Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Cultural Studies - European Studies

Fremde in der DDR

Title: Fremde in der DDR

Term Paper , 2003 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Hayat Caroline Issa (Author)

Cultural Studies - European Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit befasse ich mich mit dem Thema „Ausländer und Minderheiten in der DDR“.
Die teils kurzen, teils ausführlicheren Beschreibungen der einzelnen Ausländergruppen und Minderheiten und ihrer Lebensbedingungen in der DDR ergänze ich durch die Erfahrungen, die sowohl die Autorin Jana Simon in ihrem Roman „Denn wir sind anders. Die Geschichte des Felix S.“ ihrem farbigen Freund Felix und seinen aus Südafrika in die DDR eingewanderten Großeltern zuschreibt, durch die autobiographischen Schilderungen der Abini Zöllner, die als Kind einer Jüdin und eines afrikanischen Vaters in der DDR aufwuchs und durch die Erfahrungen, die Jana Hensel in ihrem ebenfalls autobiografischen Roman „Zonenkinder“ beschreibt. Des weiteren widme ich mich den Beziehungen der DDR-Bürger zu den im Lande lebenden Ausländern und dem Umgang des Staates mit den „Fremden“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zahlen und Aufenthaltgründe

1.1. Asylsuchende

1.2. Ausländische Studenten

1.3. Lehrlinge und Praktikanten

1.4. Russische Soldaten – „Die sowjetischen Freunde“?

2. Rechtliche Regelungen, Unterbringung und Alltag

3. Kontakte und Konflikte zwischen DDR-Bürgern und Ausländern

4. Ausländer – kein Thema öffentlicher Aufmerksamkeit und ein Phänomen kapitalistischer Gesellschaften

4. Fazit – die DDR als idealer Nährboden für Diskriminierung?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensbedingungen und die gesellschaftliche Integration von Ausländern und Minderheiten in der DDR. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie der Staat mit dem Thema „Fremde“ umging, wie die Beziehungen zwischen DDR-Bürgern und Ausländern gestaltet waren und inwieweit staatliche Ideologien sowie die Tabuisierung von Konflikten die Entstehung von Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit beeinflussten.

  • Statistische Erfassung und Aufenthaltsgründe der verschiedenen Ausländergruppen.
  • Die Rolle der staatlichen Gesetzgebung, Unterbringung und Alltagsreglementierung.
  • Die Auswirkungen der offiziellen Ideologie des „proletarischen Internationalismus“ auf das Zusammenleben.
  • Analyse der Konflikte und der sozialen Isolation von Ausländern in der DDR.
  • Untersuchung von Rassismus und positiver Diskriminierung im DDR-Alltag.

Auszug aus dem Buch

1.4. Sowjetische Soldaten – „unsere sowjetischen Freunde“?

Die rund 400.000 Angehörigen der sowjetischen Streitkräfte, die zum Teil mit ihren Familien in der DDR lebten, waren trotz der ritualisierten offiziellen Freundschaftsbekundungen (die Deutsch-Sowjetische Freundschaft – DSF – wurde bereits bei der Gründung der DDR von Sowjetunion und SED beschworen) und –demonstrationen, wie z.B. Freundschaftstreffen, gemeinsame Gedenkfeiern etc, und des Eindringens sowjetischer Politik und Arbeitskultur in das öffentliche Leben und den betrieblichen Alltag der DDR bei großen Teilen der Bevölkerung nicht gern gesehen und lebten zumeist gesellschaftlich isoliert.

„Das Paradox parallelen Zusammen- und Nebeneinanderlebens, von hermetischer Abschottung der sowjetischen Besatzungstruppen und oktroyierter Aneignung sowjetischer Arbeitsmethoden, von propagierter Fortschrittlichkeit des sowjetischen Gesellschaftssystems und erlebter Fremdheit und Rückständigkeit seitens der DDR-Bevölkerung ist bisher noch weitgehend unerforscht. Trotzdem erscheint uns zweifelhaft, ob angesichts dieses Spannungsfeldes von Ideologie und Alltagserfahrung tradierte Aversionen und Stereotype gegen den Osten, die Slawen, überwunden werden konnten.“ Hinterfragt wird hier, wie tief die prägenden Erfahrungen gegen Kriegsende, als „die Russen“ als fremde Sieger- und Besatzungsmacht auch mit Gewalt gegen die deutsche Bevölkerung vorgingen, in der Erinnerung der Menschen verwurzelt sind und trotz der Gründung der DDR, die ja eng an die Sowjetunion gekoppelt war, fortbestehen konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Ausländer und Minderheiten in der DDR ein und stellt die methodische Herangehensweise vor, welche neben Sachtexten auch autobiographische Romane einbezieht.

1. Zahlen und Aufenthaltgründe: Dieses Kapitel liefert eine statistische Übersicht über die in der DDR lebenden Ausländer und erläutert die unterschiedlichen Gründe ihres Aufenthaltes, wie politisches Asyl, Studium oder Arbeit.

2. Rechtliche Regelungen, Unterbringung und Alltag: Das Kapitel behandelt den rechtlichen Status der Ausländer sowie die staatliche Reglementierung ihrer Unterbringung und ihres täglichen Lebens durch Kontrollmechanismen.

3. Kontakte und Konflikte zwischen DDR-Bürgern und Ausländern: Hier werden die geringen Berührungspunkte im Alltag sowie das Spannungsfeld zwischen offizieller Freundschaftspropaganda und tatsächlicher Distanz oder Misstrauen analysiert.

4. Ausländer – kein Thema öffentlicher Aufmerksamkeit und ein Phänomen kapitalistischer Gesellschaften: Dieses Kapitel verdeutlicht, wie die SED rassistische Diskriminierung als ein rein kapitalistisches Problem umdefinierte, um die DDR als frei davon zu deklarieren.

4. Fazit – die DDR als idealer Nährboden für Diskriminierung?: Das Fazit resümiert, dass die staatliche Tabuisierung von Konflikten und die mangelnde Begegnung auf Augenhöhe die soziale Integration erschwerten und so einen Nährboden für spätere fremdenfeindliche Tendenzen boten.

Schlüsselwörter

DDR, Ausländerpolitik, Vertragsarbeiter, Migration, Rassismus, Diskriminierung, SED-Ideologie, Fremdenfeindlichkeit, Sozialistischer Internationalismus, Integration, DDR-Alltag, Sowjetarmee, Minderheiten, Minderheitenpolitik, Geschichte der DDR.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Ausländern und Minderheiten in der DDR und untersucht, wie der Staat und die Bevölkerung mit diesen „Fremden“ umgingen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die statistische Erfassung von Ausländergruppen, die rechtliche und räumliche Kontrolle durch den Staat, die soziale Isolation sowie die ideologische Verleugnung von Rassismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie staatliche Vorgaben und die ideologische Tabuisierung von Konflikten ein authentisches Zusammenleben verhinderten und warum dies in der ehemaligen DDR zu einer spezifischen Form der Ausgrenzung führen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur sowie auf die Auswertung autobiographischer Zeugnisse und Romane, um die Differenz zwischen staatlicher Propaganda und gelebter Alltagserfahrung zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Aufenthaltsgründen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Unterbringung, die alltäglichen Kontakte zwischen DDR-Bürgern und Ausländern sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem staatlichen Antifaschismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Migration, Rassismus, SED-Ideologie, Vertragsarbeiter, soziale Isolation und die Tabuisierung von gesellschaftlichen Konflikten im Sozialismus.

Wie wurden Ausländer in der DDR untergebracht?

Die Unterbringung erfolgte meist gemeinschaftlich in Wohnheimen oder Werkswohnungen, wobei eine strikte räumliche und soziale Isolation von der einheimischen Bevölkerung durch staatliche Kontrolle und „Rahmenheimordnungen“ erzwungen wurde.

Warum leugnete die DDR offiziell die Existenz von Rassismus?

Da der Antifaschismus Teil des staatlichen Gründungsmythos war, galt Rassismus als ein exklusives Merkmal kapitalistischer Systeme; die Anerkennung rassistischer Probleme im eigenen Land hätte somit als Scheitern der sozialistischen Idee gegolten.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Fremde in der DDR
College
University of Bremen  (Fachbereich 9 Kulturwissenschaft)
Course
Die Ostdeutschen und wir
Grade
1,0
Author
Hayat Caroline Issa (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V57722
ISBN (eBook)
9783638520768
ISBN (Book)
9783656782599
Language
German
Tags
Fremde Ostdeutschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hayat Caroline Issa (Author), 2003, Fremde in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57722
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint