Die Dekonstruktion des Begriffes "Schurke" anhand der anaylstischen Methode von Jacques Derrida


Hausarbeit, 2005
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung

II.) Definitionsansatz .
2.1) Was ist Dekonstruktion ?

III.) Jacques Derrida – Die Dekonstruktion von „Schurke“
3.1) Der Begriff „Schurke“
3.2) „Schurkenstaaten“
3.3) Souveränität als Problem
3.4) Völkerrechtsbruch
3.5) Mehr Schurkenstaaten, keine Schurkenstaaten mehr

V.) Schlussbemerkung .

I.) Einleitung

Seit Anfang der Neunziger Jahre warnen die USA vor einer neuen Bedrohung: Den so genannten „Rogue States,“ in deutsch, „Schurkenstaaten“. Wenngleich dieser Begriff in den Medien vieler Länder auftaucht, wird er aber lediglich von den USA, sowie dem Vereinigten Königreich und der Ukraine offiziell angewandt.

Mit Hilfe einer analytischen Hinterfragungsmethode von Jacques Derrida, der Dekonstruktion, wird der Begriff des „Schurken“ ausgewertet und analysiert, um so zu überprüfen, ob es sich hierbei nur um ein Konstrukt der amerikanischen Regierung, zur Rechtfertigung unilateraler Vorgehensweisen gegen diese Staaten, in politischer und Völkerrechtlicher Hinsicht handelt, oder ob zwischenstaatliches Einvernehmen über die rechtliche Existenz von Schurkenstaaten existiert.

Also lediglich die Handhabung des Begriffs, im Verkehr der Staaten, Unterschiede aufweist.

Die Dekonstruktion nimmt das Behauptete zur Kenntnis, um sich dann sogleich darauf zu konzentrieren, was dieses Behauptete alles nicht behauptet, auslässt und verneint.

Woher dabei der Begriff des „Schurken“ bzw. der „Schurkenstaaten“ kommt und weshalb seine Existenz politisch immer für Furore sorgt, wird in dieser Seminararbeit, mit Hilfe der Dekonstruktion, überprüft.

Dadurch soll Klarheit in diese Kontroverse gebracht werden, welche nicht zu Letzt, zwischenstaatlich zu politischen Meinungsverschiedenheiten führte. Existiert ein Souveränitäts- und Machtmissbrauch der USA oder ist diese Theorie von Jacques Derrida haltlos?

Diese Fragen sollen nun in der vorliegenden Arbeit geklärt werden.

II.) Definitionsansätze

Was ist Dekonstruktion?

Dekonstruktion (dt.) dient als Schlagwort für eine ganze Reihe von Strömungen in Architektur, Philosophie, Kunst und Literatur, seit den sechziger Jahren. Sie steht im engeren Sinne als Kennzeichen für ein Lektüre- und Analyseverfahren von Texten, das sich von hermeneutischen Theorien und der Praxis der Interpretation abgrenzt.

Der Unterschied zwischen der dekonstruktiven und der hermeneutischen Textbefragung besteht darin, dass die Erstere von einem „quasi“ dialogischen Verhältnis zwischen Text und Interpret ausgeht, das auf ein zunehmend besseres Verständnis der im Text enthaltenen Botschaft abzielt. Dadurch wird letztlich eine rekonstruierbare Sinneinheit unterstellt.

Dekonstruktivisten bemühen sich um das Gegenteil: den Nachweis, dass – und vor allem: wie – ein Text seine Bedeutung selbst hinterfragt, durchkreuzt und gerade mit solchen „Paradoxien“ Sinn schafft.

Dieses Nachspüren von im Text angelegten Widersprüchen wurde – unter Einfluß des französischen Philosophen Jacques Derrida – zunächst in Nordamerika praktiziert: Nach Derrida ist sie keine Methode, d.h. nach einer bestimmten Vorgehensweise geprägte Philosophie, sondern eine Praxis, die sich immer auf bestimmte, aktuelle Themen bezieht.

Literaturwissenschaftler wie Paul de Man, J. Hillis Miller und Geoffrey Hartman zeigen in ihren Analysen zumeist, wie die Bedeutungsebene (Textsemantik) und die materiale Ebene (die rhetorische Figuralität, die Signifikanten gegeneinander arbeiten, indem auch über die materiale Form der Zeichen, Bedeutung entsteht.

"Jegliche Sprache ist, wie de Man richtig bemerkt, unausweichlich metaphorisch,

arbeitet mit Tropen und Bildern, es ist ein Fehler zu glauben, dass irgendeine

Sprache buchstäblich wörtlich ist." (Terry Eagleton, Einführung in die Literaturtheorie, S.131/ Stuttgart 1992.)

Die Dekonstruktion richtet den Fokus demnach auf das Nichtgesagte. Dieses soll herausgestellt werden, so dass der Fußabdruck der Aussage deutlich wird. Dekonstruktion muss demnach je nach betrachtetem Gegenstand unterschiedlich verfahren. Sie ist nicht immer auf die gleiche Art anwendbar. In literarischen Texten tritt die Unentscheidbarkeit zwischen „wortwörtlichen“ und figuralen Lesarten deutlicher hervor als in anderen.

Die Dekonstruktion nach Derrida kann also beschrieben werden als eine Praxis der Annäherung an die Grenzen, die das menschliche Subjekt zum Maßstab des Angemessenen und des Unangemessenen, des Gerechten und des Ungerechten machen. Dies geschieht im Namen einer Gerechtigkeitsforderung, die nicht und nie zufrieden zu stellen ist.

Der Begriff „Schurke“ nach Jacques Derrida

Die Dekonstruktion von „Schurke“ unternimmt Jacques Derrida, in dem er an die Wurzel des Wortes geht, selbstverständlich im Französischen, und von da aus die Bedeutung ableitet, um quasi heraus zu kristallisieren, was hinter diesem Begriff steht.

Das Wort Voyou steht in einer entscheidenden Beziehung mit dem

Weg (voie), mit dem städtischen Strassen- und Wegenetz (voirie), mit

Dem Wegenetz der Stadt , des Gemeinwesens der Stadt (polis), und

Folglich mit der Strasse. Der Schurke ist also vom Wege abgekommen,

sein Vergehen besteht darin , dass er die Strasse missbraucht , verdirbt,

auf den Strassen herumlungert, „das Pflaster tritt (courir les rues), wie man auf eignartig transitive Weise sagt. (Jacques Derrida „Schurken“, aus dem Französischen von Horst Brühmann, S.96/ Suhrkamp Verlag 2003).

Es wird so zu sagen darauf hingewiesen was einen Schurken von Anfang an zu einem werden lässt, welches die typischen Merkmale sind, die auf einen Schurken hinweisen. Weiter sagt Derrida:

Heute lungert der Schurke im Auto auf den Strassen und dem Strassen-

Netz herum , wenn er sie, die Autos nämlich, nicht gerade klaut oder anzündet. Oder er wird vielleicht im internationalen Maßstab , und das

Fällt schon wieder in die Problematik der Schurkenstaaten, Drogen-

handel treiben und als künftiger Terrorist wie ein Parasit die normalen

Kommunikationswege nutzen und zerstören, die Flugzeuge, das Telefon,

die E-Mail oder das Internet.( Jacques Derrida „Schurken“,

aus dem Französischen von Horst Brühmann, S.96/ Suhrkamp Verlag 2003).

Ein Schurke ist also ein mehr oder minder Ausgestoßener, ein Aussteiger, welcher sich nicht an das Gesetz hält und eine Gefahr darstellt für seine Umgebung, seine Gesellschaft und darüber hinaus Für viele andere Menschen. Derrida dekonstruiert bewusst das Wort Schurke mit Begriffen die hier in Beziehung stehen. Ein Sinn, ein Kreislauf entsteht, welcher merken lässt das eine Logik existiert, welche den Schurken beschäftigungslos macht und doch aktiv.

Ihn in ein schlechtes Licht rückt und zeigt das er sich mit „Illegalem“, beschäftigt, nicht an die Normen und Gesetze hält.

Nebenher spielt Derrida förmlich mit der Sprache, in dem er auf alles zurückgreift was beispielsweise die Verwandtschaft der Wörter im Französischen betrifft (voyou, voie) um kleinste Details wichtig werden zu lassen, welche die Bedeutung, eines Schurken, verständlicher machen.

Nun bleibt die Frage wie sich die Merkmale eines Schurken übertragen lassen auf einen Staat? Welches sind die Indizien für einen so genannten Schurkenstaaten? Woher weiß man welches ein Schurkenstaat ist?

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Dekonstruktion des Begriffes "Schurke" anhand der anaylstischen Methode von Jacques Derrida
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Politische Theorie I
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V57272
ISBN (eBook)
9783638517737
ISBN (Buch)
9783638792400
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dekonstruktion, Begriffes, Schurke, Methode, Jacques, Derrida, Politische, Theorie
Arbeit zitieren
Slavjan Vujacic (Autor), 2005, Die Dekonstruktion des Begriffes "Schurke" anhand der anaylstischen Methode von Jacques Derrida, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57272

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