Die Institution Medien und ihr Einfluss auf Kinder am Beispiel des Fernsehns


Hausarbeit, 2006
20 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zum Thema
1.1. Gründe für die Wahl des Themas
1.2. Die Geschichte der Institution Medien

2. Sozialisation durch Medien
2.1. Mediensozialisation
2.1.1. Herleitung des Begriffs der Mediensozialisation
2.1.2. Ansätze zur Mediensozialisation
2.2. Das durch die Medien vermittelte Menschenbild und dessen Folgen

3. Erziehung
3.1. Erziehung durch Medien
3.1.1. Schulisches Lernen
3.1.2. Lernsendungen im Fernsehen am Beispiel der „Sesamstraße“ und
der „Teletubbies“
3.2. Erziehung in Medien am Beispiel “Supernanny“

4. Gewaltdarstellung in Medien
4.1. Gewalttheorien
4.2. Kombination von Humor und Gewalt im Fernsehen und deren Folgen auf
das Gewaltverständnis von Kindern
4.3. Differenzierung von Realität und Fiktion

5. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Gründe für die Wahl des Themas

Es ist Montag Morgen 06:30 Uhr: Der Radiowecker klingelt. Während dem Duschen wird Radio gehört, danach werden beim Frühstück noch schnell die neusten Nachrichten im Fernsehen angeschaut. Auf dem Weg zur Arbeit ertönt bereits beim Anschalten der Zündung das Radio, welches diesen Weg jeden Tag etwas erträglicher zu machen scheint. Auf der Arbeit angekommen wird zunächst einmal in das Email-Postfach gesehen und die erhaltenen Emails schnell beantwortet. Informationen, die zum Arbeiten benötigt werden, wie z.B. Telefonnummern oder Adressen sowie Informationen über andere Firmen, können schnell über das Internet abgerufen werden. Spätestens in der Frühstückspause wird die Tageszeitung gelesen und zur Erholung nach einem anstrengenden und harten Arbeitstag wird entweder ein Buch gelesen oder auch etwas ferngesehen und nicht selten dabei eingeschlafen- So oder ähnlich sieht der Alltag vieler Menschen zumindest in den westlichen Ländern aus. Er ist bestimmt durch Medien.

Gerade durch diese Bestimmung des Alltags in der modernen Gesellschaft durch Medien werden die Ursachen für gesellschaftliche Probleme in der öffentlichen Diskussion oft bei den Medien gesucht.

Der Ulmer Hirnforscher Professor Manfred Spitzer ist zum Beispiel der Meinung, dass das Fernsehen durchaus negative Folgen sowohl auf die Gesundheit als auch auf die schulische Leistungsfähigkeit hat. Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose resultierten unter Anderem aus einem hohen Fernsehkonsum. Dass Fernsehen auch gewalttätig mache, führt Spitzer auf die angebliche Botschaft vieler Fernsehsendungen zurück: „Gewalt gibt es häufig in der Welt, sie löst Probleme und hierzu gibt es keine Alternative, sie tut nicht weh, und der Gewalttäter kommt ungeschoren davon.“[1]

Auch in der Politik wird immer wieder über die Folgen von Fernsehen, Computerspiele und vor allem auch über Gewaltdarstellungen in Medien diskutiert. Sowohl nach dem Massaker an der Columbine High School in den USA, bei welchem die Schüler Eric Harris und Dylan Klebold am 20. April 1999 insgesamt 13 Menschen und sich selbst töteten, als auch nach dem Amoklauf von Robert Steinhäuser an dem Erfurter Gutenberg- Gymnasium wurde in der Politik nach Ursachen gesucht. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber forderte damals zum Beispiel erneut ein Verbot von Gewaltdarstellungen in Videosund Computerspielen, da diese als Grundlage oder auch als Vorbild für solche Taten dienten bzw. diese förderten.

Haben die Medien wirklich einen so großen Einfluss auf unser Leben, dass sie ausschlaggebend für unser Handeln und Denken sind? Gibt es denn nicht auch positiven Einfluss der Medien, wie ihn z.B. Lernsendungen versprechen? Und wie kam es eigentlich zu all dem, was wir heute als die „modernen Medien“ bezeichnen?

All diese Diskussionen und Fragen nahm ich zum Anlass mich mit dem Einfluss der Institution Medien auf Kinder und Jugendliche zu beschäftigen. Aufgrund der Komplexität der Thematik habe ich dabei meinen Schwerpunkt auf das Beispiel des Fernsehens gelegt.

1.2. Die Geschichte der Institution Medien:

Im Folgenden soll die Geschichte der Institution Medien in einem kurzen Überblick zusammengefasst werden.[2]

Als eines der wichtigen Ereignisse in der Geschichte der Medien ist der Buchdruck zu nennen, der 1445 mit Gutenberg den Beginn und die Grundlage der Institution Medien bildete. Erst 1610 gab es die erste Wochenzeitung, 1660 die erste Tageszeitung und 1794 wurde der optische Telegraph in Frankreich erfunden. Im 19. Jahrhundert erfand zunächst Samuel Morse den elektrischen Telegraphen. 1839 folgte dann die Fotographie, 1876 das Telefon (Bell), 1888 der Fotoapparat, 1895 der Stummfilm und 1897 die drahtlose Telgraphie (Marconi). Die Anfänge der Rundfunktechnik sind erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu finden: 1906 wurde die Rundfunktechnik entwickelt und erst 1923 konnte man erste Rundfunksender finden. Mitte der 20er Jahre wurden der Tonfilm sowie die Fernsehtechnik erarbeitet. Mit Ende des 2. Weltkrieges gab es auch erste „Computer“ (ENIAC). Im Jahre 1952 entstand erstmals das öffentliche Fernsehen in der BRD, 1955 auch in der DDR. 1969 folgten der Videorecorder und auch der Vorläufer des Internets „ARPANET“. Daraufhin wurden 1972 erste Video- Games entwickelt, 1977 kam der PC Apple II auf den Markt. Die ‚neuen Medien’ wie z.B. das Handy (1985) das ‚World Wide Web’ (1989) sowie ‚Digital Versatile Disc’ (1996) entstanden vor allem Ende der 80er und in den 90er Jahren.

2. Sozialisation durch Medien

2.1. Mediensozialisation

Vor allem negative und erschreckende Ereignisse wie z.B. der Amoklauf des Schülers Robert Steinhäuser an einem Erfurter Gymnasium entfachten erneut die Diskussion um die Gründe für die steigende Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen. Nicht selten werden öffentlich das Ansehen von gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen als mögliche Gründe angeführt; Man versucht das Mediensystem als Schuldigen auszumachen. Öffentlichen Meinungen zufolge, haben also Medien überwiegend negative Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche, auch wenn hierfür bisher keine eindeutigen Forschungsergebnisse vorliegen. Diese Annahme ist also empirisch leicht angreifbar. Allerdings steht durchaus fest, dass es komplexe Wechselwirkungen zwischen den Zuschauern, also den Nutzern der Medien, und den Medien zu geben scheint.

2.1.1. Herleitung des Begriffs:

Der Begriff der Mediensozialisation, der in der Wissenschaft nur selten gebraucht und eher als „Wirkung der Medien“ bezeichnet wird, lässt sich gut durch Klaus Hurrelmanns Definition von Sozialisation erklären: “Sozialisation ist der Prozess, in dessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen weiterentwickelt. Sozialisation ist die lebenslange Aneignung von und Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen, die für den Menschen die >>innere Realität<< bilden, und der sozialen und physikalischen Umwelt, die für den Menschen die >>äußere Realität<< bilden“[3]. Sozialisation ist also nach Hurrelmann kein Produkt, sondern vielmehr ein Prozess, der die menschliche Persönlichkeit in seiner Entstehung unter spezifischen Entwicklungsbedingungen beschreibt. Jener Prozess ist somit dynamisch, d.h. er wird sowohl durch soziale als auch durch sachliche Bedingungen, die selbst als Produkt von gewissen gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Prozessen zu sehen sind, beeinflusst. Sozialisationsprozesse müssen also immer unter den jeweiligen Bedingungen ihrer Analyse gesehen werden.

Der Begriff der Mediensozialisation knüpft zwar an Hurrelmanns Sozialisationsbegriff an, bezieht sich allerdings auf eine bestimmte, von Medien geprägte Lebenswelt.

2.1.2. Ansätze zur Mediensozialisation:

Bei den verschiedenen Ansätzen zur Mediensozialisation, lassen sich verschiedene Vorstellungen über das Verhältnis zwischen Mensch und Medien unterscheiden:

a) „Menschen sind medienkompetent und selektieren das Medienangebot“[4]:

Dieser Ansatz sieht den Menschen keineswegs als Opfer von Medien, sondern vielmehr als aktiven Nutzer. Dieser Nutzer kann frei und bewusst auswählen und ist zum Teil schon als medienkompetent anzusehen.

b) „Medien wirken auf Menschen ein“[5]:

Den Medien wird je nach Inhalt, Gestaltung und Struktur ein besonderes Wirkpotenzial unterstellt. Dabei werden hauptsächlich Themen wie u.a. Gewalt und Werbung meist nur auf negative Gesichtspunkte hin gedeutet.

c) „Menschen und Meiden interagieren miteinander, und Einflüsse müssen in diesem Wirkgefüge gesehen werden“[6]:

Rezeptionsprozesse und der thematische Gehalt von Medien werden in Beziehung zueinander gesetzt. Der Nutzer wird als thematisch voreingenommen angesehen. Ausgewählte Medieninhalte dienen infolgedessen zur Identifikation mit bestimmten Charakteren oder auch zur Projektion eigener Probleme in die Mediengeschichte. Die Wirkungen zwischen Medien und Nutzern werden nicht kausal unterstellt. Man kann also nicht von einem bestimmten Ereignis unmittelbar und unbedingt auf bestimmte Folgen schließen. Während in dem zweiten Ansatz „ Medien wirken auf Menschen ein“ die Wirkung der Medien zumeist nur unter negativen Aspekten gesehen wird, kann hier der Einfluss der Medien durchaus ein positiver sein und zum Beispiel den Identitätsaufbau fördern.


[...]

[1] Spitzer, Manfred (2005)

[2] Moser, Heinz (2000), S.43

[3] Hurrelmann Klaus (2002) S.15f.

[4] Aufenanger Stefan (2004) S.7

[5] Ibid.

[6] Ibid.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Institution Medien und ihr Einfluss auf Kinder am Beispiel des Fernsehns
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Institutionen I
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V58085
ISBN (eBook)
9783638523752
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Institution, Medien, Einfluss, Kinder, Beispiel, Fernsehns, Institutionen
Arbeit zitieren
Daniela Hammerschmidt (Autor), 2006, Die Institution Medien und ihr Einfluss auf Kinder am Beispiel des Fernsehns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58085

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