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Varianz im 17. Jahrhundert - Grammatik und Realität

Title: Varianz im 17. Jahrhundert - Grammatik und Realität

Seminar Paper , 2005 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Juliane Lüdicke (Author)

German Studies - Linguistics
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Das 17. Jahrhundert zeichnete sich durch ein großes Varianzgebot aus, was dazu führte, dass Drucke eines Werkes von einem Autor unterschiedlich ausfallen konnten, da die Drucker zum Teil selbst entscheiden konnten, wie sie bestimmte Wörter schreiben. Außerdem war es oft der Fall, dass sie nach den Wünschen ihrer Käufer druckten. Es konnte jedoch auch zu dem Fall kommen, dass Werk, Autor und sogar Drucker und Druckort übereinstimmten und sich im Laufe von ein paar Jahren die Orthographie änderte. In diesem Fall spricht man von diachronischer Varianz. Zu diesem Wechsel in der Rechtschreibordnung haben viele Grammatiker beigetragen, die im Laufe des 17. Jahrhunderts Regeln aufstellten, wie ihrer Meinung nach richtig zu schreiben sei. Die Meinung dieser Grammatiker ging jedoch fast immer auseinander und änderte sich teilweise auch in kürzester Zeit. Hierbei stellt sich dann die Frage, ob und wenn ja, an welchen Grammatikern sich die Drucker orientierten. Dies wird auch an den vorliegenden Texten zu überprüfen sein. Im Verlauf dieser Arbeit werde ich zunächst einen Überblick über die verschiedenen Grammatiker und ihre aufgestellten Regeln geben und einen Ausblick darauf geben, welchen Einfluss die Drucker auf die Orthographie nehmen konnten. Den Hauptteil meiner Arbeit soll dann ein Vergleich der Theorie mit der Praxis ausmachen. Als Vorlage dazu dienen zwei Drucke von 1661 und 1689 von Andreas Gryphius’Verlibtes Gespenste.Beide Auflagen wurden in Breslau von Esaiæ Fellgibel gedruckt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Grammatiker und ihre Regeln

2.1 Vokalzeichen

2.1.1 u, i vs. v, j

2.1.2 au, eu vs. aw, ew

2.1.3 ei, ej vs. ey

2.1.4 ie, ih vs. i

2.2 Konsonantenzeichen

2.2.1 f, s vs. ff, ß

2.2.2 m, mm vs. mb, mp

2.2.3 tt, ll vs. t, l

3. Der Anteil der Drucker an der Rechtschreibung

4. Vergleich von Theorie und Praxis

4.1 Vokalzeichen

4.1.1 u, i vs. v, j

4.1.2 au, eu vs. aw, ew

4.1.3 ei, ej vs. ey

4.1.4 ie, ih vs. i

4.2 Konsonantenzeichen

4.2.1 f, s vs. ff, ß

4.2.2 m, mm vs. mb, mp

4.2.3 tt, ll vs. t, l

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den orthographischen Regeln der Grammatiker im 17. Jahrhundert und der tatsächlichen Umsetzung in der Druckpraxis. Ziel ist es zu analysieren, ob und inwieweit Drucker wie Esaiæ Fellgibel sich an zeitgenössischen linguistischen Vorschriften orientierten oder eigenständige orthographische Entscheidungen trafen.

  • Diachronische Varianz in der frühneuhochdeutschen Schriftsprache
  • Rolle der Grammatiker bei der Etablierung orthographischer Normen
  • Einfluss der Drucker auf den schriftsprachlichen Ausgleichsprozess
  • Vergleich von Vokal- und Konsonantenzeichen in Drucken von 1661 und 1689
  • Analyse des Stammwortprinzips in der praktischen Anwendung

Auszug aus dem Buch

2.1.1 u, i vs. v, j

Die Grammatiker des 17. Jahrhunderts unterschieden zwischen den Vokalen i bzw. u und den Konsonanten j bzw. v. Um 1640 forderten Schottelius, Bellin und Zesen die Schreibung mit v bzw. j, wenn sie am Wortanfang stehen und ein Selbstlaut darauf folgt. Dem schließt sich Gueintz 1645 an. Gibert geht sogar so weit und verbietet u am Wortanfang. Harsdörffer jedoch schreibt: „und/ über/ nicht vnd/ vber/ ihn/ ihm/ nicht jhn/ jhm“ (Takada 1998: 75) und scheint mit dieser Regel der Fortschrittlichste unter den Grammatikern zu sein. Schottelius jedoch führt dann noch eine weitere Differenzierung ein. Man soll vor Vokalen j und vor Konsonanten i schreiben und kommt mit dieser Differenzierung der heutigen Rechtschreibung am nächsten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die meisten Grammatiker die v-/ j Schreibung bevorzugten. Nur Harsdörffer und Schottelius brachen mit dieser Tradition.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der orthographischen Varianz im 17. Jahrhundert und Darstellung der Zielsetzung der Untersuchung anhand zweier Drucke von Andreas Gryphius.

2. Die Grammatiker und ihre Regeln: Vorstellung der theoretischen Ansätze zur Schreibung von Vokal- und Konsonantenzeichen durch zeitgenössische Grammatiker.

3. Der Anteil der Drucker an der Rechtschreibung: Diskussion des Einflusses von Druckern als Multiplikatoren und Gestalter der frühneuhochdeutschen Schriftsprache.

4. Vergleich von Theorie und Praxis: Analyse der tatsächlichen Umsetzung orthographischer Regeln in den Drucken von 1661 und 1689 im Hinblick auf Vokal- und Konsonantenzeichen.

5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die zeigt, dass keine strikte Befolgung der Grammatikerregeln durch den Drucker vorlag, sondern eher ein pragmatischer Umgang mit der Orthographie.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

17. Jahrhundert, Orthographie, Varianz, Grammatiker, Drucker, Schriftsprache, Vokalzeichen, Konsonantenzeichen, Stammwortprinzip, Frühneuhochdeutsch, Esaiæ Fellgibel, Andreas Gryphius, Sprachgeschichte, Normierung, Diphthongierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die orthographischen Standards und deren Anwendung im 17. Jahrhundert, speziell das Verhältnis zwischen theoretischen Regelwerken und der praktischen Umsetzung durch Drucker.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Varianz der Rechtschreibung, die Rolle der Grammatiker als Regelsetzer und der Einfluss der Buchdrucker auf den schriftsprachlichen Ausgleich.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Überprüfung der These, ob die Rechtschreibung in Drucken des 17. Jahrhunderts diachronische Varianz aufweist und wie stark die Orientierung an zeitgenössischen Grammatikern tatsächlich war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse vorgenommen, bei der die theoretischen Regeln ausgewählter Grammatiker mit der textuellen Praxis zweier Drucke von Andreas Gryphius’ „Verlibtes Gespenste“ kontrastiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vokalzeichen und Konsonantenzeichen, wobei spezifische orthographische Merkmale detailliert mit den Aussagen der Grammatiker verglichen werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie 17. Jahrhundert, Orthographie, Grammatiker, Buchdruck, Varianz und Stammwortprinzip charakterisiert.

Welche Bedeutung haben die Drucke von 1661 und 1689 für die Untersuchung?

Sie dienen als konkrete Primärquellen (Korpora), um die diachronische Entwicklung und die Konsistenz der Rechtschreibung innerhalb einer Zeitspanne von 28 Jahren zu belegen.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin bezüglich der diachronischen Varianz?

Die Autorin relativiert ihre erste Annahme, da sie feststellt, dass die Schreibweisen in den untersuchten Werken über die Zeit hinweg sehr konstant bleiben und kaum große Veränderungen stattgefunden haben.

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Details

Title
Varianz im 17. Jahrhundert - Grammatik und Realität
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Course
Seminar: ZWEI orthographische Standards?
Grade
1,0
Author
Juliane Lüdicke (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V57634
ISBN (eBook)
9783638520249
ISBN (Book)
9783656809661
Language
German
Tags
Varianz Jahrhundert Grammatik Realität Seminar ZWEI Standards
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Lüdicke (Author), 2005, Varianz im 17. Jahrhundert - Grammatik und Realität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57634
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