Armut ist ein Thema, welches die gesellschaftlichen, religiösen und politischen Gruppen zu wirtschaftskritischen Überlegungen motiviert. Die Armut auf der Erde ist aber nicht nur ein Thema einiger Regionen, in der so genannten Dritten Welt, sondern auch in den Schwellenländer und reichen Industrieländern. Die Diskussion über Wirtschaft, Wachstum, Globalisierung und Armut wird in allen Teilen der Welt betrieben. Nun kommt es in allen Teilen der Erde zu unterschiedlichen Einschätzungen dieser Punkte. Werden in den Industrieländern die Institutionen der Globalisierung negativ beleuchtet, so werden sie in den Entwicklungsländern mit ganz anderen Augen angesehen. Sind in den reicheren Ländern die Antiglobalisierungsgegner im Vormarsch um weitere Unterstützung der Bevölkerung, so können in vielen Entwicklungsländern die Menschen diesen Auffassungen nicht zustimmen (Dollar, 2004). Die Frage ist nun: Wie wirkt Wachstum auf Armut? In diesem Aufsatz soll behandelt werden, wie Wachstum und andere volkswirtschaftliche und politische Maßnahmen Armut verringern und wie die Einkommensverteilung zugunsten der Armen verändert werden kann. Diese Frage soll erörtert werden, an Hand von vier Artikeln aus der umfangreichen Literatur der Wachstumsforschung. Die Forschungsprojekte sollen in diesem Aufsatz mit ihrer Methode dargestellt werden und dann auf ihre Ergebnisse bei der Armutsreduzierung ausgewertet werden. Der erste Artikel von David Dollar und Aart Kraay, „Growth is Good for the Poor“ (2002), behandelt die Auswirkungen von Wachstum auf die verschiedenen Einkommensschichten und kommt zu dem Ergebnis, dass Wachstum die Armen genauso begünstigt, wie alle anderen Einkommensschichten. Der zweite Artikel von Erich Gundlach, Pablo de Navarro und Natascha Weisert, „Education Is Good for the Poor: A Note on Dollar and Kraay“ (2002), beleuchtet einen Punkt der im ersten Artikel als nicht bedeutend für die Armen betrachtet wird. Es wird die fördernde Wirkung von Bildung für die Armen untersucht, mit dem Ergebnis, dass der Anteil der Armen an der Einkommensverteilung durch Bildung vergrößert werden kann. Der dritte Artikel von David Dollar, „Globalization, Poverty and Inequality since 1980“ (2004), behandelt die Auswirkungen von Globalisierung auf das Einkommen der Armen und die Einkommensverteilung. Dollar kommt zu dem Ergebnis, dass die Öffnung der Märkte den Armen direkt durch Einkommenssteigerungen hilft. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Darstellung der Studien
2.1 Dollar, David; Kraay, Aart: „Growth is Good for the Poor“, (2002)
2.2 Gundlach, Erich; et al.: „Education Is Good for the Poor: A Note on Dollar and Kraay“, (2002)
2.3 Dollar, David: „Globalization, Poverty and Inequality since 1980“, (2004)
2.4 Ravallion, Martin: „Pro-Poor Growth: A Primer“, (2004)
3. Politik zur Reduzierung von Armut und Einkommensungleichheit
4. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum, Globalisierung und Armutsreduzierung. Das primäre Ziel ist es, auf Basis von vier zentralen wissenschaftlichen Studien zu erörtern, wie volkswirtschaftliche und politische Maßnahmen dazu beitragen können, Armut zu verringern und die Einkommensverteilung zugunsten der einkommensschwachen Bevölkerungsschichten zu verbessern.
- Analyse des Einflusses von Wachstum auf verschiedene Einkommensgruppen.
- Untersuchung der Bedeutung von Bildung für das Einkommen der Armen.
- Bewertung der Auswirkungen von Globalisierung und Marktöffnung auf Armut und Ungleichheit.
- Diskussion von politisch gestaltbaren Rahmenbedingungen und Institutionen zur Armutsbekämpfung.
- Messung und Förderung von „Pro-Poor Growth“.
Auszug aus dem Buch
1. Einführung
Armut ist ein Thema, welches die gesellschaftlichen, religiösen und politischen Gruppen zu wirtschaftskritischen Überlegungen motiviert. Die Armut auf der Erde ist aber nicht nur ein Thema einiger Regionen, in der so genannten Dritten Welt, sondern auch in den Schwellenländer und reichen Industrieländern. Die Diskussion über Wirtschaft, Wachstum, Globalisierung und Armut wird in allen Teilen der Welt betrieben. Nun kommt es in allen Teilen der Erde zu unterschiedlichen Einschätzungen dieser Punkte. Werden in den Industrieländern die Institutionen der Globalisierung negativ beleuchtet, so werden sie in den Entwicklungsländern mit ganz anderen Augen angesehen. Sind in den reicheren Ländern die Antiglobalisierungsgegner im Vormarsch um weitere Unterstützung der Bevölkerung, so können in vielen Entwicklungsländern die Menschen diesen Auffassungen nicht zustimmen (Dollar, 2004). Die Frage ist nun: Wie wirkt Wachstum auf Armut?
In diesem Aufsatz soll behandelt werden, wie Wachstum und andere volkswirtschaftliche und politische Maßnahmen Armut verringern und wie die Einkommensverteilung zugunsten der Armen verändert werden kann. Diese Frage soll erörtert werden, an Hand von vier Artikeln aus der umfangreichen Literatur der Wachstumsforschung. Die Forschungsprojekte sollen in diesem Aufsatz mit ihrer Methode dargestellt werden und dann auf ihre Ergebnisse bei der Armutsreduzierung ausgewertet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel führt in die Problematik der weltweiten Armut ein und stellt die Fragestellung zur Wirkung von Wachstum sowie die methodische Vorgehensweise anhand von vier ausgewählten Studien vor.
2. Darstellung der Studien: Dieses Kapitel analysiert vier einflussreiche wissenschaftliche Artikel hinsichtlich ihrer Methodik und Ergebnisse in Bezug auf das Verhältnis von Wachstum, Bildung, Globalisierung und Armutsreduzierung.
3. Politik zur Reduzierung von Armut und Einkommensungleichheit: Hier werden die Erkenntnisse der Studien synthetisiert, um politische Handlungsoptionen wie Bildungsförderung, makroökonomische Stabilität und Handelspolitik für eine gezielte Armutsbekämpfung abzuleiten.
4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Wachstum zwar die absolute Armut mindern kann, aber gezielte politische Maßnahmen in den Bereichen Bildung und Institutionenbildung notwendig sind, um die Einkommensverteilung nachhaltig zu beeinflussen.
Schlüsselwörter
Armut, Wirtschaftswachstum, Globalisierung, Einkommensverteilung, Humankapital, Bildung, Pro-Poor Growth, Entwicklungsländer, Institutionenökonomik, Einkommensungleichheit, Armutsreduzierung, Weltmarkt, Schwellenländer, Makroökonomie, Handelspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Wachstum, Globalisierung und der Reduzierung von Armut sowie Einkommensungleichheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Einfluss von Wachstum auf die Armutsquote, die Rolle von Humankapital (Bildung), die Auswirkungen der Marktöffnung durch Globalisierung und politische Gestaltungsspielräume zur Armutsbekämpfung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, durch die Auswertung von vier spezifischen wissenschaftlichen Studien aufzuzeigen, wie wachstumsfördernde Politik gezielt dazu eingesetzt werden kann, die Lebensbedingungen der ärmsten Bevölkerungsschichten zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, in der vier ausgewählte, empirisch orientierte Forschungsprojekte (u.a. von Dollar/Kraay und Ravallion) systematisch dargestellt und in ihren Ergebnissen verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die vier Studien detailliert vorgestellt (Methoden und Ergebnisse) und anschließend wird eine Diskussion über notwendige politische Maßnahmen zur Armutsreduzierung geführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Armutsreduzierung, Wirtschaftswachstum, Bildung, Globalisierung und Einkommensverteilung definieren.
Wie definieren die untersuchten Studien Armut?
Die Studien verwenden überwiegend Ansätze der absoluten Armut (z.B. Einkommensschwellen von 1 oder 2 Dollar pro Tag) oder definieren Armut über das unterste Fünftel der Einkommensverteilung innerhalb eines Staates.
Welche Rolle spielt Bildung laut der Arbeit für die Armen?
Bildung wird als wesentlicher Faktor identifiziert, um die Position der Armen im Konkurrenzkampf um Arbeitsplätze zu verbessern und somit eine eigenständige Einkommenssteigerung zu ermöglichen.
Was bedeutet der Begriff „Pro-Poor Growth“?
Pro-Poor Growth bezeichnet ein Wachstum, bei dem die Einkommen der armen Bevölkerungsschichten überdurchschnittlich steigen oder bei dem zumindest ein absoluter Einkommenszuwachs bei den Armen erzielt wird.
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- Thomas Wiesemann (Author), 2005, Growth and Poverty, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57502