Hugo von Hofmannsthals Bearbeitung von Sophokles' "Elektra" unter Berücksichtigung neuerer Tendenzen in der Hysterieforschung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. New Historicism oder Poetics of Culture
2.1 Allgemeine Überlegungen
2.2 Der kulturpoetologische Ansatz in Bronfens Beitrag zur Hysterieforschung

3. Die sexuelle und die traumatische Ätiologie der Hysterie – Freud und Bronfen

4. Hysterie und Elektra
4.1 Die hofmannsthalsche und die sophokleische Elektra im Vergleich
4.2 Hysterie und Elektra – Hofmannsthal und Bronfen

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit Hofmannsthals Tragödie Elektra[1] beschäftigen, die oft vor dem Hintergrund von Freuds und Breuers Studien über Hysterie gelesen wurde.[2] Der Begriff der Hysterie und der Einfluss der psychoanalytischen Schule auf die hofmannsthalsche Elektra wird in fast jedem Sekundärtext erwähnt, sie scheint das Zentrum, ja oft sogar der Schlüssel in der Analyse zu sein, einige Kritiker haben diesen Einfluss wiederum bestritten.[3]

Seit Breuer und Freud scheint die Hysterie als Phänomen nichts von ihrer Faszination eingebüßt zu haben, zahlreiche Veröffentlichungen in den letzten Jahren belegen das.[4] Eine dieser Veröffentlichungen ist E. Bronfens Band Das verknotete Subjekt. Ich werde in meiner Arbeit versuchen, Hofmannsthals (und teilweise auch Sophokles‘) Elektra neu zu lesen, und versuchen, einige Punkte, die die Forschung bis jetzt vernachlässigt hat, aufzuzeigen. Denn in Bezug auf die Elektra hat niemand die oben genannten neueren Tendenzen in der Hysterieforschung bis jetzt gewürdigt, und selbst die hergestellten Bezüge zu Freud und der Psychoanalyse bleiben meist an der Oberfläche oder befassen sich lediglich mit der Fragestellung, ob Hofmannsthal von den Studien über Hysterie beeinflusst wurde oder nicht.

Dabei weise ich von vorneherein darauf hin, dass es sich bei psychiatrischen und psychoanalytischen Betrachtungen um der Medizin zugehörige Disziplinen handelt, die der Literaturwissenschaft fremd sind. Obwohl ich mich auf Bronfen beziehe, die Freuds Fallgeschichten liest wie Literatur respektive literarische Werke wie Fallgeschichten, soll betont werden, dass es sich um fiktive Figuren handelt, die hier neben realen kranken Personen stehen. Die Psychologie beschäftigt sich eindeutig mit Krankheiten – eine strikte Trennung ist also nötig. Schon begrifflich wird dieser Unterschied deutlich, da die Medizin den Ausdruck „Hysterie“ nicht mehr verwendet, sondern je nach Krankheitsbild, Begriffe wie Konversionsstörung, dissoziative Störung oder histrionische Persönlichkeitsstörung gebraucht.

Jedoch – und darum geht es mir wie Bronfen und allgemeiner auch Vertretern der Poetics of Culture: Medizin und Literatur (in diesem Falle) beeinflussen und bedingen sich gegenseitig, und haben gemeinsam den Diskurs der Hysterie hervorgebracht. Beispielsweise benutzte Freud hermeneutische Arbeitsweisen, die auch in der Literaturwissenschaft benutzt werden, um die Träume und „Geschichten“ seiner Patienten zu analysieren. Er greift auf literarische Werke zurück (beispielsweise Sophokles‘König Ödipus), um seine Theorie zu erklären und Charcot beeinflussten unter anderem die Darstellungen von dämonischer Besessenheit in der Kunst des Mittelalters.

In ihrem umfangreichen Werk verfolgt Bronfen in psychiatrischen und psychoanalytischen, vor allem aber in literarischen Texten, Opern, Filmen und in der bildenden Kunst die Spur eines scheinbaren Nichts, die für sie decodierbar wird als Botschaft einer „Verwundbarkeit“. Sie begreift die Hysterie als eine Sprache, „die es dem Subjekt erlaubt, sowohl persönliches als auch kulturelles Unbehagen zum Ausdruck zu bringen.“[5] Hierauf werde ich im dritten Abschnitt dieser Arbeit ausführlicher eingehen und im vierten Kapitel konkret Bezüge zur Elektra herstellen.

Bei einer Beschäftigung mit dem Thema halte ich es für zwingend notwendig, Bronfen zunächst theoretisch-methodisch zu verorten, da ihr neuer Blickwinkel auf die Hysterie meines Erachtens aus einer Position resultiert, die im deutschsprachigen Raum noch nicht sehr weit verbreitet ist. Wie oben bereits angedeutet, orientiert sie sich dabei weitgehend an dem in den amerkanischen Literaturwissenschaften entworfenen Programm eines New Historicism oder den Poetics of Culture und hier besonders an Stephen Greenblatt. Diese literaturtheoretische Richtung möchte ich im 2. Abschnitt erläutern, bevor ich auf Bronfens Konzept zu sprechen komme. Dabei geht es um eine historisierende Beschreibung der Zirkulation kultureller Zeichen zwischen ästhetischen Repräsentationen (wie etwa Literatur und Film) und Wissenschaften (wie der Medizin). Der Kontext wird nicht als grundsätzlich verschieden vom literarischen Text betrachtet, sondern „in seiner diskursiven Positivität in den Blick genommen“, wobei der „wechselseitige Austausch diskursiver Elemente zwischen literarischen und medizinischen Darstellungen“ im Vordergrund steht.[6]

2. New Historicism oder Poetics of Culture

Um die nachfolgenden Überlegungen auch in einen literaturtheoretischen Kontext zu stellen, werde ich zunächst auf die Bewegung des New Historicism etwas näher eingehen, da auch Bronfen hiervon (neben strukturalistischen Ansätzen wie unter anderem denen von Lacan, Lévi-Strauss, Althusser und Roland Barthes) maßgeblich beeinflusst wurde und sich implizit hierauf bezieht. Dazu werde ich vorab allgemeine Informationen zu der Bewegung geben und diese danach mit Bronfen verknüpfen (Kap. 2.2).

2.1 Allgemeine Überlegungen

New Historicism oder Poetics of Culture bezeichnen einen literaturtheoretischen Ansatz, der sich zuerst Anfang der achtziger Jahre an der amerikanischen Westküste als Gegenbewegung zum New Criticism mit seinem Primat der Werkimmanenz und strukturalistischen Ansätzen herausgebildet hat. Zu den bekanntesten Vertretern gehören neben anderen Stephen Greenblatt und Louis A. Montrose. Dabei wird von einem neuen, differenzierten Geschichtsverständnis ausgegangen, das nicht mehr teleologisch ist, sondern ein Konzept der Zirkulation sozialer Energien.[7] Vorläufer des New Historicism sind die französische histoire de mentalité, die Sozialwissenschaften, die Ideologiekritik der Frankfurter Schule und Michel Focaults Diskurstheorie. Greenblatt bezieht sich auch auf Foucault wenn er davon ausgeht, dass Macht in alle Richtungen „zirkuliert“, dabei ist der Begriff des Diskurses wichtig, der eine Art Sprache darstellt, die durch spezielle kulturelle Bedingungen in einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort entsteht. Der Begriff „Diskurs“ betont den sprachlichen Aspekt, Sprache ist eine Art „Transportmittel“ für Macht. Es gibt keinen „Geist“ einer Epoche, es gibt dagegen ein dynamisches, instabiles Geflecht von Diskursen, die immer „im Fluss“ sind, miteinander konkurrieren und sich gegenseitig überlappen. Daher sind nach Foucault alle Definitionen von „Verbrechen“, „Wahnsinn“, „Perversion“ als „soziale Konstruktionen oder kulturelle Konstruktionen“ zu betrachten.[8]

Geschichtsschreibung ist demnach eine Form von Erzählung, geprägt von den eigenen Vorurteilen und Vorlieben des Erzählers und damit selbst rhetorisch und fiktional, eine einzige entscheidbare Wahrheit für eine bestimmte Erzählung oder ein Geschehen gibt es nicht, nur einen Konflikt zwischen Interpretationen, dessen Ausgang eher von Macht als von Wahrheit entschieden wird. Somit werden historische Ereignisse als „textuelle Phänomene“ behandelt, während literarische Werke als materielle Ereignisse betrachtet werden.[9] Dies ist die reziproke Verflechtung von „Textualität“ und „Historizität“, wie sie der New Historicism als zentrales Paradigma behauptet.[10]

Die neohistoristischen Ansätze begreifen literarische Werke als Ausdruck und Resultat der Zirkulation sozialer Energien, als Dokumente kultureller Austauschprozesse, an denen die Texte selbst wiederum aktiv teilhaben. Die ‚historische Wirklichkeit‘ erscheint demzufolge immer schon als literarisch vermittelte und künstlerisch überformte, zumal auch die nicht-fiktionale, (‚in diesem Fall medizinische) Literatur sich rhetorischer und figuraler Textstrategien bedient.[11] Dies resultiert auch aus der Tatsache, dass Literatur aus historischen Texten erwächst, und dieser Tatsache korrespondiert die Entdeckung, dass Geschichte selbst wie ein Text gelesen werden kann. „Geschichte“ liegt hauptsächlich in Textform vor (beispielsweise in Dokumenten, Statistiken, Gesetzestexten, Briefen, Tagebüchern, Zeitungen etc.), was hermeneutische Verfahren in Bezug hierauf ermöglicht. „Neo-Historiker“ behandeln also Primär- und Sekundärquellen wie fiktionale Texte. So stehen auch bei Bronfen medizinische Fall-„Geschichten“ und tatsächliche Geschehnisse und wissenschaftliche Theorien gleichberechtigt neben Kunstprodukten wie Romanen, Opern oder Filmen.

2.2 Der kulturpoetologische Ansatz in Bronfens Beitrag zur Hysterieforschung

Bronfen beschäftigt sich in Das verknotete Subjekt mit der abendländischen Hysterielehre, und trägt dabei sowohl der Medizingeschichte der Hysterie Rechnung als auch ihren Repräsentationen in der Kunst und Literatur. Dabei interessiert sie nicht so sehr das klinische Symptom oder die Nosologie, sondern vielmehr die kulturellen Konstrukte, auf die die Hysterie als Symptom verweist. Beispielsweise benutzt die Medizin Metaphern aus dem ästhetischen Bereich[12] und die Literatur und Kunst bedienen sich wieder der medizinischen Fallbeispiele, so dass ein reziprokes Verhältnis entsteht, dass sich auch auf die Gesellschaft auswirkt.[13]

„Anders gesagt, entstammen die Metaphern, deren sich die Ärzte in der diskursiven Auseinandersetzung, um die es mir hier geht, bedienen, teilweise den zu jener Zeit dominanten kulturellen Texten und haben dann ihrerseits wieder neue kulturelle Repräsentationen hervorgebracht.“[14]

Bronfen stellt ihre Lesart verschiedener psychoanalytischer und kultureller Texte vor, betrachtet diese dann aber sozusagen losgelöst vom Autor oder Analytiker. Sie unternimmt „eine kritische Neubewertung des tradierten kulturellen Archivs der Texte über Hysterie“.[15] Dabei analysiert sie unter anderem Sophokles‘König Ödipus, Romane, Filme und Fotos, Fallbeispiele aus der Psychoanalyse sowie Freuds eigenen Traum von „Irmas Injektion“ oder auch das komplette Lebenswerk von Anne Sexton.[16]

Bronfens Begründung für die Anwendung dieses Verfahrens ist, dass die Hysterie und ihr medizinischer Diskurs sich gegenseitig bedingen.

„Die Hysterie existiert nur als Resultat eines vorgegebenen Geflechts medizinischer, Übernatürlicher, religiöser und ästhetischer Diskurse, und sie existiert genau deswegen, weil sie den blinden Fleck oder die Unmöglichkeit des ärztlichen Repräsentationsaktes markiert.“[17]

So erachte auch ich es für legitim, vor dem Hintergrund medizinischer Theorien und Texte über diese Theorien (wie etwa Bronfens Verknotetes Subjekt) für Überlegungen zu einem literarischen Text wie der Elektra heranzuziehen. Im Sinne des kulturpoetologischen Ansatzes haben sich beide Disziplinen gegenseitig beeinflusst und sind hier nicht sauber voneinander zu trennen, und letztendlich ist Literaturwissenschaft immer auch ein Stück weit „Kultur“-Wissenschaft. Denn Bronfen geht es „um den kulturellen Austausch zwischen medizinischen und künstlerischen Diskursen“[18] und Elektra ist nichts anderes als eine ästhetische Repräsentation des Diskurses der Hysterie und gehört zum „tradierten kulturellen Archiv [...] der Texte über Hysterie“.[19]

Dennoch bleibt in meiner Arbeit das literaturwissenschaftliche Erkenntnisinteresse selbst angesichts des Bemühens um kulturwissenschaftliche Transdisziplinarität dominant, und wo es um die Interdependenz von medizinischen und literarästhetischen Diskursen der Moderne geht, wird dies am konkreten literarischen Text nachgewiesen.

[...]


[1] Hugo von Hofmannsthal: Elektra.Tragödie in einem Aufzug. (Hrsg.: Andreas Thomasberger) Stuttgart 2001

[2] Siehe hierzu etwa Hellmut Flashar: „Die antike Gestalt der Elektra.” In: Hartmut Köhler; Henry Thorau (Hrsg.): Inszenierte Antike - Die Antike, Frankreich und wir. Neue Beiträge zur Antikenrezeption in der Gegenwart. Frankfurt am Main, Berlin, Bern u. a. 2000, S. 47 und besonders Lorna Martens: “The Theme of the Repressed Memory in Hofmannsthal’s Elektra” S. 38f. The German Quarterly. 1987, S. 38-51 oder in Martin Mueller: “Hofmannsthals Electra and Its Dramatic Models”. S. 72. M odern Drama. 1986, S. 71-91, um nur einige zu nennen.

[3] Bernd Urban hält dies schon in seiner Arbeit Hofmannsthal, Freud und die Psychoanalyse. Quellenkundliche Untersuchungen. Frankfurt am Main, Bern, Las Vegas 1978, S. 7, fest.

[4] Als Beispiele dienen die folgenden Veröffentlichungen der letzten Jahre: Georges Didi-Hubermann: Erfindung der Hysterie: die photographische Klinik von Jean-Martin Charcot. München 1997 (Das Original erschien 1982 unter dem Titel: Invention de l’hysterie. Charcot et l’Iconographie photographique de la Salpêtrière.); Christina von Braun: Nicht-Ich. Logik, Lüge, Libido. Frankfurt am Main, 1985; Elaine Showalter: Hystorien. Hysterische Epidemien im Zeitalter der Medien. Berlin 1997; Elisabeth Bronfen: Das verknotete Subjekt. Hysterie in der Moderne. Berlin 1998.

[5] Bronfen 1998, S. 17

[6] Vgl. Stefan Andriopoulos: Besessene Körper. Hypnose, Körperschaften und die Erfindung des Kinos. München 2000, S. 17. Andriopoulos betont auch die Wichtigkeit von Tendenzen des New Historicism für eine philologisch fundierte und interdisziplinär anschließbare Kultur- und Medienwissenschaft.

[7] Stephen Greenblatt nennt dies in seinem Buch Shakespearean Negotiations. The Circulation of Social Energy in Renaissance England. Berkeley, Los Angeles 1988. S. 19: “What then is the social energy that is being circulated? Power, charisma, sexual excitement, collective dreams, wonder, desire, anxiety, religious awe, free-floating intensities of experience: in a sense the question is absurd, for everything produced by the society can circulate [...]”

[8] Lois Tyson: Critical Theory Today. A User-friendly Guide. New York, London 1999.

[9] Vgl. Terry Eagleton: Einführung in die Literaturtheorie. 4. erw. und akt. Auflage. Stuttgart, Weimar 1997, S. 223

[10] Das Diktum von der “historicity of texts” und “textuality of history” als dynamisches Verhältnis von Geschichte und Text stammt von Louis A. Montrose: “Professing the Renaissance: The Poetics and Politics of Culture”, S. 23. In: Aram Veeser (Hrsg.): The New Historicism. New York 1989, S. 15-36

Anette Simonis schreibt hierzu: „Der New Historicism hält die Entscheidung, welche der beiden Kategorien – die ‚historische Wirklichkeit‘ oder die literarische Repräsentation – vorgängig sei, bewusst in der Schwebe. Einerseits können literarische Zeugnisse im Modus der Fiktion mitunter neue Wahrnehmungsdispositionen und Modellierungen von Wirklichkeit allererst hervorrufen; andererseits können die fiktiven Entwürfe auch durch historische oder naturwissenschaftliche Entdeckungen vorbereitet und bedingt sein.“ Anette Simonis: „New Historicism und Poetics of Culture. Renaissance Studies und Shakespeare in neuem Licht.“ In: Ansgar Nünning (Hrsg.): Literaturwissenschaftliche Theorien, Modelle und Methoden. 3. erw. Aufl. Trier 1998, S. 155

[11] Vgl.: Anette Simonis: „Das elisabethanische Drama und Theater. Gattungsgeschichte und neuere Perspektiven. (New Historicism, Diskursanalyse und studies of gender).“ In: Ansgar Nünning (Hrsg.): Eine andere Geschichte der englischen Literatur. Epochen, Gattungen und Teilgebiete im Überblick. Trier 1996, S. 28f

[12] Bronfen zitiert hier Mark S. Micale, der feststellt, dass die „Hysterie im Europa des fin de siècle derart viele unterschiedliche Dinge bedeutete, daß sie um 1900 aufgehört hatte, überhaupt etwas zu bedeuten”, und hält fest: „das, was sich charakterisieren und klassifizieren läßt, sind nicht die Symptome, die die Hysterie über die Jahrhunderte als Syndrom produziert hat, sondern vielmehr deren diskursive Funktion innerhalb medizinischer und ästhetischer Texte.” Mark S. Micale, Approaching Hysteria. Disease and Its Interpretations. Princeton 1995, S. 220 zit. nach: Bronfen 1998, S. 110

[13] Bestes Beispiel hierfür ist Freuds Analyse von Sophokles’ König Ödipus, ein literarisches Werk also, dass ihm als Grundlage zur Erklärung seines psychoanalytischen Konzeptes dient. Ebenso argumentiert Bronfen, dass sich die Klassifizierung der Hysterie aus dem „mythopoetischen“ Erbe und dem ikonographischen Einfluss der Darstellungen von dämonischer Besessenheit speist, die beispielsweise Charcot bekannt waren. (Vgl. Bronfen 1998, S. 120) Charcots berühmte Dienstagsvorlesungen dienen ihr außerdem als Beispiel für die Theatralität und Visualität der Hysterie.

[14] Bronfen 1998, S. 115. (Bronfen verweist hier implizit auf Stephen Greenblatt, einen Vertreter des New Historicism und besonders auf sein Werk Shakespearean Negotiations. The Circulation of Social Energy in Renaissance England. Berkeley, Los Angeles 1988.)

[15] Bronfen 1998, S. 18

[16] Auch Andriopoulos verweist auf ein interdisziplinäres Verfahren, das erstrebenswert für die Literaturwissenschaft wäre, ein Projekt, das im angelsächsischen und amerikanischen Raum schon seit längerem Verbreitung findet: „Eine Historisierung und Kontextualisierung von Literatur, die der Textualität von Geschichte ebenso Rechnung trägt wie der Historizität von Texten, ist ein methodologisches Desiderat der Germanistik, das aus dem spezifischen Verlauf der Theorie-Diskussion in Deutschland verständlich wird. In der jüngsten Debatte über eine kulturtheoretische ’Wende‘ steht eine Verständigung über Verfahrensweisen und ’Gegenstände‘ des Fachs nach wie vor aus, während die Medienwissenschaften ‘noch keinen festen Ort im disziplinären System‘ einnehmen.” Andriopoulos 2000, S. 15

[17] Bronfen 1998, S. 111

[18] Ebd., S. 19

[19] Ebd., S. 18

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Hugo von Hofmannsthals Bearbeitung von Sophokles' "Elektra" unter Berücksichtigung neuerer Tendenzen in der Hysterieforschung
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Antikerezeption im deutschsprachigen Drama
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
30
Katalognummer
V58222
ISBN (eBook)
9783638524810
ISBN (Buch)
9783638740319
Dateigröße
647 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hugo, Hofmannsthals, Bearbeitung, Sophokles, Elektra, Berücksichtigung, Tendenzen, Hysterieforschung, Antikerezeption, Drama
Arbeit zitieren
M.A. Pia Witzel (Autor), 2002, Hugo von Hofmannsthals Bearbeitung von Sophokles' "Elektra" unter Berücksichtigung neuerer Tendenzen in der Hysterieforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58222

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