Franz Marc "Blaues Pferd I, 1911" im Lenbachhaus München


Hausarbeit, 2002

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Biographischen Daten von Franz Marc

3. Franz Marcs „Farbtheorie“

4. Franz Marcs Stilentwicklung

5. Das Blaue Pferd I von
5.1 Die technischen Daten
5.2 Die Bildbeschreibung
5.3 Die Bildachsen
5.4 Die Farbanalyse und die Kontraste
5.5 Die Lichtbehandlung
5.6 Die räumliche Darstellung
5.7 Der Farbauftrag

6. Die Anwendung von Franz Marcs Farbtheorie auf das „Blaue Pferd I“

7. Vergleichswerke zum „Blauen Pferd I“
7.1 „Studie eines Pferdes“, 1908/ 09, Privatbesitz
7.1.1 Vergleich und Beschreibung
7.2 “Die gelbe Kuh“ ,
7.2.1 Der Vergleich und die Beschreibung
7.2.3 Die Anwendung von Franz Marcs Farbtheorie auf „Die Gelbe Kuh“
7.3 Der„Tiger“,
7.3.1 Die Beschreibung
7.3.2 Die Farbe beim „Tiger“

8. Schlussbemerkung

9. Bibliographie

1. Einleitung

Trotz seiner relativ kurzen Schaffensperiode, die durch seinen frühen Tod bedingt ist, durchlebte Franz Marcs Kunst sehr viele verschiedene stilistische Richtungen. In den Jahren von 1909 bis etwa 1914 vollzog sich in dieser Hinsicht die gravierendste Veränderung. Er entfernte sich zunehmend von der sogenannten „Lokalfarbe“ und wendete sich der „Wesensfarbe“ zu, die sich im „Blauen Pferd I“ wiederfindet, das auch Gegenstand dieser Betrachtung sein soll.[1] Zudem bewegte Franz Marcs Kunst sich zunehmend von impressionistischen Einflüssen weg und wendete sich dem Expressionismus zu.[2] Als Expressionismus bezeichnet man eine künstlerische Bewegung, des frühen 20. Jahrhunderts. Die Expressionisten wollten ihrem reinen Malerinstinkt folgen. Ihre Bilder zeugen von einer stark suggestiven Aussagekraft. Marcs Malerei endete schließlich in der völligen Abstraktion, bei der das Dargestellte nur noch schwerlich zu erkennen ist. Auch kubistische Einflüsse werden deutlich. Als Marc 1911 das „Blaue Pferd I“ malte, war er zwar bereits von der natürlichen Farbigkeit abgekommen, was auch in seiner Farbtheorie deutlich wird. Das Pferd ist jedoch noch als solches zu erkennen.

2. Die Biographischen Daten von Franz Marc

Franz Moriz Wilhelm Marc, wurde am 8. Februar 1880, als zweiter Sohn der Familie Marc in München geboren. Sein Vater Wilhelm Marc war ebenfalls Maler. Seine Mutter Sophie Maria Marc erzieht ihn und seinen drei Jahre älteren Bruder Paul sehr streng calvinistisch sowie zweisprachig. „…Marc verlebt eine harmonische, gutbürgerliche Kindheit mit sorgfältiger familiärer Erziehung, gymnasialer Bildung…“ „…und vielen Anregungen in den Bereichen Musik, Literatur und Sport…“.[3] 1884 wird er konfirmiert, was bei ihm bleibende Spuren hinterlässt, daher beschließt er auch im Jahre 1898 Pfarrer zu werden. Doch bereits 1899 ändert er seinen Wunsch und schreibt sich an der LMU in München für Philosophie ein. Vor Beginn dieses Studiums geht er zum Militär, dort entschließt er sich Maler zu werden. Im Herbst 1990 bewirbt er sich daraufhin an der Münchner Kunstakademie. In den Jahren 1901 bis 1903[4] unternimmt Marc Reisen nach Venedig, Padua, Verona, und nach Frankreich, wo er Werke der französischen Impressionisten sieht, sowie diejenigen von Courbet und Delacroix. Daraufhin beschließt Marc nicht mehr an die Akademie zu gehen, sondern er mietet 1904 ein Atelier in München. 1905 lernt er den Tiermaler Jean Bloe’ Niestle’ kennen. Ein Jahr später stirbt sein Vater. 1907 heiratet er die Malerin Marie Schnür wegen ihres unehelichen Kindes, doch bereits ein Jahr später wird die Ehe wieder geschieden. 1909 sieht Marc sowohl eine Ausstellung von Marées als auch von van Gogh, die ihn sehr beeindrucken. Auch zu diesem Zeitpunkt ist es Marc nicht möglich von seiner Kunst zu leben. Im Jahre 1910 lernt Marc August Macke kennen und die beiden freunden sich sofort, aufgrund ihrer gleichen Gesinnung an. Im Februar kommt Marcs erste Ausstellung zustande. Durch August Macke wird der Fabrikant, Bernhard Koehler auf Franz Marc aufmerksam, und bietet ihm ein festes Einkommen. Im Gegenzug verlangt er die Hälfte von Marcs Bildern. Mit Maria Franck zieht er im gleichen Jahr nach Sindelsdorf.[5] Zuvor hatte Marc bereits die neue Künstlervereinigung kennengelernt. Im Jahre 1911 lernt er bei Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter kennen, zu denen er daraufhin sehr engen Kontakt hat. Nachdem er nun die Pleinairmalerei aufgegeben hat, entsteht nun „Das blaue Pferd I“, das auch Gegenstand dieser Betrachtung sein soll. Marc und Kandinsky verfassen im gleichen Jahr gemeinsam die Schrift „Im Kampf um die Kunst“, die sich gegen die Gegner ihrer Kunstauffassung richtet. Im Mai findet die zweite Ausstellung von Marc statt, danach heiratet er Maria Franck. Im selben Jahr wird der Name „Blauer Reiter“ von ihm und Kandinsky kreiert. Daraufhin treten Marc, Kandinsky und Münter aus der „Neuen Künstlervereinigung“ aus und organisieren die erste Ausstellung der Redaktion des „Blauen Reiters“. Im Februar 1912 findet die zweite und letzte Ausstellung statt, bei der auch Paul Klee vertreten ist. Im Mai erscheint schließlich der Almanach „Der Blaue Reiter“. Herwarth Walden gab der Gruppe den Namen Expressionisten. 1914 zieht Marc mit seiner Frau nach Benediktbeuren und es entstehen die letzten großen Gemälde. Im gleichen Jahr meldet er sich zum Kriegsdienst. Am 4. März 1916 wird er von einem Granatdoppelschuss getroffen und stirbt.[6]

3. Franz Marcs „Farbtheorie“

Was die Farbauffassung betrifft, grenzt sich Marc gezielt von seinen Zeitgenossen ab. Etwa in einem Brief an seinen Freund August Macke vom 12.12.1910 kritisiert er dessen Farbscheibe und geht sogar soweit sie mit einem „…Plakat für Farbhändler…“ zu vergleichen.[7] Die Anordnung Mackes der Farben auf einer Scheibe bewirkt bei Marc nur „…Ein Gefühl von Langeweile…“.[8] Einen Kreis hält Marc sowieso für die falsche geometrische Möglichkeit der Farbanordnung, da die „…Komplementärfarben nie in Flächen aneinander grenzen…“.[9] Er selbst bevorzugt sowieso die geistige Vorstellung der Farbe im Kopf. Zu seiner Theorie zur Farbe sagt er folgendes.

„… Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig. Gelb ist das weibliche Prinzip, heiter und sinnlich. Rot ist die Materie, brutal und schwer und stets die Farbe, die von den anderen beiden bekämpft werden muß…“.[10] Evident wird diese Farbtheorie an Marcs „Blauem Pferd I “ „…Mischt Du z.B. das ernste, geistige Blau mit Rot, dann steigerst Du das Blau bis zur unerträglichen Trauer,[11] und das versöhnende Gelb, die Komplementärfarbe zu Violett, wird unerläßlich…“.[12] “…Mischt du Rot und Gelb zu Orange, so gibst Du dem passiven und weiblichen Gelb eine >megärenhafte<, sinnliche Gewalt…“.[13] Daraus folgt bei Marc, dass das geistige Blau unerlässlich wird. Das Blau, das bei ihm den Mann verkörpert, stellt sich sofort neben Orange, da sich die Farben lieben. Wenn man aber Blau und Gelb zu Grün mischt, erweckt man Rot zum Leben. Rot, die Materie verkörpert die Erde. Alleine mit der grünen Farbe bringt man das brutale Rot nicht zur Ruhe. Denn nach Marcs Auffassung muss dem Grün „…stets noch einmal Blau (der Himmel) und Gelb (die Sonne) zu Hilfe kommen, um die Materie zum Schweigen zu bringen…“.[14]

Nach dieser Ausführung über die Farbe kommt Marc noch auf einen wichtigen Punkt zu sprechen. Es geht darum, dass Blau und Gelb für ihn nicht gleichweit von Rot entfernt sind. Daraus folgt, dass „…Gelb (das Weib!) der Erde Rot näher steht, als Blau, das männliche Prinzip…“.[15]

[...]


[1] Ausst. Kat., Hg. Helmut Friedel, Der blaue Reiter im Lenbachhaus München, München 2000, Bildtafel 45

[2] Hg. Helmut Bünemann, Franz Marc, Zeichnungen- Aquarelle, München 1948, S.23

[3] Ausst. Kat. Hg. Christian von Holst, Franz Marc: Pferde, Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart 2000, S.15

[4] Susanna Partsch, Franz Marc 1880-1916, Köln 2001, S. 94

[5] S. Partsch, Köln 2001, S. 94,95

[6] S. Partsch, Köln 2001, S.94,95

[7] Hg. Günter Meißner, Franz Marc: Briefe, Schriften und Aufzeichnungen, Leipzig und Weimar, 1980/ 1989

[8] Hg. G. Meißner, Leipzig und Weimar, 1980/ 1989, S.34

[9] Hg. G. Meißner, Leipzig und Weimar, 1980/ 1989, S.35

[10] ebenda

[11] ebenda

[12] ebenda

[13] ebenda

[14] ebenda

[15] ebenda

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Franz Marc "Blaues Pferd I, 1911" im Lenbachhaus München
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Propädeutikum
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
17
Katalognummer
V57442
ISBN (eBook)
9783638518970
ISBN (Buch)
9783638766067
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franz, Marc, Blaues, Pferd, Lenbachhaus, München, Propädeutikum
Arbeit zitieren
Magister Artium Johanna Hartmann (Autor), 2002, Franz Marc "Blaues Pferd I, 1911" im Lenbachhaus München, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57442

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