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Der Königsfrieden von 387/86 v. Chr.

Title: Der Königsfrieden von 387/86 v. Chr.

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Lukas (Author)

World History - Early and Ancient History
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„Artaxerxes, der Großkönig, hält es für gerecht, dass die Städte in Kleinasien ihm gehören und von den Inseln Klazomenai und Cypern, die anderen Griechenstädte aber, groß und klein, sollen autonom sein außer Lemnos, Imbros und Skyros, die, wie in alten Zeiten, den Athenern gehören sollen. Wer aber diesen Frieden nicht annimmt, den werde ich bekriegen zusammen mit den Bundesgenossen, zu Land und zur See, unter dem Einsatz von Schiffen und von Geldmitteln.“ Dieser Auszug aus der „Hellenika“ des Xenophon stellt die wichtigste Quelle für den Königsfrieden bzw. den Frieden des Antalkidas dar. Der Text ist vermutlich die Grundlage des eigentlichen Friedensinstruments, welches nicht überliefert ist, so dass man sich in der Forschung v. a. auf die Schriften Xenophons, Diodors und Isokrates’ stützen muss, um etwas
über den Königsfrieden in Erfahrung zu bringen. Dies erschwert natürlich die Untersuchung des Vertrages, der für die griechische Geschichte des vierten Jahrhunderts v. Chr. von großer Bedeutung ist, da man ihn als „Ausdruck eines weitverbreiteten Friedenswillens [...] - in der Forschung [...] als Idee der Koine Eirene angesprochen – werten“ kann. In den folgenden Friedensverträgen bis hin zum Korinthischen Bund mit Philipp von Makedonien im Jahre 337
v. Chr., berief man sich immer wieder, beim Vertrag mit Philipp lediglich in formaler Hinsicht, auf den Königsfrieden bzw. auf seine zentralen Inhalte der „Koine Eirene" und der „Autonomie“. Der Einfluss des Königsfriedens auf alle nach ihm geschlossenen Friedensabmachungen in Griechenland war also immens.
Im folgenden sollen, ausgehend von der oben genannten zentralen Quelle, die
Kernpunkte des Vertrages herausgearbeitet und untersucht werden. Ferner sollen seine Vorgeschichte und die bereits erwähnten Auswirkungen auf das vierte Jahrhundert betrachtet werden. Abschließend wird versucht, einen Vergleich zwischen dem Königsfrieden und dem Westfälischen Frieden von 1648 anzustellen, da sich in der Diskussion im Seminar gezeigt hatte, dass es hier einige Parallelen gibt. Diese wenigstens kurz aufzuzeigen, halte ich für
einen interessanten Schluss, um zu zeigen, inwieweit die Antike ein Modell für die Geschichte der Neuzeit ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A.. Einleitung: Zur Quellenlage

B. Der Königsfrieden von 387/86 v. Chr.

1. Historischer Hintergrund

1.1 Die Situation seit 404 v. Chr.

1.2 Der spartanisch-persische Krieg

1.3 Der Korinthische Krieg

1.4 Die ergebnislosen Friedensverhandlungen von 392 v. Chr.

1.4.1 Die Verhandlungen in Sardes

1.4.2 Die Verhandlungen in Sparta

2. Der Abschluss des Königsfriedens 387/86 v. Chr.

2.1 Die Verhandlungen des Antalkidas' mit dem Großkönig

2.2 Die Verkündigung der Friedensbedingungen

2.3 Der Abschluss des Königsfriedens in Sparta

3. Der Rechtscharakter des Königsfriedens

3.1 Die Autonomie und die Koine Eirene

3.2 Der Königsfrieden als Diktatfrieden

3.3 Die Kriegsdrohung

3.4 Probleme bei der Umsetzung des Vertrages

4. Die Auswirkungen des Königsfriedens auf das 4. Jahrhundert

4.1 Die Überdehnung des Autonomiebegriffs durch Sparta

4.2 Der Frieden von 371 v. Chr.

4.3 Der Vertrag nach der Schlacht bei Mantineia 362 v. Chr.

4.4 Zusammenfassung

C. Schluss: Vergleich mit dem Westfälischen Frieden von 1648

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Königsfrieden von 387/86 v. Chr., seine historische Entstehung sowie seine Auswirkungen auf das vierte Jahrhundert v. Chr. im antiken Griechenland, um dessen Charakter als "Diktatfrieden" und seine Rolle für spätere Friedensbemühungen zu analysieren.

  • Historische Analyse der Entstehung des Königsfriedens.
  • Untersuchung der Rolle Persiens und Spartas im Friedensschluss.
  • Analyse des Rechtscharakters und der "Koine Eirene" als Friedensidee.
  • Bewertung der Auswirkungen auf das politische Machtgefüge der Poliswelt.
  • Vergleichende Betrachtung mit dem Westfälischen Frieden von 1648.

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Situation seit 404 v. Chr.

Bei der Betrachtung der Vorgeschichte des Königsfriedens ist es ratsam, bereits im Jahre 404 v. Chr. mit dem Ende des Peloponnesischen Krieges zu beginnen. Die Situation stellte sich in dieser Zeit folgendermaßen dar: Athen ging aus dem Krieg als Verlierer hervor; der Attische Seebund war nicht mehr existent, weshalb Athen keine Hegemonie mehr besaß und somit nicht mehr die ordnende Macht in Griechenland war. An die Stelle der Athener traten nun die Spartaner, die für diese große, bedeutende Aufgabe in keiner Weise geeignet waren.

Die „spartanische Herrschaft [ist] an die Stelle des Delisch-Attischen Seebundes getreten, sie hat einen feingegliederten Organismus durch ein [...] geradezu gewalttätiges System ersetzt.“ Sparta war nicht in der Lage, seine durch den Peloponnesischen Krieg gewonnene Machtstellung in der griechischen Welt anders zu behaupten, als durch ein straff hierarchisch aufgebautes Herrschaftssystem, dessen Basis Gewalt und Unterdrückung war. Die spartanische Herrschaft hatte folglich kein solides Fundament. Durch ihre Gewaltherrschaft machten sie sich äußerst unbeliebt. Dies ist auch nicht verwunderlich, wenn man sich die Herrschaftsausübung der Spartaner im Detail ansieht: In vielen Städten wurden oligarchische Verfassungen eingerichtet, sogenannte Dekarchien (Zehnerkommissionen) standen zusammen mit spartanischen Militärbefehlshabern (Harmosten) an der Spitze der Verwaltung.

Besonders hart wurde mit den Athenern umgegangen, wo „im Hochsommer 404 die attische Demokratie zu Grabe getragen“ wurde. Unter dem Schutz der spartanischen Militärbefehlshaber wurde die Schreckensherrschaft der sogenannten „Dreißig Tyrannen“ eingerichtet, die jedoch im folgenden Jahr durch den Athener Thrasybul beseitigt werden konnte. Trotzdem verbreitete sich innerhalb der athenischen Bürger aufgrund des Terrors der „Dreißig Tyrannen“ ein großes Ressentiment den Spartanern gegenüber.

Zusammenfassung der Kapitel

Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet die prekäre politische Lage in Griechenland nach dem Peloponnesischen Krieg und die daraus resultierenden militärischen Konflikte.

Der Abschluss des Königsfriedens 387/86 v. Chr.: Hier wird der Prozess der diplomatischen Verhandlungen mit Persien sowie die erzwungene Verkündigung des Friedensedikts an die griechischen Poleis dargelegt.

Der Rechtscharakter des Königsfriedens: Dieses Kapitel analysiert den besonderen Status des Vertrages, insbesondere das Konzept der "Autonomie" und die Rolle des Königsfriedens als Diktatfrieden.

Die Auswirkungen des Königsfriedens auf das 4. Jahrhundert: Der Abschnitt untersucht die Folgen des Vertrages, insbesondere die Machtpolitik Spartas und die gescheiterten Versuche, dauerhaften Frieden durch weitere Abkommen zu etablieren.

Schlüsselwörter

Königsfrieden, Antalkidas, Sparta, Persien, Autonomie, Koine Eirene, Polis, Hegemonie, Korinthischer Krieg, Westfälischer Frieden, 387 v. Chr., Friedensvertrag, Machtpolitik, Diplomatie, Völkerrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Königsfrieden von 387/86 v. Chr., seine Bedeutung als zentrales Instrument der Außenpolitik im antiken Griechenland des vierten Jahrhunderts v. Chr. und seine rechtliche Einordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der spartanisch-persische Konflikt, die Rolle des persischen Großkönigs, der Begriff der "Autonomie" innerhalb der griechischen Poliswelt sowie die Umsetzung des Friedensvertrags.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Königsfrieden als Diktatfrieden zu charakterisieren und aufzuzeigen, warum dieses Friedensmodell trotz seiner offiziellen Zielsetzung keinen dauerhaften Frieden in Griechenland etablieren konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse der antiken Schriften von Xenophon, Diodor und Isokrates sowie der Auswertung einschlägiger moderner Sekundärliteratur zum Thema.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Konflikte, den Prozess des Friedensabschlusses, die Untersuchung des Rechtscharakters sowie die langfristigen Auswirkungen auf die griechischen Machtkonstellationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Königsfrieden, Koine Eirene, Autonomie, Hegemonie, Antalkidas, Sparta und der Vergleich zur neuzeitlichen Diplomatie.

Warum wird der Königsfrieden als "Diktatfrieden" bezeichnet?

Da die griechischen Poleis nicht gleichberechtigt verhandelten, sondern ihnen der Friedenswille des persischen Großkönigs unter Gewaltandrohung in Form eines Edikts diktiert wurde.

Welche Parallelen sieht der Autor zum Westfälischen Frieden?

In beiden Fällen führten langanhaltende Kriege ohne militärische Entscheidung dazu, dass man versuchte, durch ein neues Ordnungsprinzip (Autonomie der Poleis bzw. Souveränität der Reichsstände) Frieden zu schaffen, was jedoch mangels eines durchsetzungsfähigen Garanten zu weiterer Zersplitterung und Instabilität führte.

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Details

Title
Der Königsfrieden von 387/86 v. Chr.
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Geschichte - Alte Geschichte)
Course
Hauptseminar: Von Hattusa bis Maastricht - 3500 Jahre Außenpolitik im Spiegel der Staatsverträge
Grade
1,0
Author
Markus Lukas (Author)
Publication Year
2003
Pages
28
Catalog Number
V57230
ISBN (eBook)
9783638517409
ISBN (Book)
9783656777021
Language
German
Tags
Königsfrieden Hauptseminar Hattusa Maastricht Jahre Außenpolitik Spiegel Staatsverträge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Lukas (Author), 2003, Der Königsfrieden von 387/86 v. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57230
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