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Dramenanalyse am Beispiel von Schillers Kabale und Liebe

Title: Dramenanalyse am Beispiel von Schillers Kabale und Liebe

Term Paper , 1998 , 7 Pages , Grade: 2

Autor:in: Tobias Südkamp (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Exposition eines Dramas ist der „Einleitungsteil einer dramatischen Handlung, in dem in die Verhältnisse und Zustände, aus denen der dramatische Konflikt entspringt, eingeführt und die Vorgeschichte erklärt wird.“ Um jedoch eine Vorgeschichte zu erklären, damit der Zuschauer in das Drama eingeführt wird, muß etwas Vergangenes auf der Bühne vermittelt werden. Hier ergibt sich nun folgendes Problem : Etwas Vergangenes dramatisch darzustellen, ist nicht vereinbar mit dem Absolutheitsgrundsatz des klassischen neuzeitlichen Dramentyps. Nach Szondi ist das Drama absolut, d.h. es muß von allem Äußerlichen losgelöst sein. „Es kennt nichts außer sich.“ Demnach, ist das Drama aufgrund seiner Losgelöstheit nicht mit dem Autor in Bezug zu bringen, da der Autor das Drama nicht geschrieben hat, sondern „Aussprache gestiftet“ hat. Eine Absolutheit besteht auch zwischen dem Drama und dem Zuschauer, so kann das Drama keinesfalls an den Zuschauer direkt adressiert sein. Alle Vorgänge im Drama müssen im <Hier und Jetzt> ablaufen; sie müssen gegenwärtig sein, dies bezeichnet Szondi als primär. „Das Drama ist primär.“ Die Primärität des Dramas ist nach Szondi ein anderer Aspekt für dessen Absolutheit. Da alle szenischen Darstellungen in der Gegenwart stattfinden, ist dies für Szondi ein Grund, „warum historisches Spiel allemal undramatisch ausfällt.“ Eine Exposition im Sinne der obigen Erläuterung, die eine Vorgeschichte, also etwas Vergangenes darstellt, wäre eigentlich undramatisch. In narrativen Texten wird die Exposition vom Erzähler geleistet, der jedoch im Kommunikationsmodell dramatischer Texte keinen Platz findet. Die Funktion des Erzählers in narrativen Texten wird in dramatischen Texten auf das „innere Kommunikationssystem verlagert“. Der Dialog der Figuren im Drama übernimmt die vermittelnde Aufgabe des Erzählers in der Erzählprosa. Das Drama besteht nach Szondi lediglich aus der Wiedergabe der zwischenmenschlichen Beziehungen, die nur durch den Dialog zum Ausdruck gebracht werden können. Die Dialoge der Dramenfiguren präsentieren alle Geschehnisse im Drama, entstehen aus den Umständen der Situation heraus und sind somit gegenwärtige Entschlüsse, die niemals mit der Ausbildung von Gefühlen und Ideen allein beschäftigt sind, sondern immer Absichten erreichen wollen, immer mit ihren Gedanken und Handlungen vorwärts in die Zukunft streben. Dies hat ständige Umwälzungen und Veränderungen des inneren und äußeren Zustandes von selbst und von außen zur Folge. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zu Aufgabe 1)

2. Zu Aufgabe 2)

3. Zu Aufgabe 3)

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht zentrale Aspekte der Dramentheorie im Kontext von Friedrich Schillers "Kabale und Liebe". Ziel ist es, die narrative Funktion der Exposition sowie die Konfliktstruktur und die Perspektivenverhältnisse im Drama unter Berücksichtigung der Theorie der "Absolutheit" nach Peter Szondi zu analysieren.

  • Funktion und Gestaltung der dramatischen Exposition
  • Analyse des äußeren und inneren Konflikts
  • Ständekonflikt zwischen Bürgertum und Adel
  • Perspektivenstruktur und Rezeptionssteuerung
  • Das Konzept der "Absolutheit" im modernen Drama

Auszug aus dem Buch

Zu Aufgabe 1)

Die Exposition eines Dramas ist der „Einleitungsteil einer dramatischen Handlung, in dem in die Verhältnisse und Zustände, aus denen der dramatische Konflikt entspringt, eingeführt und die Vorgeschichte erklärt wird.“

Um jedoch eine Vorgeschichte zu erklären, damit der Zuschauer in das Drama eingeführt wird, muß etwas Vergangenes auf der Bühne vermittelt werden. Hier ergibt sich nun folgendes Problem : Etwas Vergangenes dramatisch darzustellen, ist nicht vereinbar mit dem Absolutheitsgrundsatz des klassischen neuzeitlichen Dramentyps. Nach Szondi ist das Drama absolut, d.h. es muß von allem Äußerlichen losgelöst sein. „Es kennt nichts außer sich.“ Demnach, ist das Drama aufgrund seiner Losgelöstheit nicht mit dem Autor in Bezug zu bringen, da der Autor das Drama nicht geschrieben hat, sondern „Aussprache gestiftet“ hat. Eine Absolutheit besteht auch zwischen dem Drama und dem Zuschauer, so kann das Drama keinesfalls an den Zuschauer direkt adressiert sein. Alle Vorgänge im Drama müssen im <Hier und Jetzt> ablaufen; sie müssen gegenwärtig sein, dies bezeichnet Szondi als primär. „Das Drama ist primär.“ Die Primärität des Dramas ist nach Szondi ein anderer Aspekt für dessen Absolutheit. Da alle szenischen Darstellungen in der Gegenwart stattfinden, ist dies für Szondi ein Grund, „warum historisches Spiel allemal undramatisch ausfällt.“ Eine Exposition im Sinne der obigen Erläuterung, die eine Vorgeschichte, also etwas Vergangenes darstellt, wäre eigentlich undramatisch.

In narrativen Texten wird die Exposition vom Erzähler geleistet, der jedoch im Kommunikationsmodell dramatischer Texte keinen Platz findet. Die Funktion des Erzählers in narrativen Texten wird in dramatischen Texten auf das „innere Kommunikationssystem verlagert“. Der Dialog der Figuren im Drama übernimmt die vermittelnde Aufgabe des Erzählers in der Erzählprosa. Das Drama besteht nach Szondi lediglich aus der Wiedergabe der zwischenmenschlichen Beziehungen, die nur durch den Dialog zum Ausdruck gebracht werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zu Aufgabe 1): Dieser Abschnitt analysiert die Funktion der Exposition in Schillers "Kabale und Liebe" unter dem Aspekt des Absolutheitsanspruchs des Dramas nach Peter Szondi.

2. Zu Aufgabe 2): Hier wird der äußere Konflikt zwischen bürgerlicher und adeliger Gesellschaft beleuchtet und dessen Eskalation sowie die resultierenden inneren Konflikte der Hauptfiguren Luise und Ferdinand untersucht.

3. Zu Aufgabe 3): Dieses Kapitel befasst sich mit der Perspektivenstruktur des Dramas und erörtert, wie die Differenz zwischen Figuren- und Zuschauerwissen die tragische Zuspitzung unterstützt.

Schlüsselwörter

Kabale und Liebe, Friedrich Schiller, Dramenanalyse, Exposition, Absolutheit, Peter Szondi, Ständekonflikt, Figurenperspektive, Rezeptionssteuerung, Dialog, Dramentheorie, Klassik, Intrige, Katastrophe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht zentrale theoretische und strukturelle Aspekte des Dramas "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller im Rahmen eines Einführungskurses.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung der Exposition, der Analyse der Ständekonflikte und der Untersuchung der Perspektivenstruktur im Hinblick auf dramentheoretische Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Anwendung dramentheoretischer Begriffe, insbesondere der Konzepte von Peter Szondi, auf das konkrete Textbeispiel Schillers.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Textanalyse auf Basis theoretischer Grundlagen der Dramentheorie (u.a. Szondi und Pfister).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Exposition, die Skizzierung der Konfliktverläufe und die Analyse der Perspektivenstruktur des Dramas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Absolutheit, dramatische Exposition, Ständekonflikt, Figurenperspektive und kommunikative Struktur des Dramas charakterisieren.

Wie löst Schiller das Problem der Exposition laut Autor?

Schiller löst die Notwendigkeit der Expositionsvermittlung, indem er die Vorgeschichte direkt in die gegenwärtigen Dialoge der handelnden Figuren einbettet, ohne den Absolutheitsgrundsatz zu verletzen.

Welche Rolle spielt der Tod von Luise und Ferdinand?

Der Tod der beiden Hauptfiguren stellt die unvermeidliche Konfliktlösung dar, da eine Versöhnung der unterschiedlichen gesellschaftlichen Stände und damit ein gemeinsames Leben auf Erden unmöglich ist.

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Details

Title
Dramenanalyse am Beispiel von Schillers Kabale und Liebe
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (NDLM)
Course
Proseminar Dramenanalyse
Grade
2
Author
Tobias Südkamp (Author)
Publication Year
1998
Pages
7
Catalog Number
V57961
ISBN (eBook)
9783638522687
ISBN (Book)
9783656786108
Language
German
Tags
Dramenanalyse Beispiel Schillers Kabale Liebe Proseminar Dramenanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Südkamp (Author), 1998, Dramenanalyse am Beispiel von Schillers Kabale und Liebe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57961
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