Das christliche Osterfest. Liturgie, Symbole und Bräuche


Hausarbeit, 2006
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Etymologie des Wortes Ostern

2. Das christliche Osterfest

3. Das Osterdatum

4. Ostern und Pessach

5. Liturgie, Symbole und Bräuche
5.1 Liturgie
a) Die Liturgie der Osternacht
5.2 Wichtige Symbole
a) Das Osterfeuer
b) Die Osterkerze
b) Das Osterwasser
5.3 Volkstümliche Bräuche
a) Die Ostereier
b) Der Osterhase

6. Unterrichtsentwurf

7. Literatur

8. Anhang

Ostern

Die Christen feiern zu Ostern die Auferstehung Jesu Christi vom Tod am Kreuz, so wie es im Neuen Testament verkündet, aber auch bezeugt wird. Nach christlicher Glaubensüberzeugung geschah die Auferstehung am dritten Tag nach seinem Tod, am Ostersonntag, wobei der Todestag, der Karfreitag als erster Tag zählt.

Ostern zählt als wichtigstes Fest der Christen. Es drückt die Freude über den endgültigen Sieg des Sohnes Gottes über den Tod aus.

1. Etymologie des Wortes Ostern

Das aramäisch- griechische Wort „Pascha“, das sich vom hebräischen „pesach“ ableitet, wurde in die Lateinische Sprache übernommen. Die Bedeutung des Wortes ist zum einen der Vorübergang des Strafengels an den Häusern der Israeliten in Ägypten, zum anderen den Vorgang der Errettung Israels aus ägyptischer Sklaverei. Die Juden feiern zu seinem Gedächtnis am 14.Nissan das Pessachfest. (vgl. Berger, Rupert; Pastoralliturgisches Handlexikon; Freiburg; Herder; 1994; S. 389)

In den meisten Sprachen stammt die Bezeichnung des Osterfests vom jüdischen Pessach. Auf Italienisch heißt Ostern „pasqua“, auf Spanisch „pascua“, auf Französisch „pâques“, „pas’cha“ auf Griechisch und „paskha“ auf Russisch. In den meisten slawischen Sprachen wird Ostern „Große Nacht“ oder „Großer Tag“ genannt. Das englische „easter“ ist mit dem deutschen „Ostern“ verwandt.

Zum Ursprung von Ostern gibt es verschiedene Theorien:

Im Mittelalter wurde die österliche Taufe in der Morgenröte erteilt. Honorius Augustounensis leitet Ostern so von Osten ab, der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs als Symbol der Auferstehung. So könnte sich Ostern vom lateinischen „alba“ (in albis, im Sinne von: bei Sonnenaufgang) ableiten ( Mk 16,2: „Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.“ (Die Bibel, Einheitsübersetzung; Freiburg, Basel, Wien; Herder; 1980, Mk 16,2).

Die zweite Theorie geht darauf zurück, dass das Wort Ostern im Zusammenhang mit der christlichen Benennung der Osterwoche als „albae paschales“ steht. Die Kurzform „albae“ wird als Plural von „alba“ – „Morgenröte“ – verstanden.

Nach Jürgen Udolph, einem Namesforscher, ist die Wortfamilie, die zu Ostern passt die folgende: „ausa“ – Wasser gießen, und austr“ – begießen. Das Wort Ostern scheint sich somit auf die Taufe zu beziehen, die das zentrale Ereignis der Osternacht ist.

Ostern könnte sich auch vom althochdeutschen „Ostara“ (Osten) ableiten, oder aber von „Eostre, Eoastrae“, dem Namen einer Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit, deren Existenz allerdings umstritten ist.

(vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Ostern, vom 27.06.2006, 16:37 Uhr)

2. Das christliche Osterfest

Für die Christen ist die Auferstehung Jesu das zentrale Ereignis ihres Glaubens. Der Tod wird nicht als Ende, sondern als Neubeginn eines neuen Lebens gesehen. Damit soll im christlichen Osterfest bekundet werden, dass das Leben über Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht und die Liebe über den Hass siegen wird.

Seit dem Jahr 1091 beginnt der österliche Festkreis in der westlichen Kirche mit dem Aschermittwoch. Diesem folgt ein 40-tägige Fastenzeit, die an die 40 Jahre des Volkes Israel in der Wüste, aber auch an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste fastete, erinnern soll. Die Sonntage sind seit 1091 vom Fasten ausgenommen, so dass der Aschermittwoch tatsächlich 46 Tage vor dem Karsamstag, bzw. dem Ostersonnabend, liegt. An diesem Vorabend zum Ostersonntag endet die Fastenzeit, die auch Bußzeit genannt wird, da nach jüdisch- christlicher Überlieferung der Tag mit dem Vorabend beginnt. Auf das Osterfest folgt dann ebenfalls eine 40-tägige Festzeit, die eigentliche Osterzeit. Diese dauerte früher bis zum Fest Christi Himmelfahrt. Der Festkreis wurde später um die folgenden 10 Tage erweitert, so dass die Osterzeit nun 50 Tage nach Ostern endet, nämlich an Pfingsten (griech.:„pentekosté“, der fünfzigste Tag).

Die letzte Woche vor Ostern nennt man Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag (Feier des Einzug Jesu in Jerusalem). Am Gründonnerstag (das „grün“ kommt nicht von der Farbe, sondern vom Wort „greinen“ – weinen) feiern die Christen das letzte Abendmahl, das letzte Pessah- Fest Jesu mit den Jüngern und die Einsetzung der Eucharistie, des Abendmahls. Am Karfreitag gedenken die Christen dem Tod Jesu am Kreuz, am Karsamstag ist Grabesruhe. Am Ostersonntag ist schließlich die Auferstehungsfeier. (vgl.:Die Bibel, Einheitsübersetzung; Freiburg, Basel, Wien; Herder; 1980, Mk 16,6; Mk 16,9; Mt 28,7; Lk 24,6; Joh 20,9)

Nach dem Kirchenjahr ist in der Osterzeit die Farbe Weiß zu tragen, die die Farbe des Lichtes dokumentiert. Aber auch in der Verbindung der Tauffeier, die in der Osterzeit besondere Bedeutung erlangt hat, werden weiße Kleider der Getauften getragen, um somit die Reinheit zu zeigen.

(vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Ostern, vom 27.06.2006, 17.00 Uhr)

3. Das Osterdatum

Ostern ist ein beweglicher Feiertag, das heißt, das es jedes Jahr an einem anderen Datum ist. Alle beweglichen Feiertage werden vom Ostersonntag aus berechnet. Dieser ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Die so genannte Vollmondregel ist eine Garantie dafür, dass es am Karfreitag nie eine Sonnenfinsternis geben kann.

Das Pessachfest fiel im jüdischen Kalender auf den 14. Nissan, den Vollmondtag dieses Frühlingsmonats. Das Jahresgedächtnis des Todes Christi fand am 14. Nissan statt und wurde schon von der Urgemeinde damit verbunden. Rom und viele andere Teilkirchen feierten Ostern allerdings am Sonntag nach dem 14. Nissan. Beide Gruppen stützen dieses Datum auf einem Apostel, Johannes bzw. Petrus (vgl. Berger, Rupert; Pastoralliturgisches Handlexikon; Freiburg; Herder; 1994; S. 393f.)

Vermutlich wurde das Osterdatum von Erzbischof Athanasius folgend auf dem Konzil von Nizäa 325 auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Die Berechnung des Osterdatums ist demnach an die Bestimmung der Vollmonde geknüpft. Dazu wird der Mondkalender herangezogen, dessen Grundlage der synodische Monat ist, das heißt die Zeit von einem Neumond zum nächsten. Das sind ca. 29,53 Tage. Da 19 Jahre fast genau 235 synodische Monate sind, wiederholen sich die Mondphasen also alle 19 Jahre (Metonischer Zyklus). Innerhalb eines Mondzyklus lassen sich die Neumonde vollständig angeben. Ihre genaue Bezeichnung fußt auf der goldenen Zahl( der laufenden Nummer eines Jahres im Mondzyklus).

Trotz der im Christentum geführten Sonnenkalender wurden die Mondkalender parallel mitgeführt. Zur Zeit des julianischen Kalenders konnte Ostern spätestens auf den 25.April, frühestens aber auf den 22.März fallen. Mit dem gregorianischen Kalender wurde im Jahr 1582 sowohl Sonnen- als auch Mondkalender angepasst, da sich der Metonische Zyklus, aber auch der Zyklus der Schaltjahre als nicht exakt erwiesen haben. Der Metonische Zyklus wird seitdem alle 100 Jahre angepasst. Nach dieser Kalenderreform wäre aber auch der 26.April als Osterdatum infrage gekommen, deswegen wurden zwei Regeln aufgestellt:

1. Fällt die Ostergrenze auf den 19.April, wird sie auf den 18.April zurückverlegt.
2. Fällt die Ostergrenze auf den 18. April und die goldene Zahl des Jahres ist größer als 11, wird die Ostergrenze auf den 17.April zurückverlegt.

Mit der zweiten Regel wird sichergestellt, dass sich die Ostergrenze innerhalb eines Mondzyklus nicht wiederholt.

(vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Osterdatum, vom 28.06.2006, 13.25 Uhr)

Der Wunsch auf eine Fixierung des Osterfestes verstärkt sich allerdings immer mehr. So gab das 2. Vatikanische Konzil die Erklärung ab, das Heilige Konzil würde eine Festlegung des Osterfestes auf einen bestimmten Sonntag nicht wiederstreben, wenn alle zustimmen würden. Reformvorschläge sind zum Beispiel der Sonntag nach dem 2. Samstag im April (9.- 15.) oder aber den 2. Sonntag im April (8.- 14.). Beide Möglichkeiten kämen dem Termin nahe, der von vielen als wahrscheinliches Auferstehungsdatum Christi betrachtet wird, dem 9.4.30. Doch bisher konnte man sich nicht einigen, bzw. haben nicht alle eingewilligt. (vgl. Berger, Rupert; Pastoralliturgisches Handlexikon; Freiburg; Herder; 1994; S. 394)

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das christliche Osterfest. Liturgie, Symbole und Bräuche
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Katholische Theologie)
Veranstaltung
Die christlichen Feste
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V57987
ISBN (eBook)
9783638522915
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ostern, Feste
Arbeit zitieren
Janina Weber (Autor), 2006, Das christliche Osterfest. Liturgie, Symbole und Bräuche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57987

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