In der hier vorliegenden Arbeit wird die Entwicklung der Gesellschaftstheorie anhand des Textes Eigentum und Staat als Gegenstand der Gesellschaftstheorie und Politik in der Epoche der Herausbildung des Kapitalismus,S. 11-48, von Frank Deppe behandelt. Frank Deppeist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Marburg, Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung und Leiter der Forschungsgruppe Europäische Gemeinschaft am Institut für Politikwissenschaft. Außerdem ist er Mitherausgeber der Zeitschriften Sozialismus und Z - Zeitschrift für marxistische Erneuerung.In den 60er Jahren engagierte er sich im Sozialistischen Studentenbund und sieht sich seitdem selbst als Sozialist und Marxist. Ich werde die wichtigsten Aspekte aus Deppes Text hier wiedergeben und sowohl die bürgerlichen Staatstheorien als auch kommunistische Utopien, die von Deppe betrachtet werden, darstellen. Außerdem wird die staatstheoretische Endwicklung sowohl in Europa, speziell in England als auch in Frankreich aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1) Das Feudalsystem in der Krise
1.1 zum Staatsbegriff
1.2 Ursachen für die Krise
1.3 Verweltlichung des politischen Denkens
1.4 Niccolo Macchiavelli
2) Antifeudalismus als Volksbewegung
2.1 Antifeudalistische und antikapitalistische Strömungen in der Bauernbewegung
2.2 Frankreich
3) Kommunistische Utopien und Staatsideale
3.1 Thomas Morus
4) Der Vormarsch des Zentralstaats
4.1 Niederlande
4.2 Der Calvinismus
5) Entwicklungen in England
5.1 der Durchbruch der bürgerlichen Staatstheorie
5.2 Thomas Hobbes
5.3 John Locke
6) Entwicklungen in Frankreich
6.1 An der Schwelle zur französischen Revolution
6.2 Utopien in Frankreich
7) Die französische Revolution
7.1 Die erste Phase 1789-1791
7.2 Die zweite Phase 1792-1794
7.3 Die proletarisch-materialistische Perspektive
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Gesellschaftstheorie im Kontext der Entstehung des europäischen Nationalstaates und des Kapitalismus. Ziel ist es, die zentralen bürgerlichen Staatstheorien und kommunistischen Utopien zu analysieren und deren staatstheoretische Implikationen sowie ihre Bedeutung für die soziale Struktur in Europa, insbesondere in England und Frankreich, kritisch darzulegen.
- Krise des Feudalsystems und Wandel politischer Denkweisen.
- Theoretische Grundlagen von Staatlichkeit und Souveränität bei Denkern wie Machiavelli, Hobbes und Locke.
- Antifeudalistische Volksbewegungen und deren Vorläuferrolle für den Sozialismus.
- Die französische Revolution als Wendepunkt bürgerlicher Demokratie und Klassenteilung.
- Wissenschaftliche Aufarbeitung des Verhältnisses zwischen Privateigentum und staatlicher Macht.
Auszug aus dem Buch
1.1 Zum Staatsbegriff:
Im Italien des 15. Jh. tauchte der Begriff Staat als Stato zum ersten Mal auf und beschrieb einen Zustand, eine Ordnung. Erst im 18. Jh. wurde der Begriff Staat ins Deutsche übernommen und als Begriff für das politische Gemeinwesen genutzt. Vorher bezeichneten polis oder res publica staatliche Organisationsformen.
Max Weber sieht den modernen Staat als „anstaltsmäßigen Herrschaftsverband, der innerhalb eines Gebietes die legitime physische Gewaltsamkeit als Mittel der Herrschaft zu monopolisieren mit Erfolg getrachtet hat und zu diesem Zweck die sachlichen Betriebsmittel in der Hand seiner Leiter vereinigt…“ und dessen zentrales Anliegen es ist, die ständischen Funktionäre zu enteignen.
Die Monopolisierung trat an die Stelle der feudalen Partikularisierung. Es gab keine territorialen Zersplitterungen mehr und Gemeinschaftsformen wie Stamm, Familie und Gefolgschaft wurden durch rationale Formen wie Recht und Verwaltung ersetzt. Der Staat übte seine Funktion als Organ bürgerlicher Klassenherrschaft über die allgemeine Gesetzgebung aus. Die private Gewalt wurde zu einer öffentlichen Funktion, die keinen göttlichen Auftrag mehr hatte, sondern von positivem Recht und gesellschaftlichen Konsens getragen wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Das Feudalsystem in der Krise: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des modernen Staatsbegriffs und die sozioökonomischen Krisenphänomene des Feudalismus, die zu einer Verweltlichung des politischen Denkens führten.
2) Antifeudalismus als Volksbewegung: Hier werden die bäuerlichen und städtischen Widerstandsbewegungen untersucht, die durch den Gegensatz von Arm und Reich geprägt waren und religiöse Heilslehren mit sozialer Kritik verbanden.
3) Kommunistische Utopien und Staatsideale: Dieses Kapitel thematisiert frühe Utopien, die als Reaktion auf den wachsenden Kapitalismus entstanden, dabei jedoch eine Distanz zu den realen Volksbewegungen wahrten.
4) Der Vormarsch des Zentralstaats: Fokus auf die Entwicklung föderalistischer Strukturen in den Niederlanden und den Einfluss des Calvinismus auf die politische Organisation.
5) Entwicklungen in England: Analyse des Durchbruchs der bürgerlichen Staatstheorie durch Denker wie Hobbes und Locke vor dem Hintergrund revolutionärer Prozesse.
6) Entwicklungen in Frankreich: Untersuchung der gesellschaftlichen Umbrüche und der Aufklärung in Frankreich, ergänzt durch radikale utopische Theorien.
7) Die französische Revolution: Eine detaillierte Betrachtung der Revolutionsphasen von 1789 bis zur Jakobinerdiktatur und deren Bedeutung für das Eigentumsverständnis.
Schlüsselwörter
Nationalstaat, Gesellschaftstheorie, Kapitalismus, Feudalismus, Staatstheorie, Volkssouveränität, Privateigentum, Aufklärung, Französische Revolution, Bourgeoisie, Klassenkämpfe, Utopismus, Liberalismus, Souveränität, Machtpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Gesellschaftstheorie während der Epoche der Herausbildung des Kapitalismus, basierend auf einer Analyse von Frank Deppe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Wandel von feudalen zu bürgerlichen Staatsmodellen, der Einfluss von Eigentumsverhältnissen und die Rolle von Volksbewegungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und Gegenüberstellung von bürgerlichen Staatstheorien und kommunistischen Utopien in ihrer historischen Entwicklung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoriegeschichtliche Analyse, die politische Schriften mit sozioökonomischen Entwicklungen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Krise des Feudalismus, die Rolle des Zentralstaats und die spezifischen Entwicklungen in England und Frankreich bis zur Revolution.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Staatstheorie, Kapitalismus, Privateigentum, Bourgeoisie, Klassenkampf und Volkssouveränität.
Welche Rolle spielt der Calvinismus für die Staatstheorie?
Der Calvinismus wird als Impulsgeber für demokratische und republikanische Tendenzen beschrieben, insbesondere in den Niederlanden und England.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Hobbes und Locke?
Während Hobbes den Staat als notwendige Instanz gegen den Naturzustand der kriegerischen Aggression sieht, betont Locke die Notwendigkeit von Gewaltenteilung und Schutz von Eigentum innerhalb eines friedlicheren Naturzustands.
Warum scheiterten laut Arbeit die kommunistischen Utopien?
Die Arbeit stellt fest, dass die Utopien zwar aufgeführt werden, jedoch ihre internen Schwierigkeiten und die Gründe für ihr Scheitern nicht explizit tiefgehend analysiert werden.
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- Diana Schumann (Author), 2006, Gesellschaftstheorie in der Epoche der Herausbildung des Kapitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57425