Spanien, das ist für viele von uns das Land der Sonne und des Urlaubes. Allein im Jahr 2005 besuchten bis zu 10 Millionen Bundesbürger die iberische Monarchie. Doch Spanien ist nicht mehr nur ein beliebtes Urlaubsland, bezogen auf das Jahr 2000 konnte Spanien ein erstaunliches Wachstum in seinem Bruttoinlandsprodukt von 7,3 Prozent erzielen Nicht zuletzt durch die angekurbelte Weltwirtschaft aber auch durch die anhaltende Angst vor terroristischen Anschlägen, welche hauptsächlich europäische Touristen in das sichere Spanien treibt, tragen zu diesem Aufschwung bei. Dabei hat sich Spanien, das noch Anfang der siebziger Jahre eines der wirtschaftlich schwächsten Länder
Europas war, zu einem prosperierenden Wirtschaftsraum mit Zuwachsraten in nahezu allen Wirtschaftsbereichen entwickelt. Übernahmen wie die des Abbey Instituts durch die spanische
Banco Santander Central Hispano oder kürzlich der Versuch des deutschen Energieversorgers E.ON den spanischen Versorger Endesa zu übernehmen, zeigen die gewachsene Bedeutung der spanischen
Wirtschaft in der Welt. Nicht zuletzt wegen der guten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den Latein- und Südamerikanischen Staaten. Ein weiteres Merkmal ist die große Dynamik im spanischen Medienmarkt, so stiegen im Jahre 2004 die Werbeeinahmen im Fernsehbereich um ganze 10,6 Prozent zum Vorjahr, im Vergleich in Deutschland stiegen die Einnahmen im gleichen Zeitraum nur um 3,7 Prozent, wenn auch auf höherem Niveau. Gleichzeitig ist Spanien das europäische Land mit den meisten Fernsehstationen überhaupt. Der spanische Medienbereich ist also einen näheren Blick wert. Die vorliegende Arbeit soll sich folglich mit dem Spanischen Mediensystem beschäftigen und einen einführenden Überblick auf diesen hochveränderlichen Markt bieten.
Gliederung
1. Einleitung
2. Staatswesen und Geschichte
3. Die Entwicklung spanischer Medien seit Beginn der Franco-Diktatur
4. Richtlinien der Spanischen Medienpolitik
5. Mediennutzung
6. Das Spanische Mediensystem
6.1 Pressewesen
6.1.1 Sonderbeilagen
6.1.2 Die Wirtschafts- und Sportpresse
6.1.3 Gratiszeitungen
6.1.4 Zeitschriften
6.2 Fernsehen
6.3 Radio
6.4 Kino
6.5 Internet
7. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet einen einführenden Überblick über das spanische Mediensystem, wobei der Fokus auf der historischen Entwicklung seit der Franco-Diktatur, der aktuellen Bestandsaufnahme der verschiedenen Mediengattungen sowie den regulatorischen Rahmenbedingungen liegt.
- Historische Transformation der spanischen Medienlandschaft
- Strukturanalyse von Fernsehen, Presse, Radio und Internet
- Einfluss der spanischen Medienpolitik und EU-Öffnung
- Wirtschaftliche Bedeutung und Konsumverhalten in Spanien
- Konzentrationstendenzen bei großen Medienkonzernen
Auszug aus dem Buch
6.1.3 Gratiszeitungen
Während hierzulande der Markt für Gratiszeitungen noch in der Erprobung ist, gibt es derlei Zeitungen in Spanien bereits seit Februar 2000, in dem Jahr startete damals die kostenlose Zeitung Madrid y M@s inzwischen in 20 Minutos umbenannt, ist sie die zweitgrößte Gratiszeitung des Landes mit Verteilstellen in nahezu allen großen spanischen Städten. Inzwischen gibt es insgesamt 6 Gratiszeitungen in Spanien mit ihren jeweiligen Regionalausgaben in den einzelnen Städten ihrer Verteilung (vgl. Díaz Nosty 2006, S.116). Seit ihrem erscheinen haben dabei die Zeitungen ein sehr dynamisches Wachstum hingelegt und konnten dabei ihre Werbeeinahmen von 2003 auf 2004 um über 50 Prozent erhöhen. Die Zeitungen im Tabloid-Format erscheinen zumeist durchgängig vierfarbig und beinhalten alle herkömmlichen Ressorts. Der Vertrieb läuft über Handverteilung an neuralgischen urbanen Punkten wie Bahnhöfen oder U-Bahn-Stationen. Zielgruppe ist hierbei ein junges, mobiles Publikum. Das Jahr 2005 charakterisiert dabei allgemein neue Steigerungsraten in diesem Geschäftsfeld, man spricht vom Aufblühen der Gratiszeitungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den wirtschaftlichen Aufschwung Spaniens und begründet die Relevanz einer Untersuchung des dynamischen und durch starke Wachstumsraten gekennzeichneten spanischen Medienmarktes.
2. Staatswesen und Geschichte: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über die Entwicklung des spanischen Staates, um das Verständnis für die regionale kulturelle Diversität und deren Einfluss auf die Medienstruktur zu fördern.
3. Die Entwicklung spanischer Medien seit Beginn der Franco-Diktatur: Hier wird der Prozess der Mediensteuerung unter Franco sowie der anschließende Wandel (Transición) zur Demokratie und die damit einhergehende schrittweise Liberalisierung beschrieben.
4. Richtlinien der Spanischen Medienpolitik: Das Kapitel behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Verankerung der Pressefreiheit und die Rolle des Staates sowie internationaler Vorgaben bei der Regulierung des Medienmarktes.
5. Mediennutzung: Diese Sektion analysiert das Konsumverhalten der spanischen Bevölkerung und stellt dabei die überragende Bedeutung des Fernsehens im Vergleich zu anderen Medien heraus.
6. Das Spanische Mediensystem: Das Kernkapitel bietet eine detaillierte Analyse der einzelnen Mediengattungen – Presse, Fernsehen, Radio, Kino und Internet – hinsichtlich Verbreitung, Finanzierung und Inhalten.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und prognostiziert einen anhaltenden Konzentrationsprozess im Medienmarkt bei gleichzeitigem Wachstum durch neue digitale Verbreitungswege.
Schlüsselwörter
Spanien, Mediensystem, Presse, Fernsehen, Rundfunk, Demokratisierung, Medienpolitik, Werbeeinnahmen, Gratiszeitungen, Konzentrationsprozess, Mediennutzung, Transición, Digitale Medien, Regionalisierung, Medienkonzerne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das spanische Mediensystem und bietet einen einführenden Überblick über dessen Struktur, Entwicklung und aktuelle Trends im nationalen und regionalen Kontext.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die historische Entwicklung seit der Franco-Diktatur, die medienpolitischen Richtlinien, die spezifische Mediennutzung in Spanien sowie die Analyse von Printmedien, Fernsehen, Radio, Kino und Online-Angeboten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine aktuelle Bestandsaufnahme des hochveränderlichen spanischen Medienmarktes zu erstellen und die Zusammenhänge zwischen historischer Entwicklung, rechtlichen Rahmenbedingungen und heutiger Marktsituation aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine hermeneutische Betrachtung umfangreicher statistischer Daten und Fachpublikationen, insbesondere des SGAE und des Werks von Díaz Nosty.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft behandelt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Mediengattungen hinsichtlich ihrer Verbreitung, Finanzierung und Besitzverhältnisse sowie den Einfluss der EU und der regionalen Identitäten auf die Medieninhalte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Schlagworte sind Medienkonzentration, Demokratisierung, digitale Verbreitung, Regionalisierung, Werbefinanzierung und die Dominanz des Fernsehens.
Warum spielt das Fernsehen in Spanien eine so große Rolle?
Spanien weist im europäischen Vergleich eine sehr hohe Fernsehnutzungszeit auf, was durch die tiefgreifende Integration des Mediums in den Alltag sowie das duale Rundfunksystem erklärt wird.
Welchen Einfluss hatte der Tod von Franco auf das Mediensystem?
Der Tod Francos markierte den Beginn der sogenannten Transición, die zu einem schrittweisen Wandel, der Aufhebung von Zensur sowie einer Liberalisierung und dem Aufblühen der Medienvielfalt führte.
Welche Rolle spielen regionale Sender im spanischen Mediensystem?
Regionale Sender sind von zentraler Bedeutung, da sie sowohl zur Förderung der regionalen Sprachen und Kulturen beitragen als auch einen wesentlichen Bestandteil der regionalen Identität in den autonomen Gemeinschaften bilden.
Wie hat sich der Markt für Gratiszeitungen in Spanien entwickelt?
Seit dem Jahr 2000 hat der Markt für Gratiszeitungen ein sehr dynamisches Wachstum erfahren, was zu einer erhöhten inhaltlichen Vielfalt und einer neuen Leserschaft geführt hat.
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- Mario Rümmler (Author), 2006, Das Spanische Mediensystem. Ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57918