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Die Petitcrü-Episode - zur leidlöschenden Wirkung des Wundertiers aus Avalon und Isoldes Reaktion auf Tristans Geschenk

Titel: Die Petitcrü-Episode - zur leidlöschenden Wirkung des Wundertiers aus Avalon und Isoldes Reaktion auf Tristans Geschenk

Seminararbeit , 2003 , 10 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Andrea Lehner (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wer nie um der Liebe willen gelitten hat, der hat auch nie Glück durch sie erfahren. Freude und Leid waren schon immer mit dem Begriff der Liebe untrennbar.“ (204 – 207)
Diese Verse wurden auch für den Klappentext des „Tristan“ Gottfrieds von Straßburg ausgewählt, da sie prägnant wie keine andere Stelle die Liebe Tristans und Isoldes zueinander verdeutlichen. In nahezu jeder Passage des „Tristan“ ist das liep unde leit – Motiv nachzuweisen; es kann also nie eine Liebe zwischen den beiden geben, die nur Freude bereitet. Welche Leiden man der Liebe wegen auf sich nimmt – oder dem Ideal nach nehmen sollte –, dafür steht die Petitcrü – Episode geradezu exemplarisch. Deswegen soll im weiteren Fortgang zum einen die Wirkung des Wundertiers aus Avalon verdeutlicht, zum anderen Isoldes Reaktion auf Tristans Geschenk ergründet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Inhalt der Petitcrü – Episode

2.1 Erwerb des Hundes

2.2 Petitcrü bei Isolde

3 Der Hund als Symbol

3.1 Allgemeine Bedeutungen

3.2 Bedeutung des Hundes Petitcrü im „Tristan“

4 Isoldes Reaktion auf das Geschenk

5 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die symbolische Funktion der Petitcrü-Episode in Gottfrieds von Straßburg „Tristan“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das als leidlöschend eingeführte Wundertier aus Avalon in seiner Wirkung auf Isolde eine gegenteilige Funktion erfüllt und zum Sinnbild für die leidvolle, untrennbare Liebe des Paares wird.

  • Analyse des Erwerbs und der Herkunft des Wundertiers
  • Symbolik des Hundes im mittelalterlichen Kontext
  • Untersuchung der leidlöschenden Wirkung des Glöckchens
  • Isoldes bewusste Entscheidung zum Leid durch die Zerstörung des Glöckchens
  • Bedeutung der Episode für das Minneideal im „Tristan“

Auszug aus dem Buch

3.2 Bedeutung des Hundes Petitcrü im „Tristan“

Inwiefern wird nun aber das typische Bild des Hundes auch für das Hündchen Petitcrü im „Tristan“ angewendet? Um dieser Frage nachzugehen, ist es sinnvoll, die einzelnen Komponenten, die wir über die Figur erfahren, herauszuarbeiten und zu deuten. Durch seinen Namen „Petitcrü“, der etwa soviel heißt wie „kleines Geschöpf“ wird auf die eigentliche Funktion als ein Schoßhündchen hingedeutet, das (von Isolde) verwöhnt werden soll.

Auch die Herkunft Petitcrüs wird von Gottfried nicht ausgespart: Herzog Gilan hat es ûz Avalûn, der feinen lant, von einer gottinne durch liebe und durch minne (15808 – 10), also als Minnegeschenk einer Göttin aus dem Feenreich Avalon erhalten, was auf einen hohen Wert des Hundes schließen lässt.

Bei der äußerlichen Beschreibung des Tiers wendet Gottfried zuerst das Unfähigkeitstopos an, da er sich nicht in der Lage sieht, sine schœne und sin art (15816) angemessen dazustellen. Er versucht es dann doch, kapituliert aber letztlich vor der Unmöglichkeit einer hinreichenden Farbbeschreibung: si was sô maneger hande und sô gar irrebære, als dâ kein varwe wære (15842 – 44). Gottfried verwendet für die einzelnen der ineinanderfließenden Farben Superlative wie wîzer danne snê, grüener danne clê, usw. (15825ff), um die herausragende, unbeschreibliche Schönheit und Faszination, die der Hund ausstrahlt, zu verdeutlichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort: Einleitung in das zentrale „liep unde leit“-Motiv und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Petitcrü-Episode.

2 Inhalt der Petitcrü – Episode: Darstellung der erzählerischen Handlung vom Erwerb des Hundes durch Tristan in Swales bis zur Ankunft und Handhabung bei Isolde.

3 Der Hund als Symbol: Erörterung der allgemeinen mittelalterlichen Hundesymbolik und spezifische Deutung der Eigenschaften des Wunderhundes Petitcrü.

4 Isoldes Reaktion auf das Geschenk: Analyse von Isoldes Entschluss, das Glöckchen zu zerstören, um das bewusste Leiden anstelle einer falschen Besänftigung zu wählen.

5 Schlusswort: Zusammenfassende Betrachtung zur kompositorischen Integration der Episode und ihrem hohen Stellenwert für das Minneideal.

Schlüsselwörter

Gottfried von Straßburg, Tristan, Isolde, Petitcrü, Minne, liep unde leit, Wundertier, Avalon, Symbolik, Minnegeschenk, Glöckchen, Leidensbereitschaft, Höfische Epik, Mittelalter, Trennungsschmerz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Petitcrü-Episode aus Gottfrieds von Straßburg „Tristan“ und analysiert, welche Funktion das Wundertier aus Avalon für das Liebespaar einnimmt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Symbolik des Hundes im Mittelalter, die leidlöschende Wirkung des Wunderhundes und die psychologische Reaktion Isoldes auf dieses Geschenk.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll verdeutlicht werden, wie das eigentlich zur Leidlinderung gedachte Geschenk zum Gegenteil verkehrt wird und stattdessen die leidvolle Liebe zwischen Tristan und Isolde unterstreicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der zentrale Textpassagen auf ihren Symbolgehalt untersucht und im Kontext der Sekundärliteratur gedeutet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Zusammenfassung der Episode, die symbolische Einordnung des Hundes sowie die Interpretation der Geste Isoldes, das Glöckchen abzureißen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Minne“, „Petitcrü“, „Symbolik“ und „leidensbereite Liebe“ beschreiben.

Warum zerstört Isolde das Glöckchen des Hundes?

Die Zerstörung des Glöckchens ist ein bewusster Akt Isoldes, um den Schmerz der Trennung von Tristan nicht durch die Magie des Hundes zu vergessen, da das Leiden für sie untrennbar mit ihrer Liebe verbunden ist.

Stellt sich die Petitcrü-Episode nahtlos in den Tristan-Roman ein?

Wie im Schlusswort ausgeführt, weist die Episode kompositorische Mängel in der Überleitung auf, was jedoch Gottfrieds Interesse am aussagekräftigen Minneideal untergeordnet wurde.

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Details

Titel
Die Petitcrü-Episode - zur leidlöschenden Wirkung des Wundertiers aus Avalon und Isoldes Reaktion auf Tristans Geschenk
Hochschule
Universität Passau  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Gottfried von Straßburg: Tristan
Note
2,0
Autor
Andrea Lehner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
10
Katalognummer
V57716
ISBN (eBook)
9783638520713
ISBN (Buch)
9783656782230
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Petitcrü-Episode Wirkung Wundertiers Avalon Isoldes Reaktion Tristans Geschenk Gottfried Straßburg Tristan
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Lehner (Autor:in), 2003, Die Petitcrü-Episode - zur leidlöschenden Wirkung des Wundertiers aus Avalon und Isoldes Reaktion auf Tristans Geschenk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57716
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Leseprobe aus  10  Seiten
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