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Das Für und Wider des Offenen Unterrichts

Titel: Das Für und Wider des Offenen Unterrichts

Hausarbeit , 2006 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Alexandra Kiesel (Autor:in)

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Thematik des Offenen Unterrichts ist in erstaunlich großen Teilen der Pädagogik noch immer ein Reizthema. Die definitorische Unklarheit führt dazu, dass man versucht, sich ein subjektives, eigen erstelltes, aber meist auch ein fehlerhaftes Bild von diesem Begriff zu machen um überhaupt einen Zugang zum Thema zu bekommen. Manche Menschen bilden gleich den Gegensatz <<offen- geschlossen>>, andere kommen auf sprachliche Bilder, die ihnen zum Wort <<offen>> einfallen, beispielsweise ein offenes Gesicht, ein offenes Ohr, eine offene Tür, eine offene Situation. Mit dem Wort <<offen>> verbundene Vorstellungen sind hingegen auch, dass Platz ist für das Denken und die Einstellung von anderen Menschen, außerdem die Möglichkeit Raum zu geben für Veränderungen, für Spannungen, für Widersprüchliches, für Neues oder für Zukünftiges und vieles mehr. Mit dem gegenteiligen Begriff <<geschlossen>> verbindet man dagegen Enge, Abgeschlossenheit, Fertiges oder Festgelegtes. In Bezug auf Schule und Unterricht spiegeln sich im Gegensatz zu <<offen>> die vorgefertigte Systematik und festgeschriebene Methoden wider. Offener Unterricht wird demnach auch meist dem Frontalunterricht gegenübergestellt.
Diese Ungewissheit, die man mit dem Begriff <<offen>> verbindet, ist auch oft die Ursache für die abwehrenden Meinungen der Lehrerschaft. Sie können sozusagen „mit dieser Thematik nichts anfangen“, sehen es als einen Teil der Reformpädagogik und nutzen diese Offenheit als eine spielerische Ergänzung zu ihrem „gewöhnlichen“ Unterricht. Diese Unklarheiten und Fehlschlüsse sollen im Folgenden durch ausführliche Definition des Themengebiets geklärt werden. Die vorgestellten Meinungen der Kritiker wie auch Befürworter des Offenen Unterrichts sollen ein Bild über die Vor-und Nachteile der Öffnung des Unterrichts abgeben. Sie sollen dem Leser letztendlich eine Hilfe dabei bieten, sich seiner eigenen Position in diesem Themenbereich bewusst zu werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie ist Offener Unterricht zu verstehen?

2.1 Wulf Rabenstein: Offene Schule- Offener Unterricht

2.2 Jörg Ramseger: Offener Unterricht in der Erprobung

2.3 Weitere Definitionen

2.4 Zusammenfassung

3. Ist Offener Unterricht sinnvoll?

3.1 Henning Günther: ein Kritiker des Offenen Unterrichts

3.2 H. Brügelmann: ein Befürworter des Offenen Unterrichts

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der konzeptionellen Unschärfe des Offenen Unterrichts auseinander und untersucht auf Basis existierender Definitionen sowie Pro- und Contra-Argumenten, ob und inwiefern diese Unterrichtsform eine sinnvolle pädagogische Praxis darstellt.

  • Analyse definitorischer Ansätze zum Begriff des Offenen Unterrichts.
  • Gegenüberstellung von Kritikern wie Henning Günther und Befürwortern wie H. Brügelmann.
  • Untersuchung der drei Dimensionen (inhaltlich, methodisch, institutionell) nach Jörg Ramseger.
  • Diskussion der Bedeutung der Lehrperson und der Lernqualität.
  • Einordnung des Offenen Unterrichts als Reformpädagogik-Bewegung.

Auszug aus dem Buch

2.2 Jörg Ramseger: Offener Unterricht in der Erprobung

Jörg Ramseger stellt in seinem Buch „Offener Unterricht in der Erprobung“ ebenfalls fest, dass in der Fachliteratur die unterschiedlichsten Ansätze mit dem Begriff „Offener Unterricht“ assoziiert werden. Seine Lösung, eine Definition von diesem Bereich enger zu gestalten, besteht darin, dass auf analytischer Ebene zwischen drei Dimensionen: inhaltlicher, methodischer und institutioneller Offenheit, unterschieden werden muss.

Diese Dimensionen dienen vorwiegend deskriptiven Zwecken. Sie sollen Unterricht erklären helfen, indem die Komplexität der konkreten Situation im Klassenzimmer auf die Wahrnehmungsebene reduziert wird. (Ramseger 1992, S. 22)

Auf den nächsten Seiten seines Buches führt der Autor diese drei Dimensionen wie folgt aus:

a. Inhaltliche Offenheit:

Die Unterrichtsthemen dürfen nicht allein schulisch legitimiert werden, sondern müssen auf aktuelles, historisches oder mögliches Handeln in der außerschulischen Wirklichkeit bezogen sein. Damit möchte Ramseger auch davor bewahren, dass aufgrund der Reduktion eines komplexen Themas der Wille der Lernenden in eine bestimmte Richtung gelenkt wird, nach dem Motto „Das ist zwar interessant, aber es gehört jetzt nicht hierher!“

b. Methodische Offenheit

Der Schüler darf nicht einfach Adressat eines vorgefertigten Lernpaketes sein, vielmehr soll er der Agent seiner eigenen Lernprozesse sein. Wissensinhalte sollen nicht losgelöst von Erfahrungsinhalten gelehrt werden. Der Erfahrungskontext des Kindes und sein Alltagsverständnis vom Gegenstand werden im offenen Unterricht zugelassen. (Ramseger 1992, S. 24- 26)

Anmerkung: Bei diesem Punkt stellt sich nun die Frage, ob diese Beschreibung nicht der inhaltlichen Offenheit zugeordnet werden sollte. Methodische Aspekte sind hier nicht auffindbar.

c. Institutionelle Offenheit

Die inhaltliche wie auch methodische Offenheit sind nach Ramseger nicht möglich, wenn der geforderte Erfahrungsreichtum durch institutionelle Zwänge verhindert wird. Die institutionelle Offenheit meint, dass die Schule als Institution sich gegenüber dem Bereich außerschulischer Wirklichkeit, gleichzeitig auch der Kritik und Veränderung öffnen muss. (Ramseger 1992, S. 26)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die definitorische Unklarheit des Begriffs "Offener Unterricht" und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, durch eine theoretische Auseinandersetzung Klarheit zu schaffen.

2. Wie ist Offener Unterricht zu verstehen?: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Definitionsansätze, insbesondere von Wallrabenstein und Ramseger, um das Wesen des Offenen Unterrichts zu erfassen.

3. Ist Offener Unterricht sinnvoll?: Hier erfolgt eine kontroverse Diskussion anhand der Argumente von Kritikern (Günther) und Befürwortern (Brügelmann) hinsichtlich der Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit des Konzepts.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Offener Unterricht als idealtypisches Konzept verstanden werden muss, dessen praktische Umsetzung in der Verantwortung der Lehrperson liegt.

Schlüsselwörter

Offener Unterricht, Reformpädagogik, Schülerorientierung, Lernbegriff, Methodik, Inhaltsdimension, Institutionelle Öffnung, Frontalunterricht, Persönlichkeitsentwicklung, Lehrperson, Schulerfolg, Lernprozesse, Didaktik, Pädagogische Haltung, Bildungsgerechtigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die konzeptionellen Herausforderungen und die Sinnhaftigkeit des Offenen Unterrichts im schulischen Kontext.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Definitionsfindung, die qualitativen Aspekte von Unterrichtsformen und die Debatte zwischen traditionellem und offenem Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, dem Leser zu helfen, ein klares Bild von den Vor- und Nachteilen des Offenen Unterrichts zu gewinnen, um eine fundierte eigene Position zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, in der verschiedene pädagogische Ansätze und empirische Befunde gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Klärung des Begriffs durch verschiedene Autoren sowie eine Diskussion der pädagogischen Sinnhaftigkeit anhand kontroverser Expertenmeinungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Offener Unterricht, Reformpädagogik, Schülerorientierung, methodische und inhaltliche Offenheit sowie die Rolle der Lehrkraft.

Welche Bedeutung misst Jörg Ramseger den drei Dimensionen der Offenheit bei?

Ramseger nutzt die Dimensionen – inhaltlich, methodisch und institutionell – als analytisches Werkzeug, um die Komplexität der Unterrichtssituation besser beschreiben und verstehen zu können.

Wie begründet Henning Günther seine kritische Haltung gegenüber dem Offenen Unterricht?

Günther argumentiert unter anderem mit dem Bedarf an Klarheit und Struktur beim Lernen sowie der Gefahr, dass Kinder durch zu radikale reformpädagogische Ansätze mit ihren Lernbedürfnissen allein gelassen werden.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Für und Wider des Offenen Unterrichts
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe  (Institut für Naturwissenschaften)
Note
2,0
Autor
Alexandra Kiesel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V57982
ISBN (eBook)
9783638522878
ISBN (Buch)
9783656780502
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wider Offenen Unterrichts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexandra Kiesel (Autor:in), 2006, Das Für und Wider des Offenen Unterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57982
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Leseprobe aus  17  Seiten
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