Als eines der zentralen Führungsinstrumente wird die Budgetierung oftmals als „Rückgrat der Unternehmenssteuerung“ charakterisiert. Nichtsdestoweniger ist dieses Führungsinstrument in letzter Zeit in die Kritik geraten. Im wesentlichen wird an der Budgetierung der hohe Zeitaufwand, die Ressourcenintensivität und die Starrheit, die eine schnelle Reaktion auf veränderte Rahmenbedingungen kaum zulässt, kritisiert. Dennoch hat sich die Rolle der Budgetierung als zentrales Führungsinstrument in den meisten Unternehmen nicht geändert. „... an Budgetierungsprozess und Budgetplanung wird bis heute mangels Alternativen in fast allen Unternehmen festgehalten.“ Allerdings wäre es falsch zu sagen, dass es keinerlei Alternativen zur klassischen Budgetierung gibt. Als Reaktion auf die zunehmende Kritik an der klassischen Budgetierung tauchen mehrere Alternativvorschläge, wie Better Budgeting oder Beyond Budgeting, auf. „Beyond Budgeting - gemeinhin übersetzt mit ‚jenseits der Budgetierung’ oder auch radikaler mit ‚steuern ohne Budgets’ - steht für ein Steuerungsmodell, das ... wesentliche Grundlagen des Controlling-Systems in Frage stellt...“. Im Folgenden soll nun das Konzept des Beyond Budgeting erläutert und der Unterschied zur klassischen Budgetierung aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die klassische Budgetierung
2.1 Definition
2.2 Funktion
2.3 Kritik
3 Beyond Budgeting
3.1 Weshalb Beyond Budgeting?
3.2 Was ist Beyond Budgeting?
3.3 Beyond Budgeting in der Praxis
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept des Beyond Budgeting als Alternative zur klassischen Budgetierung, um die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in Unternehmen durch eine Abkehr von starren Budgetvorgaben zu steigern.
- Kritische Analyse der klassischen Budgetierung
- Einführung in die Philosophie des Beyond Budgeting
- Darstellung der zwölf Prinzipien des Beyond Budgeting
- Praxisbeispiele für die erfolgreiche Implementierung
Auszug aus dem Buch
3.2 Was ist Beyond Budgeting?
Der von Peter Bunce, Jeremy Hope und Robin Fraser vom Consortium of Advanced Manufacturing International (CAM-I) propagierte Ansatz des Beyond Budgeting zielt auf eine Abkehr von der klassischen Budgetierungspraxis ab. So wundert es auch nicht, dass Beyond Budgeting mit „jenseits der Budgetierung“ oder mit „planen ohne Budgets“ übersetzt wird.
Zur Entwicklung des Beyond-Budgeting-Konzepts untersuchten Hope / Fraser Unternehmen wie z. B. Borealis, Ikea, Svenska Handelsbanken und Volvo Cars. Auf Basis dieser Fallstudien und der Arbeit von Bunce / Hope / Fraser im Rahmen des BBRT wurden insgesamt zwölf Prinzipien des Beyond Budgeting identifiziert: sechs Prinzipien, welche die Unternehmenskultur und den organisatorischen Rahmen betreffen, und sechs Prinzipien, die sich auf den Planungs- und Steuerungsprozess selbst beziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Budgetierung als zentrales Führungsinstrument sowie die zunehmende Kritik an deren Starrheit und Ressourcenintensität.
2 Die klassische Budgetierung: Dieses Kapitel definiert die Budgetierung, erläutert ihre Funktionen in der Unternehmenspraxis und analysiert kritische Schwachstellen des traditionellen Systems.
3 Beyond Budgeting: Dieser Abschnitt beschreibt das Beyond-Budgeting-Modell, gliedert die zwölf zentralen Prinzipien und beleuchtet deren praktische Anwendung anhand von Unternehmensbeispielen.
4 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Beyond Budgeting ein wertvolles Konzept für die Neugestaltung der Unternehmenssteuerung darstellt, jedoch keine universelle Patentlösung ist.
Schlüsselwörter
Beyond Budgeting, klassische Budgetierung, Controlling, Unternehmenssteuerung, Flexibilität, Planungsmodell, Profitcenter, Ressourcenallokation, Selbstkontrolle, Performance, Managementprozess, Dezentralisierung, Svenska Handelsbanken, Borealis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Kritik an klassischen Budgetierungssystemen und stellt mit dem Beyond Budgeting einen modernen, flexibleren Ansatz der Unternehmensführung vor.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise klassischer Budgets, den daraus resultierenden Problemen für Organisationen und der Einführung der zwölf Beyond-Budgeting-Prinzipien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen durch den Verzicht auf starre Budgets ihre Anpassungsfähigkeit erhöhen und das volle Potenzial ihrer Mitarbeiter besser ausschöpfen können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallstudien, die von den Begründern des Beyond Budgeting Round Table erhoben wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung der Budgetierungskritik und die detaillierte Darstellung des Beyond-Budgeting-Konzepts inklusive seiner zwei Säulen: Unternehmenskultur und Steuerungsprozess.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind beyond budgeting, unternehmenssteuerung, dezentralisierung und rollierende prognose.
Wie unterscheiden sich die zwei Säulen des Beyond Budgeting?
Die ersten sechs Prinzipien fokussieren auf die Unternehmenskultur und den organisatorischen Rahmen, während die zweiten sechs Prinzipien den eigentlichen Planungs- und Steuerungsprozess adressieren.
Welches Praxisbeispiel wird für das Beyond Budgeting genannt?
Die Svenska Handelsbanken dient als Paradebeispiel, da sie bereits seit 1970 konsequent auf Budgets und absolute Ziele verzichtet und dennoch überdurchschnittliche Erfolge erzielt.
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- Veronika Endres (Autor), 2005, Das Konzept des Beyond Budgeting, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58131