Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

That's Why Equality. Warum die Gleichheitspräsumtion keine Anmaßung ist.

Title: That's Why Equality. Warum die Gleichheitspräsumtion keine Anmaßung ist.

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Robert Rädel (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der politischen Gegenwartsphilosophie ist eine Debatte um Gleichheit und Gerechtigkeit im Gange. Zwei zentrale Fragen spielen dabei eine Rolle. Während auf der Seite der so genannten Egalitaristen vor allem die „Equality-of-What“ - Diskussion dominiert und gefragt wird, in welcher Hinsicht (welche Güter, Ressourcen, Freiheiten etc.) Gleichheit ausbuchstabiert werden soll, kritisieren die Non-Egalitaristen grundsätzlich, warum Gleichheit überhaupt ein besonderer Wert in der Gerechtigkeitsdiskussion zukommen soll. Stefan Gosepaths Versuch, egalitäre Gerechtigkeit zu verteidigen, mündete in der Theorie der „Gleichheitspräsumtion“. Diese Vorrangregel für egalitäre Prinzipien wird von u.a. Thomas Schramme kritisiert. Das Anliegen dieser Arbeit ist zu zeigen, dass diese Kritik ungerechtfertigt ist, dass die Inklusionstheorie kein geeigneter Beitrag zur philosophischen Suche nach Gerechtigkeit ist. Gerechtigkeit kann nicht an absoluten, im Zweifelsfall minimalistischen Standards eines guten Lebens gemessen werden. Diese gehören zu einem anderen Teil der Moral, der Humanität. Für eine Theorie der Gerechtigkeit ist Gleichheit ein zentraler Wert. Gerechtigkeit ist immer relational zu anderen Menschen und erst durch einen Vergleich feststellbar. Sowohl das Gebot der Gleichbehandlung, als auch das der prima facie gleichen Berücksichtigung der Ansprüche aller bei der Verteilung von Gütern folgt direkt aus der moralischen Gleichwertigkeit und gleichen Achtung aller Menschen. Die Argumente von Schramme können die Logik der Gleichheitspräsumtion als prozeduralen Ausgangspunkt von Gerechtigkeitsüberlegungen nicht angreifen. Gleichheit ist nicht oberstes Ziel von Gerechtigkeit, sondern Voraussetzung. Auch die Aufteilung in absolute und komparative Vergleichsmaßstäbe oder die Umkehrung der Beweislast bei der Verteilungsregel liefern keine Alternative für die Gleichheitspräsumtion. Objektive Kriterien eines guten Lebens, welche die Angemessenheit von Behandlungen oder Güterverteilungen festlegen könnten, sind eine eine Anmaßung, und könnten höchstens in konservativ-autoritären Regimen Durchsetzung finden. Moralische Ansprüche auf einen gleichen Anteil am gesellschaftlichen Reichtum und individuelle Gerechtigkeitsempfindungen müssen nicht zu Gunsten des gesellschaftlichen Friedens aufgegeben werden. Man muss fragen dürfen, mit welchem Recht jemand seinen übermäßigen Besitz beansprucht, ein Kritikverbot an den herrschenden Verhältnissen ist moralisch unhaltbar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Stefan Gosepaths egalitäre Gerechtigkeitstheorie

3.) Die Kritik von Thomas Schramme an der Gleichheitspräsumtion

4.) Gerechtigkeit als Inklusion? Missverständnisse und Unklarheiten

5.) Resümee: Gleichheit als Voraussetzung für Gerechtigkeit

6.) Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Kontroverse zwischen egalitaristischen und non-egalitaristischen Gerechtigkeitstheorien, insbesondere im Hinblick auf die „Gleichheitspräsumtion“ von Stefan Gosepath. Ziel ist es, die Kritik von Thomas Schramme an dieser Präsumtion als unzureichend zu erweisen und zu begründen, warum Gleichheit eine essenzielle, prozedurale Voraussetzung für ein gerechtes gesellschaftliches Zusammenleben darstellt.

  • Stefan Gosepaths Modell des liberalen Egalitarismus
  • Kritik an der „Why-Equality“-Debatte und dem Inklusionsbegriff
  • Die logische Begründung der Gleichheitspräsumtion als Verfahrensprinzip
  • Verhältnis von Gerechtigkeit, Humanität und absoluten Standards

Auszug aus dem Buch

3.) Die Kritik von Thomas Schramme an der Gleichheitspräsumtion

Thomas Schramme, studierter Philosoph, Soziologe und Politologe schloss 2004 sein Habilitationsverfahren mit der Schrift „Gerechtigkeit als Inklusion“ ab. Seine Forschungs- und Lehrschwerpunkte sind die politische und Medizinphilosophie sowie die Bioethik. In seinem Aufsatz „Die Anmaßung der Gleichheitsvoraussetzung“ (Schramme 2003) greift er direkt in die „Why-Equality“ - Debatte ein und bezieht Position gegen egalitaristische Theorien. Konkret bezieht Schramme sich auf Stefan Gosepath und dessen Variante der Gleichheitspräsumtion. Er hinterfragt, was das Ziel der Gerechtigkeit sei, und welchen Wert Gleichheit überhaupt habe.

Er behauptet, dass die Gleichheitsvoraussetzung sich nicht aus dem moralischen Grundsatz der gleichen Achtung ableiten ließe; seine polemisch etwas zugespitze Aussage ist, dass die Präsumtion eine „Anmaßung“ sei.

Um das zu belegen, teilt Schramme den Gleichheitsbegriff anfangs in zwei verschiedene Konzepte auf. Um Gleichheit zwischen zwei Personen messen zu können, bedürfe es eines konkreten Vergleichmaßstabes. Dieser könne entweder absolut oder komparativ sein. Ein interpersoneller Vergleich sei notwendig, wenn es kein objektives Kriterium gibt, sondern nur ein relatives, z.B. die Höhe des Vermögens, die Anzahl der zugeteilten Kuchenstücke etc. Materielle Unterschiede zwischen zwei Menschen sind hier der ausschlaggebende Fakt für die Feststellung von Ungleichheit. Anders sähe die Lage bei einem absoluten Vergleichsmaßstab aus. Ein „objektives“ Kriterium (zur Kritik an der Utopie von Objektivität siehe Kap. 4), z.B. die Existenz einer Behinderung, Schwangerschaft, rote Haare etc. ließe sich ohne einen interpersonellen Vergleich feststellen, er wäre völlig überflüssig, da nur die intrinsischen Eigenschaften der Person zählten.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung verortet die Debatte um Gerechtigkeit und Gleichheit in der politischen Philosophie und stellt den Fokus auf die Auseinandersetzung zwischen Gosepaths Gleichheitspräsumtion und der Kritik von Schramme dar.

2.) Stefan Gosepaths egalitäre Gerechtigkeitstheorie: Dieses Kapitel erläutert Gosepaths Modell, welches Gleichheit nicht als inhaltliches Ziel, sondern als formale, prozedurale Vorrangregel für die Verteilung von Gütern definiert.

3.) Die Kritik von Thomas Schramme an der Gleichheitspräsumtion: Hier werden die Argumente Schrammes vorgestellt, der den Begriff der Gleichheit durch das Konzept der Inklusion unter absolute Kriterien ersetzen möchte.

4.) Gerechtigkeit als Inklusion? Missverständnisse und Unklarheiten: Das Kapitel analysiert die methodischen Schwächen von Schrammes Inklusionsansatz und verteidigt die Notwendigkeit einer egalitaristischen Basis für Gerechtigkeitsüberlegungen.

5.) Resümee: Gleichheit als Voraussetzung für Gerechtigkeit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Gleichheit eine notwendige Voraussetzung für Gerechtigkeit bleibt und objektive Güterkriterien keine tragfähige Alternative bieten.

6.) Literatur: Auflistung der im Text zitierten Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, Gleichheit, Gleichheitspräsumtion, Liberaler Egalitarismus, Inklusion, Verteilungsgerechtigkeit, Stefan Gosepath, Thomas Schramme, Moralphilosophie, Prozedurale Gerechtigkeit, Equality-of-What, Why-Equality-Debatte, Anerkennung, Politische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Debatte über den Stellenwert von Gleichheit als Voraussetzung für Gerechtigkeit und verteidigt die „Gleichheitspräsumtion“ gegen ihre Kritiker.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind der liberale Egalitarismus, die prozedurale vs. substanzielle Gerechtigkeitsfindung, die Rolle von Inklusion sowie die ethische Begründbarkeit von Ungleichverteilungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist der Nachweis, dass Thomas Schrammes Kritik an Stefan Gosepaths Gleichheitspräsumtion methodisch und inhaltlich nicht überzeugt und dass Gleichheit logisch als Ausgangspunkt für Gerechtigkeit erforderlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die philosophische Analyse und textkritische Auseinandersetzung mit der aktuellen egalitarismuskritischen Literatur, um normative Argumente auf ihre Konsistenz zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der egalitären Gerechtigkeitstheorie von Gosepath, die Dekonstruktion der Schramm'schen Inklusionskritik und die Erläuterung, warum absolute Kriterien bei der Verteilung scheitern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Gleichheitspräsumtion, Inklusion, Verteilungsgerechtigkeit und den Diskurs zwischen liberalem Egalitarismus und dessen Kritikern definiert.

Wie unterscheidet sich Gosepaths Modell von Schrammes Ansatz?

Gosepath setzt auf ein prozedurales Verfahren der gleichen Berücksichtigung, während Schramme absolute, bedürfnisorientierte Kriterien der Inklusion bevorzugt, die der Autor als paternalistisch ablehnt.

Warum hält der Autor die „Utopie der Objektivität“ für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass es in pluralistischen Gesellschaften keine objektive, unstrittige Liste von Bedürfnissen gibt, weshalb der Versuch, solche Listen als Maßstab zu nutzen, obrigkeitsstaatliche Willkür begünstigt.

Welche Rolle spielt die „Unschuldsvermutung“ im Kontext der Gleichheit?

Der Autor nutzt den Vergleich zur Unschuldsvermutung, um zu verdeutlichen, dass eine Ungleichverteilung begründungspflichtig ist, solange keine legitimen Gründe für eine Abweichung vorliegen.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
That's Why Equality. Warum die Gleichheitspräsumtion keine Anmaßung ist.
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
HS Gerechtigkeit und Gleichheit
Grade
1,0
Author
Robert Rädel (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V57843
ISBN (eBook)
9783638521703
ISBN (Book)
9783638665599
Language
German
Tags
That Equality Warum Gleichheitspräsumtion Anmaßung Gerechtigkeit Gleichheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Rädel (Author), 2006, That's Why Equality. Warum die Gleichheitspräsumtion keine Anmaßung ist., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57843
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint