Die Raubzüge der Wikinger sind sicherlich eines der interessantesten und zugleich blutigsten Kapitel in der Geschichte des Mittelalters und prägten den Begriff der Wikingerzeit. Dieser Zeitraum erstreckt sich vom ausgehenden 8. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts. Genauer wird die Wikingerzeit auf die Jahre zwischen dem ersten in historischen Quellen erwähnten Angriff 789 auf Portland in Wessex und der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer 1066 festgelegt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Probleme des archäologischen Nachweises
III. Heimgesuchte Gebiete
IV. Taktische Konzepte bei Raubzügen
V. Die Raubzüge – ein Überblick
VI. Zusammenfassung
VII. Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Raubzüge der Wikinger unter besonderer Berücksichtigung der archäologischen Nachweisbarkeit dieser Ereignisse. Es wird analysiert, wie sich die Aktivitäten der Wikinger historisch einordnen lassen, welche Schwierigkeiten bei der Interpretation von Fundkomplexen bestehen und inwieweit archäologische Befunde durch schriftliche Quellen ergänzt werden müssen, um ein fundiertes Bild dieser Epoche zu zeichnen.
- Historische Definition und Etymologie des Begriffs Wikinger
- Methodische Herausforderungen bei der archäologischen Identifizierung von Beutegut
- Geografische Ausbreitung der skandinavischen Plünderungszüge in Europa
- Unterscheidung zwischen privater Seeräuberei und großangelegten Flottenoperationen
- Fallbeispiele der archäologischen Rekonstruktion, unter anderem am Beispiel Hamburgs und Dublins
Auszug aus dem Buch
II. Probleme des archäologischen Nachweises
Der nur auf archäologischen Quellen basierende Nachweis von Wikingerzügen ist nicht allzu einfach, was daran liegt, daß Wikinger in den Gebieten, die von ihnen geplündert wurden, von ihrer Beute keine erkennbaren Spuren hinterließen. In der frühen Wikingerzeit ist das meiste davon in die Heimatländer verschleppt worden. Erst später, als Wikinger dazu übergingen, in den von ihnen heimgesuchten Gebieten von festen Ausgangspunkten zu operieren und später sogar dort zu siedeln, also sich für längere Zeit am gleichen Ort aufhielten, sind sie auch archäologisch faßbar. In Horten und Gräbern in Skandinavien und den außerskandinavischen Siedlungsgebieten von Wikingern sind eine Anzahl von Funden zu Tage gekommen, die aus Plünderungen stammen könnten. Es sind dies vor allem Buch- und Reliquienschreinbeschläge und anderes Kirchengerät, das teilweise zu Schmuck umgearbeitet wurde. Eindeutig als Beute zu identifizieren sind jene Gegenstände jedoch auch nicht, da immer auch die Möglichkeit besteht, daß es sich um Handelsgüter in irgendeiner Form handelt.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den historischen Zeitrahmen der Wikingerzeit ein und erörtert die etymologische Herkunft des Begriffs Wikinger.
II. Probleme des archäologischen Nachweises: Hier wird dargelegt, warum eine rein archäologische Rekonstruktion der Raubzüge schwierig ist und welche Fundgruppen zur Analyse herangezogen werden können.
III. Heimgesuchte Gebiete: Dieses Kapitel beschreibt die geografische Reichweite der Überfälle und die erkennbaren Interessensphären der verschiedenen skandinavischen Gruppen.
IV. Taktische Konzepte bei Raubzügen: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen kleinteiliger Seeräuberei und politisch motivierten Flottenoperationen sowie eine Analyse der bevorzugten Angriffsziele.
V. Die Raubzüge – ein Überblick: Anhand konkreter Fallbeispiele wird der Versuch unternommen, Raubzüge archäologisch und historisch nachzuvollziehen.
VI. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die methodischen Probleme zusammen und betont die Notwendigkeit, archäologische mit schriftlichen Quellen zu verknüpfen.
VII. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Wikinger, Raubzüge, Archäologie, Skandinavien, Beutegut, Danegeld, Mittelalter, Siedlungsgeschichte, Nordmänner, Handelswege, Kirchengerät, Grabfunde, Hortfunde, Hamburg, Dublin.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Raubzügen der Wikinger während des Mittelalters und untersucht die Möglichkeiten und Grenzen, diese Ereignisse anhand archäologischer Funde und schriftlicher Überlieferungen zu rekonstruieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Wikingern, die methodischen Schwierigkeiten der archäologischen Nachweisführung, die geografische Ausbreitung der Überfälle sowie die taktische Vorgehensweise der skandinavischen Angreifer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein historisches Phänomen wie die Wikingerzüge wissenschaftlich greifbar gemacht werden kann, insbesondere wenn archäologische Belege mehrdeutig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse von archäologischen Fundkomplexen (z. B. Hortfunde, Gebäudereste) im Abgleich mit zeitgenössischen historischen Quellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Probleme der archäologischen Nachweisbarkeit, kategorisiert die Raubzüge in unterschiedliche Taktiken und beleuchtet Fallbeispiele wie die Zerstörung Hamburgs oder die Entwicklung Dublins.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Begriffe sind Wikinger, Raubzüge, Archäologie, Skandinavien, Beutegut, Danegeld, Mittelalter und Siedlungsgeschichte.
Wie unterschieden sich die Raubzüge laut Autor?
Der Autor unterscheidet primär zwischen privater Seeräuberei in kleinerem Rahmen und großangelegten, politisch motivierten Flottenoperationen, die oft mit der Erpressung von Schutzgeld (Danegeld) einhergingen.
Welche Rolle spielt die Domburg von Hamburg in der Arbeit?
Hamburg dient als ein zentrales Fallbeispiel, an dem die Zerstörungskraft der Wikinger und die archäologische Nachweisbarkeit durch Brandschichten und Befestigungsreste exemplarisch belegt werden können.
- Arbeit zitieren
- Magister Artium Christian E. Schulz (Autor:in), 2001, Raubzüge der Wikinger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5760