Dieses Buch gibt Einblicke in die englische Theaterkultur zu Zeiten Shakespears und zeigt die Enwicklung und Notwendigkeit des elisabethanischen und jakobäischen Theaters weibliche Rollen mit jugendlichen männlichen Darsteller zu besetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:
Renaissance Theater in GB und boy companies
2. Hauptteil:
2.1. Entstehung Children of the Chapel (boy actors)
2.2. Spielstätten (Blackfriars)
2.3. Stücke und Schriftsteller
2.4. Zuschauer court
2.5. Zuschauer private theatre
2.6. Zuschauer public theatre im Gegensatz zu privat theatre
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der „Boy Actors“ und ihre Rolle im englischen Theaterleben zwischen 1559 und 1608, wobei der Fokus auf dem Wechselverhältnis zwischen den Kindertheatergruppen („Children Companies“), den Spielstätten (insbesondere dem Blackfriars Theater) und ihrem spezifischen Publikum am königlichen Hof und im „Private Theatre“ liegt.
- Historische Entwicklung und Entstehung der „Children of the Chapel“.
- Die Bedeutung der Spielstätten, speziell die Etablierung des Blackfriars Theaters.
- Die soziologische Interaktion zwischen den Aufführungen und dem exklusiven Publikum.
- Die Auswirkungen politischer Kontroversen (wie der Marprelate-Streit) auf den Spielbetrieb.
- Die Entwicklung des „Private Theatre“ als elitäres Gegenmodell zum „Public Theatre“.
Auszug aus dem Buch
2.2 Spielstätten (Blackfriars)
Da Theaterdarsteller im Elizabethanischen Zeitalter oft als Vagabunden galten, und sie nach dem Tudor Poor Law erhebliche Strafen zu befürchten hatten (BROWN: 178), war es von großer Bedeutung für die Children Companies, dass sie unter dem Schutze der Königin Elizabeth I. standen. Man schätzte die Aufführungen der Children's Revels u. a. von Children of St. Paul's, Children of the Chapel Royal, Westminster Choristers, und Children of the Windsor Chapel. Die Children Companies dienten zunächst nicht dem Profit und wurden anfänglich von der königlichen Familie zu Zwecken der Unterhaltung bei Festbanketts und so genannten court masques finanziert. (SHAPIRO:39). Dabei bezogen die Master of the Children ein Gehalt vom Königshof, während die Aufführengen selbst jedoch kein Gewinn abwarfen. Mit zunehmender Kommerzialisierung, sowie dem daraus resultierenden Erwerb eigener Spielstätten wurden jedoch die Aufführungen rentabler und auch die Stücke konnten unabhängig gewählt werden (SHAPIRO: 15).
Als bedeutendste Spielstätten, die der Eigenständigkeit der Companies dienten, gelten das erste (1876-1884) und das zweite (1600-1642) Blackfriars Theater, die sich in einem alten Dominikaner Kloster innerhalb der Stadtmauern Londons befanden. Heinrich VIII. hatte es nach der Hochzeit mit Catherine of Aragon schließen lassen, wobei die leere St. Anne’s Kapelle schon damals vom Master of the Revels genutzt wurde, um diverse Theaterrequisiten für die court masques lagern zu können (CHAMBERS:486). 1876 pachtete Richard FERRANT, Master of the Children of the Chapel, einige Räume im westlichen Flügel des früheren Dominikaner Domizil Blackfriars, um für die Auftritte am königlichen Hofe proben zu können (JOKINEN: The Blackfriars Theatre). Dabei gelang es ihm, die Proben so geschickt zu vermarkten, dass zahlreiche zahlende Gäste diese so genannten „Privatvorstellungen“ besuchten. Daher entstammte auch der spätere Name „private theatre“, im Gegensatz zu den Vorstellungen am königlichen Hof.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Renaissance Theater in GB und boy companies: Einführung in die Ära der Kindertheatergruppen im elisabethanischen England und deren Bedeutung als prägendes Phänomen der Renaissance-Theaterkultur.
2. Hauptteil: Analyse der organisatorischen, räumlichen und sozialen Bedingungen der Kindergruppen.
2.1. Entstehung Children of the Chapel (boy actors): Erläuterung der Herkunft der Knaben aus Kapellen und Schulen sowie die Etablierung professioneller „Children Companies“.
2.2. Spielstätten (Blackfriars): Darstellung der Entwicklung des Blackfriars Theaters vom Probenraum zum kommerziell genutzten „Private Theatre“.
2.3. Stücke und Schriftsteller: Untersuchung der Auswahl von Autoren wie Jonson oder Marston sowie der Rekrutierung und Ausbildung der Knabendarsteller.
2.4. Zuschauer court: Beschreibung der Spannungen zwischen den monarchischen Erwartungen und der satirischen Natur der dargebotenen Stücke.
2.5. Zuschauer private theatre: Charakterisierung des elitären Publikums, das sich durch den Besuch dieser Aufführungen vom breiten Volk abzuheben versuchte.
2.6. Zuschauer public theatre im Gegensatz zu privat theatre: Analyse des speziellen Zuschauerverhaltens („counter performance“) und der bewussten Abgrenzung zwischen den verschiedenen Theaterformen.
3. Schluss: Zusammenfassung des kulturellen Erbes der Boy Companies und ihres Einflusses auf die weitere Entwicklung des englischen Theaters.
Schlüsselwörter
Boy Actors, Children Companies, Renaissance Theater, Blackfriars Theater, Private Theatre, Elisabethanisches Theater, Jakobäisches Theater, Marprelate Kontroverse, Hofkultur, Court Masques, Knabenchöre, Theatergeschichte, Literaturkritik, Soziale Identifikation, Satire.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, Entwicklung und dem spezifischen Wirken der „Boy Actors“ bzw. der „Children Companies“ im englischen Theater der Renaissancezeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Ausbildung der Knaben, die Entwicklung der Spielstätten (speziell Blackfriars), die Rolle der Schriftsteller sowie die soziologische Dynamik zwischen Bühne und Publikum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie diese Kindertheatergruppen durch ihre speziellen Aufführungspraktiken und die Interaktion mit einem elitären Publikum die britische Theaterlandschaft nachhaltig prägen konnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theaterwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung historischer Literaturquellen und zeitgenössischer Dokumente basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Genese der Gruppen, die Bedeutung der Spielorte, die inhaltliche Ausrichtung der Stücke sowie eine detaillierte Analyse der verschiedenen Zuschauerschichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Boy Actors, Blackfriars, Private Theatre, Children Companies und die spezifischen sozialen Interaktionsformen zwischen Darstellern und Publikum.
Welche Rolle spielte der „Master of the Children“ bei den Aufführungen?
Die „Master of the Children“ fungierten nicht nur als Lehrer und Leiter, sondern als Manager, die sowohl die wirtschaftliche Rentabilität als auch die künstlerische Qualität der Inszenierungen verantworteten.
Warum musste das erste Blackfriars Theater schließen?
Die Schließung im Jahr 1584 war primär auf die politische Brisanz der aufgeführten Stücke zurückzuführen, insbesondere in Verbindung mit der sogenannten Marprelate-Kontroverse.
Wie reagierte das Publikum des „Private Theatre“ auf die Stücke?
Das Publikum zeichnete sich durch eine aktive, oft störende „Gegen-Performance“ aus, bei der Zwischenrufe und demonstratives Verhalten dazu dienten, den eigenen sozialen Status hervorzuheben.
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- Anonym (Author), 2005, Das Phänomen der Boy Actors und ihr Publikum am englischen Hof und im Private Theatre (1559-1608), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57461