Die Beziehung von Entrepreneurial Orientation (EO) zu Performance hat die Diskussionen in der Theorie und Literatur entfacht.
EO ist vor allem in Zeiten der Globalisierung, der ständig wachsenden Konkurrenz und des sich ständig verkürzenden Produktlebenszyklus, zu einem wichtigen und stark untersuchten Thema geworden.
In der Praxis unterliegt EO, vor allem bei Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU)1 , der Beachtung, da die EO des Unternehmensführers maßgeblich zur Ausrichtung und zum Erfolg der Firma beiträgt.
EO geht auf Untersuchungen von Miller und Friesen zurück, welche insgesamt 11 Dimensionen ausmachten, allerdings die Dimensionen „Innovationsfähigkeit“, „Risikoinkaufnahme“ und „Proaktivität“ als die so genannten „Entrepreneurial Dimensions“ betrachteten.2
Selbst jede Dimension einzeln betrachtet kann schon einen positiven Einfluss auf den Erfolg haben.
Vor allem bei KMU, welche in der vorliegenden Arbeit untersucht werden, wird ein starker Zusammenhang zwischen EO und Erfolg vermutet.
Gerade in KMU wird Flexibilität und Innovationsfähigkeit gefördert, allerdings wird die Wettbewerbsfähigkeit durch andere Faktoren wieder eingeschränkt.
Der Zugang zu Ressourcen kann die KMU daran hindern eine Kostenführerschaft einzunehmen oder bestimmte Ideen oder Strategien durchzusetzen.3 Eine Beziehung des Erfolges von EO und Kapitalzugang wird vermutet.4
Die Theoretische Diskussion über den Nachweis von EO zu Erfolg ist allerdings noch nicht abgeschlossen.
Einige empirische Untersuchungen unterstützen den positiven Zusammenhang zwischen EO und Erfolg.
Gliederung
1. Entrepreneurial Orientation
Differenzierung von Entrepreneur und Entrepreneurial Firms
1.1 Persönlichkeitsmerkmale des Entrepreneurs anhand der Literatur
1.2.1 Schumpeter
1.2.2 Lumpkin und Dess
1.2.3 McClelland
1.2.4 Herrschende Meinung
1.3 Die drei wichtigsten Dimensionen von EO, sowie deren Erläuterung
1.3.1 Innovativeness
1.3.2 Proactivity
1.3.3 Risk taking
1.3.4 Fazit
2. Hypothesenbildung
3. Datenbasis
4. Operationalisierung
4.1 Operationalisierung unabhängiger Variablen
4.2 Operationalisierung der abhängigen Variable
5. Regressionsanalyse
6. Diskussion
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der unternehmerischen Orientierung (Entrepreneurial Orientation, EO) von Unternehmensinhabern und dem Erfolg von Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU). Das Ziel besteht darin, durch eine empirische Analyse zu prüfen, ob bestimmte unternehmerische Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale positiv mit der Unternehmensperformance korrelieren.
- Entrepreneurial Orientation (EO) als Konzept im Mittelstand
- Einfluss psychologischer Merkmale und Qualifikationen auf den Unternehmenserfolg
- Die Rolle von Innovation, Proaktivität und Risikobereitschaft
- Empirische Überprüfung von Hypothesen mittels Regressionsanalyse
- Bedeutung externer Rahmenbedingungen wie Zugang zu Kapital
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Innovativeness
Die „Innovative Dimension“ der EO ist als eine Tendenz zu betrachten, sich für neue Ideen zu begeistern, Neuheiten zu erkunden, zu experimentieren und kreative Prozesse (welche sich von gegebenen Prozessen und Technologien unterscheiden) zu unterstützen und voran zu treiben. 12
Innovative Unternehmen, welche neue Produkte und Technologien entwickelten und eingeführt haben, können überdurchschnittliche Erfolge erzielen und werden als „Motor des wirtschaftlichen Wachstums“ angesehen. 13
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entrepreneurial Orientation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Entrepreneurial Orientation, grenzt diesen ab und erläutert wesentliche Dimensionen wie Innovationskraft, Proaktivität und Risikobereitschaft anhand gängiger Literatur.
2. Hypothesenbildung: Hier werden basierend auf der theoretischen Literatur fünf Hypothesen aufgestellt, die den Zusammenhang zwischen EO, unternehmerischer Aktivität, Barriereüberwindung, Beziehungsqualität und Kreativität mit dem Unternehmenserfolg postulieren.
3. Datenbasis: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der empirischen Erhebung bei 54 Klein- und mittelständischen Unternehmen mittels Online-Befragungen und persönlichen Interviews.
4. Operationalisierung: Hier wird erläutert, wie die unabhängigen Variablen (psychologische Skalen) und die abhängige Variable (subjektive Erfolgsmessung) metrisch skaliert und operationalisiert wurden.
5. Regressionsanalyse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, wobei geprüft wird, ob das aufgestellte Regressionsmodell einen signifikanten Einfluss der EO auf den Erfolg belegen kann.
6. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung, geht auf methodische Schwächen wie die geringe Stichprobengröße ein und zeigt Grenzen der Kausalität in der Querschnittuntersuchung auf.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Beziehung zwischen EO und Erfolg komplex ist und stark von externen Faktoren wie dem Zugang zu Kapitalressourcen abhängt, was die theoretischen Annahmen relativiert.
Schlüsselwörter
Entrepreneurial Orientation, KMU, Unternehmenserfolg, Innovativeness, Proactivity, Risk taking, Regressionsanalyse, Unternehmensführung, Entrepreneur, Leistungsmotivation, Wirtschaftswachstum, Erfolgsfaktoren, Marktdynamik, Kapitalzugang, Beziehungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss der unternehmerischen Orientierung (Entrepreneurial Orientation) auf die Performance und den Erfolg von Klein- und mittelständischen Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind die psychologischen Merkmale des Unternehmers, verschiedene Dimensionen wie Innovation und Risikobereitschaft sowie die empirische Erfolgsmessung in KMU.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen der unternehmerischen Orientierung des Unternehmers und dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung nutzt eine empirische quantitative Methode, basierend auf einer Befragung von 54 Unternehmen und einer anschließenden Regressionsanalyse der Daten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung der Hypothesen, der Operationalisierung der Variablen sowie der detaillierten statistischen Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Entrepreneurial Orientation, KMU, Innovation, Proaktivität, Risiko und Unternehmensperformance geprägt.
Warum konnten die Hypothesen im Rahmen der Analyse nicht bestätigt werden?
Die Ergebnisse zeigten keine statistische Signifikanz im Modell, was laut Autor an der geringen Stichprobengröße (N=52) und der komplexen Interaktion externer Faktoren liegen könnte.
Welche Rolle spielt der Zugang zu Kapital für den Erfolg?
Der Zugang zu Kapitalressourcen wird als entscheidender moderierender Faktor identifiziert, der den positiven Effekt unternehmerischer Fähigkeiten auf den tatsächlichen Erfolg von KMU beeinflussen kann.
Welche Limitationen nennt der Autor für seine Untersuchung?
Als Limitationen werden die begrenzte Fallzahl, die Querschnittmethode (die keine Kausalitätsprüfung erlaubt) und das Fehlen eines Proxi-Tests auf Non-Response Bias angeführt.
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- Christian Salzmann (Author), 2005, Entrepreneurial Orientation als Erfolgsfaktor bei Klein- und Mittelständischen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58219