Die Ausgangssituation der Arbeit bilden die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen Argentiniens und der Weg in die Krise 2001/02. Die Konsequenzen, die der sozioökonomische Abstieg Argentiniens auf die Arbeit und Gesellschaft hatten und die infolgedessen ent-standenen sozialen Bewegungen leiten den Hauptteil der Arbeit ein. Im Hauptteil der Arbeit werden die grundlegende Elemente und die gesellschaftlichen Beiträge des argentinischen Tauschhandels aufgezeigt, wobei im Anschluss die Ursachen des Zusammenbruchs folgen. Abschließend werden die nachhaltigen Spuren, die der Tauschhandel in der argentinischen Gesellschaft hinterließ, gewürdigt.
Anmerkung: Teilweise existieren Begriffe in der Arbeit, die erklärungsbedürftig sind. Solche Begriffe sind mit einem gekennzeichnet und im Glossar nachzulesen.
Inhaltsverzeichnis
1. Themenprogramm
2. Die Wirtschaftskrisen Argentiniens und deren ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen
3. Auswirkungen des wirtschaftspolitischen Wandels
3.1. Auswirkungen auf die Arbeit
3.2. Auswirkungen auf die Gesellschaft
4. Tauschhandel in Argentinien
4.1. Grundlagen
4.1.1. Vorläufer und Experimente
4.1.2. Entwicklung
4.1.3. Funktionsweise
4.1.4. Hauptziele und Philosophie
4.1.5. Eigenschaften der Ersatzwährung
4.1.6. Netzwerkmodelle
4.1.7. Zwischenfazit
4.2. Beiträge zur Krisenbewältigung
4.2.1. Soziodemographische Zusammensetzung
4.2.2. Individuelle Beiträge
4.2.3. Kollektive Beiträge
4.3. Ursachen des Zusammenbruchs
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Tauschnetzwerke in Argentinien während der tiefgreifenden Wirtschaftskrise der späten 90er Jahre bis 2002. Das primäre Ziel ist es, den sozioökonomischen Abstieg der Bevölkerung zu analysieren, den Beitrag der entstandenen Tauschringe als Alternative zum bestehenden Wirtschaftssystem zu bewerten und die Ursachen für deren Zusammenbruch zu ermitteln.
- Wirtschaftskrisen und sozioökonomische Rahmenbedingungen in Argentinien
- Auswirkungen wirtschaftspolitischer Reformen auf Arbeit und Gesellschaft
- Entwicklung und Funktionsweise von Tauschnetzwerken (RGT, RTS)
- Beiträge der Tauschringe zur Krisenbewältigung
- Ursachen für den Zusammenbruch der Tauschsysteme Ende 2002
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Vorläufer und Experimente
Wie aus der Entwicklungsgeschichte Argentiniens zu ersehen ist, führte der sozioökonomische Wandel der 90er Jahre zur Verknappung des Geldes und folglich zu einem kollektiven Ausschluss weiter Teile der argentinischen Bevölkerung aus dem Geldkreislauf und somit aus dem wirtschaftlichen Geschehen.
Als Alternative zum Geld bieten sich aber auch andere Formen der Tauschwirtschaft an. So entstehen insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Krisen und Konjunkturschwäche zahlreiche Tauschringe. Tauschringe, für die häufig auch Begriffe wie Tauschklubs, Tauschnetze, Tauschsysteme oder Ringtausch synonym verwendet werden, sind relativ junge Organisationen, in denen sich Menschen zum Austausch von Waren und Dienstleistungen gegen selbst geschaffene Verrechnungseinheiten zusammengeschlossen haben.
Im Folgenden werden einige Vorläufer und Tauschexperimente, die den argentinischen Tauschringen den Weg bereitet haben, exemplarisch dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Themenprogramm: Einleitung in die argentinische Wirtschaftskrise der 90er Jahre und Darstellung der Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Tauschhandel-Phänomene.
2. Die Wirtschaftskrisen Argentiniens und deren ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen: Analyse der Ursachen der Rezession 1998/99, der Hyperinflation und der Folgen neoliberaler Politik sowie des Zusammenbruchs des Finanzsystems.
3. Auswirkungen des wirtschaftspolitischen Wandels: Untersuchung der verheerenden Konsequenzen auf dem Arbeitsmarkt, der sozialen Struktur und der Entstehung von Protestbewegungen wie den Piqueteros und Asambleas.
4. Tauschhandel in Argentinien: Detaillierte Betrachtung der Grundlagen, Entwicklung, Funktionsweise und Modelle der Tauschnetzwerke sowie deren Beitrag zur Krisenbewältigung und die Gründe für ihren Zusammenbruch.
5. Schlussbetrachtung: Würdigung der Bedeutung der Tauschhandel-Erfahrung als soziales Sicherheitsnetz und der nachhaltigen Spuren, die sie in der argentinischen Gesellschaft hinterlassen hat.
Schlüsselwörter
Argentinien, Wirtschaftskrise, Tauschhandel, Tauschringe, soziale Währung, Créditos, Arbeitslosigkeit, sozioökonomischer Wandel, Piqueteros, Asambleas, Solidarität, Krisenbewältigung, Prosumenten, Inflation, Rezession.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung von Tauschnetzwerken in Argentinien als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise Ende der 90er Jahre.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen der Krise, die Auswirkungen auf die Gesellschaft, die organisatorische Struktur der Tauschklubs sowie deren Beitrag zur Krisenbewältigung und Gründe für den Zusammenbruch.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welchen Beitrag der Tauschhandel zur Krisenbewältigung der argentinischen Gesellschaft leistete und warum die Tauschsysteme Ende 2002 zusammenbrachen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse sozioökonomischer Daten und der Auswertung von Erfahrungsberichten sowie Zeitungsartikeln zum Tauschhandel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung, Funktionsweise und Modelle des Tauschhandels (RGT, RTS) sowie die Auswirkungen der sozialen Krise auf die Bevölkerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Argentinien, Wirtschaftskrise, Tauschhandel, Tauschringe, soziale Währung, Créditos und Arbeitslosigkeit.
Warum kam es 2002 zum Zusammenbruch der Tauschsysteme?
Der Zusammenbruch resultierte aus einer Kombination von Faktoren wie massiven Fälschungen der Ersatzwährung, Überemissionen, mangelnden Kontrollmechanismen und dem Vertrauensverlust der Bevölkerung.
Welche Rolle spielten die sogenannten "Prosumenten"?
Prosumenten sind produzierende Konsumenten, die innerhalb der Tauschringe sowohl Waren oder Dienstleistungen anboten als auch nachfragten, um ihre eigene wirtschaftliche Existenz zu sichern.
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- Diplom Kaufmann (fh) Marcus Volz (Author), 2005, Tauschnetzwerke in Argentinien vor dem Hintergrund der sozioökonomischen Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57486