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Die Verwendung des Fallprinzips und der Fallmethode im Politikunterricht

Title: Die Verwendung des Fallprinzips und der Fallmethode  im Politikunterricht

Seminar Paper , 2002 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marco Müller (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Die folgende Arbeit ist in einen theoretischen und in einen praktischen Teil aufgeteilt. Bei der theoretischen Komponente geht es zunächst darum, die Verwendung der Fallanalyse im Politikunterricht zu präsentieren. Hier gehe ich auf die grundsätzliche Bedeutung des Falles im Politikunterricht ein, dass heißt, es wird aufgezeigt, was charakteristisch für die Verwendung des Falls im Unterricht ist und welche Lernziele mithilfe des Falles erreicht werden können. Darauf aufbauend wird in der Arbeit weiterhin die Unterscheidung zwischen Fallprinzip und Fallmethode vorgenommen. Obwohl diese Unterscheidung im Gros der Literatur nicht getroffen wird, nehme ich sie in meiner Arbeit vor, da sich in einigen Bereichen, die später noch erörtert werden, die Grob- und Feinziele, sowie die angewandten Methoden, meiner Ansicht nach differieren. Nichtsdestotrotz wird die Unterscheidung zwischen Fallprinzip und Fallmethode in dieser Arbeit nur am Rande erwähnt. Das Hauptaugenmerk liegt sicherlich auf der grundsätzlichen Verwendung des Falls im Politikunterricht. In diesem Zusammenhang werde ich auf verschiedene Methoden zu sprechen kommen, die dem Lehrer zur Verfügung stehen, sowohl bei der Auswahl des Falls als auch bei der praktischen Umsetzung für den Unterricht, um die von ihm angestrebten Lernziele erreichen zu können. Weiterhin wird auf die verschiedenen Formen im Unterricht eingegangen, die die Präsentation eines Falles annehmen kann. Im letzten Kapitel komme ich zum praktischen Teil meiner Arbeit und werde kurz eine Unterrichtsreihe skizzieren, in der ein Fall behandelt wird. Anhand dieses praktischen Beispiels sollen die in den ersten Kapiteln erläuterten Theorieaspekte verdeutlicht werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Gegenstand / Ziele der Verwendung des Fallbeispiels im Unterricht

2. Methodische Varianten der Fallstudie

3. Die Unterscheidung zwischen Fallprinzip und Fallmethode

3.1. Das Fallprinzip

3.2. Die Fallmethode

4. Kriterien für die Auswahl eines Falles

5. Praktische Anwendung des Fallbeispiels im Unterricht

5.1. Anwendungsbeispiel

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Fallstudien im Politikunterricht, wobei das primäre Ziel darin besteht, die didaktische Differenzierung zwischen dem Fallprinzip und der Fallmethode herauszuarbeiten und deren praktische Anwendbarkeit zur Förderung der Urteils- und Entscheidungskompetenz von Schülern aufzuzeigen.

  • Theoretische Grundlagen und Bedeutung der Fallanalyse im Politikunterricht
  • Klassifizierung methodischer Varianten der Fallstudie (Case-Study, Case-Problem, Case-Incident)
  • Abgrenzung von Fallprinzip (Inhaltsorientierung) und Fallmethode (Methodenorientierung)
  • Qualitätskriterien für die Auswahl authentischer und motivierender Unterrichtsfälle
  • Praktische Implementierung anhand eines exemplarischen Falls aus der Schulpraxis

Auszug aus dem Buch

3. Die Unterscheidung zwischen Fallprinzip und Fallmethode

Oftmals werden in der Literatur die Begriffe Fallbeispiel, Fallanalyse, Fallstudie, Fallprinzip und Fallmethode gleichgesetzt. Die Zielsetzung für den Unterricht und die Auswahlkriterien betreffend sollte man jedoch die beiden Begriffe Fallprinzip und Fallmethode voneinander trennen. In der Tat haben beide inhaltlich zahlreiche gemeinsame Merkmale und sind im Unterricht sehr oft nicht unterscheidbar. Im Folgenden werde ich jedoch einige Besonderheiten herausstellen, die einen Unterschied deutlich werden lassen.

3.1. Das Fallprinzip

Die Anwendung des Fallprinzips entstand in Deutschland im Jahre 1960 unter Kurt Gerhard Fischer, der damit eine neue Dimension des politischen Unterrichts eröffnete.

Ziel des Fallprinzips ist es, „das als Fall ausgewählte politische Ereignis durch ‚Analyse’ zu verstehen und nach Kriterien, die aus demokratischen Werten gewonnen sind, zu bewerten.“ Die Urteilsbildung als Primärziel gerät also in den Vordergrund. Der Fall ist demnach ein individuelles Ereignis der politischen oder sozialen Wirklichkeit. Ein solches individuelles Ereignis darf beim Fallprinzip nicht im Bereich des Beliebigen liegen, sondern muss so ausgewählt werden, dass es besonders aussagefähig ist.

Die Wirklichkeits-Analyse steht im Mittelpunkt der didaktischen Vorschläge, also das Durchdenken der Realsituation auf den Grund hin, um Bedeutsames zu erkennen, dass diesen Realsituationen innewohnt. Der Fall muss demnach etwas Allgemeines enthalten, das aus ihm herausgelesen werden kann. Man spricht hierbei vom Merkmal der Inhaltsgeneralisierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gegenstand / Ziele der Verwendung des Fallbeispiels im Unterricht: Dieses Kapitel definiert den Fall als Ausgangspunkt für die Unterrichtsplanung und betont die Förderung von Wirklichkeitsanalyse sowie Entscheidungskompetenz.

2. Methodische Varianten der Fallstudie: Hier werden vier Hauptarten von Fallstudien (Case-Study-Method, Case-Problem-Method, Case-Incident-Method) vorgestellt, die sich in ihrer Struktur und Zielsetzung unterscheiden.

3. Die Unterscheidung zwischen Fallprinzip und Fallmethode: Das Kapitel differenziert zwischen dem Fall als bedeutsamem Inhalt (Fallprinzip) und dem Fall als didaktischem Mittel zum Wissenserwerb (Fallmethode).

4. Kriterien für die Auswahl eines Falles: Es werden vier grundlegende Elemente für die Auswahl eines geeigneten Falls definiert, darunter Authentizität, Motivationspotenzial und mediale Verfügbarkeit.

5. Praktische Anwendung des Fallbeispiels im Unterricht: Dieses Kapitel behandelt die praktische Umsetzung durch verschiedene Sozialformen und illustriert die Anwendung anhand eines Fallbeispiels aus der Schulpraxis.

Schlüsselwörter

Fallmethode, Fallprinzip, Politikunterricht, Fallstudie, Urteilsbildung, Entscheidungskompetenz, Wirklichkeitsanalyse, Didaktik, Fallanalyse, Handlungsfähigkeit, Unterrichtsplanung, Sozialkunde, Problemlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem didaktischen Einsatz von Fallbeispielen im Politikunterricht und beleuchtet die theoretischen sowie praktischen Aspekte dieser Methode.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Typologie von Fallstudien, die Abgrenzung von Fallprinzip und Fallmethode sowie Kriterien für die Unterrichtsgestaltung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Lehrkräften aufzuzeigen, wie durch die gezielte Arbeit mit Fällen die Urteils-, Entscheidungs- und Problemlösungskompetenz von Schülern nachhaltig gefördert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse fachdidaktischer Literatur und der Skizzierung konkreter unterrichtspraktischer Anwendungsmöglichkeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Klassifizierung von Fallstudien, die begriffliche Schärfung der Fallbegriffe und die praktischen Anforderungen an Fallauswahl und Unterrichtsumsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fallmethode, Fallprinzip, Politikdidaktik und Handlungsorientierung maßgeblich definiert.

Warum unterscheidet der Autor zwischen Fallprinzip und Fallmethode?

Die Unterscheidung erfolgt, weil sich die Ziele – Urteilsbildung bei Inhalten versus Wissenserwerb durch ein didaktisches Mittel – bei beiden Ansätzen grundlegend unterscheiden.

Welche Rolle spielt die Konfrontationsphase im Unterrichtsmodell?

Die Konfrontationsphase dient dazu, den Schüler mit dem Fall zu konfrontieren, um die Problem- und Entscheidungssituation erfassbar zu machen.

Wie kann der Fall "Jürgen B." konkret im Unterricht bearbeitet werden?

Der Fall bietet verschiedene Rollenvariationen, wie etwa die Entscheidungsperspektive des Schulleiters, des Schülerrates oder der Lehrerkonferenz, wodurch die Schüler in einen aktiven Entscheidungsprozess treten.

Sind Fallstudien auch für Prüfungen geeignet?

Ja, der Autor merkt an, dass Fälle auch in schriftlichen Lernerfolgsüberprüfungen genutzt werden können, um die Anwendung von Hintergrundwissen und Problemlösungsfähigkeiten zu testen.

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Details

Title
Die Verwendung des Fallprinzips und der Fallmethode im Politikunterricht
College
University of Bonn
Course
Methodenkonzeptionen im Politikunterricht
Grade
2,0
Author
Marco Müller (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V58230
ISBN (eBook)
9783638524858
ISBN (Book)
9783656784371
Language
German
Tags
Verwendung Fallprinzips Fallmethode Politikunterricht Methodenkonzeptionen Politikunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Müller (Author), 2002, Die Verwendung des Fallprinzips und der Fallmethode im Politikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58230
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