Die Unverwechselbarkeit von Sexarbeiterinnen und Zwangsprostituierten und ihr Status in der Gesellschaft


Seminararbeit, 2006
23 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Vorwort

2.) Definitionen und der Unterschied zwischen Zwang und Freiwilligkeit in der Prostitution
a) Prostitution
b) Der Strich
c) Zwangsprostitution
d) Sexarbeiterinnen

3.) Der Status von Prostituierten in unserer Gesellschaft

4.) Sind Prostituierte „Opfer“?

5.) Lösungsweg: „Freier kriminalisieren“?

6.) Rechtliche Zugänge zur Regelung von Prostitution

7.) Schlusswort

Die Unverwechselbarkeit von Zwangsprostituierten und Sexarbeiterinnen

und ihr Status in der Gesellschaft

1.) Vorwort:

Das Seminar „Frauenhandel im Migrationskontext“ hat für mich einige spannende Themen aufgetan, welche dazu anregen, eine Arbeit über einige angesprochene Themen zu verfassen.

Da in mir aufgrund der Diskussionen als auch der Bearbeitung unserer Talkshow große Interesse zur Thematik „Sexarbeiterinnen und Zwangsprostituierte“ entstanden ist, habe ich mich dazu entschlossen, dieses Thema genauer zu behandeln.

Ich werde diese Arbeit aufbauen, indem ich vorerst eine Unterscheidung zwischen Sexarbeiterinnen (Prostituierten) und Zwangsprostituierten treffe.

Die restliche Arbeit wird vorwiegend darin bestehen, anhand von theoretischen Erkenntnissen und Haltungen, eine Diskussion über diese Thematik zu führen, da viele Punkte vielschichtiger zu sehen sind. Besonderen Stellenwert lege ich bei dieser Diskussion auf die Opferrolle, welche Prostituierte automatisch zugeschrieben bekommen – egal, ob sie ihre Dienstleistung freiwillig oder unfreiwillig anbietet. Natürlich ist aber auch der Stellenwert von Prostituierten in unserer Gesellschaft ein Thema, welches zum Nachdenken anregen sollte.

Ich kann mich aufgrund der zahlreichen Argumente von verschiedenen Seiten, zu keiner einheitlichen Position bekennen und werde daher diese Argumente in dieser Arbeit anzuführen um dazu in weiterer Folge auch Stellung zu nehmen.

2.) Definitionen und der Unterschied zwischen Zwang und Freiwilligkeit in der Prostitution:

Dieses Kapitel möchte ich gerne dafür nützen, relevante Definitionen welche der Verständnisgrundlage dienlich sind, aufzuzeigen:

a) Prostitution:

„Prostitution im engeren Sinne ist eine Dienstleistung, die in der Ausübung, Erduldung und Stimulation von sexuellen Handlungen gegen Entgelt besteht.

Prostitution ist eine Strategie weiblicher Existenzsicherung im patriarchalen Kontext. Für Frauen ist es immer wieder nahe liegend, in die Prostitution einzusteigen, da andere, sichere Lebensperspektiven nicht ausreichend vorhanden sind. Frauen entscheiden sich für prostitutive Tätigkeit, um ihre ökonomische Existenz durch den Verkauf der Ware „sexuelle Handlung" zu sichern.“ (http://www.feministischepartei.de/seite23.htm)

Girtler versteht unter dem Begriff „Prostitution“ eine zum Teil gesetzlich und zum Teil informell geregelte und sozial geduldete soziale Einrichtung, bei der Frauen Geschlechtsverkehr gegen Geld ermöglichen. (vgl. Ottermann zit. nach Girtler (2004), 2005, S. 4)

Bestimmt ist die Kultur der Prostitution lt. Girtler durch das Geld: Viel Geld zu haben und ein gutes luxuriöses Leben wären ein Ziel der Gesamtgesellschaft – eine Prostituierte würde lediglich andere Mittel anwenden, um dieses Ziel zu erreichen. (vgl. ebd., 2005, S. 5)

b) Der Strich:

„Unter Strich versteht GIRTLER, etwas abweichend vom (heute) allgemein üblichen Sprachgebrauch, jeden Ort – also Straße, Wohnung oder Bordell – an dem Prostituierte ihre Geschäfte eingehen und zum Teil auch abwickeln. An diesen Orten gelten sowohl einige gesetzliche als vor allem auch etliche informelle, gleichwohl nicht unverbindliche Verhaltensnormen, die die sozialen Interaktionen und Beziehungen zwischen Prostituierten, Kunden und Zuhältern regeln.“ (Ottermann zit. nach Girtler (2004), 2005, S. 4)

c) Zwangsprostitution:

Unter Zwang versteht man eine Einwirkung von Außen auf ein Individuum, durch welche dessen Handlungsspielraum beschnitten wird. Zwang ist eine vielfältige und vieldeutige, sowohl alltägliche als auch existenzielle Erfahrung. Sie kann passiv erfahren und erlebt, aber auch aktiv ausgeübt werden (von Personen, Institutionen, Umwelt und Natur). (www.wikipedia.org/wiki/Zwang)

Frauen und/oder Kinder, die zugerichtet werden, damit an ihnen weitere Gewalttaten verübt werden, sind keine Prostituierten im klassischen Sinne. Sie sind Sklavinnen, denn ihre Körper und Seelen werden mit der Hilfe von Gewaltandrohung gnadenlos ausgebeutet und zerstört.“ (Gerstendörfer, 1994, S. 111)

d) Sexarbeiterinnen:

„Erwachsene Frauen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten (Aktivum), sind Prostituierte. Ihre Körper werden (Passivum!) nicht ausgebeutet. Sie bestimmen über sich selbst bzw. sie sollten endlich über sich selbst bestimmen können.“ (Gerstendörfer, 1994, S. 111)

„(…) Global Alliance Against Trafficking in Women (GAATW) unterscheidet zwischen Frauenhandel und Zwangsprostitution auf der einen und freiwilliger Prostitution auf der anderen Seite und betont die Selbstbestimmung der Frauen in der Sexarbeit. (…) In diesem Sinne werden bessere, geregelte Arbeitsbedingungen für Sexarbeiterinnen durch gesellschaftliche und legale Anerkennung von Prostitution als Arbeit gefordert.“ (Moser, 2002, S. 19)

„Die abolutionistische Position, wie sie von der Coalition Against Trafficking in Women (CATW) vertreten wird, definiert Prostitution als sexuelle Ausbeutung, als Akt der Viktimisierung aller Frauen und als Menschenrechtsverletzung. CATW geht davon aus, dass es keine freiwillige Prostitution gibt und bezeichnet jede Form von Migration zum Zwecke der Prostitution als Frauenhandel.“ (ebd., 2002, S. 19)

Eva van Rahden ist Gesamtkoordinatorin einer Beratungsstelle für Prostituierte und führt in Bezug auf die freiwillige Durchführung von Prostitution in einem Interview an:“ (…) Der Begriff der Freiwilligkeit hat, wenn er immer nur im Zusammenhang mit Prostitution diskutiert wird, auch mit Abwertung, Stigmatisierung und dem Opferstatus der Gruppe zu tun. Prostituierte werden nie als handelnde Subjekte gesehen. Hier ist auch die Trennung von Frauenhandel und Prostitution wichtig. Frauenhandel ist kriminell und unfreiwillig. Prostitution ist freiwillig, wie auch andere Bereiche der Lohnarbeit freiwillig sind.“ (http://www.sjoe.at)

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Unverwechselbarkeit von Sexarbeiterinnen und Zwangsprostituierten und ihr Status in der Gesellschaft
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Veranstaltung
Frauenhandel im Migrationskontext
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V57323
ISBN (eBook)
9783638518222
ISBN (Buch)
9783638665285
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unverwechselbarkeit, Sexarbeiterinnen, Zwangsprostituierten, Status, Gesellschaft, Frauenhandel, Migrationskontext
Arbeit zitieren
Simone Strasser (Autor), 2006, Die Unverwechselbarkeit von Sexarbeiterinnen und Zwangsprostituierten und ihr Status in der Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57323

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