Diese Arbeit beschäftigt sich nicht nur mit der philosophischen Richtung des Pragmatismus, sondern vor allem mit der Beleuchtung des religionsphilosophischen Standpunktes von William James im Spiegel des Pragmatismus. William James sieht den Pragmatismus subjektiv und psychologisch. Geprägt ist sein Begriff von Pluralismus, radikalem Empirismus und seinem Buch " The will to believe „.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Geschichte des Pragmatismus seine wichtigsten Vertreter und die Abgrenzung des Terminus zu Pragmatik und pragmatisch
2.1. Die Geschichte des Pragmatismus und seine Begründer
2.2. William James
2.3. John Dewey und Ferdinand C. S. Schiller
2.4. Die Abgrenzung des Terminus Pragmatismus zu Pragmatik und pragmatisch
3. Der Wahrheitsbegriff des Pragmatismus
4. Der Wille zum Glauben
5. Der Gottesbeweis des Pragmatismus bzw. die „Hypothese von Gott“
6. Der Pragmatismus und die Religion
7. Spiegelt das Buch „Varieties of religious experience“ William James Pragmatismusbegriff wieder? Prüfung anhand der II und XVII Vorlesung
7.1. Die II Vorlesung
7.2. Die XVII Vorlesung
8. Die „Gesunden und die Kranken“, zwei menschliche Daseinsformen
9. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den religionsphilosophischen Standpunkt von William James im Kontext der pragmatistischen Philosophie. Das zentrale Ziel ist es, die dynamische und subjektorientierte Perspektive des Pragmatismus auf religiöse Phänomene sowie die Bedeutung des individuellen Glaubens zu beleuchten.
- Geschichte und Begriffsabgrenzung des Pragmatismus
- Die pragmatistische Auffassung von Wahrheit und Glauben
- Religionsphilosophische Ansätze bei William James
- Analyse des Werks "Varieties of religious experience"
- Differenzierung menschlicher Daseinsformen (Einmal- vs. Zweimal-Geborene)
Auszug aus dem Buch
2.2. Die Geschichte des Pragmatismus und sein Begründer
Pragmatismus ist die Bezeichnung für eine philosophische Strömung, die von Charles Sanders Pierce und William James im späten 19. Jahrhundert begründet wurde. Zuerst fasste W.T. Krug sowie Schelling 1803 die „... Zielsetzung und Methode der » pragmatisch « verfahrenden Geschichtsschreibung…“ unter dem Schlagwort Pragmatismus zusammen. Trotzdem war es nach eigenen Angaben Charles Sanders Pierce, der den Begriff 1870 das erste Mal benutzte. Der Entstehungsort war der sogenannte „Metaphysische Club“ in dem Peirce und James verkehrten. Dort soll Peirce den Begriff das erste Mal benutzt haben.
Peirce formuliert die Pragmatistische Maxime folgendermaßen: „»Überlege, welche Wirkungen, die denkbarerweise praktische Relevanz haben könnten, wir dem Gegenstand unseres Begriffes in unserer Vorstellung zuschreiben. Dann ist unser Begriff dieser Wirkungen das Ganze unseres Begriffs des Gegenstandes.»“
Diese Definition bzw. Maxime ist die Methode der Begriffserklärung nach der der Bedeutungsgehalt eines Begriffs in seinen denkbaren Handlungsfolgen besteht. Als Beispiel zur Verdeutlichung nehmen wir einen Stein. Der Stein ist der Gegenstand und wir schreiben ihm z.B. die Eigenschaften zu, dass er hart ist und nicht schnell zerbricht. Schlagen wir nun mit einem Hammer auf den Stein so ist die Wirkung, dass er nicht zerbricht. Dann ist der Begriff, also das “hart sein“ dieser Wirkung also des nicht Zerbrechens, das ganze unseres Begriffs des Gegenstandes, also dem Stein. Die Sinnerklärung folgt „… durch die Vorstellung der im Gedankenexperiment begrifflich erschlossenen praktischen Konsequenzen“. Die Wahrheit entsteht durch den „... kommunikativen Prozeß...“ und die Übereinstimmung aller Handelnden und Forschenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der Rezeption des Pragmatismus in Deutschland und Darstellung der religionsphilosophischen Zielsetzung der Arbeit.
2. Die Geschichte des Pragmatismus seine wichtigsten Vertreter und die Abgrenzung des Terminus zu Pragmatik und pragmatisch: Definition der Begriffe und Vorstellung der zentralen Denker wie Peirce, James, Dewey und Schiller.
3. Der Wahrheitsbegriff des Pragmatismus: Erörterung der pragmatischen Wahrheit als dynamischen Prozess und Verifikationsmethode.
4. Der Wille zum Glauben: Analyse der Argumentation von James zur Berechtigung religiöser Überzeugungen unter dem Aspekt lebendiger Optionen.
5. Der Gottesbeweis des Pragmatismus bzw. die „Hypothese von Gott“: Darstellung der subjektiven, praxisorientierten Begründung der Existenz Gottes bei James.
6. Der Pragmatismus und die Religion: Beschreibung der Vermittlerrolle des Pragmatismus zwischen idealistischer Religiosität und wissenschaftlichem Empirismus.
7. Spiegelt das Buch „Varieties of religious experience“ William James Pragmatismusbegriff wieder? Prüfung anhand der II und XVII Vorlesung: Untersuchung von James' Religionsbegriff und dessen wissenschaftlichem Anspruch.
8. Die „Gesunden und die Kranken“, zwei menschliche Daseinsformen: Analyse der Unterscheidung zwischen Einmal- und Zweimal-Geborenen im Kontext religiöser Erlösung.
9. Schlusswort: Fazit zur Aktualität von William James als Wissenschaftler und Pragmatist.
Schlüsselwörter
Pragmatismus, William James, Charles Sanders Peirce, Religion, Wahrheit, Religiöse Erfahrung, Glaube, Hypothese, Pluralismus, Radikaler Empirismus, Religionswissenschaft, Zweimal-Geborene, Wahrheitsbegriff, Philosophie, Pragmatische Maxime.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich mit der Philosophie des Pragmatismus auseinander und untersucht speziell den religionsphilosophischen Ansatz von William James.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten gehören der pragmatische Wahrheitsbegriff, die Berechtigung des Glaubens sowie James' Kategorisierung menschlicher Daseinsformen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, James' Verständnis von Religion vor dem Hintergrund seiner pragmatistischen Philosophie kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Analyse und vergleichende Prüfung von Primärtexten, insbesondere von William James' Hauptwerken, im Diskurs mit anderen Denkern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Begriffsgeschichte, dem Wahrheitsverständnis, der Hypothese von Gott und der Analyse religiöser Erfahrungen.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Die wichtigsten Begriffe sind Pragmatismus, Religion, Wahrheit, William James und empirische Religionswissenschaft.
Wie unterscheidet James "gesunde" und "kranke" Seelen?
James differenziert zwischen den Einmal-Geborenen, die mit der Welt im Reinen sind, und den Zweimal-Geborenen, die durch Krisen zur Erlösung finden.
Welchen Stellenwert nimmt das Werk "Varieties of religious experience" ein?
Es dient als zentrale Grundlage für die Untersuchung, inwiefern James dort seinen pragmatistischen Ansatz konsequent anwendet.
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- Magister Artium Johanna Hartmann (Author), 2004, William James und die Philosophie des Pragmatismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57440