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Elitenselektion in Frankreich, Großbritannien und Deutschland aus neoinstitutionalistischer Perspektive

Title: Elitenselektion in Frankreich, Großbritannien und Deutschland aus neoinstitutionalistischer Perspektive

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 33 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Carlo Cerbone (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Die zentrale Frage dieser Arbeitet lautet: Können die Veränderungen in der Elitenselektion und Elitenrekrutierung in Deutschland aus neoinstitutionalistischer Perspektive beschrieben und erklärt werden und führen diese Veränderungen zu einer Angleichung der Strukturen von Universitäten einerseits innerhalb Deutschlands und andererseits auf europäischer Ebene?
Um diese Frage zu beantworten, werde ich zum einen die Praxis der Selektion/Rekrutierung in Deutschland mit der in Frankreich und Großbritannien vergleichen und zum anderen eine damit verbundene Gegenüberstellung der alten und neuen Praxis in Deutschland vorlegen. Im Zentrum steht also auch das Interesse, ob eine Angleichung an die Praxis der beiden anderen Länder stattfindet.
Besondere Aufmerksamkeit muss den nationalen Besonderheiten in punkto Selektion, Rekrutierung und soziale Auslese entgegengebracht werden. Bezüglich des Neoinstitutionalismus werde ich versuchen das organisatorische Feld bei Elitenselektion zu definieren, die wichtigsten Organisationen bestimmen und das Konzept des institutionellen Isomorphismus mit seinen verschiedenen Mechanismen auf die erörterten Organisationen anwenden. Weiterhin werde ich in dieser Arbeit versuchen Verbindungen mit anderen Theoretikern, wie zum Beispiel Bourdieu, der sich auch mit diesem Thema vor allem in Frankreich beschäftigt hat, herzustellen.

Excerpt


Gliederung

1. Fragestellung der Arbeit

2. Elitenselektion in Frankreich, Großbritannien und Deutschland

2.1 Ältere theoretische Konzepte und Elitetheorien

2.2 Elitenselektion in Frankreich

2.3 Elitenselektion in Großbritannien

2.4 Elitenselektion in Deutschland

3. Änderungen im deutschen Rekrutierungssystem

4. Neoinstitutionalismus und organisatorische Felder

4.1 Theoretischer Hintergrund

4.2 Organisatorische Felder bei der Elitenselektion

5. Institutioneller Isomorphismus

5.1 Isomorphismus durch Zwang

5.2 Isomorphismus durch mimetische Prozesse

5.3 Isomorphismus durch normativen Druck

6. Zusammenfassung der Ergebnisse

7. Stellungnahme und Ausblick auf die Zukunft

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die jüngsten hochschulpolitischen Reformen in Deutschland zur Förderung von Eliten aus einer neoinstitutionalistischen Perspektive erklärt werden können und ob sie eine Angleichung der Universitätsstrukturen an internationale Standards oder eine Homogenisierung bewirken.

  • Vergleich der Elitenselektion in Frankreich, Großbritannien und Deutschland.
  • Analyse der theoretischen Konzepte des Neoinstitutionalismus (organisatorische Felder, Isomorphismus).
  • Untersuchung der Mechanismen von institutionellem Isomorphismus durch Zwang, mimetische Prozesse und normativen Druck.
  • Bewertung des Einflusses der sozialen Herkunft und des klassenspezifischen Habitus auf die Rekrutierung.
  • Kritische Reflexion der deutschen hochschulpolitischen Reformansätze (Exzellenzcluster, Elitenetzwerke).

Auszug aus dem Buch

2. Elitenselektion und Rekrutierung in Frankreich, Großbritannien und Deutschland

Bevor untersucht werden kann, ob Eliteselektion aus neo-institutionalistischer Perspektive beschreibbar ist, muss geklärt werden, was unter Elite zu verstehen ist. Bezüglich des Begriffes der Elite sind in der soziologischen Literatur verschiedene Definitionen vorzufinden, die darauf abzielen den Elitebegriff in seiner Ganzheit zu erfassen. So verstehen wir laut Schäfers unter Elite „... eine durch besondere Merkmale ausgezeichnete und aus der ‚Masse‘ der Bevölkerung herausgehobene Schicht.“ (Schäfers 2002, S. 248) Nach Endruweit ist unter Elite ein soziales Subjekt zu verstehen, „... dessen Mitglieder nach einem Selektionsprozess Positionen innehaben, die ein im Vergleich zu nicht-elitären Positionen deutlich höheres Machtpotential aufweisen,...“ (Endruweit 2002, S. 140) oder „...alle Mitglieder eines sozialen Systems, die aus einem Selektionsprozess als den übrigen Mitgliedern überlegen hervorgehen.“ (Endruweit 1979, S.34) Der Begriff der Elite soll, wie an den Definitionen schon sichtbar ist, nicht mit normativen Aspekten belastet sein, sondern nur eine sozialstrukturelle Besonderheit bestimmter Personengruppen darstellen. Weiterhin ist auffällig, dass die Definitionen so weit gefasst werden, so dass unterschiedliche Elitearten, wie Sportelite, Werteelite oder Funktionselite darin aufgenommen werden können. Trotz der hier nur angedeuteten Unterschiedlichkeiten und Spannweiten, weisen laut Wasner alle Elitedefinitionen einen Grundkonsens auf, der darin besteht, dass alle zur Elite gehörigen Personen einen Selektionsprozess durchlaufen haben. (vgl. Wasner 2004, S. 16) Genau um diesen Selektionsprozess (hier durch das Bildungssystem) und dessen nationalen Unterschieden beziehungsweise Besonderheiten soll es in dieser Arbeit gehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung der Arbeit: Einführung in die Reformen der deutschen Hochschulpolitik und Definition der Forschungsfrage nach einer neoinstitutionalistischen Erklärung der Elitenrekrutierung.

2. Elitenselektion in Frankreich, Großbritannien und Deutschland: Empirischer Vergleich der nationalen Eliterekrutierungsmuster unter Einbeziehung soziologischer Definitionen von Eliten.

2.1 Ältere theoretische Konzepte und Elitetheorien: Darstellung klassischer Strömungen der Elitetheorie sowie neuerer Ansätze von Bourdieu.

2.2 Elitenselektion in Frankreich: Analyse der bedeutenden Rolle der Grandes Écoles und des Einflusses des kulturellen Kapitals auf den Eliteaufstieg.

2.3 Elitenselektion in Großbritannien: Untersuchung der exklusiven Rolle von Public Schools und Universitäten wie Oxford und Cambridge.

2.4 Elitenselektion in Deutschland: Erläuterung der Bedeutung des klassenspezifischen Habitus und der sozialen Herkunft im deutschen Kontext.

3. Änderungen im deutschen Rekrutierungssystem: Überblick über aktuelle Reformvorhaben wie die Einführung von Bachelor/Master und die Exzellenzförderung.

4. Neoinstitutionalismus und organisatorische Felder: Theoretische Grundlegung des Neoinstitutionalismus und Anwendung des Konzepts der organisatorischen Felder.

4.1 Theoretischer Hintergrund: Vorstellung zentraler Begriffe wie Rationalitätsmythen, Decoupling und organisatorische Felder.

4.2 Organisatorische Felder bei der Elitenselektion: Definition der für die Eliteselektion relevanten Organisationstypen wie Staat, Schulen und Wirtschaft.

5. Institutioneller Isomorphismus: Anwendung der Isomorphie-Mechanismen auf die deutschen Reformbestrebungen.

5.1 Isomorphismus durch Zwang: Analyse staatlicher Einflussnahme durch Gesetze und Förderprogramme.

5.2 Isomorphismus durch mimetische Prozesse: Untersuchung von Nachahmungstendenzen der deutschen Politik gegenüber internationalen Elite-Vorbildern.

5.3 Isomorphismus durch normativen Druck: Diskussion des Einflusses von Professionalisierung und Professionsnetzwerken auf die Elitenrekrutierung.

6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse zur Anwendbarkeit des neoinstitutionalistischen Ansatzes auf den Wandel der deutschen Eliteselektion.

7. Stellungnahme und Ausblick auf die Zukunft: Kritische Würdigung der Reformen und Identifikation offener Fragen hinsichtlich der Wirksamkeit der Institutionalisierung.

Schlüsselwörter

Elitenselektion, Eliterekrutierung, Neoinstitutionalismus, Hochschulpolitik, Institutioneller Isomorphismus, Organisatorische Felder, Pierre Bourdieu, Habitus, Exzellenzcluster, Grandes Écoles, Public Schools, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, soziale Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Veränderungen in der deutschen Hochschulpolitik, die zur Förderung von Eliten ins Leben gerufen wurden, und bewertet diese aus einer neoinstitutionalistischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Vergleich der Eliterekrutierung in Frankreich, Großbritannien und Deutschland sowie die Anwendung soziologischer Theorien über organisatorische Felder und institutionellen Isomorphismus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob sich die hochschulpolitischen Veränderungen in Deutschland als Angleichungsprozesse oder Homogenisierung organisatorischer Strukturen erklären lassen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine Literaturanalyse empirischer Studien zur Elitenselektion und wendet den theoretischen Rahmen des Neoinstitutionalismus nach Powell und DiMaggio an, um die Reformen in Deutschland zu interpretieren.

Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine empirische Bestandsaufnahme der Eliteselektion in drei Ländern, die theoretische Definition organisatorischer Felder im Kontext der Elitenbildung und die Anwendung der drei Mechanismen des Isomorphismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Elitenselektion, institutioneller Isomorphismus, klassenspezifischer Habitus, organisatorische Felder und Exzellenzförderung.

Warum spielt der "klassenspezifische Habitus" nach Bourdieu für die deutsche Elite eine so große Rolle?

In Deutschland fehlt es laut Analyse an expliziten Elite-Ausbildungsstätten wie den französischen Grandes Écoles; daher wirkt die soziale Herkunft über den Habitus (Verhaltensweisen, Ausdrucksformen) als indirektes, aber hocheffektives Selektionsinstrument.

Führen die geplanten deutschen Exzellenz-Reformen zwangsläufig zu einer Angleichung an französische oder britische Verhältnisse?

Der Autor verneint dies: Zwar findet eine gewisse Angleichung innerhalb der geförderten Spitzenuniversitäten statt, doch bleibt eine flächendeckende Homogenisierung aufgrund des Sonderwegs Deutschlands und der Kulturhoheit der Länder unwahrscheinlich.

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Details

Title
Elitenselektion in Frankreich, Großbritannien und Deutschland aus neoinstitutionalistischer Perspektive
College
University of Bamberg
Grade
2,0
Author
Carlo Cerbone (Author)
Publication Year
2005
Pages
33
Catalog Number
V57249
ISBN (eBook)
9783638517515
ISBN (Book)
9783638684873
Language
German
Tags
Elitenselektion Frankreich Großbritannien Deutschland Perspektive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carlo Cerbone (Author), 2005, Elitenselektion in Frankreich, Großbritannien und Deutschland aus neoinstitutionalistischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57249
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