Der Umgang mit Migration hat in den letzten 60 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) sehr unterschiedlichen Wiederhall in den Medien, in der Politik und bei der Bevölkerung gefunden.
Seit dem Anschlag auf das World Trade Center in New York im Jahre 2001 wird die Migrationsfrage zunehmend mit dem „Antiterrorkampf“ und dem „Antiislamismus“ (Kampf der Kulturen) vermischt und hat damit in der öffentlichen Diskussion zusätzliche Brisanz bekommen.
Die folgenden Arbeit befasst sich mit der Entwicklung von Migration in der BRD und ihre Verarbeitung in Politik, Medien und der Bevölkerung.
Dazu werden zuerst die zentralen Begriffe „Migration“, (speziell „Zuwanderung“), „Integration“, usw. für diese Arbeit definiert. Anschließend wird dargestellt, wie sich Einwanderung in die BRD in verschiedenen Etappen seit den 50er Jahren bis heute entwickelt hat, welche politischen Konzepte vertreten wurden und welche Politik dazu real gemacht wurde. Gleichzeitig wird der gesellschaftspolitische Diskurs und teilweise die Reaktionen zu dieser Frage in breiten Bevölkerungsschichten nachzeichnet.
Zuletzt wird die heutige Problemlage skizziert, werden die aktuellen Ereignisse und die zur Zeit geführte Debatte in diese geschichtliche Entwicklung einordnet und versucht, Perspektiven anzusprechen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Die Aktualität des Themas und die Herangehensweise der Arbeit
2. Begriffsklärungen und Definitionen
2.1. Definition des Migrationsbegriffes für diese Arbeit
2.2 . Definition von „Integration“
2.3. Der Begriff der „Identität“
2.3.1 .Die individuelle Identität
2.3.2. Kulturelle Identität
3. Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland
3.1 Die Integration der Vertriebenen und Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg
3.2 Die Phase der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte ( ca. 1995-1973 )
3.3 Anwerbestop und Konsolidierung der Ausländerbeschäftigung ( ca. 1973-1979 )
3.4 Die Forderung nach Integrationskonzepten (ca. 1979-1980 )
3.5 Wende in der Ausländerpolitik (ca. 1981-1990 )
3.6 Asyl- und Ausländerpolitik im Brennpunkt (ca.1991-1998 )
3.7 Auf dem Weg zum Zuwanderungsgesetz ( ca. 1998- 2004 )
4. Die aktuelle Situation 2006
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Migration in der Bundesrepublik Deutschland sowie deren gesellschaftliche, politische und mediale Verarbeitung, um ein tieferes Verständnis für die Integrationsproblematiken und zukünftige Perspektiven zu gewinnen.
- Analyse der zentralen Begrifflichkeiten wie Migration, Integration und Identität.
- Aufarbeitung der verschiedenen Phasen der Einwanderungsgeschichte seit den 1950er Jahren.
- Untersuchung der politischen Konzepte und deren Umsetzung in der Praxis.
- Reflexion des gesellschaftspolitischen Diskurses und der Reaktionen in der Bevölkerung.
- Einordnung aktueller Ereignisse in den historischen Kontext zur Ableitung von Zukunftsperspektiven.
Auszug aus dem Buch
3.2. Die Phase der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte ......(ca. 1955 – 1973)
Mit dem Wachstum der deutschen Industrie tauchte Mitte der 50-er Jahre das Problem der Arbeitskräfteknappheit auf. Davon betroffen war auch die Landwirtschaft durch die Landflucht. Obwohl die Arbeitslosenzahl noch bei ca. 1 Million lag, konnten viele Landwirte für ihre schwere und relativ niedrig entlohnte Arbeit, insbesondere der Saisonarbeit, nicht genügend Arbeitskräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt finden und es wurden Arbeitskräfte im Ausland angeworben.
Gegen Bedenken des Landesarbeitsamtes, des Arbeitministeriums und der Gewerkschaften versuchte der Bauernverband Württemberg – Baden in Oberitalien Saisonarbeiter für ein halbes Jahr anzuwerben, um dem befürchteten Arbeitskräftemangel von geschätzten 25000 – 100000 entgegenzuwirken.
In der Folge schlossen Deutschland und Italien 1955 das erste Anwerbeabkommen zur Rekrutierung von Arbeitskräften. Der EWG-Vertrag von 1956 schuf die Grundlage für die Freizügigkeit für Arbeitnehmer der damaligen Mitgliedstaaten und bis 1961 folgten Anwerbeabkommen mit weiteren Staaten wie Spanien, Griechenland, Türkei. 1961 wurde der Zustrom von Arbeitskräften aus der DDR durch den Bau der Mauer unterbrochen. Bis 1964 kamen Marokko und Portugal dazu.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Brisanz des Themas Migration durch gesellschaftliche Ereignisse und legt das methodische Vorgehen der Arbeit dar.
2. Begriffsklärungen und Definitionen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen durch eine präzise Definition zentraler Begriffe wie Migration, Integration und Identität geschaffen.
3. Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel zeichnet die verschiedenen historischen Phasen der Zuwanderung seit den 1950er Jahren nach, von den Vertriebenen bis hin zum Zuwanderungsgesetz.
4. Die aktuelle Situation 2006: Das Kapitel analysiert die Lage nach Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes und diskutiert verbleibende Herausforderungen sowie die politische Frontstellung in der Integrationsdebatte.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, Assimilation, Identität, Bundesrepublik Deutschland, Einwanderungsland, Gastarbeiter, Ausländerpolitik, Zuwanderungsgesetz, Asylrecht, Gesellschaft, Multikulturelle Gesellschaft, Politische Konzepte, Diskurs, Geschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Migration und der Integrationspolitik in der Bundesrepublik Deutschland von den 1950er Jahren bis zum Jahr 2006.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die historische Einwanderungsgeschichte, die Definitionen von Identität und Integration sowie die politische Auseinandersetzung mit dem Status Deutschlands als Einwanderungsland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Entwicklung der Migration und deren Verarbeitung in Politik, Medien und Bevölkerung darzustellen, um die aktuellen Herausforderungen der Integration besser zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und einer historischen Analyse, wobei wesentliche Grundlagen aus dem Jahresgutachten 2004 des Sachverständigenrates für Zuwanderung und Integration einfließen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung und eine detaillierte, phasenorientierte Darstellung der Einwanderungsgeschichte in der BRD, ergänzt durch die Analyse der aktuellen Situation im Jahr 2006.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Migration, Integration, Identität, Einwanderungsland und Ausländerpolitik charakterisiert.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Integration und Assimilation?
Sie stützt sich auf wissenschaftliche Quellen, die Assimilation als einseitige Anpassung und Integration als wechselseitigen Prozess zur Bildung eines neuen Ganzen definieren.
Welche Rolle spielte der Anwerbestopp von 1973?
Der Anwerbestopp markierte den Übergang zur Konsolidierung der Ausländerbeschäftigung, wobei die Politik weiterhin an der Illusion festhielt, dass die Zuwanderung nur vorübergehend sei.
- Quote paper
- Isa Straub (Author), 2006, Integration und Integrationspolitik in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58121