Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie française - Littérature

André Gide und der Kommunismus

Titre: André Gide und der Kommunismus

Dossier / Travail , 2004 , 15 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Jan Dreßler (Auteur)

Philologie française - Littérature
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Das Verhältnis von Freiheit und Individuum ist eines der zentralen Motive in Gides Werk. Der Einzelne, der sich von gesellschaftlichen Konventionen und ihm auferlegter Moral löst und sich auf seinen eigenen Geist, seine innere Weisheit besinnt – das ist André Gides Ideal des freien Menschen. Die politische die wirtschaftliche Organisation der Gesellschaft ist für ihn dabei nur von sekundärem Interesse, d.h. nur insofern sie auf das Individuum wirkt. Und doch schließt er sich der kommunistischen Bewegung an, die sich zwar die Freiheit als Endziel auf ihre Fahnen geschrieben hat, aber dort, wo sie die Staatsmacht innehat, den Grad der Unfreiheit des Einzelnen noch erhöht und wie jede organisierte Bewegung den Einzelnen der „Sache“, d.h. einem Ziel oder einem Zweck unterordnet. Dabei ergeben sich für Gide zwei Grundprobleme, die schließlich auch zu seinem Bruch mit dem organisierten Kommunismus führen: Erstens, der Gegensatz zwischen individueller Freiheit und der Unterordnung unter einen Zweck und eine (wenn auch neue) Moral, und zweitens, der Gegensatz zwischen den Idealen einer Utopie (der Vorstellung einer idealen Gesellschaft) und der Realität.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Historischer und biographischer Hintergrund

Gides Weg zum Kommunismus

Gides Kommunismus

Die Reise in die Sowjetunion

Die Rückkehr aus der Sowjetunion

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die ideologische Entwicklung des französischen Schriftstellers André Gide im Kontext seiner Hinwendung zum Kommunismus und der darauffolgenden kritischen Auseinandersetzung mit der Sowjetunion unter Stalin. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen Gides individuellem Streben nach Freiheit und Moral und dem kollektiven Anspruch kommunistischer Parteidogmatik.

  • Die biographischen Voraussetzungen für Gides politisches Engagement
  • Die Wahrnehmung von Freiheit und Individualismus im kommunistischen System
  • Der Einfluss der Kongo-Reise auf Gides gesellschaftliches Bewusstsein
  • Die Konfrontation von Utopie und Realität während der Sowjetunion-Reise
  • Der Prozess der Entfremdung von der kommunistischen Partei

Auszug aus dem Buch

Die Reise in die Sowjetunion

Gide bereist die Sowjetunion schließlich ab dem Juni 1936. Er hat schon seit längerem eine Reise in die Sowjetunion geplant, sich aber nie dazu entschließen können – vermutlich nicht zuletzt, weil er sich nicht von der sowjetischen Propagandamaschinerie vereinnahmen lassen will. Den unmittelbaren Anlass für die Reise bietet ihm der sich verschlechternde Gesundheitszustand von Maxim Gorki. Gide will Gorki vor dessen Tode noch einmal sehen, kommt dann allerdings doch zu spät und kann nur noch die Trauerrede halten. Er reist zusammen mit Louis Guilloux, Jef Last, Eugène Dabit und Jacques Schiffrin, was sich als sehr nützlich herausstellen wird. Da seine Reisebegleiter entweder fließend oder zumindest etwas Russisch sprechen, kann er die vorgegebenen Reiseroute verlassen und auch mit einfachen Menschen in Kontakt treten, die ihm nicht von der Regierung zugeführt werden.

Anfangs gefällt es ihm sehr gut. Alles ist perfekt inszeniert: Ihm wird ein begeisterter Empfang bereitet, alle Zeitungen berichten täglich über ihn und die Menschen nehmen ihn sehr freundlich auf. Auf dem Reiseprogramm stehen wie bei solchen Reisen üblich nur Mustereinrichtungen. Die Gruppe besucht unter anderem diverse neu errichtete Freizeiteinrichtungen und ein Jugendheim. Vorerst sieht er seine Erwartungen durchaus durch die Realität bestätigt. Er sieht keine krassen sozialen Unterschiede, keine Standesschranken. Man sagt ihm, die Freizeiteinrichtungen seien für die Arbeiter gebaut und für alle gleichermaßen zugänglich. Die Ausbeutung des Menschen sei abgeschafft, der produzierte Mehrwert komme nun allen zugute, wodurch es auch kein Elend mehr gäbe.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das zentrale Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlicher Unterordnung in Gides Denken.

Historischer und biographischer Hintergrund: Darstellung der politischen Rahmenbedingungen der 1930er Jahre und Gides zunehmendes Interesse an gesellschaftlichen Fragen.

Gides Weg zum Kommunismus: Analyse der prägenden Erfahrungen, insbesondere der Kongo-Reise, die Gides Ablehnung bürgerlicher Werte festigten.

Gides Kommunismus: Erläuterung von Gides Versuch, den Kommunismus als humanistische Utopie zu verstehen, die seiner persönlichen Ethik entspricht.

Die Reise in die Sowjetunion: Bericht über die unmittelbaren Eindrücke der Reise und den allmählichen Zusammenprall mit der politischen Realität des Stalinismus.

Die Rückkehr aus der Sowjetunion: Analyse der kritischen Reflexion Gides in seinen Schriften nach der Reise und dem damit verbundenen Bruch mit dem Parteikommunismus.

Fazit: Resümee über die Unvereinbarkeit von Gides Idealismus mit der totalitären Praxis des sowjetischen Kommunismus.

Schlüsselwörter

André Gide, Kommunismus, Sowjetunion, Individualismus, Freiheit, Stalinismus, Retour de l'URSS, Humanismus, Literatur, Ideologie, politische Kritik, Ethik, moralischer Code, Kolonialismus, Konformismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die geistige und politische Entwicklung des Schriftstellers André Gide im Kontext seiner zeitweisen Unterstützung des Kommunismus und seiner darauffolgenden Abkehr davon.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, der Einfluss von Moralvorstellungen auf politisches Handeln sowie die Diskrepanz zwischen utopischen Erwartungen und der totalitären Realität in der Sowjetunion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Gide trotz seiner anfänglichen Begeisterung für das kommunistische Ideal schließlich den Bruch mit der sowjetischen Praxis vollzog und welche ideologischen Motive dabei eine Rolle spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und biografische Untersuchung, die Gides Tagebücher, Essays sowie Sekundärliteratur zu seinem Werk und den historischen Umständen auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biographischen Ursprünge von Gides Denken, seine spezifische Interpretation des Kommunismus als humanistische Idee und die detaillierte Beschreibung seiner Reiseerfahrungen in der Sowjetunion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Individualismus, Gide, Stalinismus, Humanismus, Ideologiekritik und politische Freiheit.

Inwiefern hat die Kongo-Reise Gide politisiert?

Die Kongo-Reise konfrontierte Gide mit der Ungerechtigkeit des Kolonialsystems, was ihn dazu brachte, sich erstmals öffentlich gegen gesellschaftliche Machtstrukturen auszusprechen.

Warum sah Gide in der Sowjetunion anfangs eine "Verheißung"?

Gide hoffte, dass die Sowjetunion die ökonomischen Ungleichheiten und bürgerlichen moralischen Korsette beseitigen würde, was seiner Vision eines befreiten, auf dem Geist basierenden Menschen entsprach.

Was war der Auslöser für den endgültigen Bruch mit dem Kommunismus?

Der Bruch resultierte aus der Erkenntnis, dass die Sowjetunion unter Stalin die Freiheit des Einzelnen durch Terror, Konformismus und eine neue, privilegierte Schicht unterdrückte, statt sie zu befreien.

Fin de l'extrait de 15 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
André Gide und der Kommunismus
Université
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Romanistik)
Cours
André Gide und der moderne französische Roman
Note
2,0
Auteur
Jan Dreßler (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
15
N° de catalogue
V58185
ISBN (ebook)
9783638524506
ISBN (Livre)
9783640609444
Langue
allemand
mots-clé
André Gide Kommunismus André Gide Roman
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jan Dreßler (Auteur), 2004, André Gide und der Kommunismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58185
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint