Sucht ist ein zwanghafter Drang, bestimmte Handlungen auszuführen, die die Freiheit des Verhaltens einschränken und auch dann nicht aufgegeben werden können, wenn die Handlungen zu schweren körperlichen und seelischen oder sozialen Beeinträchtigungen führen.
Es wird zwischen stoffgebundenen und stoffungebundenen Süchten unterschieden.
Die stoffgebundene Sucht beinhaltet ein krankhaftes Verlangen nach Mitteln zur Erzeugung von bestimmten Gefühls- und Erlebniszuständen. Diese können sich in Euphorie, Leistungssteigerung, Halluzination und Schlafzuständen ausdrücken. Über einen bestimmten Zeitraum werden häufig oder regelmäßig diese Mittel eingenommen. Das Suchtmittel wird mit der Zeit in die regulären Stoffwechselvorgänge eingebaut, was den Konsument zur weiteren, immer höher dosierten Einnahme treibt. Abgesehen von der Angst vor den Entzugserscheinungen ist das seelische und körperliche Wohlbefinden vom Suchtstoff abhängig. Da es beim Absetzen des Stoffes zu Entzugserscheinungen kommt, ist der Süchtige bestrebt, sich unter allen Umständen das Suchtmittel zu beschaffen. Seine Persönlichkeit verändert sich und er gefährdet sich und seine Mitmenschen.
Bei der stoffungebundenen Sucht werden bestimmte Verhaltensweisen zwanghaft ausgeführt und wiederholt, ebenfalls um bestimmte Erlebniszustände zu erlangen. Eine Abhängigkeit besteht wie bei der stoffgebundenen Sucht auch.
Am verbreitetsten sind die Suchtmittel Alkohol, Nikotin, Medikamente und andere Drogen.
Neben den häufigen stoffungebundenen Süchten wie Bulimie (Ess-/ Brechsucht), Anorexie (Magersucht) und Glücksspielsucht treten immer häufiger Computer-, Fernseh-, Kauf-, Ordnungs- und Risikosucht auf.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Sucht
1.1 Der Süchtige und sein soziales Umfeld
1.2 Die psychologischen Ursachen der Sucht
1.3 Das Erkennen der Sucht durch den Süchtigen
2. „Kontaktstelle für Süchtige“ - Eine auf dem Arbeitsfeld der Sucht tätige Institution
2.1 Die institutionellen Rahmenbedingungen
2.2 Die Aufgaben und Ziele der Beratungsstelle
2.2.1 Die Zielgruppe
2.2.2 Die Ziele
2.2.3 Die Beratung und Behandlung
2.2.3.1 Die Kontaktphase
2.2.3.2 Die Motivationsphase
2.2.3.3 Die ambulante Rehabilitation
2.2.3.4 Die Nachsorge
2.2.4 Die Betreuung und die lebenspraktische Begleitung
2.3 Die Aufgaben der Sozialarbeiterin
3. Die kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des Literaturstudiums und des Interviews
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Arbeitsfeld der Sucht in der Sozialen Arbeit, wobei das primäre Ziel darin besteht, sowohl theoretische Grundlagen der Suchtproblematik als auch die konkrete praktische Arbeit in einer Beratungsstelle darzustellen. Es wird analysiert, wie Beratungsangebote gestaltet sind und welche Aufgaben Sozialarbeiterinnen bei der Begleitung von suchtkranken Menschen übernehmen.
- Definition und Arten der Sucht (stoffgebunden/stoffungebunden)
- Psychosoziale Aspekte der Sucht und Co-Abhängigkeit
- Strukturen und Angebote einer Suchtberatungsstelle
- Phasen der Beratung und Behandlung (Kontakt, Motivation, Rehabilitation, Nachsorge)
- Rolle und Aufgaben von Sozialarbeiterinnen im Suchtbereich
Auszug aus dem Buch
2.2.3.3 Die ambulante Rehabilitation
Die ambulante Therapie stellt eine gleichwertige Alternative zur stationären Therapie dar. Sie verläuft in der Regel über einen Zeitraum von 7 - 9 Monaten, bis zu 80 Therapieeinheiten pro Patient werden angesetzt.
Die theoretische Grundlage für die Arbeit in der Rehabilitation sei hier nur genannt. Das Behandlungskonzept ist vom Persönlichkeitsmodell, der Krankheits- bzw. Gesundheitslehre von Carl Rogers abgeleitet.
Eine ambulante Rehabilitation ist nicht für jeden geeignet. Sie ist kontraindiziert, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Eine ambulante Rehabilitation ist nicht zu empfehlen, wenn nur eine geringe Motivation zur Entwöhnung vorhanden ist und das Einhalten des Therapievertrages somit bezweifelt werden muss. Einer erfolgreichen Behandlung stehen in der Regel auch psychiatrische Erkrankungen entgegen. Ebenso wirken sich ausstehende Strafverfahren, Haftverbüßungen, starke soziale Desintegration und Isolation negativ auf die Therapie aus oder machen sie unmöglich. Bei einer lebensgefährlichen Akuterkrankung ist ein stationärer Aufenthalt notwendig.
Es erfolgt jedoch eine individuelle Überprüfung der Eignung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist Sucht: Dieses Kapitel definiert Sucht als zwanghaften Drang und unterscheidet zwischen stoffgebundenen und stoffungebundenen Suchtformen sowie deren Auswirkungen auf den Betroffenen und sein soziales Umfeld.
2. „Kontaktstelle für Süchtige“ - Eine auf dem Arbeitsfeld der Sucht tätige Institution: Dieser Abschnitt beschreibt die strukturellen Rahmenbedingungen, Ziele und vielfältigen Beratungs- sowie Behandlungsangebote einer konkreten Einrichtung der Suchthilfe.
3. Die kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des Literaturstudiums und des Interviews: Hier erfolgt ein Abgleich zwischen theoretischen Erkenntnissen aus der Literatur und der praktischen Umsetzung in der Einrichtung, wobei insbesondere die hohen Anforderungen und die psychische Belastung für Sozialarbeiterinnen reflektiert werden.
Schlüsselwörter
Sucht, Suchtberatung, Soziale Arbeit, Suchtprävention, Ambulante Rehabilitation, Stoffgebundene Sucht, Stoffungebundene Sucht, Entzug, Co-Abhängigkeit, Psychosoziale Betreuung, Suchttherapie, Klientenbetreuung, Krisenintervention, Abstinenz, Sozialanamnese.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschreibt das Arbeitsfeld Sucht innerhalb der Sozialen Arbeit anhand einer theoretischen Einführung und einer praktischen Untersuchung einer Beratungsstelle.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die Definition von Suchtformen, die psychologischen Hintergründe, die institutionelle Suchthilfe sowie den konkreten Arbeitsalltag von Sozialarbeiterinnen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Darstellung der Suchtproblematik und die Aufarbeitung der professionellen Begleitungs- und Beratungsaufgaben in einer spezialisierten Einrichtung.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturstudie mit einem Experteninterview, das in einer Beratungsstelle geführt wurde.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Definition von Sucht und eine detaillierte Vorstellung der Beratungs- und Behandlungsphasen, von der Erstberatung bis zur Nachsorge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Suchtberatung, ambulante Rehabilitation, psychosoziale Betreuung, Suchtformen und Sozialarbeit charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Co-Abhängigkeit in der Suchthilfe?
Die Co-Abhängigkeit beschreibt die psychische Belastung und Verstrickung von Angehörigen, deren Einbeziehung in den Therapieprozess für den Erfolg der Suchtarbeit essenziell ist.
Warum ist die Abgrenzung für Sozialarbeiterinnen im Suchtbereich so wichtig?
Da die Rückfallquoten hoch sind, muss die Sozialarbeiterin einen professionellen Abstand zu den Klientenschicksalen wahren, um ihre eigene psychische Gesundheit langfristig zu erhalten.
- Quote paper
- Peggy Obst (Author), 1999, Eine Beschreibung des Arbeitsfeldes Sucht in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5769