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Kinder in Entwicklung - Die Gestaltung der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung in Deutschland und das vergessene Krippenwesen der DDR

Titel: Kinder in Entwicklung - Die Gestaltung der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung in Deutschland und das vergessene Krippenwesen der DDR

Diplomarbeit , 2006 , 93 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martina Ecklebe (Autor:in)

Soziologie - Kinder und Jugend
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1.1 Einleitung

Die ersten drei Lebensjahre sind eine sehr wichtige Zeit f¨ur die Entwicklung eines Kindes. In Hinsicht auf die körperliche, emotionale, soziale und kulturelle Entwicklung ist diese Zeit von großer Bedeutung. Sie betrifft gerade auch die Eltern, die Einrichtungen und die ganze umgebene Umwelt in der sich ein Kind befindet, denn sie haben entscheidenden Einfluss darauf, positiven im Sinne von fördernd oder auch negativen. Diese Zeit ist aber auch in einer anderen Hinsicht relevant geworden, denn die institutionelle Kinderbetreuung
in Deutschland ist dabei sich zu verändern. Immer lauter wurden seit Anfang des Jahrhunderts die Rufe nach Reformen im Elementarbereich. Der vorschulische Bereich rückte erstmals mit dem Schock der Ergebnisse der ersten PISA-Erhebung(1) im Dezember
2001, in das öffentliche Bewusstsein. Auf der Suche nach Gründen für das schlechte Abschneiden der Sch¨uler im Sekundarbereich I wandte man seinen Blick den lange vernachlässigten Krippen- und Kindergartenkindern zu. Denn die Grundlagen für gute oder schlechte Schulleistungen werden schon vor dem Schuleintritt gelegt. In diesem Sinn wurden nun auch die Null- bis Sechsjährigen stärker als Leistungsträger erkannt. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen demografischen Entwicklungen wurden sie als ’knapp
gewordene Ressource’ begriffen, deren Bildungschancen nach Ergebnissen der Hirnforschung, besonders im Kleinkindalter enorm sind, und nicht einfach verstreichen dürfen.
Infolgedessen bezog sich die Kritik unisono auf zu wenig qualitativ akzeptable Bildungsarbeit in den Kindertageseinrichtungen. Im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion stehen demnach auch die Forderungen nach dem Ausbau von Ganztagsbetreuungsmöglichkeiten
und der Verbesserung der Bildungsqualität, gerade auch für die unter Dreijährigen. Im Westen Deutschlands lange verpönt und misstrauisch beäugt, erscheint die Betreuung von Kindern im Krippenalter außerhalb der Familie inzwischen in einem anderen Licht.
[...]
______
(1) Program for International Student Assessment (PISA) ist ein Programm zur regelm¨aßigen Erfassung
von Basiskompetenzen von Sch¨ulern im internationalen Vergleich.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitende Bemerkungen

1.1 Einleitung

1.2 Aufbau der Arbeit

1.3 Sprachgebrauch und Terminologie

2 Fruhkindliche Entwicklung und Kinderkrippen

2.1 Entwicklungstheorie und F¨orderungsbegriff

2.2 Auswirkungen der Krippe

3 Das Krippenwesen der DDR

3.1 Die Krippen in der DDR

3.1.1 Rahmenbedingungen

3.1.1.1 Personelle Voraussetzungen

3.1.1.2 Materielle Voraussetzungen

3.1.1.3 Gesundheit und Hygiene

3.1.2 Forschung

3.1.3 Inhalte der Erziehungsarbeit

3.2 Wende-Entwicklung

4 Die Grundlagen des deutschen Systems

4.1 Der nationale Kontext

4.1.1 Demografischer, ¨okonomischer und sozialer Kontext

4.2 Subsidarit¨at und F¨orderalismus

4.3 Gesetze, Rahmenbedingungen und aktuelle Entwicklungen

4.3.1 SGB VIII

4.3.2 Kita-Gesetze

4.3.3 Quantitativer Ausbau und das TAG

4.3.4 Qualitativer Ausbau

4.3.4.1 Qualit¨at in FBBE-Einrichtungen

4.3.4.2 Bildungspl¨ane der L¨ander

4.4 Finanzierung

5 Aktuelle Situation in Deutschland

5.1 Situation der fruhkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung

5.1.1 Die Versorgungslage

5.1.2 Unterschiede Ost und West

5.1.2.1 Gesellschaftlicher Kontext und Strukurbedingungen in Westdeutschland vor der Wiedervereinigung

5.1.2.2 Unterschiede bei Inanspruchnahme und Versorgungslage

5.1.3 Die Besch¨aftigten

5.1.4 Sozialstruktur, Frauenerwerbst¨atigkeit, Geburtenentwicklung und Kinderbetreuung

5.2 Ver¨anderte Bedingungen des Aufwachsens

5.2.1 Kindliche Lebenswelten

5.2.2 Ressource Gesundheit

5.2.3 Fruhkindliche Bildung

6 Relevanz der DDR-Erfahrungen

6.1 Ann¨aherung der beiden deutschen Staaten

6.2 Zentralisierung, Standards und Vereinheitlichung

6.3 Qualifizierung der Fachkr¨afte

6.4 Gesundheit und Hygiene

6.5 Elternhaus und Krippe

7 Schlussbemerkung

A Bericht Kita-Hospitation

A.1 Rahmenbedingungen

A.2 Praxis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit eine Annäherung der Betreuungssysteme in Ost- und Westdeutschland stattgefunden hat und welche Erkenntnisse aus dem DDR-Krippenwesen für aktuelle Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung in Deutschland relevant sein könnten.

  • Historische Aufarbeitung des DDR-Krippenwesens (Strukturen, Pädagogik, Forschung).
  • Analyse des bundesdeutschen Systems (Gesetzliche Grundlagen, Finanzierung, Subsidiarität).
  • Vergleich der Betreuungssituation und Versorgungslage zwischen Ost- und Westdeutschland.
  • Diskussion aktueller bildungspolitischer Anforderungen an die Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung (FBBE).
  • Bewertung von DDR-Erfahrungen hinsichtlich Zentralisierung, Fachkräftequalifizierung und Gesundheitsprophylaxe.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Krippen in der DDR

Von Beginn an wurden Krippen in der DDR dem Gesundheitswesen zugeordnet. Um 1950 begann die langsame Expansion der Krippen, besonders an Heimen und Wochenkrippen. Diese Entwicklung entsprach einem großen Bedarf in den Nachkriegsjahren, aufgrund vieler elternloser Kinder und problematischen Familienverhältnissen. [85] Nach dem Vorbild von Kinderkliniken standen Pflege, Ernährung, medizinische Betreuung und Hygiene im Vordergrund. Eine Untersuchung Ende der 50er Jahre uber die bessere Entwicklung von Tageskrippenkindern fuhrten zur Ausweitung von Tageskrippen und Erziehungsaufgaben traten hinzu. Ebenso wurde aber auch festgestellt, dass Krippenkinder gegenuber ’Familienkindern’ in ihrer geistigen Entwicklung zuruck waren. Krippenerziehung wirkte sich negativ auf die Sprachentwicklung, die Spielfähigkeit und die Selbstständigkeit aus. Auch entwickelten sich die ’Familienkinder’ körperlich besser. Das neu entstandenen Bewusstseins, dass allein Pflege- und Fursorgemaßnahmen fur die Entwicklung des Kindes nicht ausreichen, fuhrte zu einer zunehmenden Pädagogisierung der Krippen. [35]

So wurden Krippen 1965 als unterste Stufe des einheitlichen sozialistischen Bildungssystem deklariert und 1968 mit dem verbindlichen ”Entwurf zu einem Erziehungsprogramm“ (Schmitdt-Kolmer) als Institutionen der Pädagogik beschrieben. [85] Dabei ist jedoch zu berucksichtigen, dass die Krippen trotz dieser Festlegung dem Ministerium fur Gesundheit und nicht dem Ministerium fur Volksbildung (wie die Kindergärten) zugeordnet waren. Konzeptionell gehörten die Einrichtungen zum Bildungssystem, administrativ aber zum Gesundheitswesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitende Bemerkungen: Einführung in die Relevanz der frühkindlichen Bildung und den Aufbau der Arbeit.

2 Fruhkindliche Entwicklung und Kinderkrippen: Theoretische Grundlagen der kindlichen Entwicklung und Diskussion der Auswirkungen von Fremdbetreuung.

3 Das Krippenwesen der DDR: Umfassende Darstellung des DDR-Krippensystems, seiner Strukturen, Forschung und pädagogischen Programme.

4 Die Grundlagen des deutschen Systems: Analyse der gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen der aktuellen Kinderbetreuung in Deutschland.

5 Aktuelle Situation in Deutschland: Empirische Betrachtung der Versorgungslage, Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sowie veränderte Bedingungen des Aufwachsens.

6 Relevanz der DDR-Erfahrungen: Diskussion über die Übertragbarkeit von Erkenntnissen aus dem DDR-Krippenwesen auf die heutige Situation.

7 Schlussbemerkung: Resümee über die Notwendigkeit der Qualitätsverbesserung und die Rolle der Forschung.

A Bericht Kita-Hospitation: Praktischer Einblick in den Alltag einer Kindertageseinrichtung im Jahr 2006.

Schlüsselwörter

DDR-Krippenwesen, frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung (FBBE), Krippenerziehung, SGB VIII, Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG), Bildungspläne, pädagogische Qualität, institutionelle Kinderbetreuung, Kindheitsforschung, DDR-Erfahrungen, Fachkräftequalifizierung, Gesundheitsprophylaxe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das frühkindliche Betreuungssystem in Deutschland und analysiert das ehemalige Krippenwesen der DDR auf seine Relevanz für aktuelle bildungspolitische Entwicklungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das DDR-Krippensystem, die rechtlichen und finanziellen Grundlagen des aktuellen deutschen Betreuungssystems sowie der Vergleich der Betreuungssituation zwischen Ost- und Westdeutschland.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu prüfen, ob und inwieweit Erfahrungen aus dem DDR-Krippenwesen dazu beitragen können, die aktuelle Qualität der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung in Deutschland zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturanalyse der beiden Systeme sowie zur Ergänzung eine Hospitation in einer Kindertageseinrichtung, um praxisnahe Einblicke zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung des DDR-Krippenwesens, eine Analyse des bundesdeutschen Systems (Gesetze, Finanzierung, Bildungspläne) und eine vergleichende Diskussion beider Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DDR-Krippenwesen, frühkindliche Bildung, FBBE, SGB VIII, Bildungsqualität und der Vergleich der Betreuungskulturen in Deutschland.

Inwiefern unterscheidet sich die Betreuungssituation heute noch zwischen Ost und West?

Trotz der Wiedervereinigung gibt es noch deutliche Unterschiede bei den Versorgungsquoten, den Öffnungszeiten und der Art der Trägerschaft, wobei Ostdeutschland traditionell eine höhere Betreuungsdichte im Krippenalter aufweist.

Welche Rolle spielt die medizinische Versorgung in Krippen?

Die Autorin hebt hervor, dass in der DDR eine konsequente medizinische Betreuung und Hygieneprävention integraler Bestandteil des Krippensystems waren, ein Aspekt, der in der heutigen westdeutschen Diskussion stärker beachtet werden sollte.

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Details

Titel
Kinder in Entwicklung - Die Gestaltung der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung in Deutschland und das vergessene Krippenwesen der DDR
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Soziologie)
Note
1,0
Autor
Martina Ecklebe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
93
Katalognummer
V57405
ISBN (eBook)
9783638518741
ISBN (Buch)
9783640859450
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder Entwicklung Gestaltung Betreuung Bildung Erziehung Deutschland Krippenwesen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martina Ecklebe (Autor:in), 2006, Kinder in Entwicklung - Die Gestaltung der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung in Deutschland und das vergessene Krippenwesen der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57405
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Leseprobe aus  93  Seiten
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