicht, den deutschen Dichter für die Schweiz zu vereinnahmen, sondern zeigt vielmehr die ungeheure Wirkung seiner Fassung des Wilhelm Tell auf.
Ein weiterer Beleg für die ungeheure Wirkung des Dramas ist auch die Tatsache, dass ein großer Teil der Verse des Tell zu Geflügelten Worten wurde.
Bis heute ist Wilhelm Tell bei dem Schweizer Publikum und den Touristen ausgesprochen populär. Zum Beispiel finden in Interlaken noch immer jährlich die berühmten Tellspiele statt. Die Aufführungen in Tells Heimat Altdorf werden hingegen in größeren Abständen rea-lisiert und richten sich eher an das einheimische Publikum.
In jedem Fall ist das Drama ein Klassiker schulischer Lektürelisten, das in verschiedenen Jahrgangsstufen und Schultypen Berücksichtigung findet und mit Hilfe der hier angedachten Unterrichtsreihe beispielsweise in einer achten Klasse erarbeitet werden könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse des Werks
1.1 Der Autor: Friedrich Schiller
1.2 Entstehungshintergrund
1.3 Inhaltsangabe
1.4 Handlungsstränge
1.4.1 Tell-Handlung
1.4.2 Öffentliche Sache
1.4.3 Bertha-Rudenz-Handlung
1.5 Wirkungsgeschichte
2. Didaktische Reduktion
3. Überblick über den Stundenverläufe
3.1 Erste Annäherung an den Text
3.2 Einbruch des Unheils in die Alpenidylle
3.3 Tell als Held
3.4 Inhaltliche Zusammenfassung der Apfelschussszene und erste interpretatorische Ansätze
3.5 Einteilung der Apfelschussszene in fünf Sinnabschnitte
3.6 Kreatives Schreiben
3.7 Geßler: Tells Gegenspieler
3.8 Tötung Geßlers
3.9 Vergleich Tell / Parricida
3.10 Gertrud und Hedwig
3.11 Dramentheorie
3.12 Szenische Darstellung der Apfelschussszene
4. Detaillierte Planung ausgewählter Stunden
4.1 Vergleich Tell / Parricida
4.1.1 Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe
4.1.2 Fachwissenschaftliche Analyse des Stundenthemas
4.1.3 Didaktische Reduktion
4.1.4 Lernziele bzw. angestrebte Kompetenzen bei den Schülern
4.1.5 Verlauf der Stunde (in Unterrichtsschritten)
4.1.6 Inhaltssicherung
4.2 Geßler: Tells Gegenspieler
4.2.1 Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe
4.2.2 Fachwissenschaftliche Analyse des Stundenthemas
4.2.3 Didaktische Reduktion
4.2.4 Lernziele bzw. angestrebte Kompetenzen bei den Schülern
4.2.5 Verlauf der Stunde (in Unterrichtsschritten)
4.2.6 Inhaltssicherung
4.3 Tell als Held
4.3.1 Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe
4.3.2 Fachwissenschaftliche Analyse des Stundenthemas
4.3.3 Didaktische Reduktion
4.3.4 Lernziele bzw. angestrebte Kompetenzen bei den Schülern
4.3.5 Verlauf der Stunde (in Unterrichtsschritten)
4.3.6 Inhaltssicherung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der systematischen Unterrichtsplanung zu Friedrich Schillers Drama „Wilhelm Tell“ für das Proseminar „Ganzschriften in der Sekundarstufe I“. Ziel ist es, den Schülern einen Zugang zum literarischen Klassiker zu ermöglichen, die Sprachbarrieren abzubauen und das Drama als zeitloses Werk über die Befreiung von politischer Unterdrückung zu erschließen, wobei ein besonderer Fokus auf dem kritischen Verständnis von Heldentum und individueller moralischer Verantwortung liegt.
- Analyse der zentralen Handlungsstränge des Dramas
- Entwicklung didaktischer Konzepte für den Literaturunterricht
- Vergleichende Untersuchung der Tötungsdelikte durch Tell und Parricida
- Evaluation von Charakterentwicklungen und Rollenbildern
- Praktische Erarbeitung durch szenische Inszenierung
Auszug aus dem Buch
1.1 Der Autor: Friedrich Schiller
Friedrich Schiller gilt neben Johann Wolfgang von Goethe als der Repräsentant des Sturm und Drang sowie der Deutschen Klassik. Neben seiner Lyrik und seinen Dramen sind auch seine theoretischen Schriften von hoher Bedeutung, weshalb Kaufmann zurecht daraufhin weist, dass „die nationale Identität der Deutschen […] noch immer wesentlich durch die literarische Tradition mitbegründet [wird], zu deren Hauptrepräsentanten Friedrich Schiller nach wie vor zählt.“
Schiller wuchs als Sohn eines Wundarztes und Offiziers auf. Auf Befehl des württembergischen Landesherrn Carl Eugen absolvierte Schiller ab 1773 eine militärisch-medizinische, sowie juristische Ausbildung an der Stuttgarter Carlsschule. Bereits hier begann er zu dichten, bevor er „Regimentsmedikus“ wurde und schließlich die Flucht nach Mannheim ergriff. Dort erwarteten ihn finanzielle Sorgen, Jahre der Wanderschaft und der Versuch, als freier Schriftsteller Fuß zu fassen. In dieser Zeit entstanden Werke wie „Die Räuber“, das nach großen Schwierigkeiten am Mannheimer Nationaltheater uraufgeführt wurde, wo Schiller beschäftigt war.
1778 traf Schiller zum ersten Mal mit Goethe zusammen. Aus einer zweiten Begegnung 1794 entwickelte sich eine Freundschaft beider Dichter, die 1799 durch Schillers Übersiedlung nach Weimar vertieft wurde und die die Weimarer Klassik begründete.
In dieser Zeit entstanden seine großen historischen Werke, unter anderem das 1800 veröffentlichte Werk Wilhelm Tell.
Schiller, geboren 1759, starb 1805 in Weimar. In seinen letzten Lebensjahren ließ seine Schaffenskraft nach, da er an einer Lungenkrankheit litt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse des Werks: Biografische Informationen zu Friedrich Schiller, Entstehungskontext des Dramas, inhaltliche Zusammenfassung und eine detaillierte Aufschlüsselung der Handlungsstränge.
2. Didaktische Reduktion: Darlegung der pädagogischen Schwerpunkte und methodischen Entscheidungen, die die Auswahl der Unterrichtsinhalte für die Sekundarstufe I begründen.
3. Überblick über den Stundenverläufe: Strukturierter Entwurf einzelner Unterrichtseinheiten, die den gesamten Lernprozess von der ersten Textannäherung bis zur szenischen Aufführung abdecken.
4. Detaillierte Planung ausgewählter Stunden: Konkrete Ausarbeitung der methodischen und fachwissenschaftlichen Vorgehensweise für exemplarische Unterrichtsstunden, insbesondere zu den Themen Vergleich Tell/Parricida, Geßler als Gegenspieler und Tell als Held.
Schlüsselwörter
Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, Unterrichtsplanung, Ganzschriften, Sekundarstufe I, Didaktik, Sachanalyse, Handlungsstränge, Apfelschussszene, Parricida, Heldenbild, Literaturunterricht, Dramentheorie, Notwehr, politische Befreiung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert einen strukturierten Leitfaden für die Unterrichtsgestaltung des Schillerschen Dramas „Wilhelm Tell“ in der Sekundarstufe I.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der Werkanalyse liegt der Fokus auf der didaktischen Aufbereitung, dem Vergleich ethischer Fragestellungen bei Tells Handeln und der Charakteranalyse der Hauptfiguren.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist die Vermittlung des Klassikers unter Berücksichtigung moderner Kompetenzerwartungen, wobei vor allem die Auseinandersetzung mit der Problematik von Gewalt und Rechtfertigung zentral ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Aufbereitung kombiniert mit didaktischer Reduktion, um den Stoff zielgruppengerecht für Schüler aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Sachanalyse sowie in konkrete Entwürfe für den Stundenverlauf, von der Textannäherung bis zur szenischen Inszenierung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Unterrichtsplanung, Sachanalyse, Didaktik, Heldentum und die ethische Bewertung von Notwehr und Mord.
Warum spielt die Person Parricida eine so wichtige Rolle für das Verständnis?
Die Figur dient als Kontrastfolie zu Tell; durch den direkten Vergleich können die Schüler feine Nuancen zwischen Notwehr und reinem Mord bei der Bewertung von Schillers Held erkennen.
Wie unterscheidet sich die Vermittlung der Figur Geßler von anderen Inhalten?
Geßler wird nicht nur als Gegenspieler eingeführt, sondern durch eine explizite Fremdcharakterisierung als „das Böse“ konstruiert, um die Sympathielenkung zugunsten von Tell zu verdeutlichen.
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- Nadine Bachmann (Author), 2006, Unterrichtsplanung zu Friedrich Schillers "Wilhelm Tell", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57186