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Die Märzrevolution (1848) und die Frage der Macht

Title: Die Märzrevolution (1848) und die Frage der Macht

Term Paper , 2004 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jan Dreßler (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Jede Revolution wirft in erster Linie eine Frage auf: die Frage der Macht. Auch in der Revolution von 1848 war diese Frage von zentraler Bedeutung. Sollte man auf der Grundlage der Macht der Revolution und der Volkssouveränität daran gehen, eine neue Ordnung in offenem Kampf mit der alten Ordnung der monarchischen Staaten aufzubauen, oder sollte man in Übereinkunft mit den alten Mächten und ihren Institutionen versuchen, die alte Ordnung zu reformieren? Sollte die Revolution also die Macht und Legitimität der monarchischen Ordnung anerkennen oder sich selbst als neue und legitime Macht betrachten und darauf aufbauend eine neue Ordnung schaffen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Revolution auf dem Vormarsch

Die Frankfurter Nationalversammlung

Die Reaktion auf dem Vormarsch

Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die zentrale Machtfrage während der Märzrevolution von 1848 und analysiert, warum das liberale Bestreben einer verfassungsmäßigen Ordnung in Kooperation mit den monarchischen Mächten letztlich an der Realität der bestehenden Staatsmacht scheiterte.

  • Die Rolle der Volkssouveränität gegenüber dem monarchischen Prinzip
  • Die politische Strategie des Vereinbarungsprinzips der Liberalen
  • Die Bedeutung der Frankfurter Nationalversammlung als Diskussionsforum
  • Die Auswirkungen der militärischen Gegenrevolution in Preußen und Österreich
  • Das Scheitern der verfassungspolitischen Zielsetzungen

Auszug aus dem Buch

Die Revolution auf dem Vormarsch

Die revolutionäre Welle des Jahres 1848, die in ihrem Verlauf weite Teile Europas mitreißen sollte, nahm ihren Ausgangspunkt im Februar 1848 in Paris. Die republikanische Opposition gegen das aus der Revolution von 1830 hervorgegangene Bürgerkönigtum weitete sich zu einem Volksaufstand aus, der schließlich im Sturz der Monarchie und der Ausrufung der Republik gipfelte. Die Machtfrage war hier also schnell und klar (wenn auch, wie sich zeigen sollte, nicht unumkehrbar) zugunsten der Revolution entschieden worden. Die Revolutionäre hatten die Macht übernommen. Die alte Ordnung war wie auch schon in der Revolution von 1789 gestürzt und durch eine neue, die der Republik, ersetzt worden.

In den südwestdeutschen Ländern, die nicht zuletzt als Folge der napoleonischen Besetzung konstitutionelle Monarchien waren, über im deutschen Rahmen relativ fortschrittliche Verfassungen verfügten, viel die Nachricht der Revolution in Paris auf fruchtbaren Boden. Die Bevölkerung versammelte sich zu zahlreichen Kundgebungen und die „Märzforderungen“ wurden aufgestellt: Die „Gewährung einer freiheitlichen Verfassung, die Pressefreiheit, die Vereins- und Versammlungsfreiheit“, öffentliche Strafverfahren und Schwurgerichte und eine nationale Volksvertretung. Der Druck der Bevölkerung führt zur Bildung der Märzministerien, d.h. von Kabinetten unter Beteiligung von Liberalen, die rechtlich weiterhin auf dem Boden der monarchischen Ordnung stehen. Liberale waren in den südwestdeutschen Staaten auch vor 1848 schon in Regierungen vertreten gewesen (daher die Bezeichnung „Kammerliberalismus“), jedoch konnten sie jetzt, getragen von einer sich entwickelnden öffentlichen Meinung, die Reformen forderte, versuchen, ihr Programm einer freiheitlichen Verfassung umzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die zentrale Machtfrage der Revolution von 1848 und die Gegenüberstellung von Volkssouveränität und monarchischem Vereinbarungsprinzip.

Die Revolution auf dem Vormarsch: Analyse des Ausbruchs der revolutionären Welle in Europa und der ambivalenten Machtverhältnisse in den deutschen Staaten sowie der Rolle der Märzministerien.

Die Frankfurter Nationalversammlung: Untersuchung der verfassungspolitischen Arbeit des Parlaments in der Paulskirche und der Schwierigkeiten bei der Etablierung einer nationalen Zentralgewalt.

Die Reaktion auf dem Vormarsch: Darstellung des Erstarkens der gegenrevolutionären Kräfte, insbesondere des Militärs, und des endgültigen Scheiterns der revolutionären Ambitionen.

Fazit: Kritische Reflexion über die strategische Fehleinschätzung der Liberalen hinsichtlich der Machtverhältnisse und die Bedeutung der verpassten Absicherung der Verfassungsgeltung.

Schlüsselwörter

Märzrevolution, Machtfrage, Nationalversammlung, Volkssouveränität, Vereinbarungsprinzip, Liberalismus, Paulskirche, Gegenrevolution, Verfassung, konstitutionelle Monarchie, Preußen, Österreich, Märzministerien, Reichseinigung, System Metternich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Märzrevolution von 1848 unter dem spezifischen Fokus der Machtfrage und untersucht, warum die Akteure der Paulskirche ihre verfassungspolitischen Ziele gegenüber den alten monarchischen Strukturen nicht durchsetzen konnten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Spannungsfeld zwischen Volkssouveränität und Monarchie, die Rolle der liberalen Fraktionen in der Nationalversammlung sowie der Prozess der politischen Reaktion durch das Militär.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die liberale Strategie, den Staat durch Vereinbarungen mit den Monarchen zu reformieren, an der fehlenden Kontrolle über die tatsächliche Staatsmacht scheiterte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikgeschichtliche Analyse, die primär auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, parlamentarischer Programme und historischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die revolutionären Anfänge, die parlamentarische Arbeit in Frankfurt, die Rolle der preußischen und österreichischen Reaktion sowie die schließliche Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Märzrevolution, Machtfrage, Volkssouveränität, Vereinbarungsprinzip und Frankfurter Nationalversammlung.

Warum lehnte Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone ab?

Der König lehnte die Krone ab, da er die Nationalversammlung nicht als legitime Quelle für seine Herrschaft anerkannte und eine Wahl durch das Volk bzw. ein Parlament dem monarchischen Gnadenrecht widersprach.

Welche Rolle spielte die Frankfurter Nationalversammlung bei der weiteren politischen Entwicklung?

Obwohl die Revolution scheiterte, fungierte die Versammlung als wichtiges Diskussionsforum, das die späteren politischen Parteistrukturen prägte und die inhaltliche Richtung für spätere Modernisierungsprozesse vorgab.

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Details

Title
Die Märzrevolution (1848) und die Frage der Macht
College
Technical University of Berlin  (Institut für Geschichte)
Course
Der Vormärz und die Revolution von 1848/49
Grade
1,0
Author
Jan Dreßler (Author)
Publication Year
2004
Pages
13
Catalog Number
V58187
ISBN (eBook)
9783638524513
ISBN (Book)
9783640609451
Language
German
Tags
Märzrevolution Frage Macht Vormärz Revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Dreßler (Author), 2004, Die Märzrevolution (1848) und die Frage der Macht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58187
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