Cleveland, eine Großstadt im Norden der USA, im Englischunterricht, Klasse 8 Realschule


Examensarbeit, 2000
91 Seiten, Note: 2 (wegen didaktischer Mängel)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Cleveland – Im Wandel der Zeit und Wirtschaft
2.1 Von der Landspekulation zum Handelszentrum
2.1.1 Die Western Reserve
2.1.2 Von der Siedlung zur Handelsstadt
2.2 Produktions- und Verarbeitungszentrum des Mittleren Westens
2.2.1 Die Eisenbahn
2.2.2 Die Eisen- und Stahlindustrie
2.2.3 Der Amerikanische Bürgerkrieg
2.2.4 Das Geschäft mit dem “schwarzen Gold”
2.2.5 Negative Konsequenzen der Industrialisierung
2.2.6 Das Ende von Clevelands erstem Jahrhundert
2.2.7 Cleveland im frühen 20. Jahrhundert
2.2.7.1 Amerikas erste Motor City
2.2.7.2 Der erste Weltkrieg
2.2.8 Das schwarze Jahrzehnt und ein weiterer Aufschwung
2.2.9 Der Niedergang des Industriekolosses
2.3 Rekonfigurierte Verarbeitungsindustrie und Dienstleistungsbereich
2.4 Zusammenfassung
2.5 Auswahl und Präsentation der Schwerpunkte für den landeskundlichen Unterricht
2.5.1 Schwerpunktauswahl
2.5.2 Präsentation
2.5.2.1 Einleitungsphase
2.5.2.2 Erarbeitungsphase
2.5.2.3 Ergebnissicherung

3. Das Zusammenleben ethnischer Gruppen
3.1 Immigranten in Cleveland
3.1.1 Chronologische Darstellung der Einwanderung
3.1.2 Das Leben der Einwanderer in Cleveland
3.2 Deutsche in Cleveland
3.3 Die schwarze Minderheit
3.4 Zusammenfassung
3.5 Auswahl und Präsentation der Schwerpunkte für den landeskundlichen Unterricht
3.5.1 Schwerpunktauswahl
3.5.2 Präsentation
3.5.2.1 Einleitungsphase
3.5.2.2 Erarbeitungsphase

4. Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten
4.1 Sehenswürdigkeiten
4.1.1 Museen
4.1.2 Freizeiteinrichtungen
4.1.3 Denkmäler
4.1.4 Markante Stadtbezirke
4.2 Besonderheiten
4.2.1 Sport
4.2.2 Musik und Theater
4.2.3 Medizinische Versorgung
4.3 Clevelands Weltpremieren
4.4 Clevelands berühmte Söhne und Töchter
4.5 Zusammenfassung
4.6 Auswahl und Präsentation der Schwerpunkte für den landeskundlichen Unterricht
4.6.1 Schwerpunktauswahl
4.6.2 Präsentation
4.6.2.1 Einleitungsphase
4.6.2.2 Erarbeitungsphase
4.6.2.3 Ergebnissicherung

5. Schlusswort

6. Anhang

Bibliographie

Abbildungsverzeichnis

Erklärung

1. Einleitung

Diese Wissenschaftliche Hausarbeit mit dem Thema „Cleveland, eine Großstadt im Norden der USA, im Englischunterricht, Klasse 8 Realschule“ konzentriert sich auf die landeskundliche Beschreibung der Stadt Cleveland und deren Bearbeitung im Englischunterricht. Außerdem soll sie beim Leser durch die Vermittlung von spezifischen Informationen Unkenntnis und Vorurteile beseitigen und ein touristisches Interesse wecken. Denn Cleveland ist – wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann – einen Besuch wert.

Ich habe diese Ausarbeitung in drei Hauptteile eingeteilt:

Der erste Teil, „Cleveland – Im Wandel der Zeit und Wirtschaft“, beschreibt die, von wirtschaftlichen Interessen vorangetriebene, historische Entwicklung der Stadt von ihrer Gründung im Jahre 1796 bis zur Gegenwart. Hier wird erläutert, wie Cleveland von einem ‚Werkzeug’ der Landspekulation über eine Handelsstadt zum Produktions- und Verarbeitungszentrum des Mittleren Westens heranwuchs. Nach der Blütezeit der Industriestadt folgte deren Niedergang in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und eine beispielhafte Wiedergeburt, welche zum gegenwärtigen Zeitpunkt immer noch nicht abgeschlossen ist.

Im zweiten Teil folgt eine Beschreibung der Koexistenz der verschiedenen ethnischen Gruppen in der Stadt. Cleveland war durch seine Industrie und Handel fast ständig ein attraktives Ziel für Immigranten aus aller Welt und Schwarzen aus den Südstaaten des Landes. Diese Tatsache machte es schon früh zu einer multi-kulturellen Großstadt. Vor allem Einflüsse deutscher Einwanderer, welche durchgehend die zahlenmäßig stärkste Immigrantengruppe darstellten, prägten das Stadtbild.

Der dritte und letzte Schwerpunktbereich behandelt die „Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten“ Clevelands. In diesem Teil werden die interessantesten Museen, Freizeiteinrichtungen, Denkmäler und Stadtteile angesprochen. Hier soll der Leser von der touristischen Attraktivität Clevelands erfahren. Des weiteren wird darin erläutert, was die Stadt an Besonderheiten in Sachen Sport, Musik und Theater, medizinischer Versorgung und Erfindungen bzw. Weltpremieren zu bieten hat.

Die wichtigsten, und für die Schüler interessantesten, Informationen aus den drei fachwissenschaftlichen Teilen werden jeweils im Anschluss anhand didaktischer Überlegungen für den Landeskundeunterricht aufbereitet. Zu jedem der drei Teile wird eine Unterrichtsstunde, auf den angegebenen Informationen basierend, angeboten.

Diese Schulstunden können zu Beginn des 8. Schuljahrs, anstatt der Behandlung der Stadt New York, im Englischunterricht verwendet werden.

2. Cleveland – Im Wandel der Zeit und Wirtschaft

Der erste Teil dieser Wissenschaftlichen Hausarbeit setzt sich auseinander mit der Wirtschaft und der Geschichte der Stadt Cleveland. Wirtschaft, beziehungsweise Handel und Industrie, sind mit der Entstehung und vor allem der historischen Entwicklung dieser Großstadt sehr eng verknüpft. Aus diesem Grund befasst sich dieser erste Teil mit beiden Aspekten, der Wirtschaft und Geschichte, gleichzeitig. Parallel zur chronologischen Entwicklung hat sich während meiner Erforschung der Thematik eine wirtschaftliche Umstrukturierung Clevelands herauskristallisiert.

Edward W. Hill hat in seinem Beitrag zu „Cleveland – A Metropolitan Reader“ die ökonomische Geschichte Clevelands in drei Phasen eingeteilt:

1. Von der Landspekulation zum Handelszentrum
2. Produktions- und Verarbeitungszentrum des Mittleren Westens
3. Rekonfigurierte Verarbeitungsindustrie und Dienstleistungsbereich

Basierend auf dieser Einteilung in drei Phasen werde ich nun die Geschichte und wirtschaftliche Entwicklung Clevelands erläutern.

2.1 Von der Landspekulation zum Handelszentrum

2.1.1 Die Western Reserve

Es gibt wohl kaum ein besseres Beispiel für spekulative Landerschließung als die Zivilisation und Erschließung der Western Reserve of Connecticut. Das bedeutendste Resultat dieser Landspekulation ist die Gründung und Entwicklung der Stadt Cleveland.

Im Jahre 1662 legte der amtierende englische König Charles II die Grenzen seiner noch jungen, britischen Kronkolonie Connecticut fest. Das Gebiet dieses Staates bzw. Kolonie sollte sich zwischen dem 41. und 42. nördlichen Breitengrad und „from sea-to-sea“[1] – also vom Atlantik zum Pazifik – erstrecken.

Bevor sich Connecticut für seine westlichen Gebiete interessierte, waren bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts die Staaten New York und Pennsylvania auf Connecticuts Territorium durch königlichen Erlass entstanden. Als 1771 die ersten Landspekulationsfirmen entstanden und große Gebiete vom Staat Connecticut aufkauften, um sie in kleine Parzellen gewinnbringend weiterzuverkaufen, entstanden Streitereien zwischen Connecticut und den neueren Staaten, wie zum Beispiel mit Pennsylvania. Durch den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wurden die Streitigkeiten von der britischen Judikative auf den neuen Amerikanischen Kongress übertragen. Nach fast einem Jahrzehnt übergab der Staat Connecticut all seinen westlichen Grundbesitz der amerikanischen Bundesregierung, mit der Ausnahme der Western Reserve. Die Western Reserve of Connecticut wurde sozusagen der Trostpreis des Bundesbeschlusses vom 14. September 1786. Das Gebiet umfasste 1349148 Hektar und wurde in einer Breite von 120 Meilen von der westlichen Grenze Pennsylvanias, von den Ufern des Eriesees und dem 41. nördlichen Breitengrad begrenzt. Heute heißt dieses Gebiet Northeastern Ohio und enthält neben dem im Cuyahoga County befindlichen Cleveland noch die Städte Akron, Youngstown, New London und Willard.

Im September 1795 verkaufte der Staat Connecticut den Großteil der Western Reserve an die neugegründete Connecticut Land Company für 1,2 Million Dollar (auf Kredit). Das gewonnene Kapital wurde in den Aufbau eines öffentlichen Schulsystems für Connecticut investiert. Die Connecticut Land Company machte sich nun daran, das erworbene Territorium zu erschließen und zu parzellieren, um es dann gewinnbringend zu verkaufen.

Darum beauftragten die Firma einen ihrer Direktoren, General Moses Cleaveland, der auch zugleich Verkaufsleiter war, die erste Expedition zur Vermessung und Begutachtung in das noch unbekannte Gebiet zu führen.

Moses Cleaveland (29.1.1754 – 16.11.1806) hatte als Offizier im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft. Dann studierte er Jura an der Yale University und ging danach in die Politik. Nachdem er seinen Beitrag zur Ratifizierung der Bundesverfassung anno 1788 geleistet hatte, arbeitete er weiter als politisch engagierter Rechtsanwalt und wurde 1796 zum General der 5. Brigade der Connecticut State Militia ernannt.

Daraufhin wurde er zum Mitbegründer und Investor der Connecticut Land Company.

Cleavelands Auftrag war, das gekaufte Gebiet zu begutachten und in Verwaltungsbezirke einzuteilen, indianische Ansprüche zu regeln, und eine „capitol town“[2] zu gründen. Seine Mission war kurz gesagt: „to prepare the land as quickly as possible for resale“[3].

Auf seinem Weg zur Western Reserve traf sich Moses Cleaveland mit Vertretern der Mohwak und Seneca Indianern, welche er dazu überredete, gegen eine einmalige Zahlung von “500 pounds New York currency, two beef cattle, and 100 gallons of whisky“[4], sich in das Gebiet westlich des Flusses Cuyahoga zurückzuziehen. Außerdem mussten auch noch einzelne Irokesen- und Ottawastämme von der Gültigkeit des Greenville Treaty von 1795, welcher die westliche Grenze der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Mündung des Cuyahogas in den Eriesee festlegte, überzeugen.

Am 22. Juli 1796 erreichte Cleaveland mit seiner Expedition die Mündung des Cuyahgoga River und landete mit seinem Boot am Fuße der heutigen St.Clair Avenue. Moses Cleaveland wählte diese Stelle, an der Fluss, See, flaches Ufer, dichte Wälder und schroffe Felsen gleichzeitig Schutz und Schifffahrtszugang boten, zum Standort der „capitol town“.

Er begründete die Standortwahl damit, dass die Stadt „must command the greatest COMMUNICATION either by land or water of any river on the purchase or in any ceded lands from the head of the Mohwak to the western extend or I am no prophet“[5]. Hier muss hinzugefügt werden, dass Cleaveland mit dem Begriff communication den Kommunikationsprozess meinte, welcher wichtig war, um das erschlossene Land für potentielle Käufer von anderen Regionen der Nation – besonders Connecticut – attraktiv zu machen. Natürlich sah er auch die vielversprechenden Aussichten des schiffbaren Flusses, welcher zum kommerziellen Aufstieg der neuen Siedlung beitragen würde.

Als nächstes erstellten die Expeditionsteilnehmer kurzerhand einen groben Stadtplan nach dem typischen Bauschema der Städte in Neuengland, ihrem zu Hause. Ein quadratischer Public Square mit einer Größe von 4 Hektar umgeben von individuellen Parzellen, die jeweils einen knappen Hektar umfassten und durch breite Straßen voneinander getrennt waren, wurden abgesteckt und kurz darauf zum Verkauf freigegeben. General Cleaveland wurde von seinen Untergebenen überzeugt, die neue ‚Stadt’ nach ihm zu benennen anstatt des geplanten Namens Cuyahoga. Der Name dieses Flusses stammt aus der Indianersprache und bedeutet soviel wie ‚gekrümmter Fluss’.

Einige Wochen später verließ Moses Cleaveland die neugegründete Stadt wieder und kehrte nach Connecticut zurück. Dort widmete er sich wieder Politik, Militär und seiner Rechtsanwaltspraxis, und kehrte nie wieder in die Western Reserve zurück.

2.1.2 Von der Siedlung zur Handelsstadt

Die Stadt Cleaveland durchlebte eine schwere ‚Kindheit’ bis zur Fertigstellung des Erie- Kanals und des Ohio-Kanals im Jahre 1827.

Als Cleavelands Expedition im Oktober 1796 nach Connecticut zurückkehrte, blieben nur vier Teilnehmer in der neugegründeten Siedlung zurück. Nach einem schweren Winter zogen diese Siedler schließlich weiter gen Westen. Aber noch im selben Monat (Mai 1797) erreichten die Familien des Majors Lorenzo Carter und Ezekiel Hawley die Siedlung, um sich dort permanent anzusiedeln. Von seiner Blockhütte am östlichen Ufer des Cuyahoga begann Carter einen regen Handel mit den Indianern vom anderen Flussufer.

Währendessen warb die Connecticut Land Company tüchtig für die Auswanderung in die Western Reserve und nach Cleaveland. Den Siedlern wurde kostenloses Land versprochen, wenn sie dort für mindestens ein Jahr hinzogen und nützliche Dienste (vor allem handwerklicher Art) für die anderen Siedler anboten.

Zur Jahrhundertwende entstand dann der erste Produktions- bzw. Verarbeitungsbetrieb in Cleaveland: Eine Alkoholbrennerei. Das Produkt wurde als Genussmittel, Medizin, Handelsware und zur Beruhigung der Indianer verwendet. Am 4. Juli 1801 gab es anlässlich des Unabhängigkeitsjubiläums den ersten Ball in Cleaveland. Es tanzten und feierten 32 Männer und Frauen in Carters Blockhaus, welches auch als Schulhaus genutzt wurde. Ein Jahr später baute Carter eine Taverne, die dann auch zum ersten Hotel Cleavelands wurde.

Im Jahre 1803 wurde das Gebiet der Western Reserve dem neugegründeten 17. Bundesstaat, Ohio, einverleibt. Aufgrund der wachsenden Allianz zwischen den Briten und Indianern, wurden die Indianer sicherheitshalber durch jährliche Zahlungen vom westlichen Ufer des Cuyahoga ‚verdrängt’.

1808 eröffnete Carter den Transport und Handel auf dem Eriesee als er den 30-Tonnen-Schoner Zephir baute. Dieser Schoner pendelte fortan zwischen dem östlichen Ende des Eriesees und Cleaveland. Dadurch steigerte sich der Warenumsatz soweit, dass kurz darauf das erste Lagerhaus an der Mündung des Cuyahogas gebaut wurde.

Als ein Reisender, namens John Melish, 1811 nach Cleaveland kam, fand er „sixteen houses, several taverns, and stores, an economy limited to a little salt ... a little flour, pork, and whiskey, and a putrid smelling, sandbar-obstructed river”[6] vor. Aus anderen Berichten geht auch hervor, dass der Cuyahoga River die ersten paar Jahrzehnte der Existenz Cleavelands, Siedler eher vertrieb, als sie anzuziehen. Durch Sandbänke und Treibholz war er nur schwer schiffbar, und war auch von sumpfigem Gelände umgeben, welches durch angelockte Moskitos Malaria und Fieber verbreitete. Eine weitere Darstellung einer Reisenden beschreibt die Siedlung als eine „wilderness of scrub oak with only thirty or forty acres cleared. Most of the town lots were fenced with rails. Three warehouses lined the river, but little commercial business was done because there was no harbor. Sandbars often blocked access to the river and both freight and passengers had to be transported to the beach by small boat. Cargo was rolled over the sand to the warehouses a quarter of a mile away.”[7]

Zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien im Juni 1812 zählte das Dorf Cleaveland gerade etwa 100 Einwohner. Plötzlich wurde es zu einem strategisch wichtigen Punkt an der Grenze zum westlichen und nordwestlichen Kriegsschauplatz des Konflikts. Von Cleaveland aus sollten Britische Garnisonen im südlichen Kanada (heute Ontario) bekämpft, und die britische Aufhetzung von Indianerstämmen zu Raubzügen auf amerikanische Grenzsiedlungen beendet werden. Nun diente Cleaveland als Versorgungsbasis und Truppensammelpunkt, und wurde durch eine Festung, namens Fort Huntington, und ein Lazarett erweitert. Unter anderem wurde über den Seeweg die britische Blockade der Festung Detroit (bis zu deren Fall) durchbrochen, wobei Nahrung, Munition und Ermutigung den belagerten Soldaten zukam. Des weiteren machte 1813 der amerikanische Flottillenadmiral Oliver Hazard Perry mit seiner Flotte Station in Cleaveland bevor er sich den Briten in der entscheidenden Seeschlacht vor der Insel Put-In-Bay stellte. Als er siegreich von diesem Wendepunkt des Krieges zurückkehrte, begrüßte er die Bewohner mit den berühmten Worten: “We have met the enemy and they are ours.“[8]

Nach dem Krieg von 1812 wuchs der Handel in Cleaveland nur wenig. Der Großteil der Güterbeförderung lief über den Wasserweg, auch wenn einige Händler aufgrund der Unberechenbarkeit von Wind und Wetter noch zögerten vermehrt in die Seefracht zu investieren. Dies änderte sich, als 1818 das erste Dampfschiff der Grossen Seen, die Walk-In-The-Water, in Cleaveland anlegte. Kurz darauf wurde an den Ufern des Cuyahoga das erste Dampfschiff der Stadt Cleaveland, die Enterprise, gebaut. Die Enterprise transportierte von nun ab regelmäßig sowohl Fracht als auch Passagiere auf der Route Buffalo, Cleaveland und Detroit. Bis 1820 hatte die Bevölkerung 606 Einwohner erreicht. Zur selben Zeit begann der Kampf der Cleavelander um den Bau eines Kanals, der den Eriesee mit dem Fluss Ohio verbinden sollte. Im Februar 1825 stimmte die Regierung Ohios schließlich dem Bau des Ohio-Kanals zu, welcher die wirtschaftliche Blüte der Stadt am Eriesee einläuten sollte. Der Bau des Wasserweges, welcher Cleaveland mit Portsmouth am Ufer des Ohio verbinden sollte, dauerte insgesamt sieben Jahre. Der wichtigste Teil – der Kanal zwischen Cleaveland und Akron – wurde innerhalb von zwei Jahren gegraben und hatte schließlich die Maße von anderthalb Metern Tiefe, 13 Metern Breite und über 60 Kilometern Länge. Hierfür kamen zahlreiche Immigranten aus Deutschland und Irland nach Cleaveland und arbeiteten „from sunup to sundown for 30c a day plus a jigger of whisky every five hours to ward off malaria and cholera.”[9] Der gesamte, 308 Meilen lange, Wasserweg von Cleaveland nach Portsmouth war 1832 fertiggestellt.

Sofort nach der Eröffnung des Ohio-Kanals im Juli 1827 begannen Händler und Bauern den neuen Transportweg zu nutzen. Getreide und andere landwirtschaftliche Produkte kamen nun vom Zentrum Ohios nach Cleaveland. Dadurch wurde die Stadt zum Transferzentrum der Grossen Seen für Weizen, Mehl, Whiskey, Butter, Käse und Wolle. Die Flats – die Uferregion des Cuyahoga am Stadtzentrum – begannen nun regelrecht aufzublühen und wurde zum Herzen der Wirtschaft Cleavelands. Bootladungen voller Lehm und Sandstein brachten Architekten eine bessere Auswahl an Baumaterial was sich positiv auf den Bau von neuen und besseren Gebäuden auswirkte. Als dann 1840 die Kanäle auch noch das kohlereiche Mahoning Valley am westlichen Rand des Appalachen-Gebirges erreichte, wuchs Cleaveland auch noch zum wichtigsten Kohlezentrum an den Grossen Seen. Einerseits durch diesen Vorteil und andererseits durch den regen Schiffverkehr entstand nun auch eine führende Schiffbau- und Reparaturindustrie.

Im Gegenzug wurden verarbeitete Waren, Glas, Kleidung, Salz, Werkzeuge, Haushaltsgüter und Baumaterialien zu ehemals schwer erreichbaren, ländlichen Gegenden im Süden Ohios transportiert, was wiederum die Produktion in Cleaveland ankurbelte. Durch die neuen Wasserverkehrswege wurde nicht nur mehr Waren und Material transportiert, sondern sanken vor allem die Frachtkosten zu einem Bruchteil der bisherigen Preise. Während der Transport auf der Straße bisher mindestens $15 pro Tonne und Meile gekostet hatte, zahlten die Händler und Bauern nur noch $1 durch die Nutzung der Kanäle. Folglich erlebte nicht nur Cleaveland, sondern sämtliche an das Wasserverkehrsnetz grenzende Gebiete – sowohl die Landwirtschaft, als auch die junge Industrie – einen erheblichen, wirtschaftlichen Antrieb, welcher sich in alle Lebensbereiche auswirkte.

Ein zusätzlicher Aufschwung für die städtische Wirtschaft kam kurz nach der Kanaleröffnung, als die Bundesregierung den Ausbau des Hafens von Cleaveland finanzierte. Dieser neue Hafen und der Kanal verbesserte den Flusslauf des Cuyahoga, und reduzierte das Gesundheitsrisiko durch moskitoverbundene Krankheiten. Einen weiteren Schub erhielt die Wirtschaft Cleavelands durch die Fertigstellung des Erie-Kanals, welcher die Städte Buffalo und Albany verband. Nun hatte Cleaveland eine direkte Wasserverbindung nach New York City (und damit zum Atlantischen Ozean) über den Eriesee, den Erie-Kanal und den Fluss Hudson. Des weiteren kann man seitdem auch per Schiff von Cleaveland nach New Orleans (und den Golf von Mexiko) über den neuen Ohio-Kanal, den Ohio und den Mississippi gelangen. Dadurch wurde Cleaveland zu einem Wasserverkehrsknotenpunkt und einer der am schnellsten wachsenden Regionen im Lande.

Die jährliche Abfertigung von Gütern und Material in Cleaveland umfasste 1827 noch 250 Tonnen. Drei Jahre später waren es bereits 1500 Tonnen, und 1838 erreichte man mit 9500 Tonnen die Spitze. Auch der Schiffverkehr auf dem Eriesee nahm deutlich zu: Die Anzahl der Schiffe die den Hafen von Cleaveland anliefen stieg von 1000 Schiffen 1838 auf 1600 im Jahre 1844. Seit 1830 besitzt der Hafen von Cleaveland auch einen Leuchtturm. Ein Zeitungsbericht beschrieb die Geschäftigkeit auf dem See schon anno 1833 wie folgt: “The Lake is white with canvass.“[10]

Der Boom durch Handel und Verkehr brachte auch Änderungen im zivilen Bereich der Stadt. Innerhalb von 20 Jahren verzehnfachte sich die Bevölkerung Cleavelands und stand 1840 bei 6000 Einwohnern. Außerdem entstand in den dreißigern die polizeiähnliche City Watch mit zunächst 48 Freiwilligen und eine erste offizielle Feuerwehr, bestehend aus 45 Freiwilligen.

Aus dieser Zeit stammt auch die Änderung des Stadtnamens von Cleaveland zu Cleveland. Die neue Schreibweise wurde 1832 offiziell, als die damals führende Zeitung, der Cleaveland Herald, das erste „a“ aus ihrem Namen im Impressum nahm. Die interessanteste Theorie hierfür besagt, dass der Buchstabe von einer Kuh zertreten worden sei.

Selbst die landesweite Depression von 1838 konnte den Aufschwung in Cleveland kaum bremsen. Da auf den Seen Schiffe und den Kanälen Boote benutzt wurden, musste fast die gesamte Fracht die an die Mündung des Cuyahoga kam, untergebracht, weiterverarbeitet ent- oder umgeladen werden. Dadurch wurden selbst in dem Krisenjahr 1838 neun weitere Lagerhäuser gebaut.

Um den Warenwert zu steigern und das Gewicht der Waren zu reduzieren sorgten die Händler dafür, dass ihre ankommenden Güter, welche sowieso entladen und zeitweise untergebracht werden mussten, gleich an Ort und Stelle verarbeitet wurden. Als Konsequenz entstanden Mühlen, Alkoholbrennereien, Gießereien, Maschinenfabriken, Seifen- und Kerzenfabriken, Mühlsteinläden und Töpfereien.

Die erste Schwerindustrie in der Region, die Cuyahoga Steam Furnace Company, wurde 1830 gegründet und produzierte Dampfboiler für die Schifffahrt und zehn Jahre später Lokomotivenmotoren. Bald darauf entstanden andere Stahlwerke und weitere Schiffswerften. Zwischen 1845 und 50 wurden auch sechs neue Banken gegründet.

Als der Verkehrs- und Handelsknotenpunkt Cleveland in den 30er und 40er Jahren des 19. Jahrhunderts erblühte, war die einzige, dunkle Wolke, die den Himmel der Clevelander trübte, ihr Nachbar Ohio City. Das Dorf Ohio City war 20 Jahre nach Cleveland am östliche Ufer des Cuyahoga gegründet worden und hat sich in den darauffolgenden Jahrzehnten zu einem hartnäckigen Rivalen Clevelands entwickelt. Zum Höhepunkt dieser Rivalität kam es im Jahre 1836, als sich die beiden Nachbarn im Bridge War mit Waffengewalt um die Columbus Street Bridge stritten. Die Rivalität hielt weiter an, bis Ohio City schließlich 1854 von Cleveland annektiert wurde.

2.2 Produktions- und Verarbeitungszentrum des Mittleren Westens

Der gesamte Schiffverkehr auf dem Eriesee und den Kanälen hatte aber einen nicht unwesentlichen Haken: Das Wetter. Eine städtische Chronik beschreibt dieses Problem folgendermaßen: „Our year was but eight months long; Lake and Canal were ice-bound during the entire winter, and with the first hard frost, the business of the city went into a state of hybernation.“[11]

2.2.1 Die Eisenbahn

Der Eisenbahn-Boom ab 1850 eröffnete die zweite Phase der kommerziellen Entwicklung Clevelands. Mit der Anknüpfung an das nationale Eisenbahnnetz in den folgenden zwei Jahrzehnten untermauerte Cleveland seinen Anspruch für einen Platz unter den führenden Wirtschaftszentren in den Vereinigten Staaten.

Seit 1837 war eine neue Eisenbahnlinie, die sogenannte Cleveland, Columbus & Cincinnati Railroad (oder einfach CC&C), zuerst in Erwägung gezogen, dann konkret geplant und vorbereitet worden. Clevelands Eisbahn Ära begann offiziell mit der Ankoppelung der CC&C Lokomotive an eine Reihe Wagons am 3. November 1849. Der symbolische Startpfiff der Lokomotive wurde im Cleveland Herald folgendermaßen kommentiert: „The whistle of the locomotive will be as familiar to the ears of the Clevelander as the sound of church bells.“[12] Diese Prophezeiung sollte sich als richtig erweisen. Am 21. Februar 1851 war die Eisenbahnstrecke über Columbus nach Cincinnati fertiggestellt, und der erste Zug erreichte unter großem Beifall Clevelands ersten Bahnhof am Seeufer und der West 9th Street. Schon einen Tag später wurde die nächste Linie eingeweiht – für die Strecke Cleveland & Pittsburgh. Die Investoren sahen die Eisenbahn als eine Möglichkeit, um auf die wirtschaftlichen Vorteile des Kanalhandels weiter aufzubauen. Da Cleveland große Mengen an leicht zu handhabender Fracht für große Entfernungen zu bieten hatte, war es für Bahnlinien attraktiv dorthin zu bauen. Der daraus entstehende Wettbewerb unter den Linien beließ die Frachtpreise niedriger als bei anderen, kleineren Städten. Die Konsequenz aus dem Ganzen war, dass Cleveland zwei Jahre später neben Pittsburgh, Columbus und Cincinnati auch an Chicago und New York City angeschlossen war. Kurz vor dem Ende der ersten Eisenbahnbauwelle im Jahre 1857 wurde noch die Cleveland & Mahoning Valley Railroad (C&MV), mit den Zwischenstationen Warren und Youngstown, abgeschlossen. Die C&MV brachte Cleveland nicht nur eine weitere Eisenbahnlinie, sondern eröffnete der lokalen Schwerindustrie und dem Exporthandel über die Grossen Seen den schnelleren und preiswerteren Zugang zu den reichen Kohleabbaugebieten im Mahoning Valley.

Die zunehmende Nutzung der Eisenbahn in Cleveland und Umgebung verursachte einen starken Rückgang des Kanalverkehrs. Zum Beispiel fielen Schweinefleischtransporte von 7500 Tonnen im Jahre 1854 auf 100 Tonnen sechs Jahre später. Stattdessen kamen 1856 25000 Tonnen Schweinefleisch und Schinken auf Schienen durch Cleveland. Ähnliche Verluste bei Weizen und anderem Getreide signalisierten den Umschwung auf die Eisenbahn, welche Cleveland nun das ganze Jahr hindurch beschäftigt hielt.

2.2.2 Die Eisen- und Stahlindustrie

Ab 1850 wurden riesige Eisenerzvorkommen an der nördlichen Michiganhalbinsel, südlich des Oberen Sees, entdeckt. Hinzu kam die Fertigstellung des Soo-Kanals bei Sault Ste. Marie zwischen dem Oberen See und dem Huronsee. Dieser neue Kanal eröffnete einen Wasserweg zu den unteren Seen, und damit zu Cleveland. Diese beiden Ereignisse machten Cleveland zum wichtigsten Hafen der Grossen Seen und veränderten unwiderruflich die Wirtschaft dieser Stadt. Clevelands Lage als der Treffpunkt von Eisenerz (von den beiden oberen Seen) und Kohle (von Pennsylvania und Ohio) wies der Stadt den Weg ins Industriezeitalter.

Schon bald war eine Flotte von Dampfschiffen im Einsatz, die 1000 Tonnen Eisenerz pro Schiff nach Cleveland brachte. 1857 entstand das erste Walzwerk, die Cleveland Rolling Mill Company (später American Steel and Wire). Die nun wachsende Stahlindustrie fand zunächst ihren Hauptabnehmer in der Eisenbahn und im beginnenden Stahlbrückenbau.

Die florierende Wirtschaft zog in den 50er Jahren einige maßgebliche Veränderungen für die Stadt selbst nach sich: Die Bevölkerung stieg von 18000 (1850) auf 44000 im Jahre 1860. Es entstand eine Straßenbeleuchtung mit Gaslampen, geteerte Straßen, von Pferden gezogene Straßenbahnen und erhöhte Gehwege. Das Cleveland Board of Education wurde gegründet und baute 1856 die erste städtische high school. Ein Dutzend weitere Feuerwehrhäuser wurden errichtet, und es entstand ein Gesundheitsamt, sowie eine professionelle Polizei. All solche Dienstleistungen deuten darauf hin, dass Cleveland vor dem Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs eine voll entwickelte Stadt war, welche nationalen Trends folgte, und entschlossen war, von der sich ausbreitenden Industrialisierung zu profitieren.

2.2.3 Der Amerikanische Bürgerkrieg

Als im April 1861 der Sezessionskrieg ausbrach schlug sich Cleveland nicht nur aufgrund geographischer Gegebenheiten auf die Seite der Union, sondern auch wegen dem hier sehr beliebten Politiker Abraham Lincoln. Zum Beispiel wurde Lincoln, als er auf seinem Weg zum Amtsantritt als neuer Präsident in Cleveland Station machte, von zahllosen Bewohnern enthusiastisch begrüßt.

Dieses mal war Cleveland weit genug von der Front entfernt. Durch die Eisenbahn jedoch war man mit dem Rest des Nordens eng verbunden und stieg zu einem bedeutenden Produktionszentrum für Kriegsmaterial auf. Da die Union zur Versorgung ihrer Einheiten zahllose Meilen an Eisenbahnstrecke verlegte und natürlich Artilleriegeschütze benötigte, boomte die Stahlindustrie.

„At the start of the war, ..., there were no iron foundries in the city; by 1864 there were 21,“[13] welche den größten Teil des Kanonen- und Eisenbahnstahls, der von der Union benötigt wurde, produzierten. Als Resultat stieg die Beschäftigungsrate in der Stahlindustrie Clevelands von 500, zu Beginn des Jahrzehnts, auf 3000 Angestellte im Jahre 1866. Während 1864 und ´65 kam über die Hälfte des in Michigan geförderten Eisenerzes nach Cleveland, wovon auch sehr viel in den nebenher florierenden Schiffbau floss. Daher stammten 1865 44 Prozent aller Schiffe auf den Großen Seen aus Clevelander Werften.

Aufgrund der starken Nachfrage nach Chloroform und Schwefelsäure wurde Clevelands Chemische Industrie geboren, welche sich während des Krieges stetig weiterentwickelte und diversifizierte. Neben Stahl und Chemikalien belieferte die Industrie Clevelands die Union mit Uniformen, Schießpulver, Strickwaren und Fleisch.

Cleveland sandte nicht nur Material und Waren in den Krieg, sondern auch circa zehntausend Freiwillige. Außerdem entstand das U.S. General Hospital und sieben Militärcamps in der Stadt.

2.2.4 Das Geschäft mit dem “schwarzen Gold”

1859 wurde im Appalachen-Gebirge in Pennsylvania das erste Rohöl aus dem Boden befördert. Zahlreiche Unternehmer aus dem nordöstlichen Ohio folgten dem Ruf des schwarzen Goldes nach Pennsylvania und schon bald darauf floss das gewonnene Rohöl auch nach Cleveland. John D. Rockefeller, der bis dahin hauptsächlich als Buchhalter und Kommissionär Reichtum gesammelt hatte, stieg in die Ölproduktion ein und gründete 1863 mit seinem Partner Maurice B. Clark und den Engländern die Andrews, Clark & Company. Diese Firma errichtete Clevelands erste Ölraffinerie, die Excelsior Works, am Streckenende der neuen Atlantic and Great Western Railroad in den Flats. Nach geschäftlichen Unstimmigkeiten zahlten Rockefeller und Andrews ihre Partner aus und gründeten 1870 mit zwei weiteren Geschäftsmännern die Firma Standard Oil. Es folgten zahlreiche weitere Ölraffinerien, die allerdings im Laufe der nächsten zwei Jahrzehnte fast alle von Standard Oil aufgekauft wurden.

Rockefeller nutzte die schon vor ihm gebauten Eisenbahnverbindungen (und später Pipelines), um das Rohöl aus Pennsylvania und dem westlichen Ohio zu seinen Verarbeitungsanlagen nach Cleveland zu schaffen. Die verarbeiteten Produkte, wie zum Beispiel Kerosin und Benzin, wurden dann auf die selbe Art und Weise zum Hafen New York Citys transportiert, von wo aus sie in die gesamte Welt verschifft wurden. Eine Zeit lang war Cleveland damit das größte Ölraffineriezentrum der Welt. Die ersten paar Jahrzehnte waren die Bewohner Clevelands stolz auf den Ölgeruch und die Ölwaggons, die das Stadtbild prägten. Durch die Fülle an preiswertem Stahl, Benzin und qualifizierten Arbeitskräften entstanden nun auch viele verschiedene Maschinenbaufabriken im Industriezentrum Cleveland. Hinzu kam die Farbenindustrie, welche durch die Weiterverarbeitung der Produkte von Öl- und Chemischer Industrie stimuliert wurde, mit der marktführenden Sherwin-Williams Company.

2.2.5 Negative Konsequenzen der Industrialisierung

Schon im Jahre 1870 zeigten die Flats deutliche Anzeichen von Umweltverschmutzung.

Fünfundzwanzig Abwasserkanäle und eine steigende Anzahl von Fabriken und Raffinerien leiteten ihr Abwasser direkt in den Fluss. Das Resultat war, dass der Cuyahoga und damit auch der Eriesee durch Industrieabfälle und Abwässer stark verschmutzt wurden und man sogar eine „200-foot gap had to be cut in the west breakwall to allow the river waste pass through into the lake.“[14] Ein europäischer Neuankömmling beschrieb den Cuyahoga folgendermaßen: “The water was yellowish, thick, full of clay, stinking of oil and sewage. The water heaped rotting wood on both banks of the river; everything was dirty and neglected.”[15] Manch anderer Beobachter glorifizierte oder beschönigte die Auswirkungen der Industrialisierung im Namen des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts. Und während der Cleveland Leader vor lächerlichen und geschäftsschädigenden Umweltschutzmaßnahmen warnte, beschrieb eine andere einheimische Zeitung, eine der schlimmsten Stellen in den Flats mit seinen „straggling half-whitewashed houses, filthy rags, dirty-faced, half-naked, white-headed children, poorly clad women, the hundreds of cats and dogs, and the millions of flies.“[16] Die meisten der Arbeiter in der Verarbeitungsindustrie, welche inzwischen 30 Prozent der Geschäftstüchtigen Clevelands beschäftigte, lebten in ärmlichen Verhältnissen in der Nähe der Flats. Das Nebelhorn am Hafen war in der gesamten Stadt zu hören. Dazu kamen das Dampfen und Pfeifen der Eisenbahnzüge, und die Werkssirenen mit denen die Fabriken morgens um fünf Uhr ihre Arbeiter riefen. Das Resultat waren erste sporadische Einschränkungen der städtischen Industrie, wie zum Beispiel das Verbot der Werkssirenen oder die Installierung eines Reflektoren am Nebelhorn.

2.2.6 Das Ende von Clevelands erstem Jahrhundert

Trotz der schlechten Umweltbedingungen in der Region um Cleveland, verstärkte sich sogar der Zustrom an Menschen. In den Sechziger Jahren hatte sich die Bevölkerung wieder mehr als verdoppelt und erreichte 1870 die Anzahl von 92000. Cleveland war eines der wichtigsten Eisen- und Stahllieferanten in der Nation und produzierte mit 14 Walzwerken etwa 400 Tonnen täglich. Außerdem war die Stadt mit ihrer neuen Pipeline zu den Rohölfeldern Pennsylvanias, und der daraus folgenden Verarbeitung von zwei Millionen Fässern pro Tag, die Ölverarbeitungshauptstadt Amerikas. Weitere ansässige Industrien produzierten Bauholz, Eisenbahnteile, Draht, Fässer, Kleidung, Zigarren, Motoren und Boiler, Papier und Schiffe.

Cleveland hatte in den frühen Neunzigern Amerikas zweitgrößte Schiffbauindustrie nach Philadelphia. Im Jahre 1880 lebten 160000 Menschen in Cleveland, womit es die zwölftgrößte Stadt in den Vereinigten Staaten war.

In neu angemeldeten Patenten rangierte sie sogar auf dem vierten Platz, was auf den äußerst fruchtbaren Boden für Innovationen rückschließen lässt. Die wohl bedeutungsvollsten Erfindungen waren die elektrische Straßenbeleuchtung, Motoren, haltbare Batterien, sowie Alexander Browns mechanischer Verladekran, welcher viel Zeit und Arbeit beim Ent- und Beladen der Schiffe reduzierte.

Clevelands Arbeiterschaft in der gesamten Verarbeitungsindustrie war bis 1890 auf 53000 Beschäftigte angestiegen. Und wie in anderen amerikanischen Städten zu dieser Zeit arbeiteten die Fabrikarbeiter viele Stunden am Tage für niedrige Löhne und unter teils sehr gefährlichen Bedingungen. Kurzzeitige Depressionen äußerten sich oft in drastischen Lohnkürzungen, die, durch die Gewerkschaften organisierte, Streiks hervorriefen.

Streiks, wiederum, veranlassten Fabrikbesitzer oftmals zur Einfuhr von ausländischen Streikbrechern. Es bestand ein steter Arbeitskampf zwischen den Gewerkschaften (hundert an der Zahl im Jahre 1900) und den Werks- und Fabrikeigentümern. Die starke Zuwanderung von Immigranten war nun auch so weit fortgeschritten, dass drei Viertel der Bevölkerung Clevelands ausländischer Herkunft (vor allem aus Europa) war.

Die reichste und prominenteste Oberschicht Clevelands hatte sich im letzten Drittel des Jahrhunderts am östlichen Teil der Euclid Avenue niedergelassen. Dieser Teil wurde aufgrund der zahlreichen Villen und deren Einwohnern die Millionaires’ Row genannt und war „one of the most beautiful streets in the world.“[17]

Die blühende Wirtschaft löste außerdem einen Bauboom aus, welcher unter anderem die ersten Hochhäuser der Stadt entstehen ließ. Des weiteren entstanden zahlreiche separate

Verwaltungsabteilungen, wie die Polizei, die Feuerwehr, Finanzamt, öffentliche Versorgung, Wohlfahrt und Strafvollzug. Obwohl die Wasserversorgung nach wie vor gut war, nahm die Wasserverschmutzung immer noch nicht ab. In den Neunziger Jahren wurden 200 Millionen Liter ungefiltertes Abwasser in den Eriesee geleitet.

Als 1896 Cleveland seinen 100. Geburtstag feierte, war die Stadt eines der größten Industrie- und Handelszentren in Amerika. Allerdings war das Stadtbild öde und ungastlich. Das Women’s Department of the city’s centennial comission beschrieb das Resultat der vergangenen hundert Jahre in der danach versiegelten Zeitkapsel folgendermaßen: „We bequeath to you a city of a century, prosperous and beautiful, and yet far from our ideal. ... Many of the people are poor, and some are vainly seeking work at living wages. … Some of our children are robbed of their childhood. Vice parades our streets and disease lurks in many places that men and women call their homes.”[18]

2.2.7 Cleveland im frühen 20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Cleveland eines der weltweit überragenden Verarbeitungszentren. Sowohl die Stahl- als auch die Ölindustrie blühten weiter auf. Außerdem wuchs die benzinproduzierende Branche und die Elektroindustrie. Schiffe aus den Werften Clevelands füllten die Großen Seen und zusätzliche Eisenbahnlinien erreichten die Stadt. Innerhalb des ersten Jahrzehnts entstanden 32 neue Banken, was den Umsatz der Industrie Clevelands als Ganzes wiederspiegelt.

2.2.7.1 Amerikas erste Motor City

Cleveland hat in den ersten Jahrzehnten (ab 1890) eine Hauptrolle in dem schnellen und revolutionären Aufstieg der Automobilindustrie gespielt. Mark Gottlieb schrieb in seinem Buch „Cleveland – Shaping A Third Century“, dass „long before Detroit aquired the title, Cleveland was America’s first ‘Motor City.’”[19]

1898 wurde die Winton Motor Carriage Company in Cleveland der erste Hersteller und Anbieter eines standardisierten, benzinbetriebenen Automobils. Bereits 1909 ermittelte der U.S. manufacturing census die Automobilherstellung als drittgrößte Industrie in der Stadt Cleveland. Inzwischen gab es 32 Fabriken mit über 7000 Angestellten, welche jährlich Automobile im Wert von 21 Millionen Dollar produzierten. Zur gleichen Zeit entstand im benachbarten Akron eine noch heute marktführende Gummi- und Reifenproduktion. Die Nähe dieser rubber city wirkte sich auch positiv auf Clevelands Automobilindustrie aus. In den Jahren darauf verlor Cleveland allerdings seine Führungsposition an Detroit. Dort bewiesen die Hersteller und Investoren größere Risikobereitschaft und bauten mit Henry Ford, zum Beispiel, riesige Massenproduktionsfabriken auf. Dies brachte den Aufschwung in der Produktion von Einzelteilen in Cleveland. Das Resultat war, dass 1920 70 Prozent des produzierten Stahls in Cleveland in die lokale Autoteileproduktion floss.

2.2.7.2 Der erste Weltkrieg

Als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach lebten und arbeiteten 560665 Menschen in der Stadt, was Cleveland zur sechsgrößten Stadt in den Vereinigten Staaten machte. Gleich nach Kriegsbeginn begann die Industrie zuerst für die Alliierten, dann für Amerika selbst, Uniformen, Automobile und Lastwagen, Waffen, und Chemikalien für Schießpulver zu produzieren. Vom Kriegseintritt der USA 1917 bis zum Kriegsende, anderthalb Jahre später, traten 41000 Clevelander in die amerikanischen Streitkräfte ein, wovon über 1000 nicht zurückkehrten. Der Krieg brachte nicht nur einen erneuten wirtschaftlichen Zuwachs, sondern veränderte auch das demographisch, ethnische Gesicht der Stadt.

Auf diesen Aspekt werde ich im zweiten Teil meiner Ausarbeitung näher eingehen.

2.2.8 Das schwarze Jahrzehnt und ein weiterer Aufschwung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Börsenkrach Ende Oktober 1929 markierte den Beginn der Great Depression, wovon wahrscheinlich „Cleveland has never really recovered“[20], laut KEATING, KRUMHOLZ und PERRY. Die Arbeitslosenzahl stieg innerhalb kurzer Zeit von 41000 auf 100000. Die Stadt hatte gegen rasch sinkende Steuereinnahmen und eine eskalierende Nachfrage nach Nahrung, Unterkunft und Kleidung zu kämpfen. Durch große, von der Bundesregierung finanzierte, Bauprojekte, wie das erste öffentliche Wohnungsbauprojekt, die neue Main Avenue Bridge und das Cleveland Municipal Stadium, konnten zahllose Clevelander weiterhin beschäftigt werden. Trotzdem konnte durch solche Maßnahmen lediglich ein Sechstel der, durch zahlreiche Fabrikschließungen entstandenen, Lohn- und Gehaltsausfälle ausgeglichen werden.

Der Ausbruch des zweiten Weltkriegs und die daraus folgende Nachfrage nach Kriegsmaterial löste einen starken, landesweiten Aufschwung der Industrie aus. Clevelands depressionsgeplagte Fabriken konnten ihre Produktion wieder hochfahren, und lieferten Flugzeuge, Panzer, Bomben, Artillerie, Ferngläser und Teleskope an die U.S. Streitkräfte und ihre Alliierten. Durch den Einzug von 160000 Clevelandern und der wieder florierenden Industrie wurden Tausende von Frauen berufstätig. Während des Krieges wurde Cleveland als „the best location in the nation“[21] tituliert aufgrund der diversifizierten industriellen Basis, dem großen Vorrat an ausgebildeten Arbeitern, günstigem Strom und Wasser und der geographischen Position bezüglich Transport, Rohstoffquellennähe und der Nähe von Konsummärkten. Im zweiten Weltkrieg stand Clevelands Bevölkerung voll hinter ihrem amerikanischen Vaterland. Nicht nur die zweieinhalb Milliarden Dollar Kriegsschuldverschreibungen mit denen die städtische Bevölkerung Uncle Sam unterstützte, sondern auch mehrere nationale Auszeichnungen an Unternehmen für außerordentliche Produktion, bewiesen den Patriotismus der Clevelander. Das größte Problem an der Heimatfront in Cleveland war die Wohnungsnot, da man 1940 878336 Einwohner zählte und kaum neue Wohnhäuser gebaut worden waren. Die Einwohnerzahl war weiterhin steigend durch die blühende Kriegsmaterialproduktion und die nach Kriegsende heimkehrenden Soldaten. Um der zunehmenden Population Herr zu werden, unterteilte man Ein-Familien-Wohnungen in mehrere Wohneinheiten. Damit begann man mit dem Muster der Übernutzung und Überfüllung, welches in der Zukunft zur starken Verwahrlosung von Wohnungen führte. Ein weiteres Problem, das in den frühen Vierzigern seinen Ursprung hat, ist der Abzug der Bevölkerung in die Vorstädte. Ein Bericht der Handelskammer beschreibt dieses Problem schon im Jahre 1941: „It is evident that most people who live in Cleveland are anxious to move to the suburbs. … Experience has shown that if their economic status permits, the majority of Clevelanders prefers to live outside of the central area.”[22]

2.2.9 Der Niedergang des Industriekolosses

Cleveland zählte 1950 914808 Einwohner. Ab diesem Zeitpunkt ging es für die Stadt nur noch bergab. Während den Fünfzigern verließen fast 39000 Menschen die Stadt. Aufgrund der fortschreitenden Verwahrlosung des Stadtbildes und der zunehmenden Kriminalität zogen immer mehr Bewohner in die Vorstädte. Dies brachte schwerwiegende Verluste in Einkommens- und Vermögenssteuern. Von der Bundesregierung bezahlte Maßnahmen brachten kaum Verbesserungen. Das bis dahin größte, städtische Erneuerungsprogramm versagte größtenteils, und der Bau eines Autobahnnetzes beschleunigte sogar den industriellen Abstieg, da immer mehr Lastentransporte auf die Strassen verlegt wurde.

Hinzu kam der wachsende Wettkampf mit ausländischen Firmen in den Stahl-, Automobil- und Maschinenbaubranchen, welcher der städtischen Industrie bis in die späten Siebziger 130000 Arbeitsplätze kostete. Der Verlust von Arbeitsplätzen wird auf folgende Probleme zurückgeführt: Hohe Löhne – Clevelands beschäftigte Arbeiterschaft genoss durch ihre Gewerkschaften von !940-70 den höchsten Lebensstandard von allen Industriebevölkerungen der Welt – , veraltete Industrieanlagen, lokaler Konkurrenzkampf, mangelhafte Produktqualität, Zusammenbruch traditioneller Abnehmer, und schlechtes Management.

[...]


[1] GRABOWSKI, John, J. - VAN TASSEL, David, D. (eds), The Encyclopedia of Cleveland History, Bloomington and Indianapolis: Indiana University, 1987, S. 1040

[2] HUEY, Norma, History of the Flats – Broadcast Friday Nights 1986-87, Cleveland: River Bends Parks Corp., 1988, S.4

[3] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.14

[4] HUEY, Norma, History of the Flats – Broadcast Friday Nights 1986-87, Cleveland: River Bends Parks Corp., 1988, S.4

[5] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.14

[6] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.31

[7] HUEY, Norma, History of the Flats – Broadcast Friday Nights 1986-87, Cleveland: River Bends Parks Corp., 1988, S.10

[8] http://ech.cwru.edu/Scripts/Article.asp?ID=WO1

[9] HUEY, Norma, History of the Flats – Broadcast Friday Nights 1986-87, Cleveland: River Bends Parks Corp., 1988, S.18

[10] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.33

[11] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.35

[12] http://ech.cwru.edu/Scripts/Article.asp?ID=R1

[13] GOTTLIEB, Mark, Cleveland – Shaping a Third Century, Montgomery: Community Communication, 1997, S.52

[14] HUEY, Norma, History of the Flats – Broadcast Friday Nights 1986-87, Cleveland: River Bends Parks Corp., 1988, S.78

[15] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.37

[16] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.37

[17] GOTTLIEB, Mark, Cleveland – Shaping a Third Century, Montgomery: Community Communication, 1997, S.54

[18] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.40

[19] GOTTLIEB, Mark, Cleveland – Shaping a Third Century, Montgomery: Community Communication, 1997, S.54

[20] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.42

[21] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.43

[22] KEATING, Dennis, W. - KRUMHOLZ, Norman - PERRY, David, C. (eds), Cleveland – A Metropolitan Reader, Kent & London: Kent State University, 1995, S.43

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten

Details

Titel
Cleveland, eine Großstadt im Norden der USA, im Englischunterricht, Klasse 8 Realschule
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten  (Pädagogik)
Note
2 (wegen didaktischer Mängel)
Autor
Jahr
2000
Seiten
91
Katalognummer
V5743
ISBN (eBook)
9783638135320
Dateigröße
1181 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zulassungsarbeit zum Staatsexamen
Schlagworte
Cleveland, Großstadt, Norden, Englischunterricht, Klasse, Realschule
Arbeit zitieren
Lars Allenstein (Autor), 2000, Cleveland, eine Großstadt im Norden der USA, im Englischunterricht, Klasse 8 Realschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5743

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